War Pavarotti wirklich so ein guter Sänger?
Shownotes
Dick, bärtig, immer lächelnd, Taschentuch in der Hand. So kennt man Luciano Pavarotti, den großen italienischen Tenor – wobei er, wie Wilhelm Sinkovicz betont, eigentlich ein amerikanisches Phänomen war. Pavarotti war mehr als ein Opernstar. Er war ein Entertainer, der Stadien füllte, solo und als Teil der Drei Tenöre. Er eroberte mit Arien die Pop-Charts. Für Katrin Nussmayr ist klar: Pavarotti, das ist DER prototypische Operntenor. Und doch will sie von ihrem Podcast-Partner wissen: War er denn wirklich so gut? Und ist es nicht seltsam, dass er umso berühmter wurde, je mehr er die Opernbühne hinter sich ließ?
Also stürzt sich das Taktlos-Duo ins Leben und Wirken dieses Bäckersohns aus Modena und zeichnet nach, wie er schon in jungen Jahren unermüdlich an seiner Technik arbeitete, in kurzer Zeit zum gefragten Tenor aufstieg und dabei selbst sehr gut wusste, wie einzigartig seine Stimme war. „Sie war einfach von unglaublicher Schönheit“, bestätigt auch Sinkovicz und erinnert sich an die wenigen Wien-Auftritte, die der Star in seiner Glanzzeit absolviert hat. Daneben geht es auch um die Schwächen des großen Pavarotti – und um die Frage, warum sich ausgerechnet „Nessun Dorma“ durch sein ganzes Leben zieht: Die Arie aus Puccinis Oper „Turandot“ sang er auf und ab, die ganze Rolle dazu spielte er nur einmal …
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:04: Klassik für Taktlose.
00:00:10: Mit Kathrin Nussmaier und Wilhelm Sinkowitsch.
00:00:20: Wir reden heute über einen Opernstar, ja ein Opernsymbol das umso berühmter wurde je weniger Oper im klassischen Sinn gesungen hat.
00:00:30: Das stimmt!
00:00:31: Wir reden von Luciano Pavarotti der große italienische Tenor Und kann man sagen Willi dass er eigentlich seinen Ruhm begründet hat auf Opernrollen.
00:00:41: aber Das, was ihn dann wirklich zum Star, zum Weltstar gemacht hat waren Stadionkonzerte.
00:00:47: Du hättest mit Popstars Fernsehshows und natürlich die Dreitenöre.
00:00:51: Ja genau!
00:00:52: Die Dreitenöhre, die ohne Pavarotti vollkommen unmöglich gewesen wären das hätte es nicht gegeben.
00:01:00: Die Dreiterneuere haben sich auf etwas drauf gesetzt, was Pavaroti erfunden hatte woraus man schon eines lernen kann Luciano Pavarotti war kein italienisches Phänomen.
00:01:12: Er war ein amerikanisches Phenomen, wenn er auch ein waschechter Italiener gewesen ist!
00:01:17: Gut, ohne ihn wären die Tenöre halt auch nur zwei Tenörer gewesen.
00:01:20: Ja genau!
00:01:21: Aber sehr bezeichnend finde ich für seine Karriere und seine Wirkung wenn man sich kurz anschaut wie die britischen Singlecharts im Juni-Ninzehntundneunzig.
00:01:31: Das war gerade so das Jahr in dem die drei Tenören durchgestartet sind.
00:01:36: Wie diese britische Singlechart da aufgebaut waren?
00:01:39: Auf Platz eins hatten wir Elton John Auf Platz zwei Luciano Pavarotti mit Nessun Dorma und auf Platz drei Rockset in Must Have Been Love.
00:01:48: Aber da hat sich einfach ein Open-Star in die normalerweise von popdominierten Charts hineingeschlichen, als wäre es das selbstverständlichste.
00:01:56: Ja ja, das ist wirklich ... Und das war das Phänomen!
00:01:59: Er war absolut ein Phänomene, er war ein Naturereignis, ein Opensänger der zu einem, ja... Ein amerikanisches Magaziner der Amerikasche mehr Wein war.
00:02:10: halt ein Entertainer Da stimmt natürlich.
00:02:12: Und die haben ganz andere Zahlen, erreichen ganz andere Zugriffszahlen als jeder Opernsänger.
00:02:17: und wer es da berühmt hat, dass der selbst Maria Kallers nie solche Aufmerksamkeit bekommen, außer vielleicht in den Klatschpalten.
00:02:26: Da hat sie mir hergegeben als Pavarotti.
00:02:29: aber künstlerisch das ist einzigartig!
00:02:33: Und war das gerechtfertigt?
00:02:34: Also wenn man sich jetzt anhört wie Pavarotti gesungen hat, war er wirklich so ein herausragender Tenor.
00:02:41: Naja, ich kann jetzt zum Beispiel ein Beispiel bringen aus dem Maskenball von Verdi und Ballo in Masker.
00:02:49: Eine Stelle wo man sagen kann... Also, bei der Oper gibt es ja so Phänomene wie das Hohe C am Ende des sogenannten Streter des Manrico im Troubadour.
00:03:00: Das ist etwas was Pavarotti im Übrigen auch sehr gut konnte.
00:03:04: aber es gibt so Stellen wo Kenner sagen also um das noch einmal hören zu können würde ich überall hinreisen.
00:03:12: dazu gehört ein Moment nach der letzten Aree des tenoralen Helden in Verdes Maskenball unmittelbar vor der Überleitung zu jenem Maskenball, wo er nämlich dann ermordet werden soll.
00:03:29: König Gustav von Schweden musste dann aus Zensurgründen abgeändert werden und da war plötzlich nur mehr ein Gouverneur in Boston.
00:03:38: Heute wird die Originalfassung gespielt.
00:03:40: also mittlerweile stirbt König Gustav auf der Bühne.
00:03:42: das waren so werde ich sagen gar nicht möglich.
00:03:45: also wie auch immer!
00:03:46: Er spreut sich auf das Wiedersehen mit geliebten und gibt dem in einer Phrase Ausdruck, wo man sagen muss wenn man das erlebt hat die kriegt schon Gänsehaut wenn ich davon erzähle.
00:03:59: Das war wirklich so.
00:04:00: der Pavarotti hat diese Nachricht erhalten wanderte an die Rampe und hat die folgende Phras herausgeschleidert ins Auditorium da leitet das Orchester jetzt über und es verwandelt sich die Szene.
00:04:47: wir sind im Ballseil.
00:04:49: Nur im Normalfall nach dieser Phrase ist das Auditorium in Tausenden Applaus ausgebrochen.
00:04:56: Dieser längere Ton, den wir da gehört haben – das ist das Hohe C?
00:04:59: Nein es ist kein Hohe S C aber es ist ein sehr hoher Ton und die ganze Phraser.
00:05:03: ich glaube man hört in der Aufnahme welche Strahlkraft diese Stimme entfaltet hat Und wenn der an der Rampel stand und das gesungen hat, war das ganze Haus voll mit diesem Goldton dieser Stimme.
