Taktlos to go: Beethovens „Für Elise“ ist fürwahr ein Rätsel

Shownotes

Es braucht nur wenige geklimperte Töne, um es eindeutig zu identifizieren – und doch ist Ludwig van Beethovens „Für Elise“ ein rätselhaftes Klavierstück. Gesichert ist an diesem Welthit erstaunlich wenig. Beethoven hat kein Wort zu dem Stück hinterlassen. Das Original ist verschollen. Und das größte Mysterium ist, wer die im Titel bedachte Elise gewesen sein soll.

Wer also war gemeint? Wie landete das Notenblatt 40 Jahre nach Beethovens Tod im Haushalt einer Münchner Lehrerin, wo ein Musikwissenschaftler es abgeschrieben haben will, bevor es für immer verschwand? Hieß Elise in Wirklichkeit Therese – oder gar „Esese“? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz ermitteln im Wien des 19. Jahrhunderts und zücken sogar ein Taschenklavier, um den Geheimnissen dieser Melodie auf den Grund zu gehen (denn ja, auch um die richtigen Töne tun sich Fragen auf). Dabei entdecken sie nicht nur, dass Beethoven mehrere potenzielle Elise-Kandidatinnen umworben hat (und dabei nur Körbe kassiert hat), sondern sie ergründen auch, warum „Für Elise“ so ein Klassiker werden konnte.

Klassik für Taktlose LIVE: Seien Sie dabei bei der ersten Live-Aufzeichnung des Podcasts mit Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz! Infos und Anmeldung hier.

Mit dieser Folge über Beethovens „Für Elise“ geht unsere kleine Serie in eine weitere Runde: In „Taktlos to go“ widmen wir uns den berühmtesten Melodien der Klassikwelt und den Geschichten, die dahinter stecken. Bisherige Folgen handelten vom „Cancan“ aus „Orpheus in der Unterwelt“, von der „Habanera“ aus der Oper „Carmen“, von Rossinis „Wilhelm Tell“, von Orffs „Carmina Burana“, der „Morgenstimmung“ aus Griegs „Peer Gynt“, von „La donna è mobile“ aus Verdis „Rigoletto“, von der berühmten Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus der „Zauberflöte“, von Pachelbels Kanon in D-Dur, von Richard Wagners „Walkürenritt“ und von Tschaikowskys „Schwanensee“.

Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.

Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.

Transkript anzeigen

00:00:00: Es gibt ein paar Stücke, lieber Willi.

00:00:23: Die können viele Leute am Klavier spielen auch wenn sie gar nicht klavierspielen können.

00:00:27: dazu gehört alle meine Entchen der Flo Walzer und für Elise

00:00:33: Ja wobei für Elise würde ich sagen können alle den Anfang

00:00:39: genau die ersten paar Töne die aber auch schon reichen um das Stück Ganz klar zu erkennen.

00:00:44: Identifizieren,

00:00:45: da keine Frage!

00:00:47: Gleich geht es weiter.

00:00:48: aber davor haben wir noch eine kurze Information.

00:00:51: Nämlich Klassik für Taktlose das hören Sie gern aber sie können uns auch anschauen nämlich demnächst zeichnen wir eine Folge live auf und sie können dabei sein

00:01:00: Genau am Abend des neunzehnten August im Blickle Kino.

00:01:04: Das ist ein wunderbarer alter Kinosaal im Belvedereinundzwanzig

00:01:09: Und wenn Sie dabei sein möchten, dann melden sie sich bitte an auf diepresse.com.

00:01:14: slash

00:01:14: taktlos.

00:01:15: Der Eintritt ist frei aber Sie müssen sich bitte amelben!

00:01:38: Ich glaube ja die Popularität dieses Stücks liegt zum Teil zumindest auch darin begründet dass die Wahrscheinlichkeit das wenn eine beliebige Person an einen beliebigen Klavier vorbeigeht, dass dann diese ersten Töne zumindest erklingen ziemlich hoch ist.

00:01:51: Ja, ziemlich hoch!

