Pfui! Bravo! Buh! Das Klassik-Publikum und seine (Un)sitten (LIVE!)
Shownotes
Schon einmal vom Wiener Watschenkonzert gehört? Die verhängnisvolle Veranstaltung, 1913 im Wiener Musikverein, beschäftigte nicht nur die Musikkritiker, sondern auch die Gerichtsreporter. Da flogen Fäuste, Stühle, Brillen und, ja, Zahnprothesen – alles nur wegen ein paar Tönen. Musik bewegt! Und weil das Watschenkonzert bei Weitem nicht das einzige Ereignis war, bei dem sich ein Musikpublikum zu wahrlichen Tumulten erregen ließ, erzählen Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge von den denkwürdigsten Publikumsreaktionen der Klassikgeschichte. Und zwar, passenderweise, vor Publikum, live im Wiener Blickle Kino.
Dabei hangeln sie sich quer durch die Epochen von Wagner bis Strawinsky, besprechen kalkulierte Skandale und falschen Applaus, versuchen sich an einem moralischen Buh-Kompass und diskutieren auch, wann und wie man (nicht) jubeln darf. Wobei aller Konzertetikette zum Trotz natürlich auch in Sachen Begeisterung oft genug die Emotionen mit einem Publikum durchgehen. Gut so!
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
Transkript anzeigen
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00:00:26: Herzlich willkommen zu unserer ersten Live- und Vorpublikum aufgezeichneten Podcastfolge.
00:00:32: Wir sitzen gerade im Wiener Blicklerkino, einem wunderschönen restaurierten Kinosaal aus den Fünfzigerjahren in einem Saal voller wunderbarer Menschen, die heute gekommen sind um sich mit uns gemeinsam neuen Taktlosigkeiten hinzugeben.
00:00:47: Lieber Willi wir sind jetzt mit seinem freundlichen Applaus begrüßt worden.
00:00:51: das passt ja eigentlich auch perfekt zu unserem heutigen Thema.
00:00:54: Wir möchten uns nämlich mit besonders starken Publikumsreaktionen befassen wobei wir uns da jetzt vor allem am Anfang eher auf den negativen konzentrieren werden.
00:01:03: soll heißen Burufe Randale Ausschreitungen Die größten Turmulte der Klassikgeschichte.
00:01:10: Lieber Willi, wann warst du das letzte Mal in einem Konzert oder einer Oper, wo Geburt wurde?
00:01:17: Das passiert mir natürlich ununterbrochen.
00:01:19: Den jüngsten Wutanfall des Publikums kann ich Ihnen vorführen...
00:02:04: Ja und es war deutlich!
00:02:06: Es war deutlich, dass die Schlussreaktion auf die Premiere von Ariadne auf Naxxos bei den Salzburger Festspielen im Jahr- und-Zw.
00:02:16: Diesen
00:02:18: Sommer erst?
00:02:19: Das war am zweiten Akust.
00:02:23: Wir nehmen hier auf, am neunzehnten Akust, also es ist ein bisschen mehr als zwei Wochen
00:02:27: ... Die Wunde ist noch frisch sozusagen!
00:02:30: Die Wunder ist noch freisch und muss eines dazusagen wenn du mich fragst wie oft ich das erlebe oder wann eigentlich mittlerweile in einer Opernprämiere ist es jedes Mal so.
00:02:44: Also ich kann mich gar nicht erinnern, dass nach einer Operprämie es ausschließlich Jubel gegeben hätte.
00:02:51: Natürlich gibt's das auch aber es wird immer seltener.
00:02:55: und da muss man eines dazu sagen... Eine der wirklich kühnen Behauptungen unseres Operndirektors war unlangs, dass die Aufführung er versteht überhaupt nicht.
00:03:06: Wie man sagen kann das die neuen Produktionen alle nicht ankommen weil ab der zweiten aufführungs sind alle diese Vorstellungen erfolgreich.
00:03:14: Sag ich ist auch keine Wunder.
00:03:16: weiter kommt ja der Regisseur nicht mehr vor den Vorhang
00:03:18: nachher.
00:03:20: Das ist so ein Adressat.
00:03:22: Ja, natürlich!
00:03:23: Meistens ist es ja so, dass man auch sagen muss in der Rezension musikalisch wunderbar oder zumindest sehr gut und scenisch... Ach im Fall dieser Ariadne war, wo ich sogar in der Pause noch als Verteidiger aufgetreten bin, weil ich fand den ersten Teil eigentlich sehr gut inszeniert von der Personenführung.
00:03:44: Und dann hat mich nachher jemand gefragt, wie es mir gefallen wird.
00:03:47: Ich habe gesagt im ersten Teil erstaunlich gut und im zweiten Teil ersteinlich schlecht weil das dann wirklich einfach nicht mehr funktioniert hat.
00:03:56: Das ist leider immer öfter also insofern mit Burufen ist man ununterbrochen kompensiert
00:04:01: in der Oper.
00:04:02: Aber ist nicht trotzdem das Publikum historisch betrachtet ZAMA oder höflicher geworden?
00:04:07: Weil wenn wir uns jetzt gleich anschauen was wir hier für Beispiele mitgebracht haben Da reden wir noch mal von einem ganz anderen Level, von Unmut.
00:04:15: Vielleicht fangen wir gleich mit unserem ersten Beispiel an?
00:04:18: Nämlich dem sogenannten Watschenkonzert.
00:04:21: Lieber Willi was ist da passiert?
00:04:22: und was war das?
00:04:24: Das war im März, die Anold Schömberg dirigiert hat mit Werken unter anderem aus seiner Feder.
00:04:36: Und auch Werken seines Schülers Alban Berg.
00:04:39: Und das Schlussstück wäre ein Lederzyklus von Gustav Mahler erklungen, konjunktiv deshalb weil der nicht mehr gesungen und gespielt werden konnte bei dem Publikum.
00:04:49: Während dieses sogenannten Warschenkonzerts wirklich randaliert hat und es wurden wirklich Urfeigen ausgeteilt.
00:04:57: Das hat dann sogar zu gerichtlichen Nachspielen geführt, Rezensionen oder... Gerichtsberichterstattungen.
00:05:06: in der Kronenzeitung, sogar in der neuen Freien Presse war eine Rezension gemischt mit einem Polizeibericht.
00:05:16: Denn es war tatsächlich zu Handgreiflichkeiten gekommen zum berühmten Watschen.
00:05:21: Und nicht nur Watschchen!
00:05:22: Also ich habe gelesen die Leute haben sich gegenseitig beworfen mit Stühlen sie haben das Mobilär zerstört.
00:05:29: Jemand soll versucht haben, oder mehrere sollten versucht haben die Bühne zu erklimmen um Schoenberg einen reinzuhauen.
00:05:35: Es flogen Brillen und Zahnprothesen.
00:05:41: Also bitte wie konnte es denn dazu kommen?
00:05:44: Was hat die Leute so aufgeregt?
00:05:46: Ja erstens einmal muss man sagen ist ein gefundenes Fressen für die Karikature natürlich die sich überlegt haben Wie wird's denn beim nächsten Schoembergkonzert zugehen?
00:05:56: Und wenn man fragt was hat die leute so auf geregt?
00:05:59: Auf der einen Seite Ich war der Name Schönberg und seiner Schüler, schon damals, in den Thirteen sehr assoziiert mit Aufrägern.
00:06:11: Mit einer Musik die alles gesprengt hat was bis dahin jedenfalls als schön gegolten hat Und die eigentlich vor allem dort nicht wo sie so zu sagen artonal geworden ist, sondern vor allem dort wo sie unglaublich kurz geworden ist.
00:06:33: Kursorisch skizzenhaft!
00:06:36: Die Leute furchtbar vor den Kopf gestoßen hat.
00:06:39: Da haben die Leute dann artonal reagiert?
00:06:41: Ja, mit vielen Dishonanzen.
00:06:44: Sie haben... nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass das eine expressionistische Ausdrucksform ist.
00:06:50: Wenn zum Beispiel Alban Berg einige Ansichtskarten Texte von Peter Altenberg wirklich genauso kurz und bündig in Musik gesetzt hat wie die Texte waren?
00:07:05: Der Vater von Peter Altenberg hat ihn einmal gefragt sagen wir was verdienst du eigentlich mit deinen Sachen weil die so kurz waren, diese Aforismen.
00:07:13: Und Alban Berg hat da auch eine aphoristische Musik dazu komponiert.