00:05:18: Mehr hat man nicht gebraucht!
00:05:19: Es war für die Situation dass er Jubel in der Stimme ist genau das was es in dem Moment braucht und kein anderer Tenor hat das je so gesungen.
00:05:30: also zumindest nicht im einen Bein sein.
00:05:32: Das war schon etwas wo man gesagt hatte vorher auch noch Arien zu singen und ein wunderbares Duett und Servo und die ganze Aufführung War einem wurscht, man wollte diese Phrase in dieser Intensität hören.
00:05:43: Das war absolut singulär und was wir da hören kann ist die Schönheit dieser Stimme und auch die Kraft, obwohl er nicht so ein Heldentenor war.
00:05:54: In dem Sinn das war ja gar nicht.
00:05:56: Er war ein lyrischer Tenor.
00:05:58: Was ist der Unterschied?
00:05:59: Der Unterschied ist dass er Heldetenor ist, der muss auch Wagner singen können und muss ärgsten.
00:06:04: Kraft an Forderungen an eine Stimme müssen da bewältigt werden.
00:06:09: Das ist in dem Fall ja gar nicht der Fall, aber hier geht es um den Aplom mit dem man eine Phrase unterstützen kann und tragfähig zum Publikum bringen kann.
00:06:20: Und da hat er im lyrischen Singen eine unglaubliche Kraft entwickelt!
00:06:26: Das war seine größte Stärke die Schönheit der Stimme und die Möglichkeit das wirklich zu servieren, sagen wir es wie's is'.
00:06:35: Und davon haben natürlich auch die Solo-Konzerte gelebt.
00:06:38: Der Viren heißt auch sehr bewusst, das hinaus tragen und zu zeigen!
00:06:43: Das kann ich.
00:06:44: Schaut's her, hört es her!
00:06:46: Natürlich
00:06:46: das ist ja ganz klar und darauf warten die Leute auch gerade in der italienischen Oper
00:06:52: nicht?
00:06:52: Also bei Wagner beim Passefall kommt sowas nicht vor, das stimmt schon nicht.
00:06:57: aber in der Italienischen Opera.
00:06:59: also wenn man die um diese Momente beschneidet oder wenn jetzt ein Dirigent kommt und sagt er soll das jetzt nicht so betonen sondern zur hinten stehen bleiben und das in Ruhe singen Das bedrückt uns ja um einen der wesentlichen Faktoren.
00:07:13: Also dieser Glimmerfakter und dieser Entertainment-Faktor in der italienischen Oper war ja immer dabei, muss letztlich auch immer dabei sein wenn es nicht anemisch sein soll.
00:07:25: Und natürlich kam man immer um schöne Stimmen zu hören!
00:07:30: auch solche die Emotion transportieren können, das konnte er natürlich auch und solche, die uns Geschichten erzählen.
00:07:37: Das können auch weniger schöne Stimmen, auch weniger durchschlagskräftige Stimmen.
00:07:41: Das gehört schon alles dazu.
00:07:43: aber er konnte das und hat eben noch diese Schlagobers-Häubchen dazuliefern können als man gesagt hat also für die Stimme stelle ich mich jetzt wieder fünf Stunden an um auf dem Stehplatz dabei sein zu können
00:07:56: Wobei Emotionen transportieren und spielen, war das denn überhaupt seine Stärke?
00:08:01: Ich frag deshalb.
00:08:02: Weil ich habe einen spannenden Artikel im Guardian gefunden der rausgekommen ist nachdem er gestorben ist wo Wegbegleiter Kollegen auch viele Kritiker aus aller Welt gefragt wurden was sie mit Pavarotti verbinden und was in Erinnerung bleibt.
00:08:17: Und da haben schon sehr viele angemerkt Naja Schauspiel war nicht so seins und Sie beschreiben ihn als eher steif und wenig überzeugend auf der Bühne Offenbar, er wusste sozusagen mehr wie man stimmlich was überträgt.
00:08:29: Aber bewegen konnte er sich nicht so toll?
00:08:33: Er konnte sich nicht toll bewegen vor allem in den letzten Jahren weil einfach wirklich viel zu dick war.
00:08:37: das war keine Frage.
00:08:39: ich meine sie musste dann am Schluss bei seinen letzten Aufführungen Das waren ja schon Tragödie, denn da mussten mit Chor und Statisten gewisse Bewegungen vollführt werden damit das Duell in André Genier nicht ausgetragen werden muss es eigentlich sein sollte Weil er konnte schon nicht mehr, wenn er sich in jeder Fallen lese auf der Bühne, konnte er nicht mehr aufstehen.
00:09:00: Also das war natürlich fürs Schauspielerische, war das Katastrophal!
00:09:04: Aber da reden wir jetzt von den letzten Jahren wo er ja längst ein Stadionssänger war, der halt zwischendurch auch noch mal auf die Bühnen gegangen ist...
00:09:11: Aber er hat doch davor schon das Bild geprägt, diesen Archetypus vom dicken, fertigen Italienischen würde man sagen?
00:09:19: Immer lächelnden Taschentuch-Wädelntenor
00:09:23: Stimmt, er hat dieses Bild geprägt.
00:09:26: Er hat das auch gelebt.
00:09:27: Das Taschentuch auf der Konzertbühne, das weiß ich, das hat einfach irgendwie dazugehört und es war egal weil man wollte diese Stimme hören bei den Konzerten umso mehr Auf der Opern-Bühne was natürlich noch einmal ganz etwas anderes.
00:09:40: aber Ich meine er hat diese Partien in seiner Glanzzeit Die echte Glanz Zeit haben wir in Wien ja so gut wie nicht erlebt Weil das waren die siebziger Jahre und da ist eigentlich in Amerika groß geworden.
00:09:53: Mit seiner ganz großen Zeit hat Luciano Pavarotti in Wien genau drei Aufführungen gesungen.
00:09:58: Drei Mal den Troubadour und der Herbert von Karajan im Mai, da war er in all dem Dreien drin.
00:10:06: Am Stehplatz?
00:10:07: Natürlich!
00:10:09: Und dann war er sieben Jahre wieder nicht da.
00:10:10: Der Musli-Lorin Marcel, Operndirektor werden.
00:10:13: Der war derjenige, der ihn nach Wien geholt hat – obwohl er relativ bald weg war.
00:10:19: Pavarotti ist geblieben und hat dann eigentlich einen relativ großen Teil seines Röbertwas in Wien auch.
00:10:27: Aber schon spannend, dass sich Wien immer als Welthauptstadt der Musik begriffen hat und dann so einen großen Weltstag eigentlich nicht wirklich gemacht hat.
00:10:34: Und auch nicht wirklich viel erlebt hat.
00:10:36: Also gemacht hat den Wien auf keinen Fall!
00:10:38: Er hat in Wien ein paar Aufführungen gesungen von den Sechziger Jahren.