00:01:52: Also ich glaube das sind die Spielen dann entweder für Elise oder sie versuchen das Bach-Zedur-Prelodium wenn Sie ein bisschen fattgeschrittener sind und es kommen irgendwelche Buggy Rhythmen.

00:02:04: Über Für Elise wollen wir heute sprechen in dieser Folge von Taktlos to Go unserer kleinen Reihe über die berühmtesten Melodien der Klassik Geschichte.

00:02:13: Lieber Willi ist für Elise Beethoven von Ludwig van Beethoven sollten wir vielleicht dazu sagen, auch wenn das allgemein bekannt sein dürfte.

00:02:21: Ist dieses Stück für dich als Klassikkritiker eigentlich relevant?

00:02:26: Ja man kann nicht sagen dass es nicht relevant wäre.

00:02:29: ich meine es ist vielleicht nicht relevant wenn man Beethoven beurteilen möchte oder erklären möchte warum Beethoven so ein großer Komponist war.

00:02:38: aber die Relevanz ist dem stück deswegen nicht abzusprechen als es einfach eine der berühmtesten Nummern, wenn man das so sagt auf der Klassik geworden ist.

00:02:48: Obwohl man sagen muss, Beethoven sehr wahrscheinlich hundertprozentig wissen wir es nicht ob's vom Beethoven ist.

00:02:57: Aha!

00:02:58: Das ist spannend und wir kommen auch ganz gleich zu diesem Klassikkrimi denn zu erzählen gibt wenn man über für Elise spricht.

00:03:04: aber was ich noch fragen wollte Nummer so gesagt Was isst denn das eigentlich für ein Stück?

00:03:09: Ja das kann man schon deswegen nicht genau sagen weil Beethoven es uns nicht selbst überliefert hat, insofern als wir kein Manuskept diese Sticks haben und auch von Beethoven keine einzige Äußerung dazu.

00:03:23: Veröffentlich wurde es als Albumblatt für Elise.

00:03:27: Was ist ein Albumblatt?

00:03:28: Ein Album-Blatt, naja es gibt die Salonalben.

00:03:32: das war natürlich ab dem Biedermeier eine Sache dass so Drucksorten produziert worden sind wo nette Geschichten für Tons drinnen waren und weil natürlich in jedem bürgerlichen Haushalt auch ein Klavier stand die neuersten Noten oder irgendwelche Noten, die die Dame des Hauses oder auch der Nachwuchs, der Klavier lernen musste halt relativ bald spielen konnten.

00:03:57: Das waren dann die sogenannten Albumblätter und da kamen mit jeder Ausgabe ein zwei drei Stücke die man sich halt dann ins Klavieralbum zu Hause reingelegt hat, wenn man gefunden hat ja das möchte ich spielen.

00:04:11: Das heißt für Lisa war gedacht ein Stück für Klavierschüler und Klavierschülerinnen?

00:04:15: Das glaube ich nicht!

00:04:16: Also wenn die Legende stimmt... Dann war es eine Gabe, die Beethoven einer jungen Dame, die wahrscheinlich Elishe geheißen hat also Elisabeth genau wissen wir's nicht da kann man noch viel dazu erzählen die er möglicherweise verehrt hat oder vielleicht sich auch nur für eine nette Gabe bedanken wollte bei ihr, obwohl das ein eigenes Stück für so jemanden komponiert hätte.

00:04:39: Das ist eher unwahrscheinlich.

00:04:40: Beethoven hatte ja immer junge Damen angeschwärmt wie wir wissen und hin- und wieder hat er sich halt mit einem Albumblatt oder mit einem Klavierstück, mit einer Bagatell Wie man das auch genannt hat, Beethoven hat tatsächlich selber so genannt einige Bagatellen für Klavier veröffentlicht in verschiedenen Serien.

00:05:03: Also hin und wieder heißt sie den Drucken auch Bagatelle in A-Moll.

00:05:08: Wir wissen nicht wie er es genannt hätte weil wir das Manuskript nicht haben.

00:05:11: Wir kennen der Stück nur deswegen Weil ein Mann namens Noel Es vierzig Jahre nach Beethovens Tod zum ersten Mal als Albumblatt veröffentlicht hat.

