„Also sprach Zarathustra“: So klingt der Beginn von etwas Großem

Shownotes

Diesem Anfang wohnt wirklich ein Zauber inne. Richard Strauss hat mit seinen ersten Takten von „Also sprach Zarathustra“ nicht nur Stanley Kubrick, Elvis Presley und so manche Werbeagentur inspiriert. Er bringt Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz auch dazu, diesen bebenden, aufregenden ersten Tönen (und jenen, die darauf folgen) eine ganze Podcast-Episode zu widmen.

Ein Grollen, drei Trompetentöne, und plötzlich geht nicht nur die Sonne auf, sondern gleichsam die Menschheit, mit heroischer Gewissheit: „Ein musikalisches Naturereignis“, befindet Sinkovicz, der erklärt, Richard Strauss habe „genauso eruptiv komponiert, wie Friedrich Nietzsche seinen Text gedichtet hat“. Dessen Theorien muss man aber gar nicht kennen, um diese Musik zu begreifen. Man kann auch einfach dem Podcast-Duo lauschen, wie es durch diese Tondichtung führt – von dem berühmten Beginn, der auch den Film „2001: Odyssee im Weltraum“ und einst Elvis’ Konzerte einläutete, bis hin zur „gigantischen Explosion“. Kann ein Orchester Philosophie ausdrücken? Kann sich der Mensch die Erde musikalisch untertan machen? Und was sprach eigentlich der echte Zarathustra?

Die Hörbeispiele stammen aus Sinkovicz’ Lieblingsaufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Karl Böhm (DG).

Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.

Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.

Transkript anzeigen

00:00:23: Könnte es ein besseres Stück geben, um eine Folge anzufangen?

00:00:27: Kann es einen besseren musikalischen Anfang

00:00:29: geben lieber Willi.

00:00:30: Es gibt wenige Anfänge die dermaßen prägnant und gut sind.

00:00:34: deshalb liebe Hörerinnen und Hörern wir uns heute entschlossen unsere Signation erst ein wenig später zu bringen denn es geht heute um also sprach Zarathustra Eine Trontichtung von Richard Strauss die auch zu viel Musik geworden ist.

00:00:48: Genau, und die wahrscheinlich berühmteste musikalische Einleitung der Geschichte ist?

00:00:52: Oder eine der berühmtesten

00:00:53: ja!

00:00:54: Da übersprechen wir noch... Das war auf jeden Fall der Anfang von Richard Strauss also Sprachzerratustra Und das hier ist der Podcast

00:01:03: Klassik für Taktlose.

00:01:20: So, jetzt haben wir es mal umgedreht lieber Willi.

00:01:22: Ja liebe Katrin das war in dem Fall... Das war nicht anders möglich ja?

00:01:26: Es gibt so Sachen die kann man nicht eine Nullacht-Fünfzehn oder Nullachtssechzehn Signation wie unsere voranhängen, das geht nicht.

00:01:36: Also damit hätten wir auch gesagt wir mögen unsere Signations aber sie kommt nicht an Richard Strauss heran.

00:01:40: Nein!

00:01:41: Leider, Richard Strauß was wir gerade gehört haben ist ja ein Sonnenaufgang.

00:01:46: also jetzt sind wir wach.

00:01:49: Ja, jetzt habe ich auch so ein Pferd vorher geschlafen und dich jetzt machen.

00:01:52: Das ist keine Frage!

00:01:53: Aber es ist nicht nur ein berühmtes klassisches Stück sondern wie du schon gesagt hast das ist berühmtes Filmmusik seit der Zeit ist, seihten, achtundsechzig in dem Jahr zwei tausend Mal eine Space Odyssey von Stanley Kubrick.

00:02:04: Berühmterweise verwendet worden ist.

00:02:06: Es ist aber auch ein Einstieg der gerne in Werbungen vorkommt, der in Filmen immer wieder natürlich auch paratistisch verwendete wird.

00:02:15: Es ist Musik die sagt Jetzt passiert etwas Großes.

00:02:18: Also da ist Drama, da ist Pathos und eben Sonnenaufgang dabei!

00:02:23: Ja, Sonnenaufgang aber natürlich nicht nur in der Natur sondern auch für die Menschheit gedacht.

00:02:31: ich meine also sprach Zarathustra ist ein philosophisches Werk von Friedrich Nietzsche, wobei der philosophische Aspekt das eine ist.

00:02:40: Das andere ist der rauschhafte Aspekt dieser Sprache.

00:02:46: Denn das sind ja zumindest die ersten drei Bände des Zarathustras in einem Rauschzustand quasi in unglaublicher Geschwindigkeit herausgeschleudert worden und... Von Nietzche jetzt?

00:02:57: Von Nietze!

00:02:57: Okay.

00:02:58: Friedrich Nichtzsche.

00:02:59: Ich

00:02:59: glaube wir müssen uns kurz alles mal ein bisschen aufdröseln.

00:03:01: Ja Also wir haben es hier mit einer, du hast gesagt, symphonischen Dichtung zu tun geschrieben von Richard Strauss.

00:03:06: Und das passiert auf dem gleichnamigen Werk von Friedrich Nietzsche?

00:03:10: Genau!

00:03:10: Das damals eine absolute Modeerscheinung war.

00:03:14: also das war ein Bestseller sondergleichen denn es hat einfach den Geist dieser Zeit hundertprozentig eingefangen und das war eine wahnsinnige Aufbruchstimmung.

00:03:26: Das war eine Zeit in der die Menschheit gedacht hat Wir werden uns selber mal erfinden.

00:03:35: Wir kommen ins neue Jahrhundert, in das zwanzigste Jahrhunderte hinein und wir brauchen keine Grundlagen mehr oder schon gar keine Religion oder so irgendwas.

