Wer hat Mozarts Requiem wirklich geschrieben?
Shownotes
1791 schrieb Mozart seine eigene Totenmesse. Auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst war: Das berühmte Requiem wurde sein letztes Werk – und es blieb unvollendet. Zumindest eine Weile lang. Denn schon bald nach Mozarts Tod setzten sich andere Komponisten an die leeren Notenblätter und füllten sie auf. Wie viel davon ist dann eigentlich noch von Mozart selbst?
Zehn Prozent? Oder 78? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz gehen nicht nur den unterschiedlichen Zählweisen nach und erörtern, wie viel „musikalische Substanz“ ein Takt braucht, um als „Original“ zu gelten. Sie erzählen den ganzen Requiem-Krimi: beginnend mit einem anonymen „grauen Boten“, der auf geheimnisvolle Art eine Totenmesse bestellt, über einen schrulligen Grafen, der fremde Kompositionen gern als die seinen ausgibt, bis hin zur Frage, ob man einen Auftrag auch erfüllen muss, wenn man tot ist. „Wenn ein solcher Komponist über der Arbeit an einem Requiem stirbt, sorgt das natürlich über Jahrhunderte für die ärgsten Legenden und Sagenbildungen“, sagt Sinkovicz – der auch gleich erklärt, was das Requiem musikalisch so besonders macht, dass sich die Fragen nach dem Ursprung eigentlich erübrigen: „Das, was da ist, ist _das _Requiem schlechthin. Es gibt kein besseres!“
Auf dem Weg begleitet uns Raphaël Pichon mit seinem Ensemble. Den Ausschnitt aus Verdis Requiem singt der Wiener Singverein, begleitet von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan (DG).
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
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00:00:00: Heute geht es um eines von Mozarts berühmtesten Werken, aber auch um ein besonders mythenbehaftetes Werk.
00:00:26: Nämlich das Requiem Mozart letztes Werk bei dessen Arbeit er im Alter von thirty-fünf Jahren gestorben ist.
00:00:33: Es ist gewissermaßen seine eigene Totenmesse Aber nicht deshalb bis es so Legenden umrankt sondern weil er nicht damit fertig geworden ist.
00:00:41: und Wie uns jetzt eigentlich fragen müssen, wer hat das denn eigentlich geschrieben dieses Requiem?
00:00:47: Ja man muss sich das deswegen fragen weil das Mozart Requiem ja eigentlich ununterbrochen aufgeführt wird.
00:00:53: Sowohl im liturgischen Rahmen, für den es eigentlich ursprünglich bestimmt war als auch als Konzertwerk noch viel viel öfter als Konzertwerk natürlich.
00:01:03: und da steht Mozart's Requiem auf dem Programm und das wird auch gespielt von A bis Z ganze Vertonung des Liturgischen trotten Messtextes.
00:01:12: Es ist nicht von A bis Z, so viel kann man sagen oder?
00:01:15: Ganz
00:01:15: und gar nicht!
00:01:16: Also es ist so dass wenn man ganz kurz sagt was man definitiv weiß also der erste Satz quasi das Requem und das anschließende Kyrie Leson ist komplett von Mozart und die nachfolgenden Sätze zu einem großen Teil auch komplett von so wie er gewohnt war, in späten Jahren größere Werke zu skizzieren.
00:01:45: In dem er den Verlauf der Singstimmen also der Chorstimmen und der vier Solo Stimmen notiert hat komplett dort wo die nicht singen Also nur das Orchester spielt ist zumindest die Hauptstimme also die Violinstimme notiert Und durchwegs der gesamte Verlauf, der Bassstimme So dass Fundament ist also da in den meisten von diesen Sätzen eigentlich kann man sagen nur die letzten Teile, also Sanctus mit Benediktus und Agnostae.
00:02:20: Also das sind die letzten zwei Messteile, die auch nicht nur bei der Totenmesse sondern auch bei einer ganz normalen Messfeier immer gesungen werden.
00:02:29: Die sind ganz eindeutig nicht von Mozart, obwohl da können wir dann auch noch darüber reden wie weit das ganz sicher ist.
00:02:36: Aber die sind jedenfalls so wie wir glauben zu wissen von seinem Schüler Franz Gesamfer Süßmeier der nach Mozarts Tod die ganze Partitur hergestellt hat was einen Grund hat, dass das passieren musste.
00:02:50: Wenn man jetzt ja so ein Beispiel gibt von Mozart eine große Messe oder normale Messvertonung in C-Moll die ist auch ein Fragment geblieben und die führt man heute einfach als Fragments auf und die fehlenden Umsätze lässt man einfach weg.
00:03:05: aber in dem Fall musst du das passieren weil es ein Auftragswerk war
00:03:10: Und weil es ein Requiem war, und vielleicht sollten wir in dieser Stelle auch kurz erklären.
00:03:14: Ein Requiem hat ja eine fixe Form oder da konnte man dann nicht sagen okay das was Mozart geschrieben hat das führen wir jetzt auf und mehr brauchen wir eh nicht sondern ein Requium muss für mich wenn's falsch ist aber ein Requim braucht gewisse Teile.
00:03:27: das ist vorgegeben.
00:03:28: Ja es gibt eine Messliturgie.
00:03:30: also bei der Totenmesse gibt es eine von der normalen Messliturgie der katholischen Kirche abweichende, angereicherte Version die darauf bezugnimmt dass es hier um eine Totenmesse geht.
00:03:43: Also jede normale Messfeier hat ein Ordinarium und ein Proprium heißt das im Fachschaggon.
00:03:50: Das Problem wechselt von Sonntag zu Sonntags oder von Messe zur Messe.
00:03:55: Das Ordinarium heißt deswegen ordinarium, weil es bleibt immer gleich.
00:04:00: Es hat sei Ordnung!