00:10:43: Immer wirklich ganz wenige... ...und wenn man jetzt die berühmten Teneure anschaut also ich schätze er hat ungefähr ein Fünftel gesungen an Opernabenden, was Plansido Domingo zum Beispiel gesungen hat.
00:10:55: Der natürlich der Spitzenleiter
00:10:56: ist.".
00:10:57: Also nochmal kurz zurück zu kommen, Schauspiel war nicht so seins aber eben Gesang und das wusste er sehr gut oder?
00:11:02: Es ist nicht gerade überliefert dass er Bescheiden gewesen wäre.
00:11:06: ihm wird das Zitat nachgesagt als er selber von sich behauptet hätte Gott hat seine Stimmbänder geküsst Und es gibt einen sehr schönen Dialog der überlieferd ist weiß nicht, wie viel davon Legende ist und wie viele davon wirklich stattgefunden hat.
00:11:22: Aber offenbar hat Placido Domingo sein... drei, zehn Jahre Kollege der ja auch dirigiert hat.
00:11:29: Dann irgendwann ist eben gesagt es ist wunderbar so eine Doppelkarriere zu haben.
00:11:32: warum probierst du's nicht auch Luciano?
00:11:35: Und Luciano Pavarotti soll dann gesagt haben was mit meiner Stimme!
00:11:40: Wie könnte ich irgendwas anderes tun als singen?
00:11:44: Ja kann ich mir schon vorstellen dass das so stattgefunden hat... Ich meine hatte eine begnatete Stimme.
00:11:50: Das ist gar keine frei.
00:11:52: Domingo war ganz, ganz anders geärtet.
00:11:55: Der war wirklich ein Sing-Schauspieler und hat die Rollen ganz anders, also filmreif oft wirklich dargestellt.
00:12:03: Da drittete Noah – wenn man bei der Nomenklatur bleiben will.
00:12:06: José Carreras hatte auch eine wunderschöne Stimme, hatte aber nie die Strahlkraft von Pavarotti.
00:12:16: Sehr, sehr gute Technik des Luciano Pavarotti, die in über Jahre Jahre sicher singen hat lassen.
00:12:23: Kann man dann vielleicht noch was dazu sagen?
00:12:25: Und hat auch nicht so toll gespielt wie Domingo aber war so in der Mitte halt der, den man auch geliebt hat weil er als lyrischer Tenor immer entzückend ausgeschaut hat und natürlich sehr schön und gefühlvoll gesungen hat, aber von der Strahlkraft her war Pavarotti natürlich einzigartig und da muss man dazu sagen die Stimmbänder geküsst.
00:12:46: ja das war so.
00:12:47: Das war die Stimme wie wir ja gehört haben in diesem Fragment.
00:12:51: ich war einfach von unglaublicher Schönheit und es muss von Anfang an so gewesen sein.
00:12:56: entdeckt hat man ihn ja als Sohn eines Mannes mit einer sehr guten Stimme.
00:13:02: Der Vater war Bäcker Bäckermeister in Modena.
00:13:06: Die Mutter arbeitet ja in einer Zigarettenfabrik, was man sonst eigentlich nur aus Kamen kennt.
00:13:11: Ja genau!
00:13:12: Aber die haben immer gesungen und da gab es so einen Rossini-Core wo alle Handwerker und Beamte von Modena, die musikalisch waren, dann zusammengefasst und die haben oft so Abende... gemacht, wo dann bis spät oder bis ins Morgengrauen gesungen wurde.
00:13:31: und eines Tages hat der Vater von Barbarotti da Nessun Dorma gesungen.
00:13:36: Die große Ari des Kailaf aus Turandot von Puccini.
00:13:39: Das ist
00:13:40: ja die Paraderolle von
00:13:41: Barabarotti.
00:13:42: Das war die Parade-Arie muss man sagen Rolle.
00:13:45: Da kommen wir vielleicht noch darauf zurück Vielleicht nicht unbedingt.
00:13:48: Der hat dann gesagt der Burkan des Ahr.
00:13:51: Und da hat das zum ersten Mal als wirklich, als Bub, als Teenager im Verband dieses geselligen Zusammenseins hat der Nessun doch mal gesungen.
00:14:00: Das war sicher noch unfertiger Wolle und ich habe gesagt er hatte eine wahnsinnige Stimme.
00:14:05: dabei ist es geblieben aber nicht nur dabei Es waren die Stimme Aber es war ein wahnsinniger Ehrgeiz.
00:14:11: Er hat dann auch bei Wettbewerben teilgenommen.
00:14:14: Er hat sich wahnsinnig geärgert, dass er nur den zweiten Preis gemacht hat bei einem Wettberg bis zu einer tiefen Singkrise gefallen aus der in seinem nachmaliger Lead-Begleiter Leone Maggiara, der da Ehemann von Mirella Freni, eine ganz großen Opernsängerin gewesen ist – auch als Modena übrigens.
00:14:32: Die beiden hatten noch dazu dieselbe Arme.
00:14:34: also irgendwie muss das an der Milch gelegen sein!
00:14:37: Leone Maggiana hat ihn da herausgeholt, er hat sich denselben Wettbewerb dann noch einmal gemacht und hat strahlend gewonnen.
00:14:46: Und zwischendrin hat er an seiner Technik gearbeitet.
00:14:49: Er ist zum Beispiel zu dem großen Tenor der Zwischenkriegszeit.
00:14:53: auch noch während des Zweiten Weltkrieges Benamino Gili den er hören konnte, ist er hingegangen und hat ihm sogar zugehört wie der noch im höheren Alter seine Vokalisen geübt hat.
00:15:06: Also seine Tonleitern ganz bespezielle Übungen.
00:15:09: Und er hat ihn gefragt in Maestro Wie lange haben sie eigentlich studiert?
00:15:15: Und der gesagt bis vor fünf Minuten mein Lieber!
00:15:18: Da hast du mich unterbrochen.
00:15:19: Ja, so ungefähr!
00:15:20: Genau das und... Das hat er sich als Beispiel genommen.
00:15:24: Er hat sich auch von Jillie die Vokalisen zeigen lassen und warum welche Tonleiter folgern wie lange man einen Ton halten muss.
00:15:30: Das hat ihn beschäftigt und wie man die Vocale färbt um nicht Gefahr zu laufen oder zu singen sondern die Stimme immer vorne zu haben.
00:15:39: Das ist ja ein großer Fehler der großen Ausdrucksänger Und einen hat er auch natürlich gehört in Italiener, Siziliana Giuseppe di Stefano.
00:15:47: Eine der Traumstimmen absolut die relativ bald kaputt waren weil er immer auf die Stimme drauf gedrückt hat und rücksichtslos auch hinten gesungen hatte also quasi in der Kehle die Stimmer hatte was sehr ausdrucksvoll klingen kann aber nicht langweilig.
00:16:04: stimmen dann hin wird.