00:05:21: Ich habe mir da auch ein bisschen was dazu notiert, ich finde das ist nämlich eine wahnsinnig spannende Geschichte.

00:05:26: Also komponiert wurde es, glaubt man so um achtzehn Zehen oder weiß man sogar genau?

00:05:32: Das behauptet null dass das auf dem Original-Manuskript von dem er's kopiert hat, das aber leider verschwunden ist wenn es das je gegeben hat steht das Datum eighteenhundertzehn drauf.

00:05:43: Gut also Beethoven war damals vierzig und hat in Wien gelebt gerade mittendrin in seiner Karriere, kann man sagen.

00:05:50: Also schon auf dem Höhepunkt war schon der berühmteste Komponist.

00:05:53: Er

00:05:53: hat sechs seiner neuen Sinfonien schon geschrieben und auch seine Opa Fidelio.

00:05:57: Ja dieses Albumblatt ist dann verschollen.

00:06:00: zumindest es wurde nie zu seinen Liebzeiten irgendwo erwähnt oder wäre veröffentlicht worden.

00:06:06: Und dann, achtzehn siebenund sechzig hat eben dieser Herr Nohl diese Noten entdeckt und zwar im Haus einer pensionierten Münchner Lehrerin namens Babette Bredel.

00:06:19: Und kennst du diese Geschichte?

00:06:21: Ja, ich kenne die Geschichte aber erzähl sie bitte!

00:06:22: Und dieser Babette-Bredel hatte einen Sohn und ihr Sohn der Pianist war... Der hatte eine ältere Freundin und diese Freundin namens Theresa Malfatti war eine Bekannte von Beethoven.

00:06:38: Das war eine junge Dame, die sehr angeschwärmt hat.

00:06:41: so viel ist sicher.

00:06:43: Die hatte dieses Notenblatt und hat dann ihrem Freund das vererbt.

00:06:49: Und dann ist es im Haus der Mutter des Freundes, also im Haus da Babettbredel gelandet.

00:06:53: Dann kommt der Musikwissenschaftler Nohl sieht das bei ihrem Haus, möchte es gerne haben darf er aber nicht mitnehmen weil sie gibt's ihm nichts sondern sie sagt er darf abschreiben und dann gerne publizieren.

00:07:05: Das macht er, er schreibt händisch ab nimmt das mit bringt das heraus.

00:07:11: Blöd ist nur, dass das Original, was er da gesehen haben will und abgeschrieben haben will danach nie mehr gesehen ward.

00:07:19: In der Schlamperei?

00:07:20: Der Papett untergegangen?

00:07:22: Sie hat es verschmissen!

00:07:23: Und ich finde das ein bisschen tröstlich weil wenn ich dann irgendwann mal etwas verschmeiße weiß nicht einen Abholschein von der Putzerei oder andere wichtige Dinge kann ich mir immer denken... Es war immerhin kein Originalbethofen.

00:07:37: Ja und deswegen die Geschichte ist natürlich wirklich sehr mysteriös.

00:07:43: und jetzt abgesehen davon, dass das eines der berühmtesten Klavierstiege der Welt wurde ist die Frage stimmt die Geschichte?

00:07:51: Man weiß es nicht.

00:07:53: Wenn es der Therese Malphati gehört hat was nicht unlogisch wäre weil wie gesagt das wissen wir das Beethoven eine Verehrung für die junge Dame hatte die damals in der Zeit achtzehntin siebzehn oder achtzehn Jahre alt war hat er dann für Elise geschrieben und nicht für Therese.

00:08:10: Also es gibt ja die grausesten Theorien, also das heißt dass Herr Nohl sich halt einfach in der Klaue von Beethoven, die ja wirklich eine Klauhe war, nicht ausgekannt hat und das ist eh für Thérèse heißen sollte.

00:08:21: Es gibt aber auch andere Theorienen, dass es doch eine Elisabeth, die oder die, oder die gewesen sein könnte, die Beethoven vielleicht auch angeschwärmt hat?

