150 Jahre „Ring“ – Siegfried
Shownotes
Teil 3 von 5: Der "zweite Tag" von Wagners Nibelungen-Drama hat viele komödiantische Elemente, wenn auch auf tragischem Fundament. Jedenfalls entscheidet sich in der Geschichte vom märchenhaften Drachentöter das Schicksal des Gottes Wotan endgültig. Dessen letzter Versuch einer Machtdemonstration misslingt. Zu hören sind Ausschnitte aus dem ersten Stereo-Mitschnitt einer Aufführung bei den Bayreuther Festspielen unter Joseph Keilberth in legendärer Besetzung: Wolfgang Windgassen als Siegfried, Astrid Varnay als Brünnhilde, Hans Hotter als Wotan, Gustav Neidlinger als Alberich und Paul Kuen als Mime. Maria von Ilosvay sang die Erda, Ilse Hollweg den Waldvogel und Josef Greindl den Fafner. (Label: Testament)
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00:00:00: Der Musiksalon mit Wilhelm Senkowicz.
00:00:20: Der Ring des Nibelungen, zweiter Tag Siegfried.
00:00:25: Bevor wir aber beginnen... Ein Hinweis in eigener Sache!
00:00:28: Wir nehmen nämlich bald eine Folge auf und sie können mit dabei sein.
00:00:32: Ja, Klassik für taktlose Live im Blickle Kino Das ist eine wunderbare Location im Belvedereinundzwanzig in Wiel.
00:00:40: Das ideale Ambiente für uns beide Genau.
00:00:43: Und alle Infos dazu und auch die Anmeldung finden Sie auf diepresse.com/.
00:00:48: Der erste Termin steht auch schon fest, Mittwoch, neunzehnte August, neundzehn Uhr.
00:00:54: Bis dahin fahren wir fort.
00:00:56: der Ring des Nibelungen!
00:00:58: Zweiter Abend – Siegfried.
00:01:02: Wie schon im Reingold- und in der Wahlkürbe beginnen wir mit einer Naturszene.
00:01:14: War es dort?
00:01:15: der strömende Reihen bzw.
00:01:18: die entfesselten Naturgewalten in einem Gewitter, so finden wir uns jetzt über einen Paukenwirbel im düsteren Ambiente eines finsteren Walds.
00:01:33: Hier vernehmen wir das Seufzer des Mime, der sich hier vor dem Zugriff seines brutalen Bruders Albarich in Sicherheit gebracht hat.
00:01:43: Wir hören aber auch das Thema des Pfaffner.
00:02:22: Der Riese, nachdem er seinen Bruder Fasolt erschlagen hat, hat sich mit dem Nibelungen-Schatz in eine Höhle hier zurückgezogen.
00:02:31: Er bewacht seinen Reichtum!
00:02:34: Wenn der Vorhang sich hebt begreifen wir die Seufzer des Zwergsmime, der ihn seiner Höhlen die Schmidekunst pflegt und versucht ein Schwert für seinen Ziehsohn zu schmieden.
00:02:50: Aber selbst die Kunst des Mime, der einst für den Bruder den Tarnhelm gewirkt hat versagt in diesem Fall.
00:02:59: Den der Bursche den Mime hier herangezogen hat entpuppt sich als stärkster aller Helden und wenn er eines der Schwerte von Mime schwingt dann zerbricht es wie Kinderspielzeug eine Waffe.
00:03:43: Allerdings gibt es und das Weißmime, die in den Händen dieses Siegfried bestehen würde.
00:03:51: Notung!
00:03:53: Das Schwert, dass Siegmund geschwungen hat im Kampf gegen Hunding und das an Wotans Speer zerschellt war... In Dialog der beiden Mime und Siegfritt erfahren wir, dass Sigfritt in der Obhut Mimes aufgewachsen ist – obwohl er doch offenkundig so… ganz anders geärtet ist und so ganz anders aussieht wie sein Ziehvater.
00:04:21: Von den Wahlkürden hat Sieglinde erfahren, dass es einen Ort gibt an dem sie vor den Nachstellungen des zornigen Gottes Wotan sicher wäre – der Wald, der sich im Osten ausdehnt.
00:04:36: hierher hat sich eben Pfafner mit dem Nibelungenschatz zurückgezogen Ein verwunschener Ort, den sogar der Gott nicht freiwillig aufsucht.
00:04:48: Hierher war sie kindegeflüchtet – hier starb sie im Kindbett!
00:04:54: Nicht ohne Mime, der Sie aufgenommen hatte das Versprechen abzunehmen, dass er sich und den Sohn kümmern würde.
00:05:02: Als kerklichen Lohn hat sie dem Schmied die Stücke des Schwertes Notung zur Aufbewahrung gegeben….
00:05:10: Mime der den Tarnhelm gewirkt hat, weiß um die Geheimnisse des Nibelungenschatzes und die Geheimnisse des Schwertes.
00:05:19: Das Wort an ja einst verkleidet für seinen Sohn Siegmund in der Esche noch Hundingshütte hinterlassen hat.
00:05:28: Der ist durch Drungen von der Idee, durch Ränkespiele den Ring des Niebelungen an sich zu bringen – um selbst an die Macht zu kommen!
00:05:39: Dazu will er Siegfriedskräfte nutzen.
00:05:42: Aber Siegfrid ahnt, dass Mime ihm keinesfalls Vater und Mutter zugleich sein kann wie er behauptet!
00:05:51: Er hat im Bach sein eigenes Bild gesehen.
00:05:54: Er hat bei den Tieren gesehen das die Jungen immer so ähnlich aussehen als ihre Eltern.
00:06:00: Jetzt zwingt der Mime in die Wahrheit zu sagen... ...und also erfährt das Mime Das Schwert seines Vaters aufbewahrt.
00:06:10: Oder das, was davon übrig geblieben war nach der Attacke von Wotans Speer?
00:06:16: Er ant auch instinktiv, dass sei das Schwert!
00:06:19: Dass ihm dazu dienen wird in die Welt hinaus zu ziehen, zu seinen Abenteuern und dass er endlich Mime den Rücken kehren könnte... Er stürmt davon und gibt dem Zwerg den Auftrag Notung wiederherzustellen.
00:06:35: Mime ist verzweifelt Denn einerseits braucht er Siegfried, damit der in den Drachen tötet.
00:06:42: Der den Ring bewacht.
00:06:44: Andererseits weiß er auch, dass er Wotans Zauberschwert nie und nimmer selbst neu schmieden könnte!
00:06:52: In diesem Moment tritt ein fremder Wandrer in die Höhle.
00:08:08: Wir ahnen bald, daß es sich bei diesem geheimnisvolle Mann um Wotan handelt wer alle Hoffnung aufgegeben hat die Dinge noch einmal zu seinen Gunsten wenden zu können.
00:08:21: Er beobachtet die Welt, er ist auf der Suche nach Erkenntnis und er weiß auch das Mime auf der suche nach Kenntnis ist.
00:08:32: In dieser Situation kommt es zu einer Rätselszene wie so oft in der Mythologie wir kennen es von Oedipus und der Sphinx.
00:08:42: immer geht es da um Entscheidendes.
00:08:46: Drei Fragen stellt der Wanderer Mime frei und verwendet dafür sein Haupt.
00:08:53: Die fragen die Mime einfallen, die kann Wotan natürlich mühelos beantworten?
00:09:01: Nun ist er Wander an Reihe seinem Gastgeber Rätsel aufzugeben.
00:09:07: Und Wotans Fragen berühren die Existenz Mimes.
00:09:12: Zum einen fragt er nach dem Geschlecht dem sich Gott Wotan schlimm gezeigt hat und das ihm doch das Liebste ist.
00:09:21: Das weiß Mime natürlich, das sind die Wälzungen!
00:09:25: Mit der zweiten Frage wird es Mime wohl klar wer ihm da eigentlich gegenüber steht?
00:09:32: Der Wanderer fragt direkt wenn auch verklausuliert nach Mime.
00:09:38: uns Siegfried ein weiser Nieblung wahre Siegfrid.
00:09:43: Waffnen soll er empfällen dass den Ring errenge, des Hortes Herrscher zu sein.
00:09:50: Welches Schwert muss Siegfrieden und Schwingen?
00:09:53: taugt es zu Pfarrfners Tod?
00:09:56: Auch diese Frage kann Mime natürlich beantworten.
00:10:00: aber jetzt wird ihm Angst und Bank wem er dagegen übersteht... Und tatsächlich die letzte Frage!
00:10:08: Wer wird Notung neu schmieden?
00:10:11: Die kann Meme nicht beantwortet.
00:10:14: Der Wanderer zieht sich zurück.
00:10:17: Mimes Haupt ist zwar durch die Wette ihm verfallen, aber er überlässt es dem der das Fürcht nie gelernt.
00:10:27: Der wird Notung neu schmieden.
00:10:31: In Mimes Todesangst herein dringen die Rufe des heranneuenden Siegfried und wie schon im Reingold lässt Richard Wagner auch hier im Siegfrid viel komediantisches in die Tragödie hereinfliessen.
00:10:47: Nordische Mythologie und das Nibelungenlied verschmelzen mit Krimsmärchen von einem der Auszug, das Führten zu lernen.
00:10:57: Als Siegfried erkennt, dass Mime den Auftrag nicht ausführen konnte und Notung noch nicht neu geschmiedet vor ihm liegt – da legt er selbst Hand an!
00:11:09: Milzt das Schwert ein und hemmert es mit kräftigen Schlägen neu.
00:11:16: Mime erkennt Wer der Held ist, der das Fürcht nie gelernt.
00:11:21: Sein Haupt ist also jetzt Siegfried verfallen.
00:11:24: Andererseits ist es Siegfridt, der mit der wiedergewonnenen Waffe Fafner fällen kann.
00:11:30: Es gibt also nur eine Möglichkeit Miemesträume zu erfüllen.
00:11:35: Siegfred muss den Drachen töten und dann aber muss Meme Siegfrist töten.
00:11:42: Während der Schmelz- und Schmiedelieder des Siegfriedts Braut also Meme einen tödlichen Trank für seinen CESU.
00:11:51: Die Kombination ergibt eine Art ins mythologische, katapultiertes Kaspartheater.
00:12:03: Du dem Pfand, die dreht sich schon auf Welt.
00:12:19: Zwar deine Blicke, neigt dich die Welt!
00:12:44: Von meinem Tod der Titel geheld'n.
00:13:00: Nafter so wird ich zu ganz keins, sollt ihr dich mehr zerschlafen?
00:13:35: Im scharfse Pasche der Riegel nach dem schärften Vater zur Stranderschall.
00:14:47: der liebende Sohn schon Gewickung von Komödie und Tragödie strebt im zweiten Aufzug des Siegfried einigen Höhepunkten zu.
00:16:21: Der erste gleich zu Beginn natürlich in düsteren Ambiente desselben Waldes einen halben Tagesmarsch von Mimes Höhle entfernt, wo der Höhler des Pfaffner treffen die beiden Widersacher aufeinander – Albarich und Wotan Der in Gestalt des Wanderers, der meint er käme nur zu schauen – nicht zu schaffen.
00:16:48: Die beiden werden also zu beobachten da kommenden Ereignisse!
00:16:53: Und wo dann?
00:16:54: Stachelt Alberich an Er möge doch Fafner warnen Dass jetzt ein Held erscheinen wird, der ihm nach dem Leben trachtet.
00:17:04: Vielleicht würde sich Fafnaya für die Lebensrettung großzügig bedanken.
00:17:11: Gesagt getan, man weckt den schlummernden Riesen und der zeigt sich nicht im geringsten berührt oder interessiert.
00:17:23: Ich lieg und besitzt – lasst mich schlafen!
00:17:55: Mime erscheint mit Siegfried, der nachdem er seinen lästigen Begleiter ein wenig abgeschüttelt hat ins Sinieren verfällt.
00:18:06: Er betrachtet die Natur Er denkt über seine eigene Geschichte nach, die er ja eben von Meme erfahren hat.
00:18:16: Überlegt wie seine Mutter ausgesehen haben könnte – ein Menschenweib!
00:18:21: Wer hat noch nie eines erblickt?
00:18:24: Der Zauber des Waldes umgarnt ihn Die Musik entwirft wieder einmal Wie so oft im Ring des Nebelungen Ein Naturbild Hier das sogenannte Waldweben dass Siegfried dazu animiert, über sich selbst nachzudenken.
00:18:42: Der Gesang der Vögel beginnt den Helden zu faszinieren und er versucht mit einem zwitschenden Waldvögeln sozusagen in dessen eigener Sprache zu kommunizieren.
00:18:54: Er schnitzt sich eine Flöte aber was er darauf zu produzieren im Stande ist das beeindruckt das Waldvögel nicht im Geringsten.
00:19:04: Da greift Siegfred zu seinem Instrument dem Horn, das beherrschte Virtus.
00:19:10: Aber mit seiner Siegfried von Fahre da weckt er nicht das Waldvögeln sondern den schlafenden Lindwurm Faafner.
00:19:20: Er kriegt aus seiner Höhle und wird von Siegfred in einem heftigen Kampf getötet.
00:20:44: Spricht der Getötete Lindwurm als Faafnar zu Siegfridt und warnt ihn... Derjenige der ihn dazu aufgestachelt hätte, ihm zu ermorden.
00:20:57: Der trachtet nun ihm Siegfried nach dem Leben.
00:21:02: Bevor Siegfred aber den Drachen weitere Geheimnisse entlocken kann, stirbt Waffner als Siegfritt das Drachenblut von seinem Finger entfernen möchte dass ihn wie Feuer brennt.
00:21:17: dafür da die Hand zum Mund.
00:21:19: und mit einem Mal gelingt ihm Was er zuvor vergeblich versucht hat, er versteht den Gesang des Waldvogels.
00:21:29: Und der rät ihm nun?
00:21:30: Er möge doch aus der Höhle von dem gigantischen Schatz den Fafner bewacht hat vor allem einmal den Tarnhelm und den Ring an sich bringen!
00:21:42: Währenddessen geraten vor der Höle Albreich und Mime aneinander die in einem heftigen Wartgefecht Hass erfüllt aufeinander geraten.
00:21:53: Das gehört einerseits zu den komediantischen Elementen der Tragödie, andererseits inspiriert Richard Wagner der Dialog der beiden verfeindeten Nibelungen durch eine musikalische Karikatur die zum modernsten zukunftsweisendsten gehört was dieser Komponist je geschrieben hat.
00:22:37: Allein das Gold zum Ringe gelobt.
00:22:40: Erzeugtest du gar den Sähenzauber im Reich?
00:22:43: Wer schurzt denn dann, hat er die Gestalten tauscht!
00:22:46: Der Sein wird durchgedacht, ist wohl in Wohl.
00:22:49: Was hättest du stimmter Ego zu stampfen, der
00:22:51: Stampe?!
00:22:52: Der Zauber riecht!
00:22:53: Sag mir jetzt gern erst mal kurz!
00:22:55: Wo hast du den Ring gezogen, wenn du es in dem Ring... Was du verlorst, meine Liste, lacht dich für mich.
00:23:01: Du bist Lagentart!
00:23:02: Will der Knicker noch knausern?
00:23:03: Die gehören sich gar nicht der Herr und ich setze dir herr'n.
00:23:07: Ich zog den auf in die Zucht.
00:23:08: Zeit der Benut für mir und lass erlau'n, ich lang mein Lohn... Du bist der Nabenzuch wie der Griechen für Gefäme gekriegt.
00:23:15: Kett und Hin, Kett-und Hin ist ein dem reifesten Hund, der der Ringerakasier im Beringstum über den Herrisch allein.
00:23:28: behalten denn und hüts'n in Wollm den Helden reif.
00:23:35: Hey, du Herr!
00:23:36: Doch mich heise auch Brula?
00:23:39: Um meinest Hanhäpfel lustig deckt Hanh tauch ich in dir.
00:23:43: uns beiden Taubs teilen die Beine und er wird so... Taun mit dir und entharren gar.
00:23:54: Ich lau', du bist sicher flieg'n jemand von deinem Zwiebelstelf.
00:24:04: Siegfried kommt aus der Höhle zurück, hat Tarnhelm und Ring gefunden.
00:24:11: Und das Vögeln warnt ihn nun wie zuvor schon der Drache vor den mordgelösten Mimes.
00:24:18: Der Siegfred nun nach dem Pfaffner getötet ist los werden muss – und ihn mit dem gebrauten Trank zu ermarten versucht.
00:24:28: Noch etwas bewirkt das Drachenblut!
00:24:33: kann nicht nur den Gesang der Vögel verstehen, sondern er hört auch was ein Heuchler in Wirklichkeit denkt während er das Gegenteil behauptet.
00:24:45: Mime spricht in derselben schmeichelrischen Musik zu ihm wie er das immer getan hat.
00:24:53: aber das was Siegfried nun versteht das verrät ihm dass der Ziehvater ihn töten möchte.
00:25:00: also zieht da sein Schwert und tötet seinerseits Mime unter dem höhnischen Gelächter des Albrich, der nun verschwindet.
00:25:11: Den Erweiß von Siegfried wird der Tarnhelm und Ring so wenig erhalten wie zuvor von Pfaffner.
00:25:18: Da meldet sich ein drittes Mal das Waldvögeln Und nun verheißt es Siegfred die herrlichste Frau.
00:25:26: sie wohnt auf Felsen hoch umringt von einem Feuerbrand der nur das stärkste Held durchschreiten kann.
00:25:35: Die Sehnsucht, eine Menschenfrau zu erblicken, die treibt den Helden nun in Richtung des Brünnhildensteins.
00:27:20: Bei den Bayeräuter-Festspielen folgt hier eine einstündige Pause wie nach jedem Aufzug eines der Wagnerischen Musikdrahmen.
00:27:30: Richard Wagner selbst hat bei der Komposition seines Siegfried zwischen dem eben gehörten Klängen und den Beginn des dritten Aufzugs mehr als zehn Jahre Pause eingelegt.
00:27:44: In den Skizzen findet sich bereits beim Waldweben der Soloszene des Siegfried im zweiten Aufzug der Vermerk, dass sich der Komponist von seinem Helden hier verabschieden würde.
00:28:00: Wagner hat allerdings gegen Jahresende, die fehlenden Szenen des zweiten Akts hinzugkomponiert.
00:28:10: Aber dann haben sich andere Projekte vorgedrängt.
00:28:13: Vor allem nicht zuletzt aus persönlichen Gründen Tristan und Isolde – Die große Liebestragödie Und dann das Satyrspiel darauf, die Meistersinger von Nürnberg.
00:28:26: Gerade mit dem Tristan hat Richard Wagner neue harmonische Räume eröffnet.
00:28:33: Das hat seiner Musik verstärkte Ausdruckskraft beschert und irgendwie hat Wagner vermutlich bei dem gigantischen Projekt seiner Nibelungen Tetralogie diese Pause und diese Anreicherung seiner kompositorischen Möglichkeiten gebraucht um mit demselben aus den ersten Teilen des ringsbekannten Themen und Motiven, die immer stärker sich verdichtenden musiktramatischen Erzählungen musikalisch zu bewältigen.
00:29:08: So sind denn auch die ersten Szenen des dritten Aufzugs der Siegfried von unvergleichlicher Kraft!
00:29:16: In ihnen wird das Schicksal des Göttervaters Wodan endgültig besiegt.
00:29:24: Da gibt es zwei entscheidende Begegnungen, die Ereignisse haben Wotan der eigentlich nur noch zum Beobachten auf die Erde kommt und er in der Wahlküri schon das Ende der Götter herbeigesentert nochmal nachdenklich werden lassen.
00:29:45: Erder Die alleswissende Urmutter hat ihm Reingold bereits das Ende der Götter vorhergesagt.
00:29:53: Photon will nun noch einmal zur alleswissenden Urmutter hinunter und weckt sie in ihrem wissenden Schlaf!
00:30:39: Der Dialog offenbart dann, erder weiß nichts vom Schicksal der gemeinsamen Tochter Brünnhilde – Sie ahnt auch nicht dass ihre Nornen die nach den Schicksals faden Weben nichts mehr bewirken können?
00:31:58: Die Herrschaft der Götter ist zu Ende.
00:32:01: Und damit auch die Wirkungsmacht ihrer Rungen Zeichen und Symbole.
00:32:07: Du bist nicht, was du dich nennst.
00:32:10: Schleudert Erder dem längst zum Wanderer gewordenen Wort an dem einzigen Gott entgegen – und er revanchiert sich mit einem «Du bist nicht», was du Dich wähnst!
00:33:51: Erder versinkt und schon erscheint Siegfried der Erbe.
00:33:56: Im Dialog muss der Großvater nun erkennen, dass dieser freie Held den er ja eher ersehnt hat auch tatsächlich frei ist – auch frei sich gegen den eigenen Großvatter zu stellen.
00:34:11: Als Wotan ihm verbieten will den Brünnhildenstein zu erobern da gibt es sich unwillkürlich dem Enkel auch als Mörder seines Vaters Siegmund zu erkennen.
00:34:23: An seinem Speer ist einst das Schwert zerschält, aber nun führt Siegfried diese Waffe und die hat er sich als freier Held selbst geschmiedet ohne jegliche Mithilfe.
00:34:37: Einst war es Wohrtanzschwert dass er seinem Sohn in die Esche gestoßen hat auf das Er es im Kampf für die Sache der Götter führen sollte.
00:34:49: Nun ist es Siegfriedsschwert und stärker als das Speer des Gottes, mit einem Hieb zerschlägt der freien Held, wo dann's Machtsymbol?
00:35:01: der Wanderer zieht davon.
00:35:04: Der Weg ist frei!
00:35:05: Siegfred kann wieder Waldvogel prophezeitern Das herrlichste Weib der Welt erobern.
00:35:11: Der nun folgende Feuerzauber ist wieder eines der überwältigenden Klangbilder Richard Wagners.
00:35:18: Die geradezu euphorische Musik signalisiert uns, dass er freie Held wirklich frei von allen Bezügen ist die ihn an seiner Entfaltung hindern mit Wotans Spear hat also eben das alte Gesetz zerschlagen und dass er den verfluchten Ring am Finger trägt.
00:35:41: Das kann ihm nichts anhaben, denn er nützt ihn nicht.
00:35:44: Er weiß gar nicht um seine Kraft.
00:35:48: und so vereinigen sich zum ersten Mal seit dem Beginn des Dramas Naturstimmen der Feuerzauber das Waldvögeln mit Siegfrieds Hornruf aber auch... Und das ist das Entscheidende!
00:36:02: Mit dem Jubelgesang der Reintöchter vor dem Raub des Rheingolts.
00:36:08: In diesem Moment scheint die Befreiung und die Harmonie von Mensch und Natur zumindest für einen kurzen Augenblick vollkommen.
00:36:19: Wir erleben akustisch wie Siegfried durch die Flammen hindurch hinauf zum Brünnhilkenstein zieht, wo ihn eine selige Öde auf wenigen Höhen erwartet.
00:38:17: Auf berges Höhen entdeckt Siegfred nun zunächst einmal einen schlafenden Ritter.
00:38:25: Er entfernt dessen Rostpanzer und nimmt ihm den Helm ab.
00:38:32: Und da erkennt er nun, das Waldvögeln hat natürlich richtig Prophetzeit!
00:38:37: Das ist kein Mann!
00:38:39: Das Orchester malt die heftige Bewegung Siegfrieds als er zum ersten Mal eine Frau erblickt... ...und wir erinnern uns daran erst ja ausgezogen das Fürten zu lernen.
00:38:52: Jetzt lernt er es zumindest für kurze Zeit.
00:39:58: Siegfried entbrennt sofort in sinnlichem Verlangen.
00:40:03: Er küsst die Schlafende und Brünnhilde erwacht, mit einem seligen Gruß an Sonne und Licht vom Orchester in unvergesslichen Klängen gemalt.
00:41:33: Für beide scheint da ein Traum in Erfüllung zu gehen.
00:41:47: Siegfred hat eine Frau erobert Prophezeiung des Waldvögleins, das herrlichste Weib der Welt.
00:41:56: Brühlhilde aber war beschieden, worum sie Wotan gebeten hatte als er die Gottheit von ihr küsste.
00:42:05: Nicht gegen ein x-beliebiger Wanderer sollte sie erobern dürfen – nur der Herrlichste Held, der das Feuer durchdringen konnte, sollte sie besitzen und das konnte ja dann nur Siegfried Ihr Neffe sein!
00:42:19: Aber anders als das ecstatische Liebestuett am Ende des ersten Aufzugs der Wahlkürre, wo Sigmund und Siglinde sich finden erleben wir nun einen Dialog zweier doch sehr ungleicher Partner.
00:42:35: Brünnhilde weiß dass Siegfried als freier Held nun realisieren könnte was Wo dann längst verloren geglaubt hat aber sie muss Schritt für Schritt erkennen dass Siegfried kein Wort von dem versteht, was sie zu ihm sagt.
00:43:17: Im selben Ausmaß in dem Siegfrids Radlosigkeit wächst, schwinden aber Brünnhildes Utopien und sie wird von seiner ganz und gar auf erotisches Begehren gerichteten Singlichkeit überwältigt.
00:43:51: Unendliche Zärtlichkeit spricht aus der Musik die nun die Liebenden umfängt Wenn Brünhilde bekennt von jeher Siegfried angehört zu haben.
00:44:26: Vergessen ist der Traum von der Götter Herrschaft!
00:44:30: Hier regiert nur noch die Hingabe an Siegfritz Wunsch, so besiegelt sich Votans Schicksal zum zweiten Mal in diesem Opernakt.
00:44:41: Siegfred geht seinen Weg ohne jede Bindung am vergangenes und Brünnhilde wird in diesen Weg ebnen – ohne wenn und aber.
00:44:51: Und jetzt... Blühen erst einmal, leuchtende Liebe und lachender Tod.
00:46:11: Zweiter Tag des Bühnenfestspiels der Ring des Nibelungen.
00:46:16: Fortsetzung folgt Der Musiksalon mit Wilhelm Senkowicz.
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