Der Hummelflug – wo fliegt sie hin, wo kommt sie her?

Shownotes

Die Hummel fliegt um die Welt, musikalisch, und zwar seit dem Herbst des Jahres 1900, als die Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ von Nikolai Rimski-Korsakow uraufgeführt wurde. Dort führt uns der berühmte „Hummelflug“ als Orchesterzwischenspiel von einem Akt zum nächsten. Seither führt das surrende Insekt ein Eigenleben als Virtuosenstück für nahezu sämtliche Instrumente, die einander Wettrennen, pardon: Wettfliegen liefern, wer schneller von A nach B kommt, ohne eine der vielen Noten im Flug zu verlieren.

Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz begeben sich also mitten hinein in dieses schwirrende Insektengeschwader und fragen: Ist das noch Musik oder hauptsächlich Instrumental-Akrobatik? Was wurde eigentlich aus der Oper? Und müsste diese Hummel nicht eigentlich eine Wespe sein?

Musikalisch begleiten uns (in der Reihenfolge ihres Erscheinens) folgende Interpreten bei der Flugraumüberwachung:

  • Isaac Stern, Violine (CBS)
  • Ödön Racz, Kontrabass (Gramola)
  • Das Symphonieorchester der UdSSR unter Jewgeni Svetlanov (Melodia)
  • Das Philadelphia Orchestra unter Eugene Ormandy (CBS)
  • Elisabeth Werres, Wolfgang Schöne und das RSO Köln unter Pinchas Steinberg (Dream Collection)
  • Das Cleveland Orchestra unter Pierre Boulez (DG)
  • „Bumble Boogie“ von B. Bumble & The Stingers
  • „Sting of the Bumblebee“ von Manowar
  • Die Wiener Philharmoniker unter Carlos Kleiber (CBS)

Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.

Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:04: Klassik für Taktlose.

00:00:10: Mit Kathrin Nussmayer und Wilhelm Sinkowitsch

00:00:20: Bei unserem heutigen Studienobjekt frage ich mich, ist das Musik- oder Leistungssport für Instrumentalisten die sich gern miteinander messen?

00:01:06: Ja!

00:01:06: Das ist liebe Kathrin der Hummelflug von Nikolaj Rimsky-Korsakov.

00:01:11: Das wissen wahrscheinlich viele nicht.

00:01:12: was es ist... Den

00:01:13: Namen kennt man.

00:01:15: HUMMELFLUG.

00:01:17: Aber was dahinter steckt, das wissen viele nicht.

00:01:19: Und deswegen reden wir ja darüber hier bei Taktos To Go dieser kleinen Serie von uns mit kurzen Folgen über die berühmtesten Melodien der Klassikwelt und den Geschichten, die dahinterstecken.

00:01:29: Wobei?

00:01:29: Melodie ist in dem Fall ein bisschen kühn zu sagen eine sehr schnelle Melodie wenn es eine ist!

00:01:34: Das macht ihr auch für viele den Reiz aus denn der Hummerflug ist bekannt als Stück aber auch Musikalischer Test für Virtuosen, bei dem Sie zeigen können was sie in Ihren Fingern haben.

00:01:47: Wie wir gerade gehört haben es geht in einem rasenden Tempo ebenso wie die Hummeln fliegen und daher gibt's von diesem Stück natürlich weil das quasi ein Teststück ist eine quasi Etude oder die Möglichkeit zu einer Etude bietet zu einem Übungsstück oder zu einem virtuosen Vortragstix unzählige Bearbeitungen, also für alle möglichen Solo-Instrumente bis hin zum Kontrabass.

00:02:27: Also die Hummel fliegen wirklich in allen Tonlagen!

00:02:30: Und das ist ja sehr lautmalerisch, es ist eigentlich interessant dass man diesen nachgebildeten Flug der Hummel und den Versuch das Summen und das Schwirren dieses Insekts auf jedem Instrument schafft.

00:02:46: Das ist ganz lustig, dieses Gesurre.

00:02:49: Dass wir alle kennen bei den Hummeln finden wir es nett und bei den Gelsen finden wir's nicht nett.