00:03:46: Nietzsche lässt Zarathustra, seinen Zarathuster den Übermenschen!

00:03:52: Also der Mensch ist etwas, was überwunden werden muss.

00:03:55: Der Übermensch ist sozusagen das, was kommt und das ist ja eine Idee die in der Literatur und auch in der Philosophie um nineteenhundert natürlich all beherrschend gewesen seine Zeit lang.

00:04:07: Und weil du sagst seinen Zaratustra, dass es diese fiktive Figur ist ja auch nur Namensgleich.

00:04:13: Also trägt den Namen von Zarathustra dem persischen Religionsstifter, auch Thoroasta genannt hat in Thoroastrismus begründet und zwar sehr viel früher also eine sehr alte monotheistische Religion der Fun Fact unter anderem die Familie von Freddie Mercury angehörte.

00:04:31: Und Zarathusta war ja auch die Inspiration für Sarastro In der Zauberflüte.

00:04:35: Genau,

00:04:36: absolut.

00:04:37: Kein

00:04:37: Exkurs!

00:04:38: Man

00:04:38: hat das gewusst und sich damit immer wieder beschäftigt, vor allem die Eingeweiten, Freimacher

00:04:43: usw.,

00:04:44: haben diesen Zoroastrismus natürlich gekannt in katholischen Zeiten sehr schön angeschaut, alle diese Bestrebungen.

00:04:52: aber Nietzsche macht ja noch einmal ganz was anderes daraus.

00:04:54: er überhört das Jahr und es ist ja ähnlich sozusagen eine Philosophie auf der einen Seite, auf der anderen Seite Es ist ein Kunstwerk, das den Zeitgeist einfängt.

00:05:04: Und als solches ist es von Richard Strauss auch aufgenommen worden.

00:05:10: und diese schon geschilderte vulkanöse Kraft die dieser Idee die bei Nietzsche Sprache geworden ist, das ist ja eine ungeheure Sprache.

00:05:20: Und vor der Tondichtung von Strauß steht auch in den Skizzen zunächst einmal als Bezeichnung nicht Ton-Dichtung sondern also sprach Zarathustra als Übertitel und dann symphonischer Optimismus im Fern des Jeke Form dem zwanzigsten Jahrhundert gewidmet.

00:05:38: Dem ganzen Jahrhundert hat er das gewidmet.

00:05:43: Das ist eine Aufbruchstimmung, und man hat geglaubt... Gründerzeit und ich weiß nicht, was alles.

00:05:48: Das zwanzigste Jahrhundert wird das Zeitalter der Technik und dann Mensch wird.

00:05:51: altes Komet natürlich!

00:05:53: Das war ins kommende Jahrhundegereg wie die ganze Philosophie, das ganze Denken von Nietzsche auf einen neuen Menschen gerichtet war.

00:06:00: Die ganzen Schwächlichkeiten und da ist diese alle Fehlbarkeitenkern überwunden und wir müssen uns durchsetzen.

00:06:06: Wir müssen uns die Erde untertan machen, wie es ja schon in der Bibel steht.

00:06:10: Und die Bibel war für Nietzche ab... diesem Zeitpunkt schon wirklich nicht mehr wichtig.

00:06:17: Gott ist tot!

00:06:18: Die Menschen haben ihn dort gemacht, das kommt im Zarathustra sogar fahrt, dass lässt der jemanden sagen.

00:06:23: also das ganze ist ja eine Erzählung über alte und neue Menschen.

00:06:28: Interessanterweise ist der Tonfall, den Nietzsche spricht vor allem in den ersten drei Bänden.

00:06:32: Der vierte ist dann nachgedichtet und hat nicht mehr diese Kraft aber trotzdem ist ja biblisch eigentlich.

00:06:39: das ist ja wie quasi das Testament, das ganze neue Testament oder so, das Testament Zarathustra oder so irgendwie oder das Buch Zarathusra wie immer dort man das jetzt.

00:06:48: aber also es hat schon sozusagen er rekurriert formal und im Thon natürlich auf die Bibel aber er will sie ersetzen.

00:06:55: quasi

00:06:56: Nietzsche jetzt oder Strauß?

00:06:58: Und Strauß war ja bekennender Artist und er war nicht von der Philosophie des Friedrichs Nietzche grundsätzlich so hundertprozentig, hat er sich damit identifiziert.

00:07:10: Obwohl er noch seine Alpensymphonie in den Skizzen der Antichrist nennt was ja eines der spätesten Bücher von Nietzschee gewesen ist.

00:07:19: also er hat Nietzje Zeitlebens immer wieder gelesen aber er hat sich mehr von dieser Grundidee Die Machbarkeitswahn, wie wir das heute nennen, hingegeben und er hat gefunden.

00:07:30: Wir brauchen keine Religion.

00:07:31: Das war ihm alles odios sondern er hat gesagt es muss ein Elite-Prinzip geben und die Stärksten werden sich durchsetzen auf dem Arzt raus also sozusagen alles untergeordnet.

00:07:42: Und diesen Prinzip, diesem Denkprinzip dieser Lebenseinstellungs- und Lebenserwartung Wittmetter diese Musik, die er da schreibt.

00:07:53: Die genauso eruptiv komponiert ist wie Nietzsche seinen Text gedichtet hat – offensichtlich!

00:07:59: Insofern klingt Nietzches Ideen-Spiel eigentlich in der Musik in einem ähnlichen, titirambischen Stil... Wie gesagt, vulkanösen Stil, wie man den Zarathustra beim Lesen empfindet.

00:08:18: Das Kunstwerk, das jetzt nicht eins zu eins irgendwelche Passagen des Zarathustra Textes irgendwie widerspiegelt sondern das Gefühl, dass dahinter steht.