00:08:40: Genau bei diesem Lied ist das Grandal so losgebrochen dass das Konzert dann unterbrochen werden musste, der Seil geräumt werden musste und die Gustav Mahler-Lieder, die natürlich ganz anders geklungen hätten, kamen einfach nicht mehr dran!
00:08:53: Ganz verstehe ich nicht, dass man deswegen seine Zahnprothese wirft.
00:08:57: Also auch so schlimm macht
00:08:58: das jetzt nichts.
00:09:00: Aber auch sein, dass das eine Reaktion auf eine Reakzion war.
00:09:04: Es war nicht das erste Skandalkonzert, das Schöberg in Wien erleben musste beim Konzert der Ur-Führung des zweiten Streichquartets.
00:09:15: War sogar Gustav Mahler noch am Leben?
00:09:17: Das war ja zwei Jahre nach seinem Tod und war in diesem ... Konzert drinnen, da kam es auch zu unglaublichen Randalen.
00:09:24: Und der Maler ist dann aufgestanden und hat jemand hinten gesagt, sie haben hier nichts zu zischen.
00:09:28: Daraufhin hat er gesagt, ich zieh's auch bei ihren Symphonien.
00:09:32: Es war damals eine absolut aufgeheizte Stimmung.
00:09:36: Und es kam, also wenn du sagst die Zahnprotesen ziehen vielleicht hast in der zweiten Stufe geflogen, in der Zweiten Runde sozusagen weil... Also es gab dannationsstufe ja?
00:09:47: Weil es gab Prozesse da, einer hat einen jungen Studenten einen Lausbuben genannt und er hat den dann geklagt.
00:09:56: Richter hat sich das alles angehört wird verurteilt, weil das Wort Lausbub ist laut Zeugenberichten auf jeden Fall gefallen.
00:10:06: Da wurde dann also verurteilten zu einer Geldstrafe von hundert Kronen oder eventuell achtundvierzig Stunden Rest und beide haben Beruf.
00:10:16: Einer weil er die Strafe nicht hatten wollte und der andere weil sie ihm zur Niedrig angesetzt war.
00:10:22: auch ganz interessant
00:10:23: Apropos Nachspiel, es gibt auch diesen schönen Satz den der Operettenkomponist Oskar Strauß dann festgehalten hat.
00:10:31: Er war dabei bei diesem Konzert und hat danach geschrieben das Klatschen der Ohrfeigen war noch das Melodioseste dass man an diesem Abend zu hören bekam.
00:10:41: Dazu muss man sagen, dass der Oskars Strauß oder Schönberg aufeinander getroffen sind interessanterweise übrigens über Vermittlung von Richard Strauß also dem mit Doppel-S
00:10:53: Kein Straußverwandter.
00:10:54: Nein, wir
00:10:56: waren beide nicht verwandt mit den Wiener Straßen.
00:10:58: Die waren beide in Berliner Kabarett überbretto von Ernst von Wollzogen und der Oskar Strauß war die große Nummer.
00:11:07: Warum soll er eine Frau kein Verhältnis haben?
00:11:09: Und diese Art von Schlagern oder natürlich auch die operette Wahlzertraum.
00:11:12: Das war die grosse Nummer.
00:11:15: Schönberg wurde eben angestellt als Kabelmeister in diesem Kabarett.
00:11:19: Der hat sein Geld zum Teil verdient weil natürlich mit den Sachen, die er gemacht hat nicht viel zu verdienen war in dem er Operetten orchestriert hat.
00:11:30: Also zum Beispiel auch Oscar Strauss hat ihm einen Klavierszug vorgelegt und die Partitur hat Schönberg ausgeschrieben.
00:11:36: damit war das Verhältnis zwischen den beiden jetzt nicht rar sind.
00:11:40: gut kann man sich vorstellen Die Überbrettelzeit von Schönberg war auch nur sehr, sehr kurz.
00:11:45: Aber die haben sich einfach nicht leiden können.
00:11:47: und der Oskar Strauß war natürlich einer von jenen, die gesagt haben das was die da machen an neuer Musik am avantgatistischen Musik, dass wir das keine mehr brauchen.
00:11:58: und damit war er natürlich eins mit einem großen Teil des Publikums.
00:12:04: Arnold Schönberg hat sich dann wahrscheinlich gedacht, so ein Publikum kann ich nicht brauchen.
00:12:08: Da kann man das als Pointe betrachten, dass er fünf Jahre später in seiner Mötlinger Wohnung einen Verein für musikalische Privataufführungen gegründet hat.
00:12:17: Da gab es besondere Regeln.
00:12:18: zum Einen Es kommen nur zahlende Vereinsmitglieder und keine Kritiker Und... ...es sind sowohl Beifalls- als auch Missfallenskundgebungen
00:12:28: verboten.
00:12:29: Also, Schönberg hatte seine Kritiker halt ausgeladen
00:12:32: Die Kritiker ausgeladen, die haben sich auch vielleicht gerne ausladen lassen.
00:12:36: Und der hat eigentlich die Publikumsreaktion für sich abgeschafft?
00:12:38: Was vor allem!
00:12:40: Das ist ja eine schreckliche Sache.
00:12:43: Natürlich hat man das nicht gern wenn ein Konzert unterbrochen werden muss weil die Leute die Musik nicht mögen
00:12:48: aber
00:12:48: abgesehen davon eine Musik auf die nicht reagiert werden darf.
00:12:54: jetzt stellen sie sich vor Sie bekommen einen Verren und hören ein tolle Stück und dürfen nicht applaudieren.
00:13:00: Also das ist irgendwie schon eine absurde Situation.
00:13:02: Da sieht man, in welche absurden Situation sich die musikalische Avant-Garde in den ersten beiden Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts hinein manövrieren
00:13:11: wird?
00:13:12: Gerade zu unbefriedigend herrschte aus dem Publikum!
00:13:14: Ja Sie sehen ja sie sagen unbefriedigend wenn ich nicht reagieren darf gilt natürlich auch fürs berufen Wenn man was entsetzlich findet...ja okay aber aber wenn man jetzt eine Begeisterung verspürt Das gibt ja so Satzschlüsse die einfach überwältigen sind und dann darf man nicht applaudieren.
00:13:32: Also das ist irgendwie... damit nimmt man ja auch der Musik wieder etwas weg, weil es gibt ja Musik die so komponiert ist dass der Applaus eigentlich auf ganz natürliche Weise kommen müsste.
00:13:43: Jetzt sind solche Tumulte aber kein reines Avogad-Phänomen.
00:13:48: Weil wir kommen gleich zu unserem zweiten Beispiel.
00:13:50: Wir gehen in der Zeit zurück In Paris die Tannhäuser-Premiere.
00:13:56: Was war da los?
00:13:58: Das war wirklich ein Riesen-Skandal, wo es ähnlich zugegangen sein muss wie im Skandalkonzert.
00:14:03: Allerdings in der Pariser Oper, die natürlich wesentlich größer war als der Musikverein Zahl und gefüllt war mit einem Publikum das von vornherein schon einmal aufgeladen war mit negativer Energie.
00:14:17: Und
00:14:19: warum?
00:14:19: Ja, das ist eine gute Frage.
00:14:21: Erstens der Wagner war galt als Revoluzor und da waren wir schon sehr vorsichtig aber man war natürlich neugierig und ist dahin eingegangen.
00:14:30: es war ja spannend was er macht keine Frage man wollte dabei sein.
00:14:34: dann
00:14:35: war Revoluzer nicht nur mit seinen musikalischen Äusserungen sondern auch sagen wir so mal grob formal denn die Pariser Opa hatte von Wagnas anfänglich im Förderer Giacomo Maierbär kultiviert.
00:14:50: eine tradition, eine junge Tradition aber eine sehr starke Tradition der Grand Opera.
00:14:57: und in dieser Grand Opera musste im Mietlacht ein großes Ballett stattfinden.
00:15:03: Und jetzt gibt es also beim Ballett Teile des Publikums die jetzt, sagen wir nicht, rader sind interessiert sind, worum es in dem Ballett geht und auch nicht so rader-sind interessiert ist, wer das was für eine Musik dazu komponiert hat.
00:15:17: Sondern sie wollen junge Damen beim Bewegen sehen.
00:15:22: Sag mal, war das die einzige Gelegenheit im Paris von eighteen-sechzig jungen Damen in Bewegung zu sehen?
00:15:28: Aber die Einzige, wo man sagen konnte, geht ja bitte in die Opa!