00:02:53: Bei den Westmen am allerwenigsten?

00:02:56: Vor allem wenn sie zustechen!

00:02:57: Aber lieber Willi was steckt denn jetzt

00:02:59: dahinter?!

00:02:59: Wie kommt ein Komponist auf die Idee, die Hummel lautmalerisch in Noten zu gießen?

00:03:05: Naja das ist in Wahrheit ein Zwischenspiel aus einer Märchenoper in der alle möglichen zauberischen Dinge vorkommen.

00:03:15: Nikolaj Rimsky-Korsakov, wie gesagt ist der Komponist.

00:03:19: Muss man wissen das liegt so stilistisch zwischen Tchaikovsky den wir alle wahrscheinlich als Ersten nennen wenn wir sagen wer war der größte russische Komponnist?

00:03:29: und den modernen Stravinsky und Prokofiev.

00:03:32: da gibt es in der Entwicklung der russischen Nationalmusik parallel zu Tchaikski eine etwas radikalere radikaler vom Westen sich abwendende Tendenz in der Romantik.

00:03:48: Wenn man sagen Nationalmusik, muss man dazu sagen das war wirklich die Zeit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wo die einzelnen Nationen wirklich geschaut haben dass sie sich auch mit ihrer Kunst und ihrer Musik unterscheiden von dem was zuvor sozusagen die Umgangssprache der Musiker gewesen ist.

00:04:08: Das war über lange Zeit im Barock ganz stark Italienisch, dann auch natürlich Frankreich.

00:04:16: Wo da Gegenpol war schon aus politischen Gründen.

00:04:18: die französischen Könige mit der Repräsentationssucht haben schon geschaut dass es da auch in der Grundgrosse Unterscheidungen gibt.

00:04:26: und dann war halt dieser unglaubliche Block der deutschen Musik zu der sich ja auch Mozart zum Beispiel gezählt hat und Beethoven sowieso der aus Bonn war.

00:04:35: Die ganze Wiener Klassik gehört eigentlich zur deutschen Musikgeschichte, wenn man es stilistisch nimmt.

00:04:42: Und davon wollten sich die Nationen dann langsam absetzen und wir kennen alle ungerische Tänze auf einem Brahmswöhrchen-Komponierter der natürlich ein Deutscher war aber das war schon Musik, die genuin ungerisch war!

00:04:57: Wir kennen die tschechische Musik oder die pömische Musik, Bämisch, würde man sagen heute.

00:05:07: Und das ist ganz bewusst so und die Russen haben natürlich auch geschaut obwohl sie sich von überall die berühmtesten Komponisten geholt haben nach St.

00:05:17: Petersburg vor allem wo er der Zeit residiert hat dass da auch eine genuinen russische Musik entsteht.

00:05:26: Und da war Rimsky Korsakov zusammen mit anderen Komponisten am berühmtesten davon Modest Musorgsky, der Meister der Bilder einer Ausstellung.

00:05:35: die kennt man vielleicht auch in Regionen wo man sonst mit der sogenannten Glasig nicht so viel am Hut hat.

00:05:41: und dann gab es noch ein paar andere Kompонisten und Rimski Korsakoff war eine der führenden Figuren übrigens auch der Lehrer von Igor Stravinsky.

00:05:49: Und ist eine Hummel denn typisch russisch, wenn man versucht hat damit etwas Genuinen Russisches auf die Beine zu stellen?

00:05:56: Nein nein.

00:05:57: Aber es ist typisch für die Russen dass sie auf die Bühne vor allem immer wieder Märchenthemen bringen können sagen nicht nur die Russe auch im slavischen Bereich näher zu uns also zum Beispiel in Böhmen Tvorshak Rusalka.

00:06:16: Also die Märchen sind da sehr, sehr beliebt.

00:06:18: bei uns waren Sven schon Richard Wagner dann die großen germanischen Mythen und dort hat man mehr auf Märchenstoffe gesetzt und Zersalcknern ist so eine Märchenober sehr bunter ausgemalt.

00:06:30: das ist auch Musik die eben Plittoreske Effekte nicht scheut.

00:06:35: und da gibt es auch Berimsky-Korserkopf zum Beispiel den Tanz der Vögel einer anderen Märchenober Schneeflöckchen.

00:06:42: Das ist auch eine ganz berühmte Nummer geworden.

00:07:37: Ja, da pfeifen zwitschern und terrillieren sie in die Vögelchen.

00:07:41: Während beim Hummelflug eben gesummt und geschwört

00:07:44: wird.

00:07:45: Ja,

00:07:46: ich habe gelesen dass in dieser Oper an der Stelle an der diese Musik gespielt wird auch ein Prinz in eine Hummel verwandelt wird.

00:07:53: Es ist ein Märchenstoff und da muss man mit solchen Dingen denken wenn er Froschkönig, man muss immer rechnen das sich irgendjemand in einer Tier verwandelt

00:08:01: oder was

00:08:02: kann passieren?

00:08:02: Der Auto ist es dann ein Rasierapparat?

00:08:05: aber jedenfalls also die Verwandlungen sind möglich ja und da fliegt halt die Hummel davon.

00:08:11: Und

00:08:11: dann möchte hören wie das klingt.

00:08:59: Sie übrigens kein Einzelfall, derartige Dinge gibt es immer wieder.

00:09:37: Also zum Beispiel im Orfals in der Uterwelt von Jacques Offenbach.

00:09:42: ein freches Stück, eine typische französische Operette die die Regentschaft von Napoleon III aufs Korn nimmt auf kabarettistische Weise.

00:09:52: da nähert sich Jupiter.

00:09:56: Wir wissen ja, der verwandelt sich gerne um die Damen zu erobern.

00:09:59: Nähert sich als Fliege der Angebäteten.

00:10:03: Kann man sie gar nicht vorstellen aber das sind eben die märchenhaften Hexagräfte des großen Gottes, der sich da herablässt sich mit einer Sterblichen einzulassen und die findet plötzlich das Gesurre der Fliegue.

00:10:21: ganz wunderbar!

00:10:35: viel als listiger, zagter Galar.

00:10:42: Umfang insen anfang ich mein Zunsen zu verstehe!

00:11:44: Ich weiß nicht, wie es dir geht.

00:11:45: Aber ich finde selten erfreulich, wenn ich eine fliege Summen höre!

00:11:49: Ja

00:11:49: aber liebe Katrin und liebe Hörerinnen und Hörern, bedenken Sie – Es könnte sich Gott Jupiter dahinter verbergen!

00:11:55: Das ist die Frage wer verbirgt sich denn hinter der Hummel?

00:11:58: Was steckt musikalisch in diesem Stück

00:12:01: drinnen?!

00:12:02: Also diese schnelle Bewegung der Insekten, diese wahnsinnigen Flügelschläge die machen müssen um sich fortbewegen zu können.

00:12:09: Die erzeugen halt dieses Summen und das kann man ja wie du schon gesagt hast auf jedem Instrument in irgendeiner Form nachahmen.

00:12:17: also so wie wir am Anfang von Offenbach jetzt gehört haben die Streichertremolie natürlich wenn Das hat schon diesen Ogudisk-Insektenschwärms.

00:12:26: Und das ist immer wieder gemacht worden!

00:12:28: Was interessant ist beim Hummelflug, dass es ja eigentlich gar keine richtige Melodie gibt sondern nur so ein Auf und Ab von Halbtonschritten.

00:12:36: Also so weite Sprünge macht eine Hummel in diesem Stück nicht, sondern sie laviert ebenso dahin.

00:12:43: Ich finde, das kommt sehr nervös rüber.

00:12:45: Ja klar!

00:12:45: Das macht einen ja nervös.

00:12:46: Rastlos!

00:12:47: Nicht nur wenn man die Gelsen schwirren hört.

00:12:49: Das macht einem sowieso nervös weil dieses Gesumse... Man weiß nicht da ist etwas in der Luft dass ich mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit bewegen kann und umkreisen kann und bei manchen Stechmücken ja sehr gefährlich werden kann.

00:13:01: Und das macht uns nervös beim hören und es erzeugt natürlich auch eine nervöse Musik.

00:13:06: Aber weißt du?

00:13:07: Ich finde, es passt überhaupt nicht zur Hummel als Tier.

00:13:10: Also wenn ich mir zu verschiedenen Insekten vorstelle ... Dann ja klar so eine Fliege oder eine Gälse im Zimmer.

00:13:18: das ist wahnsinnig nervig weil man hört wie sie dann ans Ohr heran kommt und dann wieder weg und man denkt sich nein die ist da irgendwo im Zimmer Und bei den Insektern die so auf der Wiese herumfliegen gibt's die Biene Die ... und es gibt einen Witz.

00:13:31: also muss ich dir jetzt erzählen Es ist kein Witz mehr so eine Charakterisierung verschiedener Insekte.

00:13:37: Aber die Biene muss man sich so vorstellen, ich bin die Bine.

00:13:40: Ich sammle ein bisschen Nektar, lass dich von mir nicht stören.

00:13:42: Ich hab euch alle lieb und ich bin ganz lieb.

00:13:45: Hast du mal Steck drauf?

00:13:46: Ja genau!

00:13:47: Also tut's mich nichts dann tue ich euch auch nix.

00:13:50: Dann gibt es die Wespe.

00:13:52: Ich bin aggressiv, ich will stechen.

00:13:54: wen kann ich stechen.

00:13:56: Und da gibts die Hummel.

00:13:57: Die Hummel ist eher so... Die schwirrt so herum, ein bisschen zu ziellos.

00:14:07: So mal nach links und rechts ausholend.

00:14:09: Und lässt sich dann schon auf einer Blüte?

00:14:11: Genau!

00:14:11: Aber sie wirkt auch ein bisschen... Patschert

00:14:15: oder gemütlich?

00:14:16: Ach ja,

00:14:16: gemütliche.

00:14:17: Während der Hummelflug ist einfach so ein hektisches rastloses und irgendwie nervös machendes Stück.

00:14:24: Also vielleicht waren ja unter dem russischen Zahn damals die Hummel anders drauf.

00:14:29: Ja oder dahimski Krasakov war in der Naturgeschichte nicht so genau informiert.

00:14:34: Vielleicht hat er ja ein anderes Insekt gemäht.

00:14:36: Also müsste es nicht eigentlich Wespenflug heißen?

00:14:38: Vielleicht,

00:14:39: ja gingen tut's wie eine Wesbenflug.

00:14:42: Übrigens habe ich schon gesagt Stravinsky war der Schüler von Rimsky-Korsakov.

00:14:46: Was er vor allem von ihm gelernt hat, war Instrumentationen.

00:14:50: Rimski Korsakov war einer der radikalsten Reformatoren des Orchesterklangs und hat eben nicht nur die Hummeln summen lassen sondern überhaupt wirklich alle Orchesterfarben herausholen können, die er nur irgendwie wollte also farbenprächtig, ausdrucksmächtig und das hat Stravinsky von ihm übernommen.

00:15:13: Und der hat wirklich die Bienen fliegen lassen!

00:16:16: Lieblicher, wie ich gesagt habe?

00:16:17: Die Biene ist irgendwie

00:16:18: lieb?

00:16:19: Ja, Stravinski hat die natürliche Geschichte beherrscht in Gegensatz zu seinem Lehrer.

00:16:24: also tremmel in den Streichern.

00:16:27: Das summt ja wirklich so wie in einem Bienenstock.

00:16:30: Es ist ein Stückname Skerzo-Fantastik.

00:16:33: So hat er es später genannt ursprünglich... auch programmatisch bekannt gegeben.

00:16:38: Er hat einen Bienenschwarm vor sich gesehen, wie er das komponiert hat und die Technik verwendet er später eins zu eins in seinem Ballett der Feuervogel wo auch so Naturerscheinungen und fliegende ja wieder Feuervögel fliegenden Zeitgenossen vorkommen.

00:16:55: Da schwirrt es genauso.

00:16:56: Also da hat der Hummelflug einen Einfluss gehabt?

00:16:59: Absolut!

00:17:00: Wie ist denn dann die Geschichte der Oper Musikhistorisch weitergegangen, weil ich habe ganz ehrlich noch nie von dieser Oper gehört.

00:17:08: Ich kenne nur den Hummelflug!

00:17:09: Also

00:17:09: das Märchen vom Zahren Salktan hört

00:17:12: man leider nicht

00:17:13: auf den Spielplänen?

00:17:14: Ja hin und wieder ja.

00:17:16: also ich kann mich an eine blendende Inszenierung von Harry Kupfer erinnern als der noch in Ostberlin aktiv war.

00:17:24: da waren wir ein Gastbild bei den Festwochen.

00:17:26: Hinreißen des Märchen ganz wunderbare Musik auch sehr lyrische Musik zum Teil Wie überhaupt die Rimske Korsakov-Opern eigentlich gespielt gehören?

00:17:36: Das Problem ist unsere Zeit.

00:17:38: Ein Märchen zu erzählen, ist ja für einen heutigen Regisseur glaube ich ein... wenn ein Märchen erzählt wird, dann spürt es auf der Müllhalte plötzlich und nicht mehr in den Zauberwald.

00:17:49: Also da müssen wir glaube ich so einen Paradigmenwechsel wieder abwarten bis auch die Schönheit wieder zurückkehren darf und die Natur wirklich unverfälscht auf die Bühne zurückkehen darf.

00:17:59: Dann kann sie in der Natur auch magisch und visionär zugehen.

00:18:03: Und da sind die Rimsky-Korsakoffe oben alle miteinander wunderbare Beispiele die auch den Publikum sicher freide machen würden, aber es müssten sich die Operndirektor mal anders anzusetzen.

00:18:13: D.h.,

00:18:14: die Opernen, die harren ihrer Wiederentdeckung während der Hummerflug als kleines Zwischenspiel einer Oper...

00:18:19: Surt weiter!

00:18:20: ...der schönen Weitersurt?

00:18:21: Wann wurde eigentlich dieses Stück zum virtuosen Wettbewerb oder fast schon zur Zirkusnummer muss man sagen?

00:18:28: Ich glaube relativ schnell.

00:18:29: Ich glaube relativ schnell, weil das haben die Instrumentalsolisten schon erkannt dass sie da wirklich brillieren können.

00:18:36: Wie gesagt es ist für alle möglichen und unmöglichen Instrumente arrangiert worden und das macht einfach Spaß!

00:18:43: Und ich glaube da gibt's ja dann sogar Wettbewerbe.

00:18:45: wer wird schneller fertig mit diesem Stück wie mit dem Minutenwalzer von Chopin der nicht in einer Minute geht aber die Legende heißt also wäre in einer minute spielbar Die perversesten Aufnahmen, die das Stück also bis zur Unkenntlichkeit herunter haspeln.

00:19:02: Aber beim Hummelflug ist es halt wirklich... Da müsste man dann die KI arbeiten lassen und nachhören lassen ob der oder diejenige da wirklich noch alle Töne spielt oder ob er sich drüber schummelt weil natürlich wenn's einmal so schnell geht, so viele Zwei-an-Dreißigstel auf einen Haufen, da lässt man schon einmal den ein oder anderen und dann Tisch fallen.

00:19:23: Rate mal auf welchem Instrument der aktuelle Rekord aufgestellt wurde.

00:19:28: Ja, wahrscheinlich auf der Violine?

00:19:31: Nein!

00:19:32: Zweiter Versuch.

00:19:34: Auf der Kompeten!

00:19:36: Es ist schon ein Bläser aber es ist tatsächlich eine Tuba und zwar eine X-Large Tuba, eine Riesentuber, eine Manshohe Tuba.

00:19:44: Ich habe mir das Video davon angeschaut.

00:19:46: Jörg Wachsmuth hat diesen Rekorder aufgestellt.

00:19:49: Was glaubst du, wie lang hat er gebraucht?

00:19:50: Keine Ahnung.

00:19:52: Jetzt müsst ihr mal schauen, wie lange der normale Durchlauf da ist bei diesem Stück.

00:19:55: Ich glaube so eine Minute Fünfzehn haben viele Aufnahmen die ich gesehen habe.

00:20:00: Ich weiß nicht ob das die Standortlänge ist

00:20:03: Wahrscheinlich von diesen rasanten Versionen, das ist dann so meine ich.

00:20:06: Das ist so wie bei Marathon.

00:20:07: Da ist viel

00:20:09: drin?

00:20:09: Ja, vierzig Kilometer und sie bruchteile von Sekunden Unterschiede natürlich.

00:20:15: Es sind tatsächlich dreiundfünfzig Sekunden und zweiundachzehundertstel die auf der Tuber da erzielt wurden Und davor war der Rekord bei ein bisschen über fünfzig Sekunde aufgestellt von einer Geige.

00:20:27: Also es geht wirklich um hundertstels schon.

00:20:31: Ist das noch Musik oder ist es Akrobatik?

00:20:33: Oder wie würdest du das nennen.

00:20:35: Es ist Akro-Batik und Musik, akrobatisch bewältigte Musik.

00:20:40: Musik bleibt's ja!

00:20:41: Das ist ein virtuose Stück, es ist auch eine virtuosere Komposition muss man ja auch sagen.

00:20:45: Muss man ja mal können.

00:20:48: Und wie spielt mir den Hummerflug richtig auf?

00:20:50: was kommt es an?

00:20:50: kann man da überhaupt noch Interpretation reinbringen oder gehts dann nur um Präzision?

00:20:55: Töne halt so schnell, wie es nötig ist auch tatsächlich alle zu spielen.

00:20:59: Naja natürlich gibt's immer Möglichkeiten auch in einem schnellen Tempo Niassen hineinzubringen.

00:21:06: Das ist ja bei diesen Insekten so dass die Flinge nicht in einer geraden Linie.

00:21:12: Das geht ja nicht wie ein Lichtstrahl.

00:21:15: Die machen ihre kleinen Kurven, bleiben stehen und so weiter.

00:21:18: also stehen bleibt auch beim Hummelflug natürlich nicht.

00:21:20: aber so ein bisschen auf- und ab in der Dynamik kann man schon erarbeiten und da kommt es dann natürlich sehr drauf an.

00:21:27: die Originalfassung für Orchester ist immer die Frage Wie gut hat der Dirigent das Orchester erzogen zu solchen Feinheiten?

00:21:39: dann kann man natürlich die unterschiedlichsten Interpretationen hören.

00:21:42: Frag mich jetzt bitte nicht, was meine Lieblingsinterpretation ist!

00:21:45: Ich habe gar nicht gehört das Stück freiwillig sehr selten obwohl ich es für ein gutes Stück halte.

00:21:50: aber ich bin überzeugt dass da ganz unterschiedliche Spielweisen gibt, die man auch voneinander unterscheiden können wird.

00:21:57: Da Unterscheidbarkeiten hineinzubringen geht natürlich nur wenn ein Orchester seinen Dirigenten wirklich gut kennt und der formen kann.

00:22:08: Also ein guter Chefdirigent der über Jahre mit seinen Musikern vertraut ist, der kann viel mehr Neancen hineinbringen in eine solche Interpretation als ein Gastdirigent, der noch so gut sein kann.

00:22:20: aber er kann natürlich nicht von Grund auf den Orchesterklang beeinflussen.

00:22:24: Und ist der Hummerflug geeignet um Musiker zu testen und festzustellen wer es drauf hat?

00:22:30: Ja sicher, ich meine wenn jemand das schnell spielen kann und dabei präzis bleibt ist es natürlich wie gesagt es hat auch was von einer Etude.

00:22:39: Ob man das dann gern hört ist eine andere Frage aber man kann es natürlich austesten.

00:22:43: ja!

00:22:44: Ich bring dir ja immer gerne Beispiele mit wie Klassikstücke auch in der Popwelt im weitesten Sinne verwendet worden sind.

00:22:52: und ja der Hummervlog hat natürlich auch eine zweite Karriere als Inspiration gemacht.

00:22:59: Und es gibt da den Bumble Boogie von Be Bumble and the Stingers, eine Gruppe die sich ganz offensichtlich vom Hummelflug sogar zu ihrem Bandnamen inspirieren hat lassen wobei das keine wirkliche Band war sondern ein Gespann von Musikern für Hit-Zwecke.

00:23:14: Die haben auch der Nussknacker von Tchaikovsky Rockic interpretiert und eben auch dem Hummelpflug mit dem sie dann auch Platz.

00:23:25: Die

00:23:26: amerikanischen Charts wurden dann, in der wir hier sind, gestürmt.

00:23:30: Nicht gestürmt aber!

00:23:31: Ja ja, aber einen Platz einundzwanzig

00:23:32: nehmen wir hin.

00:24:05: Naja... Aber das, die springen halt ein bisschen langsamer und machen halt wirklich einen Tanz draus wenn man so will Und da hört man ja dass es ja doch eine Melodie ist.

00:24:15: Das ist wahr.

00:24:16: Dann bin ich gespannt was du zu dieser anderen Version noch sagst, die ich dir auch nicht vorenthalten möchte nämlich von der Metalband Manowar Sting auf der Bambubi, das heißt sie fliegt nicht mehr.

00:26:03: Sie sticht schon zu und eigentlich hier sollte es erst recht Wespenstich heißen.

00:26:07: Ja aber das ist ja wieder eine Variante wo sehr rasch zugeht und wo man sagen kann noch das kann schon wieder in eine Geschwindigkeitskonkurrenz eintreten vielleicht nicht mit der Bastuber aber mit einem Geiger.

00:26:19: Aber ich habe jetzt eigentlich genug von Wespen, Herr Schwirt schon der Kopf.

00:26:22: Hast du noch irgendein sympathischeres musikalisches Insekt das wir zum Abschluss noch hören können?

00:26:27: Nein, jetzt haben wir die sympathischen Hummeln gehabt und ... Die

00:26:30: Arneise vielleicht!

00:26:32: Die macht ja keine Gereische, die kann man ja nicht hören.

00:26:37: aber nach den...

00:26:38: Der Marienkäfer, es gibt auch nette Insekten.

00:26:41: Es gibt total nette, aber der Marienkäfer hat schon mal einen Marienkefer

00:26:43: gehört?!

00:26:45: Höchstens, wenn er die Flügel aufspannt und dann hört man so ein ganz leises Surren.

00:26:49: So was gibt es aber schon!

00:26:51: Und zwar sehr sympathisch und ich glaube eines der ältersten Lebewesen, die wir auf der Erde überhaupt haben und die sich seit ich weiß nicht wie vielen Äonen nicht mehr verändert haben.

00:27:04: und diese sehr eleganten Suren.

00:27:08: Man hört sie kaum, aber man sieht ihre eleganten Bewegungen lassen sich musikalisch gut nachmachen.

00:27:16: Ich spreche von der Libelle und von einem sehr wienerischen Stick einer Polka Française, von Josef Strauss.

00:28:19: Ich denke mit diesem Bild eines serosen Teils an dem man liegt und sich von den Libellen beschwirren lässt... Damit können wir gut diese Folge

00:28:28: beenden.

00:28:29: Wir vertreiben die Hummeln

00:28:31: mit anderen Insekten!

00:28:33: Nächstes Mal sprechen wir über die Spinnen.

00:28:37: Obwohl, das ließ sie sich auch machen später in den Kommentar vor, vor allem im französischen Ballett.

00:28:42: aber das lassen wir lieber bleiben.

00:28:43: Liebe Hörderinnen und Hörer, danke dass Sie dabei waren.

00:28:46: Lassen Sie sich nicht stechen.

00:28:47: schreiben Sie uns gerne wenn Sie Ihr Lieblingsinsekt nominieren möchten für Klassik für Taktlose?

00:28:53: Podcastetipresse.com ist die richtige Adresse dafür!

00:28:56: Und wenn Sie den gefallen haben, dann geben sie uns bitte in der App, in der Sie uns hören – fünf Sterne.

00:29:01: Dann freuen wir uns und werden noch mehr gehört als jetzt schon.

00:29:04: Danke fürs dabei sein!

00:29:05: Wiedersehen!

00:29:21: Ciao!

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