00:04:02: Ziemlich am Beginn ist das Kyrie-Eleson.
00:04:05: also Herr erbarme dich unser Christus, erbarm dich unser...
00:04:09: Auch immer mit diesem Text?
00:04:10: Mit
00:04:10: diesem Text.
00:04:11: Das
00:04:11: ist
00:04:12: der immer gleichbleibende Text.
00:04:14: Alle bei allen den jetzt gefolgenden Sätzen ist der Text immer gleich bleiben.
00:04:18: Also das Kyrie Leson ist der Ruf nach Erbarmen.
00:04:21: Der steht am Beginn jeder Messfeier, dann kommt das Chloria also der Lobgesang.
00:04:28: Er ist ja gerade in der Höhe in der deutschen Fassung im lateinischen Chlorian Excelsis Thea.
00:04:34: Der Text bleibt definitiv immer gleich.
00:04:36: Dann beginnt so die Messfeiere und inmitten drinnen ist – alle die schon einmal in der Kirche waren – Wissnes wird irgendwann das Glaubensbekenntnis gebetet!
00:04:47: Das ist also Credo in Unumdeum.
00:04:50: Und das kommt dann auch vor, als Teil dieses Stücks?
00:04:52: Jawohl!
00:04:53: Das muss nicht die Gemeinde beten in diesem Fall sondern das singt der Chor oder Choronsolisten ja dem wie groß die Messe angelegt ist.
00:05:02: Dann kommt also schon die Eucharistiefeier Die Wandlung und die Kommunion und im Zuge dieser Eucharistsiefeiher gibt es das Sanctus Also das Heilig heilig heillig und dann das Agnoste Lamm Gottes, du nimmst den Weg des Sünden der Welt.
00:05:21: Erbarme dich unser!
00:05:22: Kommt zweimal und dann, Lamm Gottes, du nehmst den weg des Sinden der Welt, gib uns deinen Frieden.
00:05:27: Dona Nobis Pazem damit schließt das Messordinarium und das wie gesagt ist in jeder Messfeier gleich.
00:05:33: Und jetzt ist Sanctus und Agnostae kommen auch in der Totenmesse vor.
00:05:39: Gloria ist zu festlich, positiv fällt in der Totenfeier weg Und es beginnt mit dem Kyrie, dem aber vorangesetzt ist noch das Requiem.
00:05:54: Also die Bitte schenke ihnen die ewige Ruhe den Verstorbenen!
00:05:58: Also damit beginnt eigentlich das Ordinarium...
00:06:01: Das macht dann auch dieses Stück zu einer Totenmesser.
00:06:04: Das ist die Totenmesse nicht?
00:06:05: Und dann in der Mitte da wo wir gewöhnt sind eben in der normalen Messe Gloria und Credo, ist eine große, das heißt Sequenz muss man jetzt nicht da legen, woher das Wort kommt ist eigentlich egal.
00:06:21: Das handelt vom jüngsten Gericht und den Schrecken des jüngstem Gerichts unter Bitte um Erlösung.
00:06:28: Das ist das zentrale Stück in jedem in jeder Requiem Vertonung, das uns darauf hinweist.
00:06:37: Grob gesagt dass wir uns hinnieden gut benehmen sollten dann geht es uns möglicherweise beim jüngsten Gericht besser als denen die sich nicht gut benehme.
00:06:47: Okay also die Liturgie gibt sozusagen die Form vor für ein jedes Requium und Jetzt bei Mozart's Requiem im Besonderen.
00:06:54: Das ist ja ein großes, wichtiges Stück das in allen möglichen Kontexten gespielt wird.
00:06:58: Man hört es im Konzertsal genauso wie auch in Kirchen noch für Gedenk Gottesdienste zum Beispiel.
00:07:04: und ich möchte mich gerne mit dir gemeinsam in die Geschichte von Mozarts Requiem hineinstützen weil die ist spannend.
00:07:10: da passieren Dinge die könnte man als Krimi.
00:07:14: Ich glaube auch, dass Mozart und seine Frau das zunächst wie eine Art Krimi empfunden haben.
00:07:20: Ja?
00:07:20: Mozart selbst, der war dann schon tot als die meisten dieser Krimikapitel.
00:07:25: Ja ist dann aber der ursprüngliche Auftrag.
00:07:27: War schon... Ist schon eine Art Kriminalfilm.
00:07:30: also alle, die den Film von Formen gesehen haben Amadeus da kommt das vor.
00:07:35: Da kommt plötzlich ein Unbekannter in Schwarz verhüllt und bestellt eine Totenmesse Und verheißt, und damit ist bei Mozart schon der Groschen gefallen im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr gutes Honorar.
00:07:49: Von dem er die Hälfte nämlich von zwanzig Dukraten gleich als Anzahlung bekommen hat, worauf Mozart gesagt hat okay mach ich!
00:07:56: Bei Erwart immer Geld gebraucht auch in diesem Fall und hat gesagt also er wird das erledigen.
00:08:02: Okay bevor wir uns da jetzt voll tief rein stürzen möchte ich gerne ein bisschen was hören von diesem Requem weil jetzt haben darüber signiert und darüber gesprochen, was diese Form ausmacht.
00:08:12: Aber was könnten wir uns dann anhören?
00:08:14: Ist da eine besonders berühmte Stelle?
00:08:16: Steigen wir gleich einmal ein am Anfang!
00:08:20: Die Bitte um das ewige Licht für den oder die Verstorbenen.
00:08:27: Das ist eine ungeheure Musik, die da losgeht.
00:08:30: Das ist der späteste Mozart – das ist der Mozart, der schon fast fertig war mit der Komposition der Zauberflöte, wo ja auch sehr viel Übersinnliches vorkommt wie wir wissen.
00:08:40: und er nimmt sich hier zurück in eine dunkel gefärbte Orchesterbesetzung.