00:15:32: Das war salonfähig...
00:15:35: Da waren ja die Herren vom Jockey Club, die zu dem Zeitpunkt, wo der erste Akt stattgefunden hat natürlich noch dinieren waren.
00:15:45: Die kamen dann im zweiten Akt nach der Pause oder während der Pause haben noch ein Glas Japania getrunken und begaben sich in den Loschen und haben das Ballett gesehen.
00:15:54: was da vorher noch für eine Oper war, war ihnen ziemlich wurscht.
00:15:57: Jetzt haben die aber vorher schon gehört dass Wagner die Frechheit besessen hat Sein Ballett, weil.
00:16:04: er hat natürlich gesagt bitte ich mache hier ernsthafte Kunst und ich erzähle euch die Geschichte des Tannhäuser.
00:16:10: Und der ist zu Beginn da oben im Wenusberg.
00:16:13: dort kann man danzen dann auf der Wartburg beim Sängerfest oder gar bei der Romerzählung.
00:16:20: dann bekam er nicht mehr tanzen.
00:16:22: daher war die Uvertür die ganz ruhig angehört wurde.
00:16:25: dann ging der Vorhang auf und da war das Ballett.
00:16:28: und da haben die Herren vom Joggeklub gesagt so wir gehen jetzt aber nachher erst essen, gehen gleich in den ersten Akt und zeigen dem wo Gott wohnt.
00:16:37: Das heißt vom Aufgehen des Vorhangs an haben die revoltiert mit Trillerpfeifen, mit allem was sie mitgebracht
00:16:43: haben.
00:16:44: Die haben wir Palette ja daneben bekommen nur halt auf einer anderen Stelle als erwartet.
00:16:48: Aber das ist ein gestörtes Abendessen!
00:16:51: Ist es wirklich?
00:16:54: Man kann festhalten der Timur galt nicht unbedingt der Musik sondern nur das falsche Timings.
00:17:00: Er galt natürlich auch der Musik, weil es war dann mittlerweile Wagner, wie wir wissen.
00:17:06: Auch zu seinen prominenten Förderern nicht immer sehr freundlich und er hat sich über Meierbär in einer ganz gewiderlichen Weise geäußert.
00:17:17: Also Meier Bär war nicht mehr sein Freund.
00:17:19: Meier bär hat auch geschaut, dass das musikalisch durchfällt und seine Verehrer ... Es ging schon auch gegen den Musiker-Wagner Es gab keine Frage.
00:17:30: Dieser Skandal war nicht nur, aber er war vor allem einmal inszeniert aus formalen Gründen.
00:17:38: und dann eigentlich nach dem Wagen der dritten Aufführung, die Joppa zurückgezogen hatte, gab es sehr wohlwollende Kommentare.
00:17:48: Er kann ja gerne seine musikalische Revolution machen, aber bitte nicht bei uns in Paris!
00:17:52: Der hat abgezogen und gesagt, danke in Paris spiele ich nicht mehr.
00:17:58: langfristige Konsequenzen gehabt.
00:17:59: Wie haben es die Franzosen heute so mit Wagner?
00:18:03: Die Franzosen lieben Wagner mittlerweile, ja und mittlerweile gehen sie halt ins Ballett, wenn Ballett angesetzt wurde.
00:18:09: also da gibt's jetzt keine Probleme... Und
00:18:13: dann lassen ihre Trillerpfeifen auch eher zu Hause?
00:18:15: Ja schon!
00:18:16: Obwohl ich meine das was wir anfangs gehört haben Salzburger Felsspiel Publikum, also das können die Franzose auch nicht wissen, weil Revolutionen sind sie überhaupt sowieso immer, immer an erster Stelle.
00:18:26: Also die protestieren schon auch wenn in einer Inszenierung nicht gefällt.
00:18:30: also da gibt es schon heftige Publikumsreaktionen.
00:18:33: aber das also Wagner ist jetzt nicht mehr betroffen davon.
00:18:37: Wir bleiben eh in Paris.
00:18:39: springen wir davor in der Zeit wieder ins Jahr neunzehntunderteizend.
00:18:42: Stravinsky's Les Sacres du Prantin gilt...also das ist mir auch schon oft untergekommen gilt als Der Skandal, die Skandaluhraufführung schlechthin.
00:18:54: Das taucht immer wieder auf?
00:18:57: Was ist da vorgefallen?
00:18:58: Ja, es ist ja interessant.
00:18:59: das Skandaljahr, also kurz nach dem Wiener Skandal der Ende März war im
00:19:06: Mai.
00:19:06: Schönberg-Skandal.
00:19:08: Das Warschenkonzert war schon der Gemägerskandal von Sacré du Prantin bei den Palé Rues in ...
00:19:16: Paris?
00:19:17: Kurz die Eckdaten, bitte.
00:19:18: Also Palerius waren eine ganz tolle Danzentruppe, also die bedeutendste Tanzkompanie der damaligen Zeit, die zum Großteil wirklich aus Russland kam.
00:19:29: Sehr geehrter Herr Agilev war der Impressario, der berühmte Danzer von Wassler-Fnirinski, der die wichtigsten Urrefführungen getanzt hat und im Falle von Sackerdiparanthal zum ersten Mal eine große Choreografie.
00:19:44: abgeliefert hat.
00:19:45: und der Schock war in diesem Fall wirklich doppelt.
00:19:49: Denn Stravinsky hat eine absolut radikale Musik geliefert, von der irgendjemand einmal gesagt hat das war die Atombombe der Musikgeschichte.
00:19:58: Dieses Stück war so radikaler?
00:20:00: Los sagt du die Brander!
00:20:01: Also das Frühlingsopfer.
00:20:02: Stravinski hat seine Karriere absolut dem Diagelef zu verdanken denn er hat ihn im Jahr zehn geholt.
00:20:09: Das war der Feiervogel.
00:20:11: Da arbeitet er noch mit spätromantischen Mitteln, impressionistischem Mitteln und nur zwischendrin mit sehr stammfenden rhythmischen Modernismen.
00:20:20: Dann das nächste war schon ein bisschen radikaler, das war Petruschka Das war die große Nijinski-Premiere, die hat mit dem Petruschi einen wahnsinnigen Charakter auf die Bühne gebracht als Dänzer.
00:20:31: Und dann, in den letzten drei Jahren, hat es eben geheißen Sie machen jetzt etwas ganz Radikales und da war die Choreografie allein war schon dermaßen provokant für das Publikum, dass es gar nicht mehr so gegen diese Adernbaum bei der Musikgeschichte gegangen ist.
00:20:54: Sondern auch gegen die Choreografie.
00:20:57: denn Nischinske hat etwas gemacht Was davor niemand gewagt hat, wenn wir uns vorstellen das große schöne französische Valet mit Spitzentanz und so weiter.
00:21:06: Da haben alle auf den Fersen getanzt zum Teil.
00:21:11: Das waren unglaubliche akrobatische Übungen.
00:21:15: Szenen aus dem heidnischen Russland wird dann ein junges Mädchen ausgewählt und geopfert am Schluss dem Frühlingsgott.
00:21:23: Also ganz brutal in jeder Hinsicht!
00:21:26: Und das
00:21:27: war heute nicht... In
00:21:29: der heutigen Sicht ist das alles nicht
00:21:30: mehr.
00:21:32: Da sieht
00:21:32: sich das dann eigentlich durch die Musikgeschichte, dass immer wenn irgendwas ein Pistall anders gemacht wurde oder dann tanzen die Ballerinas mal nicht auf den Zehnspitzen sondern auf den Fersen Skandal.
00:21:44: Dann ist das Ballett einmal nicht im zweiten Nackt, sondern im ersten Nackteskandal.
00:21:49: also demnach dürfte er ohne Skandale... gar keine Innovation stattgefunden haben in der ganzen Kulturgeschichte?
00:21:57: Das kann man so nicht sagen, weil natürlich manche neuen Dinge sind ja begeistert angenommen
00:22:03: worden.
00:22:04: Und manche nicht.
00:22:05: Wir kennen uns auch aus dem Konzert, wie Schwerhards Anton Bruckner gehabt seine wunderbaren Symphonien an den Mann zu bringen und da waren bei der Euroführung der dritten Symphonie im Musikverein, waren am Schluss vielleicht nur mehr zwanzig Leute im Saal und die anderen haben lachend den Saal verlassen.