00:16:06: Pavarotti hat gewusst, es kommt immer darauf an wie man einen Vokalferb
00:16:09: z.B.,
00:16:10: wo er jetzt A-singt oder A-o draus macht um sicher die Stimme wieder im Fachjargon als in die Maske zu bringen also nach vorne zu den Zähnen sozusagen.
00:16:22: und er hat an diesen Sachen akribisch und fieberhaft gearbeitet auch zwischen dem Wettbewerben und später noch.
00:16:30: er hat dann seiner Technik gearbeitet.
00:16:35: Preis Geld war sozusagen eine Aufführung von Laboem, wo er den Rodolfo singen durfte und von da an wurde er weitergereicht und weitergerecht und ist dann zwischendurch zum Beispiel einmal für Giuseppe di Stefano.
00:16:50: Ich glaube das war ein Covent Garden.
00:16:52: Da hat man ihn zur Sicherheit schon als Standby engagiert und tatsächlich hat der einmal abgesagt und Pavarotti kam.
00:17:00: Und er hat sich schon verbreitet wie ein Lauffeuer, da ist eine neue Stimme.
00:17:04: auf den muss man aufpassen so dass ich vorgearbeitet langsam aber sicher.
00:17:09: In den sechziger Jahren hat er dann auf diese Art relativ schnell die Oppernwelt erobert.
00:17:14: also er war ja dann wenn man sich die Schritte anschaut innerhalb weniger Jahre an den großen Oppernhäusern der Welt.
00:17:22: Er war auch in Wien, wie gesagt aber immer nur so einzelne Punkte und ein paar Aufführungen.
00:17:27: Und dann wieder lange nicht.
00:17:30: Und da gibt es die Episode das Joan Sutherland und ihr Mann der Dirigent... Also eine australische Sopranistin und ihr Mander-Dirigent Richard Bonning Pavarotti unter ihre Fittiche genommen haben und ihn eingepackt haben auf Tournee.
00:17:44: War das ein Karriere?
00:17:46: Starter, ein Kickstarter?
00:17:47: Ja absolut.
00:17:48: Es war unglaublich wichtig und auch da wieder die Gesangstechnik ist es sehr interessant.
00:17:52: Die Sutherland war eine der perfektest singenden Operndiefen, die es überhaupt je gegeben hat.
00:18:00: Also die hat übrigens Richard Bonning daran nicht unbeteiligt, der auch sehr viel von Stimmen verstanden hat Und die beiden haben agribisch an jeder Phrase gearbeitet.
00:18:08: Das haben sie den Pavarotti ein bisschen vererbt.
00:18:11: Und die SutherLand hat den Pavarrotti zu einem Repertoire gebracht, das er vorher nie angeschaut hätte, dass das sogenannte Belcanto-Repertoire.
00:18:19: Und plötzlich hat er Donizetti und vor allem Bellini gesungen was damals erst langsam aus der Versenkung herausgekommen ist.
00:18:26: Da war die große Kallers, die als erste wieder Bellini-Opern aufgeführt hat, obwohl sie gesagt haben, Pum, der Komponist, das ist ja ganz toll!
00:18:33: Die Sutherland war so quasi ihre Nachfolgerin, hat nie diese breiten Wirkung einer Kaller gehabt.
00:18:39: aber perfekte Gesangstechnik und die hatte ihn ein bisschen teilhaben lassen mit John Sutherland, haben den Luciano Pavarotti auch nach Amerika gebracht und in der ganzen Welt bekannt gemacht.
00:18:53: Nach einer Aufführungsserie der Regimentsdochter von Donizetti ist eine Studieaufnahme gemacht worden dieser OPA Und dann sind sie durch Amerika und überhaupt die ganze Welt mit dieser Regiments-Dochter auf Tournee gegangen.
00:19:08: Pavarotti, die berühmte Sutherland ausgestochen in der Publikumskunst.
00:19:12: Warum?
00:19:13: Weil da gibt es eine ganz berühmmte Aree wo insgesamt neun Hohe Cs drinnen sind und die hat der Pavarotte so perfekt und so strahlend bewältigt dass das Publikum regelmäßig ausgerastet ist und mehr applaudiert hat als bei den Szenen der Sutherländ.
00:19:30: Und ein ganz wichtiger Gesangskritiker John Steane hat geschrieben Diese Aufnahme, die da gemacht worden ist, ist überhaupt eine der besten Tenoraufnahmen, die es gibt.
00:21:25: Glaubst du was jetzt losgeht?
00:21:27: Nach dem letzten C steht wirklich minutenlang die Vorstellung still, wenn das Publikum so ausrastet!
00:21:34: Ist das HOEC der höchste Ton, der einem Tenor abverlangt wird?
00:21:38: Nein, nein, nein... Das war im ganz Interessant, dass in der Regel ... Es gibt sehr berühmte Tenore, die das C meiden.
00:21:48: Wo sie nur können und nur in Ausnahmefällen wo es gar nicht anders geht.
00:21:52: versuchen Sie's.
00:21:54: Wir haben schon Namen genannt heute.
00:21:57: Er hatte nie Angst vor diesem H&C.
00:21:59: Es gibt ein breites Repertoire, wo man das C gar nicht braucht.
00:22:04: Also da kommt man mit dem Haar aus Aber im Belcanto-Repertoir Geht's bis zum Cis, bis zum D und da umstehen ein bisschen auf zum F wie die Königin der Nacht.
00:22:18: Das ist
00:22:19: ja dann eine Sopran-Rolle.
00:22:19: Das sind seine Octavtifa aber trotzdem.
00:22:22: Wobei das ist schon sehr selten und das sind Sachen die Pavarotti in jungen Jahren eben zum Teil an der Seite von Sutherland gewagt hat vor allem im Studio, gewisse Sachen hat er auf der Bühne nie gesungen wobei da schon der Fachstreit ausgebrochen ist, weil er was wir jetzt gehört haben das hohe C aus der Brust gesungen also nicht mit der Kopfstimme.
00:22:49: Das ist schon etwas was zum Beispiel Rossini noch absolut verabscheitert Weil die Tenere zu seiner Zeit haben so eine Mischstimme beherrscht, dass sie immer mehr Kopf und Brust verschmolzen haben.
00:23:02: Und als er das erste Mal ... Rosini das erste mal gehört hat, ein Dodipetto wie der Italiener, also aus der Brust gesungenen C, hat er gesagt, es klingt wie ein Kappau, an dem man gerade abstiehlt.
00:23:15: Er fand das gar nicht
00:23:16: gut.
00:23:16: Schmerzensschrei!
00:23:16: Hundertfünfzig
00:23:18: Jahre später war die Ästhetik eine ganz andere.
00:23:22: Wir hatten den Belcanto lang hinter uns gelassen, es ist mehr wahrhaftiger geworden, ausdruckstärker, naturalistischer.