00:08:29: Übrigens der englische Komponist Friedrich Delius hat Fragmente des Zaratustras tatsächlich verdohnt als Messe des Lebens.

00:08:37: Also da auch wieder so eine

00:08:38: religiöse... Das

00:08:40: war wörtlicher

00:08:40: Nietzsche, oder?

00:08:41: Okay aber bei Strauß ist es nicht wörtlich, das ist keine Vertonung des Buches.

00:08:45: Nein!

00:08:45: Es ist keine narrative Erzählung.

00:08:48: Nein, es stehen nur einige Überschriften, einige Kapitelüberschiften aus den verschiedenen Büchern der Zarathustra verwendet zur Charakterisierung musikalischer Abschnitte in dieser Tondichtung.

00:09:02: thirty-fünfminütigen Bogen durchkomponiert, aber es hat einzelne Abschnitte.

00:09:07: Die sind dann nach verschiedenen Kapitelüberschriften benannt also das heißt von den Hinterwäldlern und der großen Sehensucht, von den Freuden und Leidenschaften, des Grablieds, von der Wissenschaft, der Genesende, das Tanzlied und das Nachtwandlerlied.

00:09:23: Es gehört dazu diese Aufbruchstimmung, die der Zarathustra beschwert.

00:09:27: Und wenn man das begreift dann ist man ein Genesende und dann stimmt man das Tanzlied an.

00:09:32: Das sagt den Leute lernt mir lachen.

00:09:33: also es muss gelacht werden.

00:09:35: Es muss sozusagen eine Freiheitsappell bei Nietzsche da.

00:09:38: Hohe Mensch ist ein freier Mensch und kann machen und kann sich verwirklichen.

00:09:42: Dieses Prinzip wird da zu Musik und entlädt sich in einem riesigen Walzer eigentlich.

00:09:48: Tanzlied dass dann ins Nachtlied übergeht... Endet irgendwie, schwebt sie ins All und man weiß aber nicht genau was da passiert.

00:09:58: Aber bleibt er irgendwie allein zurück?

00:10:00: Es begeht mit diesem Sonnenaufgang... Und dann ist es Nacht, wo wir sind danach.

00:10:05: Dann kommt

00:10:06: der nächste Sonnenaufgang!

00:10:07: Muss man nicht schon seine Theorien kennen um das zu verstehen, um das rauszuhören?

00:10:12: Nein

00:10:12: Muss man überhaupt nichts.

00:10:14: und so wie du beschrieben hast ja diese Musik, die wir am Anfang schon gehört haben.

00:10:18: Das ist ein Sonnenaufgang das wird jeder mit einem Sonnenaufgang.

00:10:22: Von mir aus vielleicht auch nur mit einem mentalen Sonnenaufgang!

00:10:26: Mit einer mentalen Befreiung assoziieren.

00:10:30: diese Musik.

00:10:31: Und das begreift jeder weil jeder hat solche Momente wo er sagt Ja jetzt beginnt es nicht?

00:10:38: Dann denkst Du drüber nach Weil führt eigentlich nur mit uns eine große Reise ins Innere, wo wir sagen wie können wir uns befreien?

00:10:49: Und das sind am Anfang die Hinterwäldler.

00:10:52: die beten geistliche Gesänge, da kommt sogar in der Orgel ein Magnifikat vor und ein Credo in Unumdeum also ich glaube einen Gott.

00:10:59: Und das ist wieder alles weggeschwemmt so wie Nietzsche's Philosophie.

00:11:02: und wir haben zuerst einmal ein Grablied wo alles beerdigt wird und dann haben wir die Wissenschaften, die dort dahin gründeln und irgendwie ist der Große aufschreiben sie müssen uns befreien.

00:11:12: Das

00:11:12: sind ja total abstrakte Konzepte

00:11:15: Ja, sind absagte Konzepte aber sehr, sehr klar auf menschliche Gefühle die jeder hat hinsteuert.

00:11:24: Also wenn wir diese Musik hören in dem einen sind wir deprimiert und beim nächsten sagen wir ja das ist jetzt ein Aufbau und da geht es jetzt wirklich so aufwärts.

00:11:32: also wir können dann einzelne Aspekte anspielen wo man merkt wie da sowie im Sonnenaufgang auch für andere Gefühlszustände wirklich urbilder, musikalische Urbilder geformt werden.

00:11:43: Das heißt wenn ich das höre muss ich mich einfach diesen Assoziationsschwall hingeben und mich irgendwo hintragen lassen von der Musik und es gibt keine richtige Handlung die jetzt irgendwie raushören könnte.

00:11:55: Aber du fühlst Befreiung?

00:11:56: Ja Du fühlste erst einmal.

00:11:58: also irgendwie bist du eingeschnürt in ein Korsett wo du sagst das ist furchtbar da kann man nicht atmen und dann ist er einen Befreiungsschlag.

00:12:06: und dann kommt das große Translin.

00:12:08: Das ist die Zeit für alle, wo du wirklich sagst also jetzt fliegt man.

00:12:12: Sag mal wie unterscheidet sich denn dann?

00:12:14: also sprach Zarathustra zum Beispiel von Wivaldi's Jahreszeiten?

00:12:18: Wo ich ja auch verschiedene Teile habe, die mich in verschiedenen Stimmungen führen und wo ich dann einmal das herbstliche Blätter rascheln hab' und dann habe ich wieder die Vögelgesänge und dann tanzen die Bauern auf ihren Weinfässern.

00:12:31: Das sind hier auch Dinge, die nicht wirklich deutlich zu sehen sind sondern die ich mir denken kann wenn

00:12:37: Genau.

00:12:38: Und du bist jetzt eine abstraktionsebene Höhe hier und du siehst nicht mehr einen Bauern-Tanz, sondern du bist es selber deine Seele!