00:22:21: Also etwas was neu war war natürlich immer möglich dass das Publikum gesagt hat Das ist mir jetzt zu viel Das ist mir zu drastisch.
00:22:30: Im Fall von Sakre war eben die doppelte Bandage, dass die Musik absolut radikal und neu war... ...und die Choreografie auch!
00:22:38: Und Stravinsky hat dann nachdem die erste Konzertaufführung von Sakra de Prandon ein paar Wochen nach der Pariser Premiere des szenischen Produktionen, war ein Riesenerfolg.
00:22:51: Also die Musik ist in ihrer Radikalität doch angenommen worden und er hat dann irgendwie gesagt ja aber der Nischinsky hat ein paar x- und rohbeinige Lolitas auf die Bühne geschickt, die da auch von abgehüpft sind.
00:23:04: Und hat alles auf den Nischinski geschoben.
00:23:06: also ganz so war es nicht.
00:23:07: das war schon auch die Kombination aus beiden.
00:23:11: Aber dann hören wir uns das doch mal an!
00:24:07: Das wars also was die Partie so erzürnt hat?
00:24:10: Die Kombination dieser radikal neuen Musik Choreografie, die einfach alles ... Lassi Fid ist anders.
00:24:20: Das kann man wirklich überhaupt nicht vergleichen.
00:24:21: Das hat er so mit schönem Ballett im weißen Gewendern
00:24:27: gar nichts mehr
00:24:27: zu tun.
00:24:28: Es ist Nichtschwanensee?
00:24:29: Es ist Weißgott-Nichtschwansee.
00:24:32: Man muss sagen, der größte Held dieses Tages oder dieses Abends war ein Dirigent, der nachher noch einen ganz großen Namen bekommen hat.
00:24:42: Das ist Pierre Monteu Der junger Mann damals war, der die Nerven besessen hat.
00:24:48: Obwohl eigentlich schon ... Fast vor dem Aufgehen des Vorhangs die Proteste leise begonnen haben.
00:24:54: und wie der Vorhang dann offen war, man hat teilweise die Musik nicht mehr gehört.
00:24:58: Und Monteur ist es gelungen diese hoch komplizierte Partitur wirklich bis zum letzten Ton durchzuspielen.
00:25:06: Das heißt die Aufführung ist unter geäftigen Zurufe von Nischinsky von der Bühne dass die Tänzer nicht aus dem Dach kommen und so.
00:25:13: also das muss da wahnsinnig zugegangen sein.
00:25:15: Monteur hat's geschafft er ist mit diesem Stück Fertig geworden.
00:25:18: Eine absolute Meisterleistung, hat dann noch drei Aufnahmen dieses Stücks gemacht in seiner langen Karriere die bis heute fast die besten sind.
00:25:28: das gibt also man braucht natürlich auch schon so wie jeder andere Kabelmeister hätte abgeklopft und die Aufführung hätte nicht stattfinden
00:25:34: können.
00:25:35: Bei den Kritikern ist es ja damals auch durchgefallen also nicht nur beim Publikum.
00:25:39: Und es gab da einen Kulturkritiker der ihn Löffiger Rowe darüber geschrieben hat.
00:25:44: er hat geschrieben mit der Inszenierung Bezog sich vor allem auf die Choreografie, mit der Instinierung sei der Höhepunkt der Dummheit erreicht.
00:25:52: Aber es ist interessant.
00:25:54: er hat sich auch über das versnoppte Pariser Publikum ausgelassen und darüber dass es eigentlich recht einfach sei diesen Publikums alles möglich als Kunst zu verkaufen.
00:26:05: nur damit ist Stravinsky soweit gegangen.
00:26:08: also sagen diesen Snops kannst ihr alles bieten aber Das ist jetzt zu weit gegangen.
00:26:14: Und ich habe dann einen Artikel in der New York Times gelesen, wo das auch zitiert wurde und es gab eben eine richtige Mediendebatte eigentlich.
00:26:22: Und New York times schreibt, dass Le Figuero die Stimmung auch aufgeheizt hätte dadurch und dafür gesorgt hat, dass der Protest über mehrere Abende weitergegangen ist.
00:26:33: Haben wir da einen frühen Fall von medial aufgeblasenen Shitstorm?
00:26:39: Ja, heute auf Neuhoch-Deutsche heißt das so.
00:26:44: gemacht das Skandal bis zu einem gewissen Grad.
00:26:47: Es war ein Riesen-Skandal bei der Oderfüllung, das kann man überhaupt nicht leugnen.
00:26:51: und nur die Geist des Gegenwart von Monteu ist es überhaupt bis zur Ende gekommen.
00:26:56: aber es sind dann natürlich die Leute gekommen und wollten das sehen weil das ist ja unglaublich spannend wenn etwas eine derartige Reaktion wird.
00:27:04: Das waren in der Premiere schon die beiden großen französischen Komponisten in der damaligen Zeit, nämlich Klo Debussy und Maurice Ravel waren an Wesend.
00:27:13: Und die haben das natürlich mit ganz... Die denen hat es vielleicht optisch auch nicht gefallen was Nijinski gemacht hat!
00:27:20: kann sein, aber eben um noch mal darauf zurückzukommen was Stravinsky geleistet hat mit diesem Stück also das er sozusagen eine ganze neue Welt aufgerissen hat an Möglichkeiten für die musikalische Moderne.
00:27:33: Das haben Debussy und Ravel natürlich absolut durchgeschaut und in Fachkreisen eben ist diese Partitur gehäftig diskutiert worden und schon als das Juwel behandelt wurden dass sie letztlich auch war.
00:27:46: Das Publikum halt ein bisschen länger gebraucht.
00:27:47: Aber wie gesagt Im ersten Konzert waren sie dann schon begeistert.
00:27:50: Vielleicht hat das Kandali auch dazu beigetragen, dass es geworden ist was heute ist?
00:27:54: Das mag schon sein!
00:27:55: Also
00:27:56: weil gerade Rückblickend sind Skandale ja super.
00:27:59: Sie schaffen Publicity und sie schaffen tolle Erzählungen.
00:28:03: allein, dass wir jetzt eine Podcastfolge nur über solche Tumulterzählungen machen können.
00:28:07: Ist natürlich guter Stoff.
00:28:09: wie sehr glaubst du sind diese... sogenannten Skandale auch erst in der Überlieferung zu solchen Skandalen geworden.
00:28:20: Also dass wir sozusagen heute von diesem, ich glaube das Sacre-Skandal war wirklich ein Skandal.
00:28:26: Der Thannhäuser-Skanal war wirklich einen Skandal.
00:28:29: Die Gründe sind halt immer unterschiedlich und Sacre war zum Teil ein wirklich musikalisch künstlerischer Schock
00:28:40: Ja, aber das trägt doch auch zum Gründungsmythos der Moderne bei.
00:28:44: Das ist ja praktisch dass man sagen kann ach mit diesem Skandal hat alles begonnen!
00:28:48: Also das klingt wie etwas was im Nachhinein geschrieben wird.
00:28:51: Ja, das stimmt natürlich absolut.
00:28:54: wir kommen dann noch einmal darauf zurück.
00:28:56: es ist nämlich ganz witzig dass die Proteste dann oft in die andere Richtung gegangen sind.
00:29:00: aber das machen wir ein bisschen später.
00:29:02: Jetzt würde ich gerne noch auf einen Muster hinweisen weil wir hatten da jetzt ein paar Beispiele und da gibt's gewisse Parallelen.
00:29:08: also wir hatten zweimal das Jahr und wir haben zweimal die Pariser.
00:29:12: Kann man daraus schließen, dass die Franzosen eine sehr aggressive Beziehung zu musikalischen Neuerungen vor allem zum Panzer haben?
00:29:22: Aggressiver Stimmung war die da in der Luft lag?
00:29:25: Ja, ist ein großes Skandal.
00:29:28: Es war einmal Wien, einmal Paris und wir können jetzt noch ein paar Wochen später mal die Uraufführung des zweiten Klavierkonzerts von Sergei Prokofiev wo er selbst am Klavier saß in Sankt Petersburg Und das ist auch ein sehr wildes Stück und da kam es zu tumulten und einer hat ihn eingeschrieben.
00:29:47: Das ist ja ein wildes Tier!
00:29:49: Also das war alles.
00:29:52: Man sieht schon, dass die
00:29:53: Zeit ... War das vor dem Ersten Weltkrieg die Aggression, die da war?
00:29:58: Sogar das kann stimmen.