00:23:30: auch die Musikgeschichte und dann kamen die Zeit des Verismo also nach Verdi hat schon viel beigetragen um den Belkantostil durch mehr Wahrhaftigkeit der Aussage so auszuhebeln.
00:23:43: und dann kommen noch die Veristen Wo zum Teil Puccini dazugehört, wo ein ganz anderes Singen verlangt worden ist.
00:23:50: Dass er dann auch nicht mehr so hoch hinauf gegangen ist.
00:23:52: Also ein C ist dann schon eher die Ausnahme.
00:23:54: also in La Bohème
00:23:55: z.B.,
00:23:56: der großen Aria, Gigi Lina Manina gibt es ein schönes C das zu singen ist, wo aber gleich drinnen steht wenn er's nicht hat soll das lassen und kann die Phrase anders singen.
00:24:05: meistens wird so gelöst dass es einem halb Ton transponiert wird als er sinkt.
00:24:08: nur das H da ist sein ganz anderes singe gefragt.
00:24:11: und Pavarotti hat jetzt quasi mit dem neuen Stil Das alte Repertoire neu belebt.
00:24:16: Und man muss schon sagen, wenn man das jetzt so hört ein aus der Brust gesungenes C, wenn es einer wirklich so hat ist ja was Tolles und das hat regelmäßig die Auditorien in Extase versetzt.
00:24:28: Ich finde interessant dass du sagst oder sagt man das überhaupt so er hat das Holze nicht er kann es er beherrscht es und er hat es.
00:24:35: Das heißt das ist auch nichts was man lernt sondern das ist eigentlich einfach genetisch mitgegeben
00:24:41: Ja, oder durch Übung.
00:24:43: Ich meine es ist schon wie gesagt man kann sehr an einer Stimme arbeiten auch in einem Stimmumfang aber im Prinzip muss die Stimme müssen die Stimmenbänder dafür geeignet sein.
00:24:55: Also ein guter Gesangslehrer hört das, ob das möglich sein wird oder nicht?
00:25:00: Also könnte man sagen Pavarotti war ein gutes Sänger und hatte auch das Glück, dass seine Stimme hoch genug war, dass er diese spitzen Töne gut singen konnte... Ja natürlich!
00:25:08: ...und ihm das gut gelungen ist.
00:25:09: Ja natürlich
00:25:10: ich meine die Stimme von Natur aus ist schon ein Wunder gewesen und er hat auch wirklich zumindest eine Zeit lang vor allem unter den Fittigen der Sutherland Drang gearbeitet.
00:25:22: eine Zeit lang wirklich auch Hochkomplexes, den noch ein Repertoire bewältigt.
00:25:29: Wozu man sagen muss?
00:25:30: Vor allem im italienischen Bereich!
00:25:33: Er war jetzt nicht ein sehr virtuoser Kenner anderer Sprachen.
00:25:38: Italienisch kommt er natürlich perfekt.
00:25:40: Aber Französisch war schon nicht so seins.
00:25:43: daher man wird kaum französisches Repertoir finden bei ihm.
00:25:48: Es wäre mit der Stimme sogar eine Zeit lang möglich gewesen, dass er Wagnas Lohngren hätte singen können.
00:25:54: Hätte er nie auch nur angerührt weil er natürlich in Wirklichkeit kein Wort Deutsch konnte.
00:25:58: Was braucht eine Stimme um das zu können?
00:26:01: Gar nicht wegen der Stimmer aber wenn du die Sprache nicht beherrschst kannst du in der Sprache auch nicht wirklich singen.
00:26:06: Aber was hat ihn befähigt stimmlich den Lohengren zu singen?
00:26:12: Die Stimme hätte er gehabt.
00:26:14: Muss die besonders kräftig sein?
00:26:16: Er hätte ihn auf Italienisch singen müssen!
00:26:18: Das ist ja ganz witzig, das war ja früher selbstverständlich.
00:26:20: Ich meine Wagner wäre gar nicht auf die Idee gekommen dass man seinen Longrin bei der Erstaufführung Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Bologna wo das Stadt gefunden hat auf Deutsch gesungen hätte.
00:26:30: für uns ist es heute ganz klar natürlich Longrin ist auf Deutsch.
00:26:33: Natürlich ist er italienisch gesungen worden So wie der Danhäuser haben wir ja schon einmal drüber geredet In der Pariser Oper natürlich französisch gesunken wurde unter Wagner's Augen und Ohren.
00:26:43: Und da gibt es übrigens eher lustige Geschichte über Pavarotti, der angesetzt war in – ich glaube an der Meilen des Kaliens – ja sogar sicher!
00:26:50: An der Meiling das Kala als Dégriéu in der Manon von Massenet.
00:26:56: Ich glaube sogar an der Seite von Mirella Freyne bin ich jetzt nicht ganz sicher.
00:26:59: Es ist aber auch egal.
00:27:00: und es kam der Dirigent George Spreit.
00:27:03: Kennen wir ihn wie ein guter Zeitlang-Geschäft-Dirigent der Wiener Symphoniker gewesen?
00:27:06: Ein sehr vulkanöser, sehr ausdrucksvoller Dirigent Franzose durch und durch war.
00:27:14: Und der natürlich nach Mailand kam und gesagt hat, also natürlich Manon auf Französisch und da haben die nicht gesagt nichts mehr machen um das wie immer auf Italienisch und er ist wütend abgereist.
00:27:26: Das ist ja ein Sakrileg!
00:27:28: Das war schon Mitte der Sechziger Jahre oder Ende der Sechsziger Wo das schon losging, dass man auch begonnen hat die Opern wirklich in Originalsprache überall zu singen.
00:27:37: Es war
00:27:37: eine synchronisierten Fassung?
00:27:39: Nein ja eben!
00:27:40: Aber es war natürlich so, dass diese Manon hat stattgefunden, hat auf Italienisch stattgefundet und Preidres abgereist und das Publikum war begeistert weil den Italienern ist deswurscht ob das französische Original ist oder nicht.
00:27:51: Die nehmen das auf Italianisch sehr gern zur Kenntnis wenn schön gesungen wird.
00:27:55: aber Der Grund, dass das eben bei Pavarotti eine Eintagsfliege geblieben ist beinahe liegt daran, dass man natürlich an den internationalen Opern heißen, wenn man ein Stück wie Manon oder was er kauft und Erzählungen oder was auch hätte singen können war natürlich immer französisch.
00:28:11: Und Lohngrim waren natürlich immer deutsch mittlerweile.
00:28:14: also daher kam das für ihn überhaupt nicht in Frage.
00:28:17: Also er ist ein Sänger der eigentlich bisschen Englisch gesungen hat, wenn er Schlager gesogen hat aber sonst nur Italienisch.
00:28:25: In den neunziger Jahren ist es dann losgegangen mit den drei Tenören.
00:28:29: Luciano Pavarotti, Placido Domingo und Jose Carreras.