00:08:30: Nicht unwahrscheinlich kann alles stimmen!

00:08:33: Das heißt die Welt fragt sich, wer ist eigentlich dieser Elyse?

00:08:36: Ja

00:08:36: genau.

00:08:37: Oder ist es die Therese oder... Hab

00:08:40: es je eine Elysee?

00:08:42: Es hat im Umfeld von Beethoven mit Sicherheit auch junge Damen gegeben, die anschwärmenswert gewesen sind für ihn, die Elisabeth geheißen haben wobei Elise und Betty das war ja irgendwie gleich bedeutend.

00:08:57: Das waren die große Namen sozusagen für den langen Namen Elisabet.

00:09:02: Und ja, also die Möglichkeit besteht.

00:09:05: Eines ist sicher das was wir da am Anfang hören diese berühmte Bewegung Die ist sicher von Beethoven Denn sie findet sich auf einem Skizzenblatt in einem ganz anderen Umfeld und deutlich später als die von Null angenommenen Entstehungszeit die angeblich auf dem Monoskript draufgestanden ist.

00:09:38: Also, diese Skizzen stammen aus dem Jahr... ...Achzehn-Zwanzig, Achtzehn-, Zweiundzwanzig glaube ich.

00:09:44: Also warum betroffen das in einem späteren Stadium auf ein Skizenblatt noch einmal geschrieben haben sollte?

00:09:50: Da müsste er sich mit dem Stück irgendwie nachher mal beschäftigt haben was wieder angesetzt der doch einfachen Faktur dieses Klavierstücks eher unwahrscheinlich ist.

00:09:59: Also die Rätsel werden immer mehr, je länger man hineinforrscht!

00:10:03: Ja dann sollten wir vielleicht kurz ein bisschen Detektivarbeit anstellen oder zumindest den Theorien mal kurz ein bißchen nachgehen.

00:10:10: also Theorie Nummer eins es war nicht Elise sondern Terese.

00:10:16: das würde heißen Null hat sich verließen und hat aus einem T einen E gemacht.

00:10:23: Unwahrscheinlich finde ich.

00:10:26: Es ist nicht sehr wahrscheinlich, das kann man sagen.

00:10:29: aber tatsächlich wenn man sich ein Beethoven Manuskript anschaut es hat kaum jemand unleserlicher geschrieben vielleicht der Albernberg noch Aber ansonsten kann man kaum einen Komponisten so schlecht entziehen.

00:10:43: Das heißt allein dadurch ist es im Bereich des Möglichen.

00:10:47: Das würde heißen, dass Theresa und in dem Fall Theresa Malfatti die Adressatin dieser Nummer, dieser Bagatelle gewesen sein könnte.

00:10:56: Theresa Mulfati war auch eine potenzielle Heiratskandidatin.

00:11:00: Ich habe gelesen er hat ihr einen Antrag gemacht den sie aber abgelehnt hat.

00:11:04: Sie wollte lieber nur befreundet

00:11:06: bleiben.".

00:11:06: Ja, ja und das ist Beethoven ja des Öfteren so gegangen.

00:11:10: und ich meine wenn man das jetzt als albumblatt, schwärmerisches Albumblatt an eine junge Dame nimmt dann ist die Entstehungszeit um achtzehn zehn schon wieder sehr logisch denn in der Zeit trug sich Beethoven wirklich mit Heirats Absichten und er zu keinem Freund gesagt es holt ihm doch eine Braut besorgen, eine hübsche!

00:11:29: Vielleicht einen namens Elise?

00:11:54: Na ja, was auf jeden Fall für die Therese Theorie spricht ist dass sie dieses Notenblatt jetzt tatsächlich besessen hat.

00:12:00: Also sie hatte die Noten und irgendwie muss sie dazu gekommen sein möglicherweise eben als Geschenk von Beethoven selbst.

00:12:10: Wenn denn die Geschichte von Herrn Nohl stimmt?

00:12:14: Eben!