00:30:00: Dass die Situation sehr aufgeheizt war in jeder Hinsicht abgesehen davon.
00:30:04: Wir müssen überlegen, was da los war auch in der bildenden Kunst.
00:30:10: Es ging ja überall, ist alles explodiert und plötzlich war der Expressionismus da.
00:30:15: Und plötzlich wurde atonal zum Teil die Bilder abstrakt.
00:30:21: Gerade wenn wir Stravinsky anschauen und Picasso, der auch Ausstattungen für Stravinski-Ballette gemacht hat.
00:30:30: Das geht so schön parallel die Entwicklung.
00:30:33: Also das War-Explosiv von Dreizehn war natürlich ein sehr starkes Jahr wo sich viel geöffnet hat aber wie du sagst vor dem Ersten Weltkrieg.
00:30:41: es kam dann der Krieg Und das hat alles auseinander gerissen.
00:30:46: Das sehen wir ja ununterbrauchend alles zum Zusammenbruch bringen.
00:30:51: Und da interessiert sich dann niemand mehr für die künstlerische Entwicklung und ob das auf sieben, acht oder tagt ist oder nicht.
00:30:57: Und ob wer gut gerufen hat?
00:30:58: Ja, das ist schon gar nicht.
00:30:59: Warum
00:31:00: macht man es... also warum ruft man denn überhaupt Buch?
00:31:03: Also ich würde jetzt gerne so zum Psychologischen kommen!
00:31:06: Was geht in jemandem vor?
00:31:08: Was bringt einen dazu, seinem unmotoren Ausdruck zu verleihen.
00:31:11: Weil ich denke mir wenn mir was nicht gefällt dann gehe ich halt.
00:31:14: und meistens heutzutage sieht man ja auch dass vielleicht in der zweiten Hälfte nach der Pause das Saal ein bisschen leerer ist als in der ersten.
00:31:21: Wie geht es mir wenn ich bis zum Ende bleibe um dann noch berufen zu können Und was sagt es über einem Menschen und sein Kunstverständnis
00:31:30: aus?
00:31:31: Naja, oft bleibt es ja nicht bis zum Ende.
00:31:33: Wir haben beim Skandal-Konzert, beim Watschenkonzert gesehen, dass das Konzert unterbrochen worden ist, weil die Leute mitten hineinrandeiliert haben.
00:31:39: Das gibt's natürlich auch!
00:31:40: Da sind spontane Reaktionen, wo wir haben zuerst darüber geredet eben... Die Frage ist, wenn ich jetzt begeistert reagieren darf mit mir der Schluss eines Stücks gefällt?
00:31:51: Wenn ich so aufgeputzt bin dann schrei' ich bravo und bring eventuell mal... Also da gibts die Standing Ovationes.
00:31:58: Warum kann ich nicht auch...?
00:32:01: während eines Stückes, wenn ich es als provokante Pfinge finde mich äußern.
00:32:07: Es ist so wir haben einen gewissen Verhaltenskodex und den müssen wir immer irgendwie wahren.
00:32:19: Mozart hätte das ganz komisch gefunden Wenn wir bei einer Symphonie oder einem Klavierkonzert vom ersten Ton bis zum letzten Ton des letzten Satzes gewartet hätten bis wir anfangen zu applaudieren.
00:32:32: Der war gewöhnt, dass man mittendrin, wenn er eine gute Point war, haben die Leute applaudiert.
00:32:39: Und wenn das ausgeblieben ist auch in der Oper selbstverständlich ist nach einer gelungenen Aree wird bis heute applaudiert, wenn es da einen Schluss gibt und manchmal halt nicht, aber da ist noch ganz was anderes also wenn Puccini in einer Aufführung von der Boheme war Und der Tenor, also im ersten Akteare für Eiskalt ist das Händchen wunderbar gesungen hat.
00:33:06: Und war riesen Applaus.
00:33:08: und in Italien ist dann Autore, Autore gerufen worden.
00:33:12: Dann hat er den Puccini aus der Kulisse geholt und er hat sich für die Musik mitverbalkt.
00:33:17: Das können wir uns heute überhaupt nicht vorstellen!
00:33:19: Wir wollen den Komponisten
00:33:21: sehen?
00:33:21: Ja, aber es ist natürlich auch so dass wir kaum mehr Kompонisten haben, die man unbedingt aus der Kalise holen möchte.
00:33:28: Da muss man auch sagen... Das war ein vollkommen anderes Verhältnis, so dass eine Aufführung unterbrochen wird.
00:33:35: Weil die Begeisterung groß.
00:33:36: Aber es wird ja auch heute noch geboten.
00:33:38: und meinst du das?
00:33:41: Wenn's den Publikum erlaubt ist zu jubeln und zu klatschen dann muss es dem Publikums auch erlaubт sein umgekehrt zu bohren wenns einem nicht gefallen hat.
00:33:49: Bist du an gewissen Grad?
00:33:50: Ja ich meine wir haben gehört am Anfang diese Missfallkundgebungen nach der Reade-Premiere.
00:33:57: Es is' das Das einzige Ventil, ein primären Applaus haben wir schon angedeutet.
00:34:04: Es ist das einzige Ventile, dass das Publikum hat um sich zu wehren gegen Missstände.
00:34:09: und wenn man mich fragt was heute an Inszenierungen angeboten wird isst ein einziger Missstand.
00:34:22: Und
00:34:22: wenn das Publikum das auch so sieht dann Dann hat es ausschließlich am Premieren Abendgelegenheit, das zum Ausdruck zu bringen.
00:34:34: Es ist doch
00:34:36: ein Premierenphänomen?
00:34:38: Ich glaube nicht, dass es heute im Konzert ... Oder eben bei einer normalen Reparataraufführung, also Buhrufe.
00:34:46: Ich meine es gibt ganz ungehörige Sachen.
00:34:48: wenn man jetzt sagt denor xy versagt bei einem hohen Ton Also dass dann ein Buch hineinschreit da muss ich sagen Lieber Freund das haben wir jetzt alle gehört dass der Szene gesessen ist Da muss sich dem nicht auch noch einen Buhrup entgegenbringen.
00:35:04: Das sind Dinge die ungehäuerig sind, das ist gar keine Frage.
00:35:07: Es kommt glaube ich auch nichts so oft vor Was das Problem ist, wenn man zum Beispiel ... Das ist auch in Wien passiert vor einiger Zeit bei einer Mozart-Premiere.
00:35:18: Wo man das Gefühl hat die Besetzung jetzt nicht so rasend tauglich aber sie kommen irgendwie durch.
00:35:24: Das ist bei einer Premiere relativ wenig Aber gut Sie kommen durch.
00:35:27: Wenn dann noch zwei drei Leute glauben sie müssen da jetzt ein bisschen nachhelfen und nicht wahnsinnig gelungen, einen großen Aree der Sobranistin laut beginnen bravo zu rufen dann provoziere ich das Publikum.
00:35:41: Das sagt am besten wäre jetzt gewesen nichts zu applaudieren.
00:35:44: natürlich ist es immer das beste.
00:35:46: so sagen die das schlimmste was passieren kann.
00:35:49: es bringt einer eine leistung und sie sitzen da und machen
00:35:54: nichts.
00:35:55: also du meinst auch fürs opernhaus wär das kein wünschenswertes ergebnis dass die leute eher heim gehen als bud zu rufen
00:36:01: Nein, das wäre die ärgste Strafe.
00:36:05: Weil es bedeutet, dass ihnen die Kunst nicht mehr so viel bedeutet?
00:36:07: Dass sie dann noch zu einer Meisterung fähig wären.
00:36:10: Selbst das oder sind zivilisiert genug ... Aber es sitzen immer zwei, drei drinnen und die finden, das war jetzt großartig!
00:36:18: Und dann provozierst du ein Kennerpublikum natürlich.
00:36:22: Wir hätten nichts gemacht.
00:36:24: aber wenn die bravo schreien anfangen muss man schon sagen na ganz so ist das nicht.
00:36:28: Also da gibt's schon auch eine Wechselwirkung im Publikum.
00:36:31: Ja, also vielleicht gibt es auch nicht die eine Wahrheit.
00:36:33: Ob's jetzt gut oder schlecht ist?
00:36:36: Ja ja aber es gibt Beispiele wo man sagt...
00:36:38: Die kennt
00:36:39: ja das HEC nicht!
00:36:40: erwischt und gigst, dann ist es falsch.
00:36:43: Und dann macht man Häuflichkeitsablausen.