00:28:33: Die waren Freunde habe ich nachgelesen und ein italienischer Produzent hat die Idee gehabt sie zusammenzubringen quasi die erste Supergroup der Classics Stars zu gründen und sie Aryan, Operetten aber auch Gassenhauer aller Art singen zu lassen für die großen Massen Aus heutiger Sicht eine geniale Idee.
00:28:54: War das damals etwas Außergewöhnliches?
00:28:58: War das etwas nie Dagewesenes, nie gesehenes?
00:29:01: Die nie Dangewesen waren dass drei berühmte Tenore quasi gleichzeitig auftreten.
00:29:06: Das hat es wirklich vorher nie gegeben aber das basierte bereits auf den großen Solo-Konzerten die Pavarotti gegeben hat auch in Stadien.
00:29:17: ich weiß nicht wann das legendäre Konzert in Madison Square Garden war Da hat er vor zwanzigtausend Leuten gesungen, es war das erste große Klassik-Eventort.
00:29:26: Das war schon er der das kultiviert hat und wo dann ein amerikanisches Magazin, wie gesagt als Entertainer bezeichnet hat, da waren nicht mehr der Open Star!
00:29:36: Und auf das sind die anderen beiden aufgesprungen Domingo und Carreras – und das war zur Fußballweltmeisterschaft in Röhm, ich glaube in den Charaktermen hat das Konzert stattgefunden.
00:29:45: oder Submitmeter Und das hat sich verkauft, du hast erst die Charts erwähnt.
00:29:50: Das war wahrscheinlich auf Nummer eins der Charts kann ich mir vorstellen.
00:29:56: Die CD des Auftritts ist laut Guinness Buchter Rekordbes heute das meistverkaufte Klassikalbung der Geschichte
00:30:02: und
00:30:03: es wurde ja auch im Fernsehen übertragen dieses Konzert.
00:30:06: Je nach Quelle haben da mehrere hundert Millionen wenn nicht sogar eine Milliarde Menschen zugeschaut.
00:30:11: also das war natürlich ein großer großer Wurf.
00:30:16: Damit waren die Tenure gegründet und es war auch klar, was sie machen.
00:30:20: Nämlich singen in Stadien.
00:30:22: Sie
00:30:22: sind Entertainer für riesiges Publikum sowohl auf Konserve als auch eben live und da wollte man dabei sein und das mündete immer In das zunächst vom Pavarotti angestimmte Nessun Dorma aus Turandot von Puccini.
00:30:39: Das haben sie dann meistens zu dritt gesungen, nicht irgendwie abwechseln und dann alle miteinander.
00:30:43: Okay, dann reden wir doch über dieses Nessundorma weil jetzt haben wir es eh schon öfter erwähnt und das ist ja eben die Parade-Arie, hast du gesagt?
00:30:51: von Pavarotti.
00:30:52: Warum?
00:30:53: Warum hat ausgerechnet diese Aria sich so gut, was sie so gut geeignet in höchster Höhen zu katapultieren, was seine Star-Status angeht?
00:31:05: Naja das ist eine der einschmeichelndsten Puccini Melodien die ja wie wir wissen besonders einschmäicheln sind und Das lag seiner Stimme ganz besonders gut.
00:31:17: Da hat er sich ganz kremig und üppig entfalten können bis das geht bis zum hohen Haar hinauf.
00:31:24: Nicht ganz, das holt sie?
00:31:26: Nicht ganz aber fast!
00:31:28: Und das liegt eben wunderbar in seiner Stimmung.
00:31:33: Wir können da ja ruhig kurz hinein hören normal.
00:32:32: Dieser Musik muss man sagen die hat ihn wirklich vom Anfang an begleitet.
00:32:38: wie gesagt als Bub Seines singenden Vaters hat er das schon zum Besten gegeben und er hatte aber diese Partie, die mir eigentlich total liegen hätte müssen.
00:32:48: Zwar wunderbar auf Platte aufgenommen unter Subin Mehta mit John Sutherland zusammen.
00:32:54: Montserrat Caballier, die dort die kleine sopran Party sinkt auf dieser Platte war dann der einzige Tourantort Pavarotti auf der Bühne gewackt hat, die ganze Opa aufzuführen.
00:33:08: Das
00:33:08: war in Amerika?
00:33:09: Der hat dauernd die Aria gesungen aber er hat sich kaum je den ganzen Rollen angenommen.
00:33:14: Nur
00:33:14: eine Aufführungs-Serie und das war in seinem allerstärksten Jahr, das ist sehr interessant, neunzehntsechsundsiebzig!
00:33:23: Das war überhaupt das Jahr, in dem man eine ganze Menge erstaunliche rollende Büß gefeiert hat.
00:33:29: dazu gehörte die Touran dort.
00:33:32: Dazu gehörte der Kawaradosi in Tosca, noch eine große Puccini-Rolle die ins Heldische auch geht.
00:33:39: Die hat aus sein ganzes weiteres Bühnenleben dann gesungen.
00:33:42: den Kailaf hat er sofort nach diesem Bühnendebü wieder aufgegeben.
00:33:48: Er hat damals auch zum ersten Mal den Manrico in Verdes Troubadour gesungen.
00:33:53: ein Jahr später dann wie schon erwähnt unter Karajan an der Wiener Staatsoper.
00:33:58: Das war das Comeback, dem gleich wieder sieben Jahre folgten, wo er nicht an der Stadtsoper gesogen hat!
00:34:04: Und außerdem, und das ist auch eine lustige Anekdote.
00:34:07: Er hat den italienischen Sänger im Rosenkavalier von Richard Strauss gesungen – jetzt haben wir schon gesagt Deutsch, wo kam nicht die Frage?
00:34:14: Muss er auch nicht, weil der italienische Sänger wirklich eine italienischere Aree, die natürlich von Strauß komponiert war.
00:34:20: zum Besten gibt's in dem Schlafzimmer der Marschalin im ersten Akt!
00:34:24: Und die hat er auch gesungen was ein absoluter Luxus ist wenn man überlegt was Pavarotti für Gagen kassiert hat.
00:34:30: Und angeblich ist das so passiert, dass einer der Donatoren der Metropolitan Opera gesagt hat was ist denn am dem und dem Tag für eine Aufführung?
00:34:39: Da hat mein Vater seinen achtzigsten Geburtstag.
00:34:43: Das möchten wir feiern da kaufen wir so und so viele Karten aber da muss der Pavarotti singen.
00:34:48: Daraufhin haben die gesagt ähm...da is Rosenkavalier!
00:34:52: Ja dann kann der Pavarrotti nicht im Rosenkavaliere singen.
00:34:55: Haben wir irgendeine Rolle für ihn?
00:34:56: Nicht
00:34:57: wirklich.
00:34:57: Also da ist zwar eine kurze italienische... Na ja, dann soll er doch die italienischen Areas singen.
00:35:03: Die hat aber nicht studiert und das gehört nicht zu seinem Reparatur.
00:35:07: Nur was kostet es wenn er das singt.