00:12:46: Kannst jetzt, weil sie befreit worden ist.

00:12:48: So muss man es glaube ich sehen.

00:12:49: So hat das empfunden und ich glaube so in diesem Sinn mehr oder weniger konkret empfindet diese Musik.

00:12:57: jeder der sich hören kann also man fühlt sich schon erhoben von dieser Musik und am Schluss endet's hier dann auch wirklich sagt mit einem großen Fragezeichen.

00:13:05: Es ist ja nicht so dass das bleibt ja nicht ewig wie es halt ist mit einer vorischen Zustände.

00:13:10: Da würde ich sagen, hören wir jetzt noch mal diesen ganzen Sonnenaufgang.

00:13:12: Weil da haben wir ja nur ein kurzes Teilchen davon eingespielt und dann hören wir uns ein bisschen durch die Teile durch... Die einzelne Abschnitte?

00:13:20: Ja genau!

00:13:21: Also nochmal der sonnenaufgang jetzt auch mit den ersten Tönen, denn das Stück wächst heraus.

00:13:26: aus der tiefsten Lage liegt ein C, tiefster Ton des Konterbassees.

00:13:35: Und aus dem heraus... Das ist

00:13:37: ein Zittern des Zuges.

00:13:38: Ja, ja, eigentlich das Urzustand und aus dem beginnt also dreimalige Anstieg dieser Trompeten von Fahre einmal von Tour nach Moll umgeschaltet vom großen Orchester, einmal von Moll nach Tour und dann ausgeführt in den großen Clash wo das ganze Orchester mit der Orgel einen riesigen C-Dur-Accord vorführt.

00:14:03: Der Effekt ist, von Ferne verwandt natürlich mit dem Uneswartlicht von Josef Haydn aus der Schöpfung.

00:14:10: Aber jetzt herausgeholt... Ist

00:14:11: ja dieselbe Handlung sozusagen?

00:14:13: Quasi die selbe Handelung nur ist es nicht mehr religiös und christlich sondern es geht um die Religion des Übermenschen wenn man so will.

00:14:23: Es geht jetzt kosmisch her.

00:16:01: Fühlt sich ein bisschen an wie einen Sonnenaufgang in der Wüste.

00:16:03: hast du das schon mal erlebt?

00:16:05: da dauert's nämlich Also, es kommt die Sonne raus und am Anfang sieht man halt diesen kleinen Bogen am Horizont aber ist immer noch kalt.

00:16:14: Und dann irgendwann gibt's diesen Moment wo wie ein Schalter umgelegt wird und auf einmal ist das hell-und warm!

00:16:21: Ja, das ist auch diese Akkorde sicher.

00:16:26: Das ist immer das Aufblitzen und dann ist es da.

00:16:29: Es ist natürlich ein Naturereignis, wie das auch ein musikalisches Naturereignis ist.

00:16:37: Es muss einer auf die Idee kommen.

00:16:39: Was folgt denn?

00:16:41: Es folgen dann verschiedene Ausprägungen von Zuständen in denen... der Mensch oder die Seele des Menschen sein kann.

00:16:51: Wir haben zunächst einmal das von den Hinterwäldlern.

00:16:54: Ja, wer sind denn die Hinterwältler?

00:16:55: Die Hinterwälter sind... Es ist so!

00:16:58: Wir dürfen gar nicht nachlesen was bei Nietzsche wirklich in diesem Kapitel steht.

00:17:03: Denn das war für Strauß gar nicht so wichtig.

00:17:05: Für ihn waren die Hinterweltler, die die Frömmeln da sitzen und sagen natürlich wir beten unsere Gebete und es wird schon alles gut gehen.

00:17:11: Die haben auch eine sehr schöne Musik aber am Ende des Tages uns nicht befriedigt.

00:18:37: Das ist sehr schön, aber auf Dauer befriedigt uns das nicht.

00:18:40: und gleich die nächste Nummer sagt dann von der großen Sehnsucht.

00:18:43: Also da muss...das kann doch noch nicht alles gewesen sein wie es eine mysteriischen Lied heißt!

00:18:49: Und das mündet denn auch in den übernächsten Abschnitten an.

00:18:52: und das sind dann die Freuden und Leidenschaften.

00:18:55: und das sagt man.

00:18:55: also entpuppt sich jetzt etwas was noch unerlöst ist, was aber da ist?

00:19:01: im Kopf Spürt man die Leidenschaft, die zu etwas führen muss?

00:21:09: Aber die weiß noch nicht wo sie hin will.

00:21:11: Die muss erst befreit werden.

00:21:12: und dann gibt es jetzt verschiedene Ansätze.

00:21:16: Ein bisschen etwas ist das natürlich noch von Goethes Faust.

00:21:20: Von dem faustischen Prinzip habe ich alles studiert und nichts funktioniert.

00:21:24: aber ich will etwas schaffen!

00:21:27: eben, dass mein Ruhm in Eonen nicht untergeht.

00:21:33: Das ist sozusagen... Es muss was passieren.

00:21:35: und jetzt sehen wir das alles, was die Menschheit so versucht, scheitert am meisten.

00:21:42: Scheitern die Wissenschaften!

00:21:44: Und jetzt ist es ganz lustig.

00:21:47: da macht jetzt draußen etwas übrigens wie Franz Liszt ein Beginn seiner Faust-Symphonie.

00:21:53: Er verwendet einen Thema, in dem alle zwölf Töne vorkommen.

00:21:57: Die Zwölfton-Methode von Schönberg waren noch nicht erfunden.

00:22:00: aber das ist sozusagen wir wollen alles wissen, wir wollen Alles erforschen und das ist die trocknste Musik, die es überhaupt gibt aus tiefsten Tiefen.

00:22:11: die Kontrapässe versuchen da irgendwas zu formen.