00:36:46: Der Rest hat er ja gut gesagt und vorbei wird gar nichts passieren.
00:36:50: Wenn da natürlich eine Klage anfängt bravo zu rufen, kann leicht sein dass ein paar andere das durchgeht und die sagen so nicht.
00:36:58: Ich hätte jetzt zwei Beispiele für dich.
00:37:00: Zwei relativ rezente Beispile und hätte da gerne um dein moralisches Urteil gebeten.
00:37:08: Also, erstens.
00:37:09: Im Jänner zwanzig sechsundzwanzig Anfang dieses Jahres hätte Roberto Alanya am Royal Opera House in London Touran d'Ot singen sollen.
00:37:18: Er ist dann krank geworden und nach dem ersten Akt hat er abgebrochen also der erste Akt den hat er noch gesungen und den zweiten dann nicht mehr?
00:37:26: Ich glaube nach dem zweiten Akt Ja, das ist jetzt dreijachtig.
00:37:30: Also auf jeden Fall hat es nicht zu Ende gesungen und hat dann einen anderen einspringen müssen.
00:37:34: und dieser Einspringer hat die beliebte Aria Nessun Dorma ausgelassen weil sie war ihm zu schwer Und daraufhin gab's einige Burufe.
00:37:46: Ist das okay oder nicht?
00:37:48: Naja, das ist die Dieburu.
00:37:50: Wir gelten ja gar nicht dem der da eingesprungen ist sondern eigentlich der Direktion, die sagen müsste also gut geht nicht.
00:37:56: wir geben euch das Geld zurück und brechen die Vorstellung ab hat es ja auch schon gegeben.
00:38:00: Aber wäre das gerechtfertigt?
00:38:01: deswegen einer Aria dass man sagt die Vorstellungen erklären wir für nichtig weil diese Aria hat gefehlt.
00:38:09: Nein, es ist ja mehr als das.
00:38:12: Es geht das da ab und man kommt zurück und erwartet jetzt den dritten Aktaturen.
00:38:18: dort Ohne Ness und Trauma ist ... Was ich nicht.
00:38:25: Wie ein Einspender ohne Schlagobers, ja?
00:38:27: Also geht nicht!
00:38:28: Ja für
00:38:29: alle Hörerinnen und Hörern die nicht wissen was ein Einsspender ist kannst du kurz einen Kaffeehauskunde geben.
00:38:35: Ein kleiner Schwarzer mit einem Schlag-Obershauber
00:38:38: Und ein kleiner Schwarze ist ... Das ist
00:38:40: ein starker Kaffe
00:38:43: Mit Schlageobershauben.
00:38:44: Du meinst es okay in dem Fall... seinen Umut rauszulassen, auch wenn es dieser arme Einspringer dann zu
00:38:51: spüren kriegt?
00:38:52: Ja der hat das gar nicht.
00:38:53: Ich habe das nachgecheckt.
00:38:55: er hat aus der Kulisse gesungen und eine als unbekannter Prinz verkleidete Abendspielleiterin hat das im Kostüm des Roberto Alania gespielt.
00:39:06: also ist ein bisschen ein beiliches Situation.
00:39:09: Es ist einfach blöd gelaufen kann man sagen?
00:39:10: Ja es ist blöd
00:39:11: Gelaufen.
00:39:11: und dass da die Leute sagen jetzt ist ja Krassballtheater eigentlich nicht ganz falsch.
00:39:16: Ich meine, wir haben solche Sachen erlebt.
00:39:18: Ich meine ich erinnere mich doch gut mit der Wotan in der Wahlkürbepremiere die Stimme verloren hat relativ bald im zweiten Akt das mit Mühe über die Runden gebracht hat und im dritten Akt musste nur... Das war dann jemand der diese Partie wirklich singen konnte Stimmlos gewordene, hat die Inszenierung gespielt und derart am wirklich aus der Kulisse gesungen.
00:39:44: Kann ich machen?
00:39:44: Ich muss eine Ersatzvornahme machen oder sowas.
00:39:46: die Premiere um das drüber zu bekommen sagt auch kein Mensch.
00:39:50: sind dann beide bejubelt worden.
00:39:52: Das ist irgendwie professionell, so professionell es geht erledigt worden.
00:39:56: Not tabene und das ist wieder angewandtes Wien.
00:39:59: Wo kam der einspringende Wort dann her?
00:40:02: Man hat gesucht wer könnte da singen und das war der Helebrand.
00:40:05: und der Helebrand war gerade am Wirstelstand, hat Gott sei Dank sein Händen hingegangen.
00:40:09: Hat doch gesagt noch gut singe dritt nach.
00:40:11: Praktischerweise!
00:40:12: Also ist gut gibt's ein braver Ruf.
00:40:17: Es gibt solche Sachen.
00:40:18: Und was die in Lohnung gemacht haben war offensichtlich sehr unbrauchlich.
00:40:21: Professionell.
00:40:22: Man muss sich dann immer fragen, wem gilt dieser Buchruf?
00:40:24: Genau!
00:40:27: Oder dem Haus oder vielleicht auch einfach dem Schicksal weil er halt an dem Abend die Vorstellung nicht so sein konnte... Ja
00:40:34: und ich hätte so gern Nessun Dormen gehört.
00:40:37: Ist du eigentlich ein Buchrufer?
00:40:41: Nein.
00:40:41: Also ja es geht dir gerne.
00:40:43: Ich habe das sowieso ausgeschlossen dass man einen Buch ruft und ich habe auch in meiner Stehplatzzeit relativ wenig Buch gerufen.
00:40:49: Es ist ganz interessant, apropos.
00:40:52: Wir wollten eigentlich auch besprechen wo Applaus an der falschen Stelle ist.
00:40:59: Man hat mir einmal nachgesagt dass ich in einer Vorstellung von Jennifer von Janacek da gibt es im dritten Akt wenn die Küsterin abgeht ein riesiges crescendo en tour accord wirklich im Raum stehen bleibt.
00:41:19: Und dann ist eine wahnsinnige Spannung und eine Generalpause, und dann geht es ganz sanft weiter in das Schlussdrehen.
00:41:26: Genau in diese Pause hat einer hinein abplatiert!
00:41:30: Und dann kam ein Zwischenruf trottelt.
00:41:38: Und der ganze Stelplatz in der Stadt, so war ich gesagt, das war der Sinkowitsch ...
00:41:41: Hat überhaupt
00:41:42: nicht gestanden!
00:41:44: Was will man?
00:41:46: Ich muss zugeben... Ich fahre die Bemerkung
00:41:51: richtig.
00:41:53: Ich muss
00:42:20: jetzt... Ich habe noch ein zweites Beispiel!
00:42:41: von einem Buhnruf im März, in der Wiener Staatsoper.
00:42:45: Anna Netrebko hätte in Nabucco singen sollen.
00:42:48: Sie ist krank geworden und ist für den Abend ganz ersetzt worden.
00:42:51: Und dann gab es eine Einspringerin und ich zitiere jetzt was unser Kollege Walter in der Presse geschrieben hat.
00:42:59: Ohren- und Augenzeugen berichten von erheblichen Buhrufen und chemischen Lachern zwischendurch.
00:43:05: Schahnweise gehen die Leute ein paar Buhnen aber noch bis zum Schluss.
00:43:09: Ist das okay oder nicht?
00:43:11: Nein, also das ist ganz unmöglich.
00:43:14: Weil ich meine wenn jemand im Stande ist die Partie zu singen und halt nicht die Ananetrebko ist...
00:43:22: Das war wahrscheinlich
00:43:24: der Hauptfehler
00:43:25: dieser Sängerin Nicht-Ananetrepko zu sagen
00:43:26: Ja gut aber da hört sich der Spaß natürlich auf.
00:43:29: Also so jemanden auszubohnen Da gehört das Publikum-Ausgebot.
00:43:34: Natürlich ist es traurig, wenn man jetzt sehr viel Geld zahlt und will einen Superstar sehen und bekommt eine Sängerin, die kein Superstar ist.
00:43:41: Aber deswegen gut zu schreiben
00:43:42: ... Weil da stellt sich ja dann die Frage, ob man mit seinem Zweihundert Euro Ticket auch das Recht erkauft hat, seinen Unut der Ausdruck zu verleihen?
00:43:50: Aber du meinst nicht immer!
00:43:52: Nicht automatisch.