00:35:10: Langen Rede, kurzer Singen Pavarotti, Sang den Sänger im Rosenkavalier, weil der Papa gebt
00:35:16: uns den Karte.
00:35:17: Weil die Gase bestimmt hat?
00:35:18: Ja, die Gage hat auf jeden Fall gestimmt aber damit hatte er sie im Repertoire.
00:35:23: und so kamen die Salzburger Festspiele Anfang der achtziger Jahre dazu dass sie wirklich Pavarotti als italienischen Sänger in Salzburg ein Festspiel-Rosenkavaliers präsentieren konnten.
00:35:33: Okay
00:35:34: kann man sagen er hat sehr früh die Wirkmacht einzelner Adien Erkannt und gesehen, man kann die ruhig aus ihrem Kontext reißen.
00:35:42: Das sind die größeren Hits wenn man den ganzen viele Fans drum herum weglässt und einfach direkt zur Ari springt.
00:35:49: Ja da muss man aber dazu sagen natürlich hatte er ein großes Vorbild und das hat ihn mit den Medien etwas zu tun.
00:35:57: Und das war Enrico Caruso der Tenor Aller Tenore schon gefeiert, wie Pavarotti später damals, wenn der aufgetreten ist an der Metropolitan Opera in New York.
00:36:08: Also da war wirklich die Hölle los und der war der erste große Schallplattenstar.
00:36:13: Der hat diese Shellac-Aufnahmen gemacht – alle wichtigen Ariens seines Röpertwasen hat damit das Bild, das akustische Bild was ein Tenor für die ganze Welt geprägt?
00:36:24: Und daran hat sich Pavaroti natürlich orientiert!
00:36:26: Das waren auch immer nur einzelne Arien.
00:36:29: Es gibt ja viele Opern, in denen es einzelne Arien gibt, die so der Showstopper sind.
00:36:34: Du hast mir schon von einigen Episoden erzählt wo das Publikum eigentlich nur noch drauf wartet diese eine Stelle zu hören und Pavarotti nach dem historischen Vorbild von Caruso hat dann offenbar gemerkt ja, geben wir den Publikums doch das was er will nämlich dieser eine Aria oder den ganzen Rest.
00:36:54: Meinst du entwertet ist eine Oper wenn man Einzelne Melodien in ihrem Kontext entreist und zum Hit, zum Greatest Hits Sortiment macht?
00:37:04: Überhaupt nicht.
00:37:05: Warum soll man nicht messen oder mal extra singen?
00:37:08: Vielleicht kommen von den fünf Millionen die das toll finden.
00:37:11: Fünfzig drauf dass sie sich das auch einmal als ganze Stück anschauen wollen Und dann bleiben vielleicht fünf über die zu Puccini-Fans und Opernfans werden Ist ja kein Schaden!
00:37:20: Das Stück ist ja wirklich großartig wie alle diese Nummern die man herausgenommen hat.
00:37:26: Schon zu Motsatzzeiten hat man natürlich die einzelnen Areen für Blazer Quintet oder ich weiß nicht was, für die Hausmusik bearbeitet und das wurde gespielt.
00:37:36: Der Figaro ist filetiert worden im Prag und war sowas wie die Nationaloppa eine Zeit lang, siebzigundachtzig.
00:37:44: Also insofern haben die Oppanhäuser dieser Welt Pavarotti und auch den anderen von den Treiteneuren immer noch viel zu verdanken?
00:37:50: Auf jeden Fall!
00:37:51: Pavarotti hat nicht nur mit den drei Tenoren diese Praxis verfolgt, einzelne Arien aus dem Zusammenhang zu reißen.
00:37:59: Das ist irgendwie brutal!
00:38:01: Aber was er ja auch gemacht hat, er hat überhaupt keine Berührungsängste zur Pop-Welt gehabt.
00:38:06: Er ist aufgetreten mit George Michael, Bono, Stevie Wonder, Elton John und Spice Girls zum Beispiel.
00:38:13: Zuckero?
00:38:14: Ja!
00:38:16: Selinion also... mit den großen Popstars der Zeit.
00:38:20: Ich weiß noch,
00:38:21: der
00:38:21: große Giuseppe Tadeh, ein wunderbarer Bass-Bahiton, der aus einem sehr witziger Kerl gewesen ist.
00:38:28: Der hat ihm gesagt, Luciano du singst mit Zucker oder pass auf, dass du nicht zuckerkrank bist?
00:38:32: Ja das war ja in den Neunzigern und Pavarotti & Friends hieß die Benefitskonzertreihe wo auch sehr viel Geld für gute Zwecke gesammelt hat.
00:38:41: Wie hast Du das dann eigentlich damals als Musikkritiker wahrgenommen?
00:38:46: Aber Pavaratti noch einen noch ein Opern-Sänger?
00:38:51: oder war das dann eigentlich ein Popkulturphänomen, dass du nicht mehr interessant fandest?
00:38:56: Er war ein Pop-Kultur-Phänomen.
00:38:57: Das kann man nicht leugnen.
00:38:58: Interessant fand ich es immer aber ich habe ihn ja in seiner absoluten Ganzzeit gehört wie gesagt als Drobatur.
00:39:05: In dem anfangs angespielten Maskenbalt zum Beispiel in der Münchner Opa.
00:39:09: also man ist ja wohin gefahren wenn er aufgetreten.
00:39:11: Also ich habe ihn natürlich als Opernphänomen kennengelernt und da hat man unglaubliche Aufführungen gehört.
00:39:17: Ich meine, das war eine Auffführungsserie von La Bohème und der Carlos Kleiber mit der Mirella Frehne – und das waren schon Sternstunden wirklich ganz große Abende!
00:39:26: Von Laurin Marcel dirigierte AIDA, wo er den Radarmes gesungen hat.
00:39:31: Es gab ganz grosse Opernavende, es gab am Schluss ein paar traurige Dinge wie der schon erwähnte André Genier an der Staatsoper.
00:39:40: Das hätte ja vielleicht nicht mehr machen sollen, aber insgesamt ist er natürlich ein Phänomen geblieben bei dem man immer geschaut hat dass man dabei ist wenn er auftritt.
00:39:50: Zumindest ein paar tolle Töne sind auch bis zum Schluss noch abgefallen für die Konnessörs und für die Liebhaber und ich meine man hat nicht vergessen das dieser Mann schon ganz große Leistungen auf der Opernbühne erbracht hatte bevor er zu diesem Popphänomen geworden war.
00:40:07: Ich glaube, wir müssen uns trotzdem auch ein Pop-Beispiel anhören um dem Phänomen Pavarotti gänzlich gerecht zu werden.
00:40:13: Und ich schlag vor Wir hören uns kurz an das du hättest mit Celine Dion I hate you then i love u.
00:41:36: Sehr interessant, sehr schön gesungen von beiden eigentlich und basiert offenkundig auf einer Musik aus der Feder des Spaniers Manuel de Feier.
00:41:47: Also quasi eine Pop-Interpretation eines Klassikstoffs?