00:22:14: Das sind die Wissenschaftler, die bringen aber nichts weiter.

00:22:45: Bisher ist es gewissermaßen eine Sinnsuche.

00:22:47: In der Religion wäre man nicht glücklich, wir probieren das weltlichere aus und explodieren die Freuden- und Leidenschaften.

00:22:55: Dann schauen wir mal in Richtung Wissenschaft.

00:22:56: aber das gibt uns auch nicht das was wir brauchen oder wollen oder begehren.

00:23:02: wie gehts weiter?

00:23:03: Es

00:23:03: geht weiter.

00:23:04: du musst zu einem Befreiungsschlag.

00:23:07: Das ist das, was dir Nietzsche erklärt mit dem Zartostra.

00:23:11: Also befreite ich, mach dich frei von all diesen Dingen!

00:23:14: Das ist nichts du.

00:23:15: Such wo du bist.

00:23:18: Sei du selbst?

00:23:19: Ja genau, das kann man ja heute auch.

00:23:20: Ich meine es ist die Hymne unserer Zeit in Wirklichkeit.

00:23:23: Sei tu selbst.

00:23:24: Also absoluter

00:23:26: Individualismus.

00:23:28: Genau und da gibt es eben dann die Musik des Genesenen des Genesenden, also du wirst gesund an dir selbst quasi und die mündet in eine gigantische Explosion.

00:25:36: Waren das nochmal die Trompeten vom Anfang?

00:25:38: Ganz genau!

00:25:39: Strauß arbeitet natürlich hier mit symphonischen Mitteln.

00:25:42: er hat eigentlich zwei Elemente.

00:25:44: Das eine ist dieses Naturthema der Trompete, dieser Anstieg.

00:25:48: Das ist pure C-Dur und das andere sind die Freuden und Leidenschaften.

00:25:52: und alles was sozusagen das Himmelhoch jauchzehnte is, dass wir anstreben, das i's in Haadur.

00:25:58: Und er schreibt auch irgendwann einmal die am weitesten voneinander entfernten Tonarten, wo es übrigens gar nicht so stimmt.

00:26:04: Es ist nur fast so.

00:26:05: aber das meint er also zwei verschiedene Prinzipien – das Naturprinzip und das Andere sind die freudende Leidschaften Sehnsüchte In diesem Stück, wie die zwei Themen Gruppen einer Sonatensatzform in der Klassik, die hier also ins Große ausgeweitet ist.

00:26:26: Das sind die zwei Prinzipien, die miteinander kämpfen.

00:26:29: Das ist das formale Prinzip dieses Stücks und so wie du es richtig erkannt hast... Das

00:26:35: sind die Sonnenaufgangstrumpeten, so wie sich die Sonne ja... ...die Bewegung der Planeten nicht aufhalten lässt.

00:26:41: Genau so ist es!

00:26:42: Ja?

00:26:43: Und das erkennen wir nach diesem Aufbruch.

00:26:45: danach befällt uns sofort ein Schauer.

00:26:49: Die Welt dreht sich weiter.

00:27:04: Also,

00:27:04: d.h.,

00:27:05: wir sehen das vor uns und brechen sofort in unsere Samen, weil wir müssen das erst finden.

00:27:09: Wie können wir im All aufgehen?

00:27:12: Unsere Seele, unser Denken, unser Vermögen Und die nächste Stufe ist dann der Anstieg zur Befreiung.

00:27:21: Lernt mir lachen, lernt mir tanzen oder Zarathustras Gebote sozusagen und das mündet in einen wirklichen... Das ist Musik wo man sagt also wenn es je komponiert worden ist dass der Mensch Fliegen können will und dass er es im Traum zumindest auch erreicht, dann ist es hier erreicht.

00:27:41: Ein zweiter Komponist hat das auch noch können, der Alexander Skriabin, da kann man mehr eigene Sendung machen.

00:27:46: Der hat auch so Flugmusik komponiert aber der Walzer, der jetzt als Krönung des Tanzlieds erklingt Das ist wirklich Musik, wo man das Gefühl hat.

00:27:58: jetzt fühlen wir uns befreit.

00:27:59: Jetzt schweben wir wie es beim Walzer tanzen ja möglicherweise wirklich passiert, weil man es wirklich kann dass man sozusagen durch diese Drehbewegung in einen Delirium hineinkommt.

00:28:09: und dieses göttliche Gelächter dieses Ge-Kicher dieses große Lachen!

00:28:14: Das ist auch komponiert oder wir hören da die Bläser richtig kichern.

00:28:18: Wer lacht denn da?

00:28:19: Weil Gott ist doch tot

00:28:21: Bei Nietzsche.

00:28:22: Ja, weil Gott ist getolt!

00:28:23: Also das chomärische Gelächter sozusagen, wir sind nicht mehr die Götter, das müssen jetzt die Übermenschen sein, die sich zum Lachen durchringen, die völlig befreit sind.

00:30:25: Das ist Selbstentäußerung, das ist einfach ein Hymnus auf das Befreiteleben.

00:30:34: Also eigentlich eine hedonistische Komposition?

00:30:37: Absolut

00:30:37: wie der ganze Richard Strauss.

00:30:39: Okay und wie ändert es?

00:30:41: was ist die Aussage am Ende?

00:30:42: Eben

00:30:43: In dieses Tanzlied bricht

00:30:46: herein,

00:30:48: oh Mensch gib acht.

00:30:49: was sprich die Tiefe mit der Nacht.

00:30:52: Das Nachtlied des Zarathustra mit den zwölf Glocken schlägen.

00:31:01: also auf dem Höhepunkt ertönen zwölft Glockenschläge und die bringen uns jetzt nicht zurück auf die Erde aber die lassen das Ganze auflösen.