00:12:14: Und was gegen diese Theorie spricht ist das Nohl wo man jetzt überlegen muss wie glaubwürdig es ist explizit geschrieben hat, das Stück sei nicht für Therese geschrieben.

00:12:23: Also er hat es offenbar wirklich ausdrücklich ausgeschlossen.

00:12:26: aber wenn er die Schrift nicht lesen kann wie kann er's ausschließen?

00:12:31: Schwierig!

00:12:32: Aber vielleicht kommen wir zu Theorie Nummer zwei und zwar dass Elise kurz für Elisabeth Röckel steht.

00:12:39: Kennst du diese?

00:12:40: Elisabet Röckl?

00:12:41: Das war eine junge Sängerin in genau dieser Zeit debutiert hat als Dona Anna in einer Aufführung von Mozart's Don Giovanni mit großem Erfolg.

00:12:54: Da war sie, glaube ich, siebzehn.

00:12:56: also die muss schon wirklich eine tolle Sängerin gewesen sein.

00:13:00: Hat sich aber dann von der Bühne relativ bald verabschiedet weil sie geheiratet hat und zwar nicht Beethoven, der angeblich für sie geschwärmt hat sondern den Mozart-Schüler und Komponistenkollegen vom Beethoven Johann Nepomuk Hummel.

00:13:13: Okay, Beethoven wollte sie offenbar heiraten aber auch sie hat ihn abgewiesen.

00:13:18: Den Hummel genommen ja?

00:13:19: Also musikhistorisch gesehen ein schwerer Fehler.

00:13:22: Es muss halt auch menschlich passen lieber Willi.

00:13:25: Zwei Flöse!

00:13:26: Siebzehn war sie damals erst.

00:13:27: und was für die Theorie spricht ist gut dass sich Elise nannte eben kurz für Elisabeth das es durch Briefe überliefert.

00:13:35: Aber wie du schon gesagt hast das war offenbar einen häufiger Kurs namen.

00:13:39: viele Elisabetts wurden Elise genannt.

00:13:40: Ja und es gab sehr viele Eliserbetten.

00:13:43: Sie hat im Jahr eighteenhundertzehn Wien verlassen, was uns zur Überlegung bringen könnte, dass das vielleicht ein Abschiedsgeschenk gewesen

00:13:50: sein könnte.

00:13:51: Dann würde das Datum stimmen?

00:13:52: Aber was dagegen spricht ist die Geschichte der Noten.

00:13:55: wie sie dann zu Babettbredel zu dieser Lehrerin in München gekommen sind sollen.

00:14:00: dafür gibt es dann irgendwie keinen Weg, keinen Plan.

00:14:02: Aber es ist sowieso alles voller Rätsel in dieser

00:14:05: Geschichte.

00:14:05: Das größte Rätzel, das hat auch einmal einer von den Musikwissenschaftlern die sich damit lange beschäftigt haben mit all diesen Fragen gesagt – das größte rätzel bleibt die unglaubliche Popularität der

00:14:15: Stürze!

00:14:17: Wie siehst du das?

00:14:18: Es ist übertrieben….

00:14:20: Das kann man nicht sagen.

00:14:21: Ich kann nicht sagen dass es übertieben ist.

00:14:24: Jester Day von den Beatles ist eine Traumnummer, die ununterbrochen gesungen wird.

00:14:29: Ist der Ruhm übertrieben?

00:14:30: Können wir nicht sagen, weil die haben ja andere tolle Nummern auch geschrieben sozusagen.

00:14:34: Kann man nichts sagen!

00:14:35: Das

00:14:35: heißt du meinst bei Elisa könnte vielleicht auch so eine Dynamik überhand genommen haben, die nicht mehr erklärbar ist wo es dann nicht mehr um die Qualität des Stücks geht.

00:14:44: Ja wahrscheinlich auch deswegen, weil ihr das wieder gesagt hast... Verhältnismäßig leicht zu spielen ist.

00:14:49: Also wenn man Klavier zu lernen beginnt, kommt man bei den Stücken die von die Originalkompositionen vom bedeutenden Meistern sind relativ bald auf für Elise weil es halt so recht und schlecht doch irgendwie bald spielbar ist.

00:15:04: Und der große Vorteil dieses Stücks ist dass eigentlich drei Töne vielleicht sogar weniger völlig ausreichen ums zu erkennen?

00:15:11: Ja das stimmt ja wirklich.

00:15:13: also wenn man die ersten paar Tönen hört Dann weiß man sofort, jeder sagt das ist für Elishe und der Mensch hat gesagt habe ich schon gespielt.

00:15:26: Und freut sich!

00:15:27: Das ist sein Beethoven.

00:15:29: Das ist das eine.

00:15:30: Der Witz ist diese Halbtonfiguration mit der spielt Beethoven ja in dem Stück.

00:15:41: Weil wenn wir denken dass Stück beginnt so... ...und bei der Wiederkehr wiederholen sich die beiden Töne noch viel öfter.

00:15:59: Fast schon so ein Triller?

00:16:01: Fast schon wie ein Trillar.

00:16:03: und da muss man jetzt sagen, das ist eine in der Klassik ganz übliche Verwirr-Taktik.

00:16:10: Da gibt es ein ganz berühmtes Beispiel von Beethovens Lehrer und Vorbild Josef Haydn aus der Symphonie Nummer achtundachtzig.

00:16:18: Das Finale beginnt folgendermaßen dass man ein solches Motiv prägnant ist und einen solchen Motiv anfangen, repetitiv wiederholt und sagt na und?

00:16:41: Und wann geht es jetzt so?

00:16:43: Ja

00:16:43: genau.

00:16:44: Kommst du oder kommst nicht?

00:16:59: Das ist ein bisschen wie dieses Lied wo man... Und dann wirds jedes Mal mehr und irgendwas für bei siebenundzwanzigmal guck guck!

00:17:09: Man darf sich nicht erzählen,

00:17:11: sonst

00:17:11: fliegt man raus.

00:17:12: ja

00:17:13: E dis e dis eh.

00:17:14: Hast du schon gesagt, die fünf Töne mit denen für Elise beginnt?

00:17:18: Auch da habe ich eine wilde Theorie nicht aufgestellt sondern gefunden.

00:17:21: natürlich das Internet ist voller wilder Theorien und Musik- und Wilde-Theorien gibt es besonders viele Verbindungen und ich hab ein kleines Fable dafür muss ich ja auch zugeben weiß nicht wie's dir da geht.

00:17:32: Auf jeden Fall!

00:17:33: E dis E dis eh Man kann den Ton dies hier auch anders ausdrücken weil Da klingt ja gleich wie das S, ist nur eine andere Schreibweise.

00:17:41: Genau!

00:17:42: Das heißt man heute E-S-E-S.

00:17:45: Wenn man das S als Buchstabe S interpretiert hätte man dann ESSE geschrieben was ja immerhin schon drei von fünf Teilen aus immerhin zu sechzig Prozent Elise ausdrückt.

00:17:56: Ist vielleicht ein wirer Gedanke von jemandem der Töne in Buchstaben umgewandelt hat.

00:18:02: aber ist das eigentlich etwas Komponisten gemacht haben und das Beethoven gemacht haben könnte.

00:18:07: Also quasi schreiben mit Noten?

00:18:09: Absolut,

00:18:10: nein, also in diesem Fall ist es schon sehr weit hergeholt.

00:18:14: aber die Tatsache dass man so etwas schreiben kann mit Notern ist überhaupt nicht weit her geholt.

00:18:20: Das beginnt schon sehr früh, dass die Notennamen...also das geht jetzt auch mit Doremi Fasol, so kann man's verwenden Da kann man schon etwas schreiben damit.

00:18:31: Ich kann mit den deutschen Tornnamen, also CDEFG oder auch es kann ja mal CIS irgendwo vorkommen oder ASS nicht?

00:18:40: Also A-S-C-H.

00:18:43: Das heißt

00:18:44: Ash!

00:18:44: Nein, nein,

00:18:46: nein.

00:18:49: Es gibt die Böhmen eine Stadt, die heißt Ash Und aus der kam eine Geliebte von Robert Schumann.

00:18:56: Wie klickt denn das?

00:18:57: Spiel mir

00:18:57: kurz ASCH

00:18:58: an!

00:18:59: Das können wir anspielen.

00:19:01: Moment, ich habe ein Taschenklavier.

00:19:02: Ja ist ja

00:19:03: gut.

00:19:04: Also wie sollen wir spielen so A S C...

00:19:10: Also dieses Asch, dieses Städtchen kann man auf verschiedene Weise schreiben.

00:19:13: Man kann A S CH machen.

00:19:16: Das klingt dann so

00:19:20: oder man kann Ass CH machen.

00:19:24: Ging besser, finde ich.

00:19:26: Ich bin für ASCH.

00:19:27: Du bist für ASch?

00:19:29: Robert Schumann war für beide Versionen und verwendet das zum Beispiel in seinem Karnaval auf folgende Weise.

00:19:56: Schade dass man klassisch vertaktlos nicht den Noten schreiben kann.

00:19:59: aber diese ganzen Notenschreibversuche sind halt immer auf eine Sprache beschränkt.

00:20:03: also wenn ich das dann in einer anderen wenn ich diese Töne da nicht bei ihren deutschen Namen nenne dann geht es schon nicht mehr auf.

00:20:10: Ja Doremi Fasol kann man natürlich auch verwenden.

00:20:13: Ja,

00:20:13: wurde ja berühmterweise gemacht in Sound of Music.

00:20:19: Kennst du das?

00:20:19: Nicht?!

00:20:20: Okay Moment!

00:20:21: Wie alle ordentlichen Österreicher habe ich von Sound Of Music keine Ahnung...

00:20:59: Also, dass du das nicht kennst.

00:21:01: Das ist eines der größten Phänomene.

00:21:02: alle Amerikaner assoziieren Österreich mit Sound of Music und Edelweiß.

00:21:07: ich habe das nie gesehen weder als Film noch als Musical.

00:21:13: Die meisten Österreicher kennen das, glaube ich nicht.

00:21:15: Ich finde es ist wertgesehen zu werden allein damit man weiß was die Welt mit Österreich verbindet.

00:21:21: Dieses Lied Doremi auf jeden Fall macht ja etwas interessantes weil diese Töne und so weiter werden nicht nur angespielt in ihren jeweiligen Takten sondern es wird dann auch ein Wort jeweils verwendet dass so klingt wie eben Doremie.

00:21:36: also Re steht dann für Ray Ein Strahl, ein Sonnenstrahl und Tee ist Tee der englische Tee.

00:21:45: Also so kann man Kindern vermutlich ganz gut diese Töne beibringen.

00:21:50: Im Deutschen sind wir mit unseren Buchstaben da

00:21:54: besser bedient.

00:21:55: Man kann wahrscheinlich mehr damit machen.

00:21:58: Aber in der Gasse gibt es beides.

00:22:01: Es wird mit den Buchstaben so und so gespielt, und das werden quasi Geschichten erzählt oder Widmungen hineingeschrieben – vielleicht ESE, Elise?

00:22:12: Ich glaube nicht, aber möglich ist alles!

00:22:13: Und wenn wir jetzt schon wieder zurückgekommen sind zu für Elishe, worüber wir eigentlich sprechen möchten ... Urheberschaft beziehungsweise die, wer die Adressatin dieses Stücks war ist nicht das einzige Rätsel.

00:23:05: Das für Elise umgibt.

00:23:07: es wird nämlich auch debattiert ob der Herr Nohl, der das Stück ja dann wieder gefunden hat und in die Welt gebracht hat, nicht einen Ton falsch abgeschrieben hat.

00:23:20: Ja da gibt's auch Spekulationen oder einmal ein D statt einem E oder eine E statt einem D verwendet hat wobei Die Frage ist, es gibt sogar Spekulationen das Null, dass alles irgendwie selber konstruiert hat nach den in den Skizzen vorzufindenden Fragmenten.

00:23:38: Wo wir sagen, das sind Fragmente aus für Elise vielleicht sind's auch nur Ideen die Beethoven aufgeschrieben hat und die erst Null zu einem Stück amalgamiert hat?

00:23:47: Das wissen wir nicht genau!

00:23:49: Okay aber es hat auf jeden Fall dazu geführt, dass es zwei Versionen gibt die kursieren und zwar wo im Takt Nr.

00:23:56: sieben, das ist der letzte Teil der Hauptmelodie eben entweder ein E oder ein D zu hören ist.

00:24:03: Ich zücke wieder mein Taschenklavier.

00:24:04: Ja Also wir kennen alle die Melodie und wissen wie es hier endet.

00:24:08: Bei null ist die Melodie beginnend mit einem E geschrieben also dieser letzte Teil Während im Original-Skizzen einen Wurf den du genannt hast der im Beethoven Haus in Bonn liegt.

00:24:23: dort ist Die Melodie mit einem D notiert.

00:24:29: Was klingt dann besser, richtiger für dich?

00:24:32: Ich kann es nicht sagen.

00:24:33: Es kommen immer wieder solche Theorien und Überlegungen auch beim berühmten heute schon genannten C-Durpreludium aus dem wolltdembarierten Klavier vom Bach.

00:25:03: Da gibt's einen Takt den ein Forscher ergänzt hat weil er gesagt hat das stimmt nicht da muss da fehlt etwas.

00:25:10: Tatsächlich fehlt wahrscheinlich nichts.

00:25:13: Also da können die Leute nun trefflich streiten, ich glaube nur dass alle die im Stande sind für Elise zu spielen recht und schlecht froh sind wenn sie die Noten die da notiert sind wurscht.

00:25:26: ob mit D oder E richtiger Wischen?

00:25:28: Also wir lassen beides gelten!

00:25:30: Man kann glaub' ich beides gelten lassen.

00:25:31: ja

00:25:32: Könnte mal eruieren welche die beliebtere Version ist.

00:25:36: Beliebt ist das Stück auf jeden Fall Ohne Ende.

00:25:39: In Taiwan fährt die Müllabfuhr mit für Elise durch die Stadt in Sri Lanka, die tuk-tuks die Brot verkaufen.

00:25:47: Die hört man dann schon von weiten anhand dieser klingeltonartigen Interpretationen von für Elise und bei uns verzückt uns immerhin so manche Telefonwarteschleife.

00:25:58: Ja

00:25:58: das auf jeden Fall!

00:25:59: Man sollte vielleicht dazusagen.

00:26:01: ich meine es ist...in Wahrheit ist es ein kleines Rando.

00:26:03: das heißt dieses Hauptthema dieses berühmte Hauptthemen kommt Drei Mal.

00:26:08: Deswegen eignet es sich für die Warteschleife, man kann's einfach endlos wiederholen.

00:26:11: Man kann's endlos Wiederholen wenn man die vier Minuten abspielt fängt von vorne an was nicht deinem Rondo

00:26:16: nicht unlogisch ist.

00:26:37: Ja und wenn Ihnen unsere heutige Folge gefallen hat dann hören Sie sie doch einfach nochmal von vorn an.

00:26:43: Aber wir hängen uns nicht in die Warteschleife der Tagessättung, die Presse.

00:26:46: Das

00:26:46: tun wir niemandem an!

00:26:49: Wenn es Ihnen gefallen hat dann geben Sie uns doch bitte... das ist viel schlauer als es nochmal anzuhören.

00:26:53: Geben sie uns fünf Sterne in der App, in der sie uns gerade hören?

00:26:56: Dann wären wir noch mehr gehört als jetzt schon.

00:26:58: und wenn Sie ein Lieblingslied haben oder eine Lieblungsnummer, die wir noch nicht besprochen haben im Klassik für Taktlose to go, dann bitte ein Mail an

00:27:08: podcastatdepresse.com.

00:27:10: Wiederhören!

00:27:11: Ciao

00:27:17: Klassik für Taktlose.

00:27:23: Mit Katrin Nussmaier und Wilhelm Sinkowicz.

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