00:41:51: Offensichtlich ja!
00:41:53: Pavarotti selbst hatte ja eben keine Berührungsängste damit und ist natürlich immer wieder angesprochen worden.
00:41:59: Wie kannst du da einfach dich in den Pop hinein reklamieren?
00:42:03: Und die Klassik, also ist das nicht Verrat sozusagen!
00:42:07: Und er hat es überhaupt nicht verstanden dass man Pop irgendwie als zweitklassige Musik bezeichnen könnte überhaupt und umgekehrt auch nicht, dass man klassisch dann irgendwie als langweilig ansehen könnte.
00:42:20: Er hat einfach gesagt There is good and bad music.
00:42:25: Gute und schlechte Musik.
00:42:26: Ich frage mich manchmal, was würden wir über ihn heute noch wissen?
00:42:29: Und würden wir überhaupt über ihn reden wenn er das nicht gemacht hätte?
00:42:33: Wenn er nicht das Stadion und die große Bühne und den Anschluss... zu den Popstars gesucht
00:42:39: hat.
00:42:39: Ich glaube schon, dass einige der frühen Aufnahmen die er gemacht hat in einem Status sind wo Kenner, Opernfreunde auf jeden Fall davon reden und diese weiter reichen und sagen das musst du schon auch gehört haben.
00:42:54: natürlich die Strahlkraft die der Namen hatte ist natürlich ausschließlich auf dieser wirklich genialischen Vermarktung basierend.
00:43:04: Aber man hätte den Namen nicht vergessen.
00:43:06: Da bin ich mir sicher.
00:43:08: Dann kommen wir jetzt auch zu seinen letzten Jahren, da habe ich gelesen dass es nicht immer ganz glorreich und rumreich ausgegangen ist.
00:43:16: Stimmt leider ja.
00:43:17: Wurde er zu einer Karikatur seiner selbst?
00:43:21: Bis zu einem gewissen Grad Ja!
00:43:23: Das ist leider.
00:43:24: diese Kritik kann man im Nichtersparen-Postum wäre besser gewesen wenn er späte Opernauftritte gemieden hätte.
00:43:33: Auch manche Freiluft Konzerte.
00:43:35: Es waren dann schon Sachen, wo man gesagt hätte, das müsste er jetzt nicht mehr machen.
00:43:40: Weil es sich keine Mühe mehr gegeben
00:43:42: hat?
00:43:42: Weniger das aber weil es ihm viel Mühe gekostet hat auch nur den Anschein zu wahren dass es noch gehen könnte.
00:43:51: und wenn man die Strahlkraft erlebt hat seiner frühen Auftritte dann hat man das eigentlich mit einem weinenden Auge schon beobachtet.
00:44:00: Das trifft dann wohl auch auf seinen allerletzten Auftritt zu.
00:44:04: In der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Turin, also eigentlich ein wunderbarer Bogen – er hat bei der FußballWM in Italien mit den drei Tourneuren sozusagen diese Überlieger des Klassikstars eröffnet und dann wieder bei seinem großen Sportereignis gesungen nämlich natürlich ... Nessun Dorma, was sonst?
00:44:26: Klingt perfekt.
00:44:27: War es aber nicht weil er hat nicht mehr live gesungen.
00:44:30: das war vorproduziert, das war Playback.
00:44:33: Hat man zu diesem Moment nichts zugegeben.
00:44:35: Er war schon krank also sein Gesundheitszustand hat das nicht mehr erlaubt.
00:44:38: oder hat ihm oder den Produzenten das Gefühl gegeben ist dass Risiko nicht wert.
00:44:44: Der erste Jahr sind sieben Mal Krebs gestorben und erst danach hat man verkündet dass dieser allerletzte Auftritt ein Playback war.
00:44:53: Also eine lässliche Sünde, würde ich sagen bei solchen Sachen wird sehr viel mit Playback gearbeitet.
00:45:00: Da war er nicht der einzige!
00:45:01: Also wenn man die großen Momente dieses Tenors erleben konnte eben nicht im Stadion sondern auf der Opernbühne... Und
00:45:09: das hast du ja persönlich erlebt?
00:45:10: Ja das stimmt weil es gerade nicht nur als Kritiker sondern auch schon viele Jahre davor dann muss ich ganz ehrlich sagen also da verdankt man immer als Opernfreund wirklich einige herrliche Stunden.
00:45:23: Also wirklich einer der ganz großen, der Operngeschichte.
00:45:26: Ja absolut!
00:45:27: Nein nein das war er also der Interpretationsgeschichte.
00:45:30: Das ist gar keine Frage hat im manchen Repertoire auch wirklich Maßstäbe gesetzt.
00:45:35: wie gesagt Gott sei Dank gibt es ja doch etliche Aufnahmen wo man das auch hören kann.
00:45:40: wenn ich Revue passieren lasse in meinem Kopf die ganz grossen Dinge die ich von ihm gehört habe wir mit einem Ausschnitt aus dem Maskenball begonnen.
00:45:49: und wie gesagt ein unvergesslicher Moment Da muss man sagen, natürlich wenn man den hören konnte als Manrico im Drobadur von Verdi.
00:45:57: Namentlich in dieser Aufführungs-Serie unter Karajans Leitung an der Staatsoper dann hat man auch noch immer beim Zurückdenken dieses Gänsehautgefühl.
00:46:07: In derselben Zeit hat er das Stück unter der Leitung von Richard Bonning auch im Plattenstudio aufgenommen.
00:46:14: und ich glaube wenn wir jetzt einen effektvollen Schlusspunkt setzen wollen dann spielen wir den Schluss, der Kabaletta oder sogenannten Stretta des Manrico aus dem dritten Akt des Troubadours mit einem hohen C das seinesgleichen wirklich sucht wie ich glaube.
00:46:34: und da kann man jetzt wieder sagen ja ist es jetzt original?
00:46:39: Oder nicht.
00:46:39: Das steht gar nicht in der Partitur aber ich glaube Verdi hätte das schon sehr gut gefunden wenn einer das C so hat dass er's dort auch singt.
00:50:03: Diese Schlussakorde des Orchesters hat noch nie jemand im Haus gehört, weil da ist das Publikum längst außer Rand und Band.
00:50:11: Es ist auch diesem Ton dann nichts mehr hinzuzufügen?
00:50:13: Genau!
00:50:14: Auch heute nicht in unserer jetzigen Folge.
00:50:17: Wenn es Ihnen gefallen hat, dann freuen wir uns über fünf Sterne in der App Ihres Vertrauens.
00:50:22: Das hilft uns von nach anderen Klassikbegeisterten gefunden zu werden.
00:50:26: Schreiben Sie uns auch gerne unter podcastatdepresse.com.
00:50:30: Danke fürs Zuhören!
00:50:31: Ciao
00:50:37: Klassik für Taktlose.
00:50:43: Mit Katrin Nussmaier und Wilhelm Sinkowicz.
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