Mozarts "Eine kleine Nachtmusik": Was heißt hier klein??
Shownotes
In Mozarts Serenade Nr. 13 in G-Dur (KV 525), besser bekannt als „Eine kleine Nachtmusik“, erklingt die wahrscheinlich berühmteste Melodie der Wiener Klassik. Und dieser Status ist durchaus berechtigt, analysieren Wilhelm Sinkovicz und Katrin Nussmayr in dieser Jubiläums-Folge von „Klassik für Taktlose“: Denn Wolfgang Amadeus Mozart steckte seine ganze Kunstfertigkeit in diese Serenade.
Sie funktioniert wie eine komplette Symphonie, dauert aber nur rund 17 Minuten. Allein am ersten Satz lässt sich das Grundprinzip der klassischen Kompositionstechnik studieren – und hier lässt sich auch ablesen, mit wie vielen musikalischen Bällen Mozart jonglieren konnte. Dabei komponierte Mozart das Stück eigentlich nur so nebenbei. Berühmt wurde es erst viel später. Und unvollständig ist es obendrein. Das Taktlos-Duo analysiert Takt für Takt dieses legendäre Stück, das jeder kennt, künftig aber womöglich mit anderen Ohren hören wird.
Ein perfektes Jubiläumsthema also: Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz feiern 250 „Klassik für Taktlose“- und „Musiksalon“-Folgen – und bedanken sich bei allen Hörerinnen und Hörern, die sie auf ihrer Podcast-Reise seit 2022 begleitet haben!
Die Musikbeispiele in diesem Podcast musiziert das Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer (EMI).
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
Transkript anzeigen
00:00:04: Klassik für Taktlose.
00:00:10: Mit Kathrin Nussmaier und Wilhelm
00:00:12: Sinkowitsch.
00:00:20: Lieber Willi, wir feiern heute ein Jubiläum!
00:00:23: Liebe Kathrin ja ich habe es aus Versehen bereits im vorigen Podcast gefeiert.
00:00:27: Zweihundertfünfzig Podcasts haben wir schon aufgenommen.
00:00:31: Also je nach Zählung?
00:00:33: Es ist wahrscheinlich heute die zweihundefünftigste Folge.
00:00:36: Laut meiner Zähnung aber es ist ja schön man kann ja ruhig zwei mal feiern.
00:00:39: Natürlich und feiern halt bei zweihundert fünfzig kann man schon feiern
00:00:42: Genau.
00:00:43: Und man kann auch zweimal feiern, weil wir ja ein zwei in eins Podcast sind.
00:00:47: Also in diesem Kanal hier, Klassik für Taktlose gibt es eigentlich zwei Podcasts gleich zu finden, unseren gemeinsamen Klassiker Taktlos eben.
00:00:54: Kaufen Sie zwei?
00:00:55: Dann wird's billiger!
00:00:57: Ja genau.
00:00:57: und dann gibt noch die Musiksalonfolgen, die du alleine bestreitest... Ich denke mal jetzt zum zweihundertfünfziger Jubiläum könnte man ja auch kurz noch einmal ein bisschen was darüber erzählen, wie das eigentlich zustande gekommen ist.
00:01:12: Kannst du dich erinnern?
00:01:12: Ja, das können
00:01:13: wir gerne tun!
00:01:13: Ich kann mich sehr gut erinneren.
00:01:15: und wenn ich mich erinnere dann muss ich sagen Wir hätten ja noch viel mehr folgen.
00:01:20: Allerdings haben wir in einem rätselhaften Abschubungsprozess ungefähr sechzig bis siebzig Folgen verloren die ursprünglicher Mal als Musiksalon Also mein Solo-Podcast, aufgenommen worden sind.
00:01:33: Und dazu kann ich sagen das ist entstanden definitiv am ersten Tag des großen Lockdowns... ...zweitausendzwanzig war das glaube ich.
00:01:43: Da habe ich den damaligen Chefredakteur Rainer Nowak in der großen Krise die wir da hatten weil keiner hat gewusst was passiert jetzt wie geht es weiter?
00:01:52: Wir können ja alle dieses Erlebtem lebhaft nachvollziehen, wie das wirklich war.
00:01:58: Und wir saßen alle zu Hause und ich habe ihn angerufen und habe ihm gesagt, bevor er mir jetzt langweilig wird, ich mache jetzt jeden Tag einen Podcast darauf hin.
00:02:06: und der hat gesagt super wunderbar!
00:02:08: Und dann habe ich wirklich innerhalb kürzester Zeit glaube ich sechzig Podcasts produziert.