00:43:52: Ja
00:43:52: weil die künstlerische Leistung nicht stimmt aber in dem Fall ist das ein bisschen anders... Ich meine, das IST eine Heicke Aber ich glaube, ausjudizierte Frage die... Die Frage wenn eine Vorstellung geändert wird.
00:44:07: Also wenn da steht Ariadne auf Naxos mit Anna Netrebko und sie spielen weil die Netrebco krank wird den Schwanensee dann kriege ich mein Geld zurück.
00:44:16: Wenn Sie aber Ariadnisspiel mit einer anderen Sängerin bekomme ich mein Gelb nicht zurück.
00:44:20: Das ist so!
00:44:21: Ja das heißt du kaufst diese Vorstellungen?
00:44:22: Du kaufe
00:44:23: Ariatne auf nackt?
00:44:24: Du kaufs nicht das Recht eine bestimmte Sängerin zu sehen
00:44:28: und
00:44:28: schon gar nicht das Recht, eine andere Sänglerin deswegen auszubohnen.
00:44:31: Wobei es juristisch schon interessant ist, weil wenn an eine Treppe angesetzt ist in welcher Vorstellung?
00:44:38: dann kosten die Karten natürlich mehr als wenn jemand anderer angesetzt wird.
00:44:42: Und da wäre ich schon die Diskussion.
00:44:44: Ich kriege jetzt wenigstens den Restbetrag zurück oder so.
00:44:47: aber ich glaube begeb' ich bin kein Juristin.
00:44:49: Das ist ein dünnes Eis!
00:44:52: Du wolltest uns, glaube ich auch noch ein bisschen was erzählen über andere legendär durchgefallene Uraufförungen?
00:44:59: Ja!
00:44:59: Also es gibt die unglaublichsten Sachen.
00:45:02: Ein Stück, ein Erfolgsschück wie der Papier von Sevilla ist ausgebiffen worden bei der Uraufführung.
00:45:10: Also das ist für uns heute vollkommen unverständlich, aber natürlich viele Einversüchte leihen mit.
00:45:15: Da gab es einen Komponisten namens Paisiello, der dasselbe Stück des selbes Stück von Bommaschene wie den Papier von Civilia schon komponiert hatte und er hatte viele Fans und die sind alle hineingegangen um den Rossini fertig zu machen.
00:45:28: Aber es wurde trotzdem... dann das erfolgreichste Stück von Rosini und wird bis heute gespielt.
00:45:37: Wir haben es erst von der Klack gesprochen, das war früher so dass ein Sänger an den Opernhausen gabs auch in Wien Auf jeden Fall einen gewissen Betrag an die Klack bezahlen musste, dann haben sie an der richtigen Stelle applaudiert.
00:45:49: Die Klack das ist ein Verein oder wie funktioniert
00:45:52: es?
00:45:52: Ja ein Verein mehr oder weniger und da sind heute ein paar Gewifte und Kenner der Szene, die genau wissen wie man einen Applaus macht muss man auch können.
00:46:02: Also es gibt so Stellen bei manchen Opern, wo fast durchkomponiert ist.
00:46:08: Wo man weiß wenn man hier einsetzt geht der Applaus durch.
00:46:11: Wenn man eine Sekunde später einsetzt ist die Musik schon soweit dass das Publikum nicht mehr mitzieht und dafür brauche ich ein Klack.
00:46:17: Das machen die Fans heute von selber.
00:46:22: Wie kennen sich genug aus?
00:46:23: Von gewissen Sängern.
00:46:25: Was war eigene Ausbildung?
00:46:28: oft genug drin gewesen sein und merken, wo ist der Punkt?
00:46:32: Wo ist die Nachstelle?
00:46:34: Kann man sich das vorstellen wie Animateure, die dann drinstehen und ein bisschen Stimmung machen.
00:46:40: Wie im
00:46:42: Ferienclub in der Kinderdiskot
00:46:45: Wahrscheinlich, da war ich nie.
00:46:49: Kann ich mir vorstellen, dass das ähnlich ist?
00:46:51: Und natürlich kann man zum Danhäuser Skandal in Paris zurück.
00:46:55: Das waren ja auch verschiedene Klicken und Klacken, die gegeneinander und miteinander gekämpft haben.
00:47:02: Die haben Visitenkarten geschäftet.
00:47:05: Haben die Zahlen für ihr Ticket
00:47:07: müssen?
00:47:07: Nein, die haben ...
00:47:09: Oder an die eingeladen von Opa-Massen.
00:47:11: Die wirklichen Kenner wissen wie das mit den ... Applaus geht, die haben vom Chef der Klack die Stehplatzkarte gekriegt.
00:47:19: Okay!
00:47:20: Das ist ein gekauftes Like?
00:47:21: Es ist
00:47:21: nicht so lange her, dass es das gegeben
00:47:23: hat...
00:47:25: Ja genau!
00:47:27: Heute machen wir mehr Applaus beim XY weiter.
00:47:31: Letztes Mal ist er ein bisschen schlicht ausgeschrieben.
00:47:34: Also das gab es natürlich ja.
00:47:38: Und was hat es jetzt zu tun
00:47:42: mit dem Mit dem Papier, das da eben ... Also kann man schon organisieren.
00:47:46: Wenn man genügend Kenner dahin einbringt und die wissen wie man Skandal macht, dann wird es auch aus Skandal.
00:47:52: Das geht sich ... Es geht
00:47:53: in beide Richtungen?
00:47:53: Ja, es geht in beide Richtungen.
00:47:55: Man kann Applaudeure beschäftigen... Und man
00:47:58: kann auch Berufe natürlich!
00:47:59: Oder Leute, die Watschenaustelle.
00:48:01: Die Watschenaustellen sind
00:48:04: teuer
00:48:05: nicht.
00:48:06: Wir haben ein weiteres Bedeutend das Beispiel von einem durchgefallenen Oper, wo wir es nicht für möglich hätten.
00:48:15: Das war die Madame Bartowlei vom Puccini.
00:48:17: Ja und das gilt ja auch gewissermaßen als kalkulierter Tumult oder?
00:48:23: Was ist da genau passiert?
00:48:26: Der Puccine war zu erfolgreich!
00:48:28: Wir dürfen nicht vergessen dass die Premieren, die davor waren Manolesco, Laboem, Tosca Alle drei Welt-Sensationen, vor allem Bohemontoske sofort in den internationalen Reparatabbetrieb eingegangen.
00:48:43: Also haben schon die Feinde, haben schon schauen müssen.
00:48:45: Also dem müssen wir jetzt ein bisschen klein kriegen.
00:48:47: und da wurde wirklich ganz bewusst also das war eine Klag, die ganz bewusst gearbeitet hat gegen verschiedene Waren in den Hauptproben und Generalproben schon drin und die einen Bus bei der Stelle können wir was machen.
00:48:59: Da kann man ein bisschen lauchern, das ist ein bisschen lächerlich usw.
00:49:02: Das war also ein riesen und deutlich gesteuerter Messeerfolg!
00:49:06: Okay, die waren dann offenbar sehr einfallsreich weil ich kann da kurz wiedergeben was da für Dinge überliefert sind von dieser Uraufführung.
00:49:18: Tierenlaute und Vogelgeräusche gelächter pfeifen zwischen und das klassische Buu also Tierlaute finde ich schon sehr interessant hat es ist das hat etwas zu tun mit der Oper Aufgelegt?
00:49:32: Ja, es gibt ja Vogelgezwitscher bei Puccini.
00:49:35: Vor allem im Zwischenspiel in der ersten Fassung im Zwischenspiel zwischen Seiten und dritten
00:49:40: Akt.
00:49:42: Puccine hat dann er wusste das dass das Stück gut ist.
00:49:47: So viel Instinkt hat er gehabt.
00:49:49: Er hat ein paar Änderungen vorgenommen War so Sachen rausgenommen, ein bisschen was unkomponiert dem Tenor noch im dritten Akt eine kleine Aree hineingegeben.
00:49:59: Ganz wichtig aber sicher auch beteiligt an den ... Ich hab gesagt, das ist nichts zu machen.
00:50:06: Nachhinein
00:50:06: hat er diese ...
00:50:07: Ja ja, das war dann eben im Brescher.
00:50:11: ein paar Monate später glaube ich war diese bearbeitete Fassung der Butterfly ein Riesenerfolg und seit damals genauso oft gespielt wie Toska.
00:50:20: Vielleicht war die wirklich noch nicht ausgereift?
00:50:22: Naja, also es war schon eine deutlich gesteuerte... Also das ist auch ganz klar herausgekommen, dass es ein deutlich gesteuertes Unternehmen gewesen.
00:50:34: Gut, das heißt wir haben jetzt über gesteuerte Tumulte gesprochen.
00:50:37: Wir haben auch schon über gesteuerten Applaus gesprochen.
00:50:39: Bleiben wir doch beim Applaus!
00:50:41: Kommen wir zum erfreulichen Teil.
00:50:43: Du hast ja schon kurz angesprochen mit Zwischenapplaus und Szenenapplaus ist das so eine Sache?
00:50:51: Ja also wir aplatieren viel weniger noch als die vorherrige Generation vor allem nicht während Akten in der Oper zB.
00:51:03: Und schon gar nicht, und das ist ja auch etwas... ...schon gar nicht nachsetzen in Symphonien.
00:51:09: Das kriegen wir alle eingeimpft!
00:51:11: Das kommt überhaupt nicht die Wahl, du hast zu warten bis das Stück vorbei ist.
00:51:14: Alle vier Sätze oder alle fünf Sätze.
00:51:17: Das ist etwas wo wir die Komponisten seinerzeit wahnsinnig verwirrt und verärgert hätten.
00:51:24: Also zum Beispiel von Brahms ist überliefert, er war schon schwer kranker Mann, saß in der Musikvereinsplosche und wurde nach jedem Satz der vierten Symphonie gebeten dass er sich erhebt und verpeugt.
00:51:38: Es wurde immer applaudiert und ich habe schon erwähnt Mozart hat darauf gewartet das bei besonders geglückten Stellen hinein applaudiert wird oder zumindest Bravo gerufen wird.
00:51:51: Der schreibt den Papa ganz stolz aus Paris.
00:51:55: Ich habe mir das angeschaut, wie die da in Paris machen zum Beispiel am Amt.
00:51:58: Das letzten Satz von einer Symphonie fangen sie immer laut an.
00:52:01: Na was mache ich?
00:52:02: Fangen leise an!
00:52:03: Und er hat schon den Erfolg gehabt weil die haben gezischt und es leise begonnen hat.
00:52:08: Und für aber das Vortick haben sie applaudiert und worden.
00:52:11: Da war ein begeistert Schreibt er genau so.
00:52:13: Und ich war ganz stolz, dass ihm das gelungen ist, dass er die Pariser an der Nase herumgeführt hat.
00:52:18: Also stelle man sich vor heute nicht hinein, applaudieren.
00:52:21: Ganz unmöglich.
00:52:22: bei schönen Stellen und in der Opa haben wir es uns eigentlich auch abgewöhnt, kurz den Applaus zu geben.
00:52:31: Und es kommt auch ab... Ich meine, das klack gewesen ist Gott sei Dank vorbei!
00:52:35: Okay, die gibt's nicht mehr?
00:52:36: Nein, so weit ich weiß, gibts das nicht mehr.
00:52:39: Aber es kommt natürlich mit dem auch sinkenden Repertoire.
00:52:44: Wir spielen ja immer weniger verschiedene Stücke und die Leute lernen das nicht mehr wirklich kennen, jetzt ist es so, dass manchmal eine Aria aus.
00:52:54: Wenn die aussieht, kann man ablattieren.
00:52:56: Das gibt zwei Mozart-Opern?
00:53:00: Ja!
00:53:01: Dann ist es so, dass manche Operns sind durchkomponiert und ich weiss noch sehr gut wie das war, wenn Christa Ludwig als Orto die Bloggerin angesetzt hat, wo natürlich wir einen Tag überhaupt kein Applaus sein dürfen, Gottes Willen, Wagner oder Heilig.
00:53:14: Und auch keine Schlüsse ... Diese entweite Götter im zweiten Akt, da marschierte sie an die Rampe direkt vor den Souffleerkasten und hat das in den Saal geschleitert.
00:53:26: Das so applaudiert wurde dass damals bei der Premiere der Subilmeter natürlich unterbrochen hat.
00:53:33: mit Freude.
00:53:34: und dann habe ich unnächst einmal den Mitschnitt einer Premiere zehn Jahre früher unter Kahlböhm sehr streng war wie wir wissen.
00:53:40: Der hat auch unterbrechen müssen!
00:53:42: weil die Ludwig so einen Applaus gekriegt hat.
00:53:45: Also es ist heute, glaube ich, wirklich undenkbar.
00:53:47: Ein Moment wo das Publikum die Macht über den Dirigenten hört?
00:53:50: Absolut!
00:53:51: Ja jetzt aplatieren wir so dass du unterbrechst.
00:53:54: Aber es ist lustig, dass sozusagen in der Zeit, in der die Stücke und Opern entstanden sind, von den Komponisten durchaus mitgedacht war, dass das Publikum Gefühle hat und diese äußert.
00:54:05: Und heute gehört... Es ist ja fast ein Distinktionsmerkmal gebildeten und erfahrenen Klassikpublikum zu wissen, wann man nicht klatscht.
00:54:16: Also diese Zurückhaltung ist man ja dann stolz oder?
00:54:21: Wenn man eben nicht so ein... Trottel ist.
00:54:25: Ja, und man muss ja sagen es gibt ein paar Fallenstücke von Komponisten.
00:54:30: Ich halte ganz bewusst in der sechzigsten Symphonie hat im Finale so Generalpausen eingebaut dass man denkt jetzt ist aus und da Simon Rattle hat das unlässig mal vor ein paar Jahren in Wien wunderbar ausgekostet.
00:54:40: natürlich sind das Finale zweimal hinein abplattiert.
00:54:43: wenn am Schluss dann die Leute gar nicht taunt und da war's aber wirklich ausreichend Dann gibt es in der fünften Tchaikovsky, das passiert auch sehr gewitzigten Klassik-Freunden.
00:54:53: Im Finale gibt es eine Stelle.
00:54:55: Das ist zwar nur die fünfte Stufe, die dominante, aber es ist ein sehr deutlicher Hardwarekord.
00:55:01: und dann ist eine Generalpause bei den feinsten Gelegenheiten.
00:55:07: Der Karajan hat sich bei dem Applaus eingetreten, er ist einmal ungetreten und gesagt Danke meine Damen und Herren wir spielen jetzt noch den Schluss!
00:55:14: Das kommt in den besten Familien vor.
00:55:17: Also das sind so Fallen, die Komponisten dem Publikum manchmal stellen.
00:55:21: Ich möchte aber abschließend eines noch sagen... Es gibt
00:55:24: schon auch Möglichkeiten!
00:55:26: Wenn jetzt eine Aria toll gelungen ist und man weiß, da ist jetzt kein Schlusskomponent, sondern es geht sofort in die nächste Szene über Die Weltmeister auf dem Sektor sind immer noch die Italiener Und ich habe jetzt ein Beispiel vorbereitet Wo wir hören können, wie an der Mail in das Kaila.
00:55:46: In den späten fünftiger Jahren Josepe di Stefano den Kailaf in der Turandot gesungen hat.
00:55:52: Ness und Hormann.
00:55:54: Herzgesungen natürlich!
00:55:56: Nicht ausgelassen?
00:55:58: Und da gibt es keinen Schluss.
00:56:00: aber das Publikum der Mail weiss natürlich ganz genau wie man und wann man da applaudiert dass der merkt du warst toll ohne die Musik wirklich und die Vorstellung kann weitergehen.
00:56:13: Wir müssen nicht
00:56:14: unterbrechen.".
00:57:24: Und es geht weiter, aber alle wissen sie haben's großartig gefunden!
00:57:28: Ja und damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angelangt?
00:57:32: Danke auch unserem Live-Publikum hier im Blickele Kinder.
00:57:35: das erste Mal dass wir das versucht haben und ich habe das Gefühl ist es gut geworden.
00:57:48: Das war also unsere erste vor Publikum aufgezeichnete Folge.
00:57:52: Wenn es Ihnen gefallen hat, dann geben Sie uns doch fünf Sterne und abonnieren sie uns in der Podcast-App Ihres Vertrauens!
00:57:58: Und wenn Sie uns etwas mitteilen möchten – wenn Sie zum Beispiel auch gern bei einer Liveaufzeichnung dabei wären oder Fragen-, Anregungen oder Feedback an uns haben, dann schreiben Sie uns unter podcastatdepresse.com.
00:58:11: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
00:58:14: Ciao!
00:58:26: Mit Katrin Nussmeier und Wilhelm Senkowicz.
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