00:31:11: wir lösen uns jetzt quasi auf Im All.

00:31:17: Ob gut oder schlecht?

00:31:20: Das kann niemand entscheiden, aber das ist der Schicksal!

00:31:23: Wenn du dich komplett befreit hast, ja wohin soll das

00:31:25: führen?!

00:31:26: Es kann nur in eine vielleicht positive, aber doch in eine Auflösung führen und dass ist der Schluss des Zertustra.

00:31:32: Wir können das jetzt anspielen zumindest diese zwölf Glockenschläge die also sehr prägnant sind und dann unterbrechen wir noch einmal kurz und überlegen uns nach wie das formal sozusagen zu betrachten ist.

00:33:13: Wie gesagt, wir haben den Widerstreit zwischen Natur und der menschlichen Sehnsucht.

00:33:19: C-dur H-duhr.

00:33:22: Natürlich ist das von Nietzscheb vielleicht in seiner Vorstellung von Richard Strauss sicher nicht zu entscheiden.

00:33:30: Also er führt uns jetzt vor wie sich alles nach diesen zwölf Glocken schlägen des Nachtlieds Alles auflöst.

00:33:37: alle diese ganze Gedankenwelt dieser euphorische Welt löst sich auf in einen Zustand wo man sagt so Wir begreifen es nicht.

00:33:46: Es hat ja dann doch wieder einen religiösen Aspekt!

00:33:49: Was ist jetzt?

00:33:51: Wohin orientieren wir uns, wenn wir uns auflösen?

00:33:54: was passiert?

00:33:55: Das mag zwar erstrebenswert erscheinen und was ist da?

00:34:00: Und das dieser Widerstreit zwischen dem C-Dur und dem H-Dürr hören wir am Schluss der Tondichtung, dass wird nicht aufgelöst.

00:34:10: Wenn wir jetzt – das ist wieder ganz leise – zuhören dann haben wir ganz in den Piccolo Flöten, den H-Durdreiklang und unten in den Grundrappelsen immer das C. Das Interessante ist, wenn man fragt gibt es eine Antwort... ...das letzte Wort hat das C die Natur!

00:35:32: Vielleicht ist das eine Antwort oder vielleicht hören wir nur nicht dass das vielleicht ewig so weitergeht.

00:35:39: Was hat eigentlich Nietzsche dazu gesagt?

00:35:41: Gar nix.

00:35:42: Er war dann schon in Richtung geistige Umnachtung unterwegs, aber es ist noch zu seinen Lebzeiten die Tonrichtung.

00:35:52: Richard Strauss selbst war jedenfalls recht zufrieden.

00:35:56: Es ist überliefert dass er nach der Generalprobe gesagt hat das sei weitaus das bedeutendste formvoll endetste interessanteste und eigentümlichste meiner Stücke.

00:36:06: Ich glaube er hat recht gehabt damit, ich würde sagen von seinen Ton-Dichtungen die alle irgendwie überwältigend sind.

00:36:13: Jede ist in seiner Art der Don Juan oder der Till Eulenspiegel, die Alpen symphonie.

00:36:18: Ich finde auch es ist jedenfalls formal das originellste Stück und die Instrumentationskunst ist hier auf eine Höhe getrieben Das ist das Orchester agiert mit einer Leuchtkraft wie es wieder davor noch danach je wieder erreicht worden ist von den Komponisten.

00:36:35: Also ich finde schon, ich finde auch recht.

00:36:36: also er war da am Höhepunkt.

00:36:37: wenn er da aufgehört hätte, wäre trotzdem einer der bedeutendsten Kompонisten seiner Zeit.

00:36:43: Dann dazu gleich was ist denn typisch Richard Strauss?

00:36:45: Woran erkennt man dann?

00:36:46: das ist Richard Strauß

00:36:47: Wenn's so klingt wie das was die Ausschnitte die wir jetzt gehört haben diese Leichtkraft des Orchesteres, des Orkesterklangs Diese unglaubliche Differenzierung bei Gleichzeitigen größten Ausdruck, das ist schon ganz typisch Richard Strauss.

00:37:01: oft kopiert nie erreicht.

00:37:03: Das hat kein Mensch so zu orchestrieren können wie er.

00:37:06: Sehr maximalistisch oder?

00:37:08: Ja es ist das für ein nicht das allergrößte Orchester weil doch ein sehr großes Orchester komponiert.

00:37:15: und die spätere Alpen symphonie die ja wie gesagt auch von Nietzsche inspiriert ist zumindest In Teilen ist für ein noch größeres Orchester komponiert, da spielen dann auch noch zwölf Herren hinter der Szene und ich weiß nicht was.

00:37:28: Also die Maximierung des Aufgebots!

00:37:33: haben die gleichzeitig komponierenden Gustav Mahler und Richard Strauss natürlich auf die absolute Spitze gedreht.

00:37:39: Schönberg dann auch noch mit seinen Gourreliedern, und dann haben wir aber rund um nineteenhundert wirklich den Plafond erreicht.

00:37:46: Es ist dann selbst Strauß selbst geht dann zurück, verwendet dann zum Beispiel in Ariadne auf Naxos Nummer sixunddreißig Musiker, also notgedrugend in dem Fall, aber es ist egal er hat dann reduziert!

00:37:58: Und hier noch war er in seiner Wagnerphase.

00:38:01: Er war ein großer Wagnerianer und er hat mehr und mehr erkannt, dass für ihn eigentlich der noch wichtigere Komponist Mozart ist.

00:38:10: Im Zarathustra kann man das noch nicht hören in späteren Opern dann sehr wohl.

00:38:14: Mein sehr alleinhafter Eindruck von Richard Strauss ist, dass das alles eine sehr programmatische und erzählerische Musik ist.

00:38:20: Liege ich damit richtig?

00:38:21: Ja

00:38:21: absolut!

00:38:21: Das hat nichts... Er hat auch

00:38:23: verachtet

00:38:24: eigentlich alle die versucht haben nach Beethoven noch Symphonien ohne Programm zu kommen.

00:38:29: Also es muss immer irgendwas erzählt werden.

00:38:32: Selbst wenn's nur eine Philosophie ist, wo man sich fragen kann, kann man das überhaupt?

00:38:35: Na kann man eh nicht!

00:38:36: Aber man kann aus dem Gefühlsüberschwank eines solchen Textes ebenso überschwenkliche Musik machen.

00:38:43: Man muss irgendetwas zu erzählen haben.

00:38:46: Das war so, dass genauso formuliert wie es daraus formuliert hätte.

00:38:49: Da musst du ja etwas zu sagen haben und durch was er zu sagen hat findet da auch eine Form.

00:38:56: Daher ist dieses Stück insofern... ganz besonders, weil es seine Form aus sich selbst heraus erschafft.

00:39:02: Insofern ein zoroastisches Prinzip im Sinne Nitsches.

00:39:06: Du hast was zu sagen.

00:39:07: also mach dir deine Form.

00:39:09: gibt's auch bei Wagner.

00:39:11: den Meister singen wo der Walter von Stolz singt den Hans Sachs fragt wenn ich so ein Lied singe wie fange ich nach der Regel an?

00:39:19: sagt er stellt sie selbst und folgt ihr dann.

00:39:21: das ist dieses prinzipter Mensch.

00:39:23: du kannst das machen.

00:39:24: du musst wissen was du bist und dann wirst du die form finden.

00:39:28: Wisse, was du willst und dann tue sie einfach.

00:39:30: Genau!

00:39:30: Dann ist das schöpferische Prinzip.

00:39:32: Mach es aus dir heraus.

00:39:33: Nimm nicht irgendwas, was zuvor findest.

00:39:35: Nicht irgend ein Gerüst, wo du sagst da hänge ich jetzt etwas dran auf?

00:39:38: Das ist kein Problem eine Symphonie nach einem Formgerüst einer schon komponierten Symphonien zu machen.

00:39:46: Du kannst mehr oder weniger Fahrt sein, je nachdem was du halt für Melodin einfallen.

00:39:49: Aber das ist unik und du kannst in Zarathustra nicht Nachmachen.

00:39:54: Okay, das klingt so als wäre jetzt Richard Strauss nicht auf die Idee gekommen Mozart-Konzerte, also Kartenzen für Mozart Konzerte zu schreiben.

00:40:01: Nein!

00:40:01: Das wäre wahrscheinlich nicht auf die Obwohl da wäre ich gar nicht so sicher.

00:40:04: Also vielleicht hat das fürs Oboen Konzert oder so gemacht sogar wenn man ihn gefragt hätte.

00:40:09: Er hatte in späten Jahren wo dann Mozart eher auf dem Tablett gehabt hat als den Wagner auch noch so klassische Konzerten komponiert.

00:40:19: ein Oboeunkonzert, ein Hornkonzern

00:40:22: Ohne Handlung?

00:40:25: Ja, wir wissen es nicht.

00:40:26: Wir wissen sie ja auch nicht einmal bei Heiden.

00:40:28: Er hat gesagt, er denkt sich eine Geschichte aus und die erzählt er dann also.

00:40:32: Die Programmmusik ist älter als die Väter der Programmusik wo wir sagen können Ektor Berlioz Franz Liszt das waren die großen Helden im symphonischen Bereich für Richard Strauß.

00:40:42: Und auch Liszt hatte in seinem Leben vor einer Sonate aber die hat mit der sonaten Form klassischen Sinn überhaupt nichts zu tun.

00:40:48: Also da musste auch immer eine programmatische Idee dahinter

00:40:51: stehen.".

00:40:52: Okay, ich glaube du hast mir mal erzählt Richard Strauß hätte alles über sich selbst komponiertes.

00:40:57: Es ging immer um ihn selbst?

00:41:00: Ja das haben wir mal gesagt in einer Sendung wo es um die musikalische Erotik gegangen ist.

00:41:07: Das stimmt er war immer der Held ja hat eine Tonrichtung komponniert die heißt ein Heldenleben und der Helt Und das war eigentlich immer so.

00:41:15: Er hat gesagt, ich finde mich mindestens so interessant wie ein Polar.

00:41:19: Aber

00:41:19: d.h.,

00:41:20: also sprach Zarathustra etwas über ihn herauslesen.

00:41:24: oder müssen wir uns vorstellen dass er dieser Mensch ist der diese Phasendurchmacht und diese quasi auch Reise durchmacht?

00:41:31: Jedenfalls dass er diese Gefühle alle kennt und diese Sehnsüchte teilt.

00:41:37: Das ist gar keine Frage!

00:41:38: Also er hat sich da schon selber hineingelegt.

00:41:40: Sonst kann man nicht zu eichstatische Musik machen wenn man es nicht wirklich glaubt.

00:41:43: Und dann habe ich noch eine ganz taktlose Frage zu Richard Strauss.

00:41:47: Ist der Verwandte mit den Walzerstreußen?

00:41:49: Nein, überhaupt nicht und deswegen bin ich ja froh dass wir uns journalistisch über die Jahre hineinigen konnten das man Richard Strauß mit Doppels und die Wiener Walzer Streuse mit Scharfens schreibt obwohl es da Probleme bei der Abgrenzung gibt, weil die haben sich selber mal so, mal so geschrieben.

00:42:07: Und waren sie nicht auch gleichzeitig in Wien aktiv?

00:42:11: Ja also bitte Johann Strauss Sohn ist aus dem Jahr eighteen neunundneinzig gestorben und der Zaratustrat ein frühes Stück.

00:42:18: von Richard Strauß ist es achtzehn sechsoeinzig Uhr aufgeführt.

00:42:20: Also

00:42:20: gewisse Überschneidung?

00:42:22: Eine gewisse Überschneidungen war da aber Strauß war damals ja nicht in Wen sondern in Berlin.

00:42:27: Aber er hat dann in seinem Rosenkavalier zum Beispiel einen Walzer von Josef Strauß zitiert und hat überhaupt, wie wir ja jetzt auch gehört haben im Zarathustra, in vielen, vielen Stücken Walzerklinge eingebaut.

00:42:40: Und er hat schon seine Hommage an die Walzerstreiße gemacht – er wusste schon was sie konnten!

00:42:49: Jetzt nochmal zurück zum Sonnenaufgang zu dem Der berühmtesten Teil von Eiser Sprachzarathustra.

00:42:56: Berühmt ja auch deshalb, weil eben in Stanley Kubrick's Film oder im Weltraum das sehr prominent verwendet wird.

00:43:06: Das ist der Anfang des Films und alles ist schwarz.

00:43:11: dann... Rücken so nacheinander Mond, Erde und Sonne in einer Konstellation ins Bild.

00:43:18: Dass man sieht wie die Sonne hinter dem Planeten aufgeht.

00:43:22: Gewissermaßen wirkt das Ganze dann auch wie die Hymne des Sonnensystems.

00:43:27: Solche ist ja immer wieder zitiert worden.

00:43:28: also diese Assoziation mit dem Weltraum die ja oft mal gar nicht so weit hergeholt ist, weil du hast schon das kosmische Prinzip ins Spiel gebracht.

00:43:36: Die haben wir jetzt eigentlich auch

00:43:37: gehabt.

00:43:39: Dann kann man sagen eigentlich, Stanley Kubrick hat das ganz passend gewählt oder?

00:43:43: Ja, also er hat eine Musik gefunden, die da jedenfalls hundertprozentig dazu passt.

00:43:47: Und dann kommt diese Szene mit den Affen, Menschenaffen, die sehr wild und quasi unzivilisiert auf dem Planeten herum tollen und wildern.

00:43:59: dann plötzlich steht da so ein Monolith in der Landschaft und der bewirkt irgendwas offenbar in den Affen, weil dann kommt auf einmal der Affe auf die Idee einen Knochen als Werkzeug zu verwenden.

00:44:09: Und dabei kommt dann wieder dieses Trompetenmotiv – das hört man dann wieder!

00:44:15: Also gewissermaßen geht es hier nicht nur um – interpretiere ich jetzt sehr frei rein – Nicht nur um die Kosmischenkonstellationen das Sonnenaufgangs und der Sterne.

00:44:30: Sondern vielleicht auch ist es eine Art Aufbruch wie die Menschheit, diese Weiterentwicklung der Zivilisation

00:44:36: wirklicherweise?

00:44:37: Und hier bei Nietzsche und Strauß ist es ein Aufbruchs der Menschheit in einer besseren Zukunft sozusagen.

00:44:45: Das war sehr herrnmenschlich gedachte aber für die damalige Denkungsweise doch bessere Zukunft ja, eine freire Zukunft.

00:44:55: Aber irgendwann ist dieser Anfang doch auch, hat sich quasi immer zippiert.

00:45:01: Weil wir haben... Es gibt so viele Werbespots.

00:45:04: also da gibt es ich kann mich noch erinnern an Warsteiner das Bier dass immer mit diesem Klang assoziert war in den Werbespotts, dass man dann irgendwann schon nur noch dieses Bierglas vor sich gesehen hat.

00:45:15: Aufgang des Biers.

00:45:18: Die Steindly Kubrick Filmszene wurde in ganz vielen anderen Filmen zuletzt zum Beispiel in Barbie zitiert worden.

00:45:25: Das sind so Leichtraketen musikalischer Natur oder eben sinästischer Natur, die dann halt zittabel sind weil jeder sie kennt?

00:45:36: Das ist ganz klar.

00:45:38: Es gibt auch ältliche Bedenken, wenn wir den Anfang der fünften Beete hoffen kann auch jeder sofort nachsingen.

00:45:42: das ist auch für sich genommen.

00:45:44: viele wissen nicht wie es weitergeht Aber die sind nicht so

00:45:46: programmatisch Die steht nicht so klar für ein Thema.

00:45:50: und wie zum Beispiel eine Sonnenaufgang Und Elvis Presley hat seine Konzerte mit diesen Tönen begonnen.

00:45:56: Auch viele andere Bands haben das dann gemacht dass bevor sie auf die Bühne kommen kommt das also es ist eigentlich auch seine Art Fanfare für eben.

00:46:03: jetzt geht's los.

00:46:04: Ja, es ist ja eine... Wir haben ja unsere Sendung jetzt auch damit angefangen.

00:46:09: Genau!

00:46:09: Aber jetzt müssen wir uns auch wieder beenden diese

00:46:11: Sendung?

00:46:12: Da passt's halt nicht mehr.

00:46:13: Nein, da würde jetzt das Schluss und der ist aber so oft, dass können wir jetzt leider nicht durchhalten, wir müssen aufhören.

00:46:20: also würde ich sagen wir beenden Sie wie immer nicht musikalisch sondern mit einem Danke fürs Zuhören.

00:46:26: und wenn sie den gefallen hat bitte geben Sie uns fünf Sterne in die App in der Sie uns hören.

00:46:32: Und wenn Sie eine andere Lieblingsfanfare haben, dann bitte schreiben Sie uns ein Mail.

00:46:35: Podcastatdepresser.com.

00:46:37: Auf Wiedersehen!

00:46:52: Ciao!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.