00:02:15: die stammten allerdings auf einem anderen Server damals.
00:02:18: Und dann haben wir irgendwann einmal abgeschaltet und keiner hat mir daran gedacht, dass da ja ein Sechzig Podcast drauf.
00:02:26: Also die schwirren irgendwo im Nirwana.
00:02:30: Wenn sie irgendwo einen Findenschick sehen und so.
00:02:34: Das ist ja echt schade!
00:02:36: Vielleicht
00:02:36: werden die irgendwann noch rekonstruiert...
00:02:39: Wir hätten schon weit über dreihundert, aber wie auch immer.
00:02:42: So ist es entstanden eigentlich und dann war eine Pause, weil das Leben wieder ordentlich begonnen hat.
00:02:49: Da wurden dann produziert unsere großen, was wichtig wird.
00:02:53: Unser Black Ship Podcast von der Presse.
00:02:56: Und da war die Idee, wollen wir nicht diesen... Podcast wieder aufnehmen.
00:03:02: So richtig mit einem Kanal und auf allen Podcast-Plattformen, genau das war im Sommer zwanzig zweiundzwanzig und da haben wir dann eben gleichzeitig mit den Klassik für taktlose Folgen begonnen.
00:03:13: ich bin mir nicht mehr ganz sicher wie es zu der Idee gekommen ist dass wir uns beide da auch zusammen ins Studio werfen.
00:03:19: Ich kann mich nur wage erinnern dass wir damals bei einem Getränk in einem Garten lokal gesessen sind und am Ende war's klar was wir machen.
00:03:27: ja also Das ist wahrscheinlich mehr als ein Seidlbier gewesen und dann sind wir auf die verrückte Idee gekommen, das zu machen.
00:03:35: Und es war fein weil dadurch hat er eine ganz neue Farbe gekriegt auch für mich urspannend.
00:03:40: Das Kompliment muss ich dir machen liebe Katrin!
00:03:43: Weil das ist immer... Ich entdecke immer selber wahnsinnig viel wenn du mir einen Thema vorschlägst kann man auch aus dem Nähkästchen plaudern.
00:03:52: Vielleicht wir kommen da... Das kannst
00:03:53: du ja auch wirklich sehr gut, dass das Klassik aus dem Nähkästchenschaum rauszaubern.
00:03:57: Aus
00:03:57: dem Nähekästche plaudert?
00:03:58: Ja!
00:03:59: Das ist eigentlich immer so entstanden, dass du sagst, das könnte man nicht machen.
00:04:01: Diesen oder jenes Thema.
00:04:03: und dann haben wir uns geeinigt auf ein Thema und ich habe mir so ein bisschen angeschaut was es zu dem Thema, was ich dazu weiß oder weiß wo ich's finde Und Du hast dich vorbereitet von der anderen Seite sozusagen Dich genähert immer Und das funktioniert bis heute, dass du rausfindest.
00:04:20: Was findet man raus?
00:04:21: Wenn man es wissen will...
00:04:23: Ja und was findet man vor allem nicht heraus?
00:04:24: Und was sind sozusagen die naivsten Fragen, die man stellen könnte auf die man noch keine Antwort findet?
00:04:28: Also ich finde das Schöne daran, um das mir auch so Spaß macht ist, dass das Entdecken im Vordergrund steht!
00:04:33: Für mich selber war das eine wahnsinnige Entdeckungsreise in diesen letzten fast vier Jahren mittlerweile.
00:04:38: Ja für mich auch weil ich einfach anders gefragt werde als ich mich selber frage normalerweise logischerweise und das eröffnet Neue Zugänge.
00:04:48: Also vielleicht kann man da nochmal kurz für alle, die unseren Podcast noch nicht so lange kennen und erst... also vielleicht auch nicht ganze zweieinundfünfzig Folgen lang dabei sind.
00:04:55: Vielleicht noch kurz mal erklären was diese beiden Podcast-Schienen unterscheidet und ausmacht?
00:05:00: Also in Klassik für taktlose nähern wir uns einsteigerfreundlich der Welt der klassischen Musik.
00:05:05: Wir versuchen eben gemeinsam zu entdecken!
00:05:07: Wir gehen Dingen auf den Grund, die oft als gegeben wahrgenommen werden.
00:05:11: Wir setzen nichts voraus, wir fragen wirklich nach den Basics.
00:05:14: so warum war Mozart jetzt eigentlich so spannend?
00:05:17: und was konnte Karajan, was andere Dirigenten nicht konnten?