00:08:46: Basette-Hörner sind tiefe Clarinetten-Groppgesprachen und vergotte uns sonst nur Streicher!
00:10:17: Also das ist die Klangwelt mit der dieses Räquem beginnt.
00:10:21: Und das ist jetzt offenbar auch ein Teil, der gesichert aus Mozarts Feder stammt?
00:10:25: Ja!
00:10:26: Das haben wir definitiv... Da wurde
00:10:27: nichts dazu gedichtet und da könnte man jetzt noch nicht sagen an welchem Takt er tot vom Schreibtisch gefallen ist.
00:10:33: Ist ja ja nicht ersten und zweitens.
00:10:35: Da ist er überhaupt nicht tot vom schreibtisch gefallen weil diesen Satz mit dem nachfolgenden Kyrie hat er sogar wirklich komplett in Tattoo Vollendet.
00:10:43: Okay, dann reden wir doch darüber wie es überhaupt zu diesem Werk gekommen ist!
00:10:47: Wir sind im Sommer, Seventeinundneunzig und Mozart bekommt einen Auftrag von einem unbekannten Auftraggeber der sich nicht zu erkennen gibt.
00:10:57: Von einem geheimnisvollen Booten, der gleich mal die fünfundzwanzig Dokate übergeben hat?
00:11:01: Ja,
00:11:01: wird auch genannt der graue Boote.
00:11:05: Auch spannend oder?
00:11:05: Er kommt in den Grau gekleidet, sagt nichts seinem Namen... Der Legendenbildung nach hat ja Mozart dann, oder es wird ihm nachgesagt er habe in diesem Groundboten dann schon einen Verkünder seines eigenen Todes erkannt.
00:11:19: Ja gut das war natürlich dann.
00:11:20: ich meine wenn ein solcher Komponist über der Arbeit an einem Requiem stirbt dann sorgt das natürlich über Jahrhunderte für die ärgsten Legenden und Sagenbildungen.
00:11:34: Seine Frau selber überliefert das, dass er Todesahnungen hatte.
00:11:38: Was auch nicht ganz unwahrscheinlich ist.
00:11:40: Also er dürfte sich ab einem gewissen Punkt schon im Klang gewesen sein.
00:11:44: Dass er da letztlich auch sein eigenes Requiem schreibt weil er möglicherweise diese Krankheit an der er dann gelitten hat die letzten Wochen nicht überleben würde?
00:11:52: Die
00:11:52: Krankheit, die man auch heute nicht wirklich benennen kann.
00:11:55: Man kann nur vermuten was es gewesen sein könnte.
00:11:58: Hitziges Frieselfieber!
00:12:01: ist dann irgendwie im Totenschein gestanden.
00:12:03: Aber auf jeden Fall diese Graubote, diese Mystery-Komponente dieser Geschichte lässt sich in der Legende natürlich toll so erzählen.
00:12:12: man weiß aber dass das eigentliche Grund für dieses mysteriöse Auftreten eigentlich ein ganz anderer völlig banaler war denn dahinter steckte einen Graf der Graf Franz von Walzek und er hat anonymen Auftrag gegeben, dieses Werk.
00:12:29: Weil er hatte die Angewohnheit bei Komponisten Werke in Auftrag zu geben, die er dann handschriftlich abgeschrieben hat seinen eigenen Namen drunter gesetzt hat und versucht hat seinem Umfeld weiß zu machen das wäre seine eigene Komposition!
00:12:43: Ja es war so dass... also ist sogar überliefert von seinen Freunden die mit ihm musiziert haben, dass er dann oft ein neues Stück aufgelegt hat in seiner Handschrift und das Spielen hat lassen.
00:12:55: Und dann musste geraten werden, von wem denn das sein könnte?
00:12:58: Das waren dann Stücke von so einem guten Musik-Ramtwerk der Zeit.
00:13:03: Da hat er sich einen Spaß draus gemacht, dass da natürlich immer geraten wurde.
00:13:08: Na ja, das könnte schon von Ihnen sein, Herr Graf!
00:13:10: Und er hat nur viel sagen gelächelt.
00:13:13: Er hat nie gesagt es ist vor mir oder auch nicht gesagt es
00:13:16: Aber die anderen haben sich vielleicht auch gar nicht getraut, etwas anderes zu
00:13:20: zahlen.
00:13:20: So ist es!
00:13:21: Das war ein etwas seltsames Spiel, ein Splen wenn man so will.
00:13:26: in diesem Fall war's so dass im Frühjahr dieses Jahres-Sebzehn-Einherneunzig die Gräfin sehr jung gestorben ist und er zum Jahrestag, zum Todestag einen Requiem aufführen lassen wollte und das tatsächlich als sein Werk ausgeben wollte.
00:13:46: Das ist dann auch geschehen, allerdings nicht ein Jahr sondern zwei Jahre später.
00:13:50: Also es ist dann wirklich so gewesen das war auch der Grund was ich am Anfang gesagt habe dass diese Partitur vollendet werden musste.
00:13:57: ganz unbedingt
00:13:58: Auftragsauftrag
00:14:00: und die Witwe Constanze hat dann eben geschaut und hat verschiedene Komponisten derzeit angefragt ob sie dieses Fragment weiterführen könnten Und einer namens Albla hat dann tatsächlich schon das Manuskript entgegengenommen und versucht es vorzusetzen, hat aber dann entnervt aufgegeben weil er gemerkt hat dass er's nicht schafft.
00:14:23: Nicht auf dem Niveau dass es hatte.
00:14:26: alle die fertig gestellten Teile dieses Fragments sind natürlich beim späten Mozart auf einem Niveaux wo auch der beste Zeitgenosse sagen musste da komme ich nicht hin!
00:14:37: Das schaff' ich nicht.
00:14:39: Es ist ganz rührend, dass einer der Sätze der sogenannten Sequenz das Lacrimosa auf die Tränen anspielt, die am jüngsten Tag fließen werden.
00:14:53: Das bricht nach acht Takten ab und da sieht man zwei Takte in der Sobranstimme wie Albla das weiterführen wollte.
00:15:05: Faszinierend anzuschauen, das haben wir auch.
00:15:08: Wir haben dieses Original-Manusgrip.
00:15:09: Der hat einfach dazugeschrieben?
00:15:10: Er hat dann versucht die Handschrift Halbwegs zu imitieren und in dieser ähnlichen Handschicht weiter und hat noch zwei Takten aufgegeben.
00:15:19: Und er hat es dann zurückgegeben und gesagt, ich schaff das nicht!
00:15:22: So kam ein weiterer Schülermodus, hat's nämlich Franz gesagt von Süßmeyer... Der mit ihm sehr verbunden war schon deswegen, weil er genau im letzten Jahr bei der Krönungsoper La Clemenza di Tito die für Prag komponiert wurden.
00:15:36: Ist wohl Leopold II zum König von Böhmen gekrönt wurde In aller Eile, weil die Oper nicht rechtzeitig fertig geworden wäre, sonst die Rezitative geschrieben hat.
00:15:46: Mozart hat nur die Arian- und Assambelsätze selber gemacht und Süßmeier hat die Rezzitative geschrieben.
00:15:52: also der war schon eingearbeitet mit Mozart Und zwar auch.
00:15:56: Dabei behauptet er und das sagt auch Constanze, dass es so war.
00:16:01: Wie Mozart ihnen immer wieder die Fragmente, die Fertigen vorgestellt hat vom Requiem und ihm auch gesagt hat er so und so und ungefähr sie hat doch ... Sie sagt doch, er hat so Zettelchen hinterlassen.
00:16:13: Die sind dem Süßmeier dann alle gegeben als aus Kizzenblätter?
00:16:16: So soll es weitergehen!
00:16:18: Also war er schon der richtige Mann und hat das dann auch mit Geschmack gemacht, das muss man sagen.
00:16:23: Sondern wenn dieses Lachrymoser mal reinhören
00:16:26: Ja, wir können uns vielleicht so weit spielen bis zu dem Moment wo es nicht mehr vom Mozart ist.
00:17:25: Hier bricht Mozarts Handschrift ab.
00:17:27: Könntest du erkennen wenn du jetzt weiterhörst das ist nicht mehr Mozart?
00:17:31: Das ist der Schüler!
00:17:32: Nein nein nein.
00:17:33: also Süßmeier hat das sehr schön gemacht.
00:17:37: Hör mal einfach wie er fortgesetzt hat.
00:18:32: Natürlich könnte man sagen, naja es ist jetzt nicht rasend geschmeidig aber es könnte schon so gewesen sein.
00:18:38: Also jeder der sagt das ist nicht von Mozart können wir gar nicht so sicher sein.
00:18:42: Es gab ja die Zettelchen und wer weiß was da drauf gestanden ist?
00:18:46: Das können wir nicht sagen.
00:18:47: Was viel eher interessant ist dass Mozart hier abgebrochen hat aber die nächsten Sätze geschrieben hat und zwar komplett skizziert.
00:18:55: Er hat das nicht linear geschrieben von vorne bis hinten sondern er hat eigentlich einen Grundgerüst mal gebaut Und hat sich gedacht, später fülle ich die Lücken dann selbst?
00:19:04: Ja es war so.
00:19:05: Es ist schon in einem Zug durchkomponiert weil es fehlen definitiv Sanctus und Agnus Dey am Schluss.
00:19:11: Die dann wahrscheinlich wirklich von Süßmeier sind.
00:19:13: das müssen wir jetzt nicht anspielen.
00:19:15: aber da könnte man am ersten sagen, das ist eigentlich ein bisschen schwächer als das was vorher ist.
00:19:19: Er greift aber dann ganz am Schluss und der Schlussfuge greift er auf etwas zurück was am Anfang des Schnicks da ist.
00:19:24: Was also wieder original am Mozart ist In der Mitte ist es schon in einem Zug nahezu durchkomponiert, nur interessanterweise in diesem Lacrimosa.
00:19:34: Dass so eine gewisse Zäsur darstellt in den großen Verdornungen auch bei Verdi zum Beispiel das Lacrimose also ein riesige Finalsstruktur eigentlich dann und da hatte Mozart vor doch einen etwas komplexeren Abschluss zu komponieren und das hat er sich vorbehalten für später sozusagen.
00:19:55: Also dann hat er den Anfang skizziert, er selber hat ja wahrscheinlich gewusst wie es weitergehen soll und dann hat aber lieber das andere skizziert vielleicht auch schon in dem Moment wo er gespielt hat.
00:20:04: ich kann das nicht mehr ganz fertig machen.
00:20:06: also ich zeige jetzt noch den Gang der Handlung wie's dann weitergeht
00:20:10: weil er ja schon relativ krank war so dass überhaupt begonnen hat.
00:20:13: Warum hat er denn diesen Auftrag überhaupt angenommen, wenn wir jetzt noch mal zurückgehen zu diesem ominösen Auftraggeber und dem Booten?
00:20:20: Weil Mozart hatte ja eigentlich genug zu tun.
00:20:22: In diesem Sommer war da gerade dabei Zauberflöte zu schreiben, habe ich gesagt auch La Clemenza di Tito ist kurz vor der Uraufführung gestanden also hatte überhaupt noch Kapazitäten gehabt und
00:20:33: machte
00:20:34: ein kleines Auftragswerk extra.
00:20:35: Nein nein, das glaube ich es war rein aus finanziellen Gründen In der Sache, also wie dieser komische Bote gekommen ist, sich nicht im Klaren war.
00:20:43: Dass es mit ihm zu Ende gehen würde.
00:20:45: Da hat er sich noch relativ stark gefühlt.
00:20:47: Weil die Zauberflöte waren fertig werden, hineingeschoben werden musste die Krönungsoper für Leopold II.
00:20:54: Lackle Mensa di Tito... die dann Süßmeier mit vollendet hat.
00:20:57: Also er hat wahnsinnig viel am Hut gehabt, aber er hat sich gedacht noch gut... also so eine Messe, das schreib ich in meinem Mozart war ein wahnsinniger Schnellarbeiter!
00:21:05: Das haben wir ja auch nicht vergessen.
00:21:08: Am Höhepunkt seines Wiener Rums, siebzehn fünf und achtzig, hat er jede zweite Woche ein neues Klavierkonzert herausgebracht und uraufgeführt.
00:21:17: Oft so, dass die Partitur fertig geworden ist zwei Stunden vor der Aufführung.
00:21:22: Die kommt das Finale dann nicht einmal probieren und so.
00:21:24: Also er war wahnsinnig schnell.
00:21:26: also es wäre an sich eine Kleinigkeit für ihn gewesen wo er mit dem nicht gerechnet hat.
00:21:30: in dem Moment dass das mit Prag so knapp werden würde und wie er dann zurückkam war er relativ schnell krank während er an dem Requiem gearbeitet hat, die letzten Takte der Zauberflöte komponieren.
00:21:45: Die Zauberglötte uraufführen und parallel dazu ist es ihm dann immer schon schlechter gegangen.
00:21:52: Und als er dann gestorben ist das muss ja der Auftraggeber mitbekommen haben dass Mozart gestorban ist?
00:21:57: Ich schätze mal Eine Nachricht, die die Runde gemacht
00:22:01: haben.
00:22:01: Ja sowieso hat er das mitbekommen.
00:22:03: aber es war so dass er nicht wusste wie viel jetzt da ist und es schon klar war die Partitur muss erst hergestellt werden.
00:22:10: Aber er hat dann die Süßmeierpartitur die ja auch relativ schnell dann fertig war Süßmaerarzt abgeschrieben Und eine eigene partitur hergestellt Die in zwei Exemplaren an den Graf Stuppach-Walsäck ausgeliefert worden ist.
00:22:26: Der hat's wiederum selbst abgeschrieben Und dann als sein Werk am Todestag seiner Gräfin Uhr aufführen lassen.
00:22:37: Kann sein, dass es ihm eigentlich egal war ob das jetzt hundert Prozent Mozart ist oder nicht?
00:22:40: Weil er vorgebracht hat seinen eigenen Namen draufzuschreiben!
00:22:43: So ist es ja.
00:22:43: aber er wusste, dass der Großteil von Mozart war und das hat ihm gereicht.
00:22:49: Das Interessante ist ja, dass die fertigen Teile, die Eibler weiterer Mozartassistentamens Freistädtler ergänzt haben, um die nötigen.
00:23:02: Da war nicht mehr viel zu ergänzen schon bei einer frühen Totenmesse für Mozart in der Michaelerkirche erklungen sind.
00:23:11: also das war
00:23:13: wirklich seine eigene Totenmesse.
00:23:15: Das ist ja das Makabre, dass er angeblich gesagt hat, ich komponiere da mein eigenes Requiem und es hat doch gestimmt.
00:23:22: Und es hat auch so stattgefunden.
00:23:24: Das war ein paar Tage nach dem Begräbnis.
00:23:27: Es sind diese Sätze schon in der Michaelerkirche aufgeführt worden.
00:23:31: Da wusste man, das ist was Mozart hinterlassen hat.
00:23:34: So hat man dann ergänzt für das Hochamt natürlich mit anderen Sätzen als anderen Requiem
00:23:39: vertrunnen.".
00:23:40: Weil wir jetzt gesagt haben, das ist nicht hundert Prozent Mozart.
00:23:42: Also das können wir auch genau präzisieren denn ich habe mir die Erhebungen angeschaut wie viel von dieser Partitur jetzt eigentlich wirklich Mozart ist.
00:23:51: und wenn man sich das wirklich takt für takt anschaut also wenn man nur wissen will welche Takte sind vollständig von Mozart komponiert dann sind es einund achtzig insgesamt und es gibt aber achthundert sechzig Takte in dem Gesamtwert
00:24:06: Moment, aber die Einen und Achtzig sind die, wo die vollständige Partitur vor dem Start.
00:24:10: Genau!
00:24:11: Das heißt in weniger als zehn Prozent dieses Stücks ist wirklich die vollständige Partiteur von Mozart.
00:24:17: Wenn man das Großzügiger betrachtet kommt man auf seventy- acht Prozent der Gesamttakte.
00:24:26: haben irgendeine Mozartsubstanzen.
00:24:30: Vielleicht eine Stimme schon vorgesehen, vielleicht nur der Bass.
00:24:32: Vielleicht nur die Vokalstimmen.
00:24:34: Großteil so wie ich vorher gesagt habe, die VOKALSTIMMEN wahrscheinlich komplett ausgesetzt und dort wo sie nicht singen war der melodische Verlauf und durchwegs war der BAS da.
00:24:44: also es war das Stück, das Skelett dieses Stückes Und dort wo die Singstimmen ausgesetzt waren auch die ganze Harmonik war kompletter.
00:24:53: Insgesamt sagt man dass zwei Drittel des Requirms eine wesentliche musikalische Idee von Mozart Heißt immer noch, dass ein Drittel davon und wir haben ja auch am Anfang schon das skizziert.
00:25:03: Also einige Teile sind im Ganzen von Süßmeier geschrieben und nicht von Mozart.
00:25:10: Vor allem das Sanctus und das Agnosté mit Ausnahme der Schlussfuge?
00:25:13: Sollte dann eigentlich wenn man das aufführt überhaupt alleinig Mozart als Kompetent angeführt werden?
00:25:18: oder müsste man da eigentlich einen Co-Autor angeben?
00:25:21: Ja wird doch immer angegeben.
00:25:22: Schon!
00:25:23: Es gibt auch noch weitere Versuche.
00:25:25: in unserer Zeit sind Versuche angestellt worden dass man diese Stück halt vielleicht ganz anders vollenden könnte oder eine Heranziehung von echten Mozartstücken, die da eben wieder zu passen.
00:25:35: Alle schon probiert worden und das wird dann immer angegeben wer die Vollendung unter Anführungszeichen gewagt und gemacht
00:25:41: hat.
00:25:42: Das kann sich eine KI heute auch versuchen?
00:25:45: Das wird sicher auch versucht!
00:25:46: Ich meine es ist längst versucht worden aus den Skizzen die zehnte Symphonie vom Beethoven zu rekonstruieren Und da muss man sagen, das ist natürlich vollkommen absurd.
00:25:55: Da gibt es einfach zu wenig beim Mozart-Requiem.
00:25:58: Gibt es relativ viel.
00:25:59: allerdings die genannten Zettelchen, die Constanze dem Süßmeier übergeben hat – also dieses Gizzenzettel haben wir nicht!
00:26:07: Die sind nicht überliefert wenn sie denn existiert haben.
00:26:10: aber möglicherweise haben Sie existiert.
00:26:12: Also Süßmaier hat zumindest behauptet oder dass er genug gewusst hätte über den Mozarts Willen?
00:26:18: in diesem Requiem um es auszuführen?
00:26:20: Ja, das stimmt auch sicher.
00:26:22: Weil wie gesagt sind Teile sogar am Totenbett gesungen worden.
00:26:26: Wie weit das jetzt stimmt aber die Chance ist hoch dass das schon am Sterbebett, am Krankenbett sagen wir mal so.
00:26:34: Sind Teile davon am Krankenbet gesungen wurden.
00:26:36: Das stimmt sicher.
00:26:37: also die wussten sehr genau Bescheid über den Stand Und Süßmeier war da, der ja quasi mit der Familie sehr eng verbunden war.
00:26:46: War immer dabei.
00:26:49: Wenn einer genau informiert war wie es weitergehen hätte sollen dann war er.
00:26:53: Er hat auch sehr schöne ... demütige Sätze hinterlassen.
00:26:58: Es gibt einen Brief von Süßmeier an den Musikverlag Breitkopf und Härtel aus dem Jahr eighteenhundert, also schon ein paar Jahre danach.
00:27:07: Wenn ich das richtig verstanden habe hat es dann schon so ein paar Schwierigkeiten und Differenzen gegeben.
00:27:12: was ist jetzt die Originalpartitur?
00:27:14: Und wer hat denn jetzt eigentlich etwas geschrieben?
00:27:15: Das war nicht so leicht zu rekonstruieren.
00:27:17: Und Süßmaier hat da relativ transparent offenbar dargelegt, was hat er gemacht und was war schon da?
00:27:24: Und er schreibt dann das der Auftrag zu ihm kam.
00:27:28: Zitat weil man wusste dass ich noch bei Lebzeiten Mozart die schon in Musik gesetzten Stücke öfters mit ihm durchgespielt und gesungen, dass er sich mit mir über die Ausarbeitung dieses Werks sehr oft besprochen und mir den Gang und die Gründe seiner Instrumentierung mitgeteilt hatte.
00:27:43: Ich kann nur wünschen, dass es mir geglückt haben möge.
00:27:47: Wenigstens so gearbeitet zu haben das Kenner noch hin und wieder einige Spuren seiner unvergesslichen Lehren darin finden
00:27:55: können.".
00:27:57: gelungen und ich finde es eigentlich auch sehr schön von ihm, dass er das so gesagt hat.
00:28:01: Das was ich da gemacht habe ist Motsatz nicht wert!
00:28:05: Das wusste er ganz genau.
00:28:06: Also den Unterschied zwischen ihm und seinem Lehrer hat er sehr gut gekannt aber er hat's wirklich gut gemacht.
00:28:13: Das muss man sagen weil wir leben jetzt mit diesem Fragment eigentlich schon seit siebzehn einer neunzig oder seit siebenzehnt zweiundneinzig bis das erste Mal gespielt worden
00:28:22: ist.
00:28:22: also die offizielle Version
00:28:24: Das ist die Version, die sich bis heute auch am besten bewährt hat.
00:28:29: Es funktioniert und es kommt kaum jemand auf die Idee zu sagen wir spielen das jetzt auch, sagen wir ohne die letzten beiden Sätze weil die deutlich da gibt's keine einzige Skizze von Mozart überliefert könnte man ja auch machen passiert aber eigentlich sehr selten weil als Ganzes doch funktioniert.
00:28:46: Es kommt aber auch immer wieder jemand auf die Idee, das selbst zu versuchen.
00:28:51: Diese Vollendung.
00:28:52: Wie gesagt, das ist immer wieder gemacht.
00:28:53: Ich starte noch mal mit den paar Takten, die da sind ... und probier's selber.
00:28:59: Aber du meinst, es hat bis jetzt keiner so überzeugend geschafft wie einst der Herr Sittmeyer?
00:29:04: Eigentlich
00:29:05: nicht!
00:29:05: Und das geht jetzt... Jetzt hab ich sie ja vor mir, weil ich gesagt habe seit zweiundneinzig also seit siebzehn dreiundneintzig nämlich genau am zweiten Jänner, siebzen dreieunneinzig, hat einen von Gottfried Franz Witten organisiertes Benefitskonzert zugunsten der Witwe-Motsatz gegeben im jahrenden Saal in Wien und da ist die komplette Süßmeierfassung bereits gespielt worden.
00:29:27: Das war vor der Uraführung, der angeblich von Graf Stuppach Walseck geschriebenen Totenmesse für die Gräfin.
00:29:36: Es gab ja keine Aufnahmen, keine Radiosendung.
00:29:39: Er
00:29:40: hatte kein Exklusivrecht in diesem Auftragswerk?
00:29:42: Nein, hätte er theoretisch gehabt aber das konnte ihm im Prinzip egal sein.
00:29:48: also er hat das was er wollte er der stück bezahlt bekommen und dann für seine verstorbene frau aufgeführt.
00:29:55: also insofern Ja, alles funktioniert.
00:29:58: Aber tatsächlich ist die Süßmeierfassung komplett vorhergespielt worden.
00:30:02: Übrigens im jahrenschen Saal können wir zumindest beim Fenster unten vorbeigehen.
00:30:07: Das ist ganz in der Nähe jenes Hauses das es nicht mehr gibt weil der Steffel jetzt drinnen ist wo Mozart gestorben ist.
00:30:15: Steffl ist ein Kaufhaus in der Wien-Innenstadt?
00:30:18: Genau und an der Rückfront in der Rauensteingasse stand also dieses Haus.
00:30:26: Weil Mozart aus dem Haus herauskam und sich nach rechts gewendet hat, kam er zum Restaurant des Hoftretörs Jan.
00:30:36: Der hatte im ersten Stock einen Saal in dem z.B.
00:30:40: das letzte Klavierkonzert von Mozart uraufgeführt worden ist – zu diesem Behufe hat man, was man meistens gemacht hat, das Klavier von Mozart Rahnsteingasse rausgetragen, zum Jan hinübergetragen und in den ersten Stock.
00:30:53: Und er hat auf seinem eigenen Flügel musizieren können.
00:30:56: Witzig ist es deswegen weil man unten in dieses jahrenische Etablismat immer noch rein kann.
00:31:03: heißt heute Café Frauenhuber in der Himmelpfadgasse.
00:31:06: Ah!
00:31:07: Ein sehr altes Wintercaféhaus?
00:31:09: Ja genau und da im ersten Stock war dieser Saal wo sehr viele Konzerte stattgefunden haben auch Beethoven.
00:31:15: dort konzertiert Mozart, wie gesagt, einige Urlaufführungen sogar absolviert.
00:31:20: Und dort ist zum ersten Mal im Jänner dreiundneinzig dieses Räquem in der heute bekannten Fassung erklungen.
00:31:28: Aber was macht denn eigentlich dieses Rägwirm jetzt so besonders abseits dieser Entstehungsgeschichte die halt irgendwie mysteriös und spannend ist?
00:31:37: Ist das auch musikalisch in irgendeiner Form herausragend?
00:31:41: Ja wir haben schon zwei Fragmente gehört Wo man, glaube ich sofort wenn das beginnt zu erklingen nimmt einen eine Stimmung gefangen die Räquem gerechter nicht sein könnte.
00:31:55: Es ist tatsächlich so dass Mozart hier wie immer in seinem Spätwerk die einfachste mögliche Lösung gefunden hat um sofort klarzumachen worum es hier geht.
00:32:07: Das windet ein großen Opern Und inwendig das Ganze aber angereichert hat mit einem unglaublichen Einfallsreichtum, einen unglaublichen Reichtum an Aussage und Ausdruck.
00:32:22: Diese Kombination ist einzigartig und deswegen muss man ja sagen also Fragment oder nicht.
00:32:26: Aber das was da ist, ist das Requiem schlechthin!
00:32:30: Es gibt kein besseres Requiem als das... Obwohl uns immerhin Verdi haben wir schon erwähnt und einige andere Komponisten haben tolle Requiem-Vertornungen komponiert, aber das ist nie in seiner Innigkeit.
00:32:44: Und bewegenden Aussagekraft ist nie erreicht worden – und wenn wir schon waren bei den Opern!
00:32:50: Das ist auch in der Dramatik einzigartig.
00:32:53: Also wenn man jetzt nimmt die Beschwerung des jüngsten Gerichts….
00:32:57: …das kann man machen wie Verdi mit unglaublichem Aufwand, theatralischem Aufwand.
00:34:39: Also da hört man schon mit einem theatralischen Aufwand.
00:34:42: am jüngsten Tag geht es nicht lustig zu das ist ganz klar.
00:34:46: dasselbe höre ich aber mit der selben Intensität und viel weniger äußerlichen Aufwand schon bei Mozart.
00:36:27: Mit ist eigentlich alles gesagt.
00:36:29: Aber weil du fragst.
00:36:31: also ein besonderes Beispiel Das mich immer besonders berührt Konfutatis maledictis, Flamme ist akribus addictis.
00:36:42: Das heißt zu dem Zeitpunkt wo die Verdammten also die das nicht gut gemacht haben sozusagen den Fegefeuer, den Flammen überantwortet werden dann bitte holen mich Vokamecum Benediktis, hol'n mich zu denen die erlöst werden.
00:36:58: und das ist in einer genauso dramatischen Art und Weise in Musik gesetzt, da hört man die Flammen züngeln wirklich.
00:37:06: Und dann kommen diese bittenden Stimmen ganz scheu und sagen mich hol bitte rauf!
00:38:33: Ich halte das schlechterdings für unüberträflich dieser Darstellung.
00:38:38: wie immer wie gesagt beim späten Mozart es ist ganz einfach Es ist nur keinem so eingefallen Diese zünglichen Flammen, diese wilde dieses absolut unausweichliche und dann diese Bitte um Erlösung.
00:38:53: Ich kann mir schon vorstellen warum das auch in einem Konzertzahl funktioniert und völlig außerhalb von jeglichem kirchlichen Kontext?
00:39:00: Absolut ja natürlich!
00:39:01: Was ich spannend finde ist dass wir hier zwei Versionen also mit Verdi und Mozart zwei Versionen derselben Geschichte haben desselbe Handlung gewissermaßen.
00:39:11: gibt es denn sonst in der Musikgeschichte Zwei Komponisten den exakt gleichen Stoff vertonen.
00:39:19: Ja, in dem Fall bei den Messvertonungen und die Totenmesse ist ja auch eine Messe also ist der Text immer gleich?
00:39:27: Das war schon lang vormotzert und auch lang nach Verdi.
00:39:31: das ist nur durch das zweite Vatikanum ist das lateinische Großteils abgeschafft worden.
00:39:39: Aber noch vor Generationen meiner Eltern, die kannten den lateinischen Messtext natürlich auswendig.
00:39:45: Weil das Pax wo bis kommt, et cum spiritu tuo.
00:39:49: Das kann ich mich auch noch erinnern ja?
00:39:50: Also Friede sei mit euch und mit deinem Geiste!
00:39:54: Das war immer Latein und musste dann plötzlich in der Landessprache oder durfte – je nachdem von welcher Warte man es betrachtet, dürfte da nicht mehr in der Landessprache sein.
00:40:02: Und in dem Moment waren diese Texte wie Kyrie Eleison oder Gloria in Excelsis Deo nicht mehr allgemein vertraut.
00:40:10: Aber bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wusste, dass jeder Credor in Unumdea mich glaube an einen Gott.
00:40:18: Und Mozart entsprechend wusste das damals auch gesagt?
00:40:21: Ja aber die
00:40:21: konnten das auswendig selbstverständlich logischerweise... Auch Schubert zum Beispiel für den in den Schupertmessen fehlt immer der Verweis auf unam Sanctum, Katolikam, Egläse haben.
00:40:33: also ich glaube Und die heilige katholische Kirche, wie es im katholischen Glammsbekenntnis heißt.
00:40:40: Die protestanten beten das natürlich nicht so und beim Schubert fehlt das.
00:40:44: jetzt haben.
00:40:45: viele haben gesagt er hat sich nicht gut erinnern können was ich völlig verblödet hatte.
00:40:52: natürlich konnte ja dass auswendig aber es gab es gab kirchen wo das nicht mitgebetet worden ist.
00:40:59: Man hat dann hinein zu Geheimnissen versucht, warum er das ausgelassen hat.
00:41:03: Wahrscheinlich hat das gar nicht ausgelassend, sondern es wurde halt in seiner Kirche wahrscheinlich nie mitgebetet.
00:41:10: Aber es kannte definitiv jeder!
00:41:12: Und das waren eben das Ordinarium-Missee, dass das was immer gebetet wurde und alle kannten.
00:41:19: Das natürlich wenn es vertont worden ist, ist es immer gleich.
00:41:22: Ob ich eine Mozartmesse habe oder eine Messe von Haydn die misa solemnis vom Beethoven oder eine spätere Messe Die sind immer auf diesen Text.
00:41:31: Und so ist es auch mit dem Requem
00:41:33: von Mozart, Schlesch und
00:41:34: Süßmeyer?
00:41:36: Ja genau!
00:41:37: Selbst wenn Benjamin Britten später nach den Angriffen der Deutschen auf die Kathedrale von Coventry zerstört wurde, dann sein War-Requem komponiert hat – ist dieser katholische Messtext drinnen, aber natürlich ergänzt durch moderne Lyrik die Bezug nimmt auf die Zeitgeschichte.
00:42:00: Aber dieser Fels des Ordinarium-Misse bis heute ist das immer noch ein Thema auch für Komponisten, die halbwegs religiös dicken, die vertonen doch immer den selben Text.
00:42:13: logisch weil der hat sich ja nicht geändert.
00:42:14: Und dass die Kirche auch weiterhin einen guten Auftrag über?
00:42:18: Das weiß ich nicht, manchen ist es auch ein Bedürftes!
00:42:21: Zum Schluss vielleicht, wir haben angespielt wie dieses Lacrimosa beginnt.
00:42:27: Das Teil der Tränen wenn man so will und das gehört nach acht Akten auf und wir haben dann gesagt also gut so schlecht hat der Süßmeier das nicht fortgesetzt.
00:42:37: Wir wissen nicht genau wie viel Mozart da drinnen steckt aber ich glaube dass Süssmeyer den Schluss dieses Lacrimosas dieses Satzes für den Mozart sich offensichtlich einen Freiraum gehalten hat, weil er das später sehr genau ausarbeiten wollte.
00:42:53: Dazu ist er nicht mehr gekommen!
00:42:55: Also hören wir mal wie Süßmeier diesen Freiraumen ausgefüllt hat die letzten Takte des Lacrimosa.
00:43:02: ich finde wie gesagt er hat es mit Geschmack erledigt möglicherweise und das kann man jetzt sagen aber es kann auch keiner das Gegenteil beweisen mit einer Skizze von Mozart die er doch in der Hand hatte.
00:44:51: Also das hat schon durchaus Größe, was Süßmeier da geschrieben hat.
00:44:55: Möglicherweise hätte Mozart hier ein ... Das Armen größer auskomponiert vielleicht als Vogel?
00:45:01: Wir wissen es nicht!
00:45:03: Aber wir haben eine durchaus spielbare und durchaus bewegende Lösung durch den Süß meier
00:45:09: da Und auch unsere heutige Folge ist damit am Ende angekommen.
00:45:12: Vielen Dank fürs dabei sein, fürs Zuhören!
00:45:15: Wenn es Ihnen gefallen hat, dann freuen wir uns wie immer über fünf Sterne in der App, in der Sie uns gerade hören und wenn sie uns gerne etwas mitteilen möchten, freuen wir also auch über Mails an podcastatdepresse.com.
00:45:27: Danke für's zuhören!
00:45:43: Ciao!
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