00:05:21: Und wir suchen Verbindungen zur Popkultur zum Zeitgeist zu... all dem, wo man die Klassik gar nicht vermuten würde.
00:05:28: Ja aber das war für mich auch wahnsinnig spannend.
00:05:30: also zum Beispiel Bohemian Rhapsody ich glaube ist auch mit Abstand eine der meistgehörten Folgen.
00:05:34: Das war eine sehr beliebte Folge und es ist auch eine meiner Lieblingsfolge.
00:05:37: also wir Bohemien Rhapsodys von Queen setziert haben und analysiert und... Ich finde da ist aufgegangen für mich dass was im Idealfall unsere klassik vertaktlose Folgen erreichen sollen hat ja irgendwie funktioniert optimal dieses AHA-Erlebnis.
00:05:52: Was man draufkommt Dort wo man klassische Musiker nicht vermuten würde, dass sie dort auch weiter lebt und sehr präsent ist.
00:06:01: Und in dem Fall bei Bohemian Rhapsody eben in einem Lied das in meinem Umfeld zumindest sehr gern zu später Stunden aus voller Kehle in emotionalen Moment gesungen wird.
00:06:13: Ja, dass ich für mich entdeckt habe in diesem Moment natürlich!
00:06:16: Das war wirklich dann so.
00:06:18: da kommen wir dann ins Studio und du spist mir das Ding vor?
00:06:22: Ich sag was ich dazu... was ich dazu assoziere aus meiner Welt heraus.
00:06:28: Also wie gesagt, ich entdecke da auch wahnsinnig viel und bin sehr froh.
00:06:31: Was gehört denn noch zu deinen Lieblingsmomenten?
00:06:34: Alles das, wo ich mir denke... Da kann ich schon ein großes Referat halten ohne mich groß vorzubereiten von einer neuen Seite her beleuchte Und wo ich mir dann denke, so müsste man das anschauen von Grund auf.
00:06:51: Ich lerne in manchen Phasen wirklich neu zu hören und wenn du grundsätzliche Fragen stellst wie was war eigentlich nicht so gut an Karajan oder was war so toll an Mozart?
00:07:01: Das werden wir heute auch im übrigen Besprechen.
00:07:03: wieder
00:07:04: kommen wird gleich.
00:07:05: dass sind Sachen die muss man sich ja sowieso immer wieder aufs neue Stellen.
00:07:10: Und natürlich, wenn ich in ein Konzert gehe und die spielen die Juppe der Symphonie überlege ich mir nicht warum der Mozart so großartig war das weiß ich ja schon sondern höre dieses Stück dass natürlich eine der tollsten Symphonien ist die überhaupt je komponiert worden ist sozusagen von einem Hochstand heraus.
00:07:26: aber es ist sehr schön sie auch von den Wurzeln her anzuschauen.
00:07:31: was erlebt jemand der nicht weiß was passiert wenn jetzt die juppee der symphonie kommt und der sich noch überhaupt nie überlegt hat.
00:07:39: Der Mozart ist zwar sehr berühmt, jeder weiß das es den gegeben hat aber warum war er so toll?
00:07:45: Und dann hört man die Stücke wieder anders und lernt sie neu kennen.
00:07:48: Wirst du also auch ein bisschen
00:07:49: herausgefordert
00:07:51: in deinem Wissen und auch in deinen Überzeugungen als langjähriger Klassekritiker der Presse?
00:07:56: Übrigens, wir haben doch gar nicht gesagt wer wir sind oder wie wir dazu kommen was wir machen!
00:08:00: Also wir kommen beides zum Föton der Pressem.
00:08:02: Ja
00:08:03: genau ich bin seit über vierzig Jahren Musikkritiker der Presse und ja, also bin daher gewöhnt analytisch zu hören.
00:08:14: zwangsläufig, das geht irgendwie gar nicht anders.
00:08:18: Und man ist ja nur dreißig, schaltet mein Hirn ein auch wenn ich nicht im Konzert sitze und irgendwann ertappe ich mich dabei und sage bis heute nicht dem Dienst vergesst es nicht.
00:08:27: Das schönste Erlebnisse sind im Sprechtheater wo ich nicht zuständig bin, wo irgendein Teil des Gehirns an den anderen funkt, vergiss es du musst heute nicht Das ist nach einer halben Stunde, dann kriegt man das irgendwie mit.
00:08:42: Ah, da kann ich es in Ruhe genießen oder auch nicht im Gespräch Theater.
00:08:48: Aber man schaltet sozusagen ab einen Apparat der jetzt seit Jahrzehnten sich automatisch einschaltet.
00:08:55: Ja, also wenn du jahrzehntelang Klassikkritiker warst ist das auch klar irgendwie dass sich dieser Apparat da sehr geschult ist und es ja gut funktioniert.
00:09:03: Und für dich?
00:09:04: Also du auch wie sie dir auch Mitglied der Photon Redaktion
00:09:06: bist?
00:09:06: Genau ich habe vor zwölf Jahren begonnen im Photon und hab eben sehr lange vor allem über popkulturelle Themen geschrieben und das ist dann auch der Zugang, der mich zu meinen Fragen oft bringt, die ich darin stelle.
00:09:18: Und meinen hat jetzt sonst erweitert!
00:09:20: Also, jetzt haben wir uns gelobt.
00:09:21: Kommt!
00:09:21: Lasst uns uns selber loben den ein anderer tut es nicht.
00:09:24: heißt das bei Aben einmal
00:09:26: an dieser Stelle wenn sie uns gerne loben möchten.
00:09:28: podcast und die Preise dort kommen
00:09:30: ja genau.
00:09:31: wir kriegen übrigens wirklich wunderbare Zuschriften.
00:09:33: danke liebe Hörerinnen und Hörern auch dafür.
00:09:37: Es wird lebhaft rezipiert und angenommen Und es kommen auch immer wieder tolle Vorschläge.
00:09:43: Die werden dann in der Regel aufgreifen Wenn wir uns zuständig fühlen für die Themen, freuen uns auch immer wieder.
00:09:50: Ja
00:09:51: und vielleicht machen wir nach zweihundertfünfzig weitere Folgen aber jetzt machen wir mal eine weitere.
00:09:54: und weil wir ja vorher gerade gesagt haben was macht Mozart eigentlich so toll fragen wir doch heute was macht sein berühmtestes Stück eigentlich aus?
00:10:02: Und ich glaube wir können uns kurz anspielen und jeder wird gleich erkennen was es ist.
00:10:37: Eine kleine Nachtmusik also von Mozart wirklich Nacht Musik genannt auch in seinem eigenen Werkverzeichnis.
00:10:45: Ist das eigentlich ein musikalischer Begriff?
00:10:47: Eine Nachtmusik?
00:10:48: Ja,
00:10:48: ja!
00:10:49: Es gibt mehrere Möglichkeiten.
00:10:51: Das kann sein eine Serenade
00:10:53: von ... Ah, da steckt der Abend.
00:10:55: oder?
00:10:55: Serer?
00:10:56: Von einer Serer.
00:10:57: Es gibt Natur nie... Das
00:11:03: spielt man nach der Serenade, wenn es schon später
00:11:06: ist.
00:11:07: Nein, die Nocturne gibt's natürlich auch in den Glöstern wird gebetet.
00:11:13: Ein nächtliches
00:11:13: Gebet?
00:11:14: Ja genau!
00:11:15: Das ist musikalisch gesehen spielt man entweder eine Serenate oder ein Noturno oder ein Divertimento, ein Unterhaltungsstück.
00:11:24: das alles gehört zur Unterhaltungsmusik.
00:11:28: Also ich sage immer, Mozart wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass er keine Unterhaltungsmusik schreibt.
00:11:34: Auch wenn er Symphonie geschrieben hat oder Operntas war, Musik war ein Divertimento eine Unterhaltung.
00:11:40: Unterhaltungen auf einem natürlich sehr, sehr hohen Niveau.
00:11:45: und dazu muss man eines sagen Wenn wir heute sagen, naja das ist eine symphonie, eine große Symphonies dann schauen wir zurück auf diese Gattung der Orchestermusik mit Beethoven Im Blick.
00:11:58: Ab Beethoven ist die Symphonie das große Repräsentationsstück der Klassik.
00:12:05: und dann haben alle versucht, die sie sich getraut haben nach Beethoven noch Symphonier, haben versucht in der Symphonien ihr Bestes zu geben.
00:12:12: Zum Wortsatzzeit also eine Generation früher war das überhaupt nicht so.
00:12:17: Da war die Symphonie eigentlich noch ein Abkömmling der Oper, weil Sinfonia hieß ursprünglich Die Uvertür was wir heute die Uvertüre einer Oper bezeichnen.
00:12:26: und es war in der italienischen Musik davor-Klassik Und im Barock war die Sinfonier die uvertür und war tatsächlich oft dreisetzig schnell langsam schnell.
00:12:36: Das waren die Ursprungsformen der Symphonies.
00:12:39: Noch Mozart schreibt noch seine einsätzige Uverture zu Figaro's Hochzeit.
00:13:14: Die Symphonien, die er schreibt zum Teil für frühe Opern verwendet konnten dann im Konzertzahl oder zur Unterhaltung in irgendeinem Aufführungsort.
00:13:22: Weil Konzercähle indem sie im Bewirskehlen hat es ja nicht gegeben als auch als Unterhaltungsmusik gegeben werden war.
00:13:30: aber muss man sich vorstellen das Publikum in der Oper war ja nichts aufmerksam zu dem Zeitpunkt, wo das Stück begonnen hat.
00:13:39: Die sind langsam in die Logen hineingekommen... Ja oder?
00:13:43: Das gab es gar nicht!
00:13:44: Aber die sind langsam hereingetröpfelt und haben sich noch ein bisschen unterhalten bevor der Vorhang aufgegangen ist.
00:13:50: Also wir haben heute für sie ganz still wenn der Dirigent hereinkommt und zwar dass er's glaubt so ist überhaupt
00:13:54: nicht.
00:13:55: War ein bisschen lockerer.
00:13:56: Es war viel lockerer Und die Symphonie war dann so ein Abkömmling und wurde erst durch einen späten Heiden, den spänten Mozart und am Beethoven geadelt.
00:14:05: zu dem Repräsentationsstück.
00:14:07: Wenn der Mozart aber eine Serinade komponiert hat wie unsere kleine Nachtmusik dann hat er mit einem sehr kenderischen Publikum gerechnet.
00:14:19: Ach so?
00:14:19: Wo wurden die denn aufgeführt
00:14:20: bis jetzt?
00:14:21: Naja das war unter Umständen so dass da ein Musiker Partie je nachdem wie viel es halt waren ausgezogen sind zu einem Marsch, der eigens dann komponiert wurde.
00:14:32: Dann Aufstellung genommen haben in der Gasse oder in dem Gastgarten wo das halt dann aufgeführt wurde.
00:14:39: für den Auftraggeber oder das Geburtstagskind zum Beispiel, oder den Jubilä oder aus irgendeinem Grund hat mal jemanden eine Serinade finanziert.
00:14:47: Also es war immer ein Auftragswerk und irgendwer wurde die gewidmet?
00:14:50: Ganz
00:14:51: genau!
00:14:51: Und diese Leute... Das waren ja dann ganz wenige.
00:14:54: also wir stellen uns immer vor so den großen Musikvereinzahl wo zwei Fundert Leiter da noch mehr hineingehen.
00:15:00: Das ist ja vollkommen undenkbar in der Oper schon aber einen Konzert in dem Sinn hat's nicht gegeben.
00:15:07: Wenn also für ein keinerisches Publikum so eine Serenade oder eine Notur noch aufgeführt worden ist, dann hat man natürlich erwartet dass die Musik entsprechend elaboriert ist.
00:15:20: Also da wurde etwas geboten Und es ist oft, dass wir in den Serenaden und Divertimente von Mozart die viel komplexere Instrukturen finden als in den frühen Symphonien.
00:15:34: Okay!
00:15:34: Jetzt wissen wir über diese Serenade, die auch eine kleine Nachtmusik genannt wird – genau genommen ist das ja die Serenadennummer XIII-in-die-Tour Herrlich Verzeichnis fünfundundfünfundzwanzig.
00:15:44: Wir wissen gar nicht sehr viel darüber.
00:15:47: Also das finde ich... Es ist sehr interessant, dass sehr wenig überliefert ist über diese Serenade.
00:15:53: Was weiß man denn auf jeden Fall?
00:15:55: Man weiß auf jeden fall das es im selben Jahr komponiert worden ist wie der Don Giovanni entstanden ist.
00:16:02: dass es im Sommer gewesen ist, im August.
00:16:04: Wie wissen Sie das?
00:16:04: deshalb?
00:16:05: Weil Mozart zu diesem Zeitpunkt ein Werkverzeihendes angelegt hat, wo er immer die Anfangstakte hineingeschrieben hat und gesagt, Serenade geht durch... Also kein Verzeihnissen du natürlich nicht dazu geschrieben hast!
00:16:17: Das gab's ja auch
00:16:18: nicht.
00:16:18: Aber eine kleine Nachtmusik hatte dazu geschrieben, oder?
00:16:21: Ja.
00:16:22: Er hat es selber so genannt.
00:16:23: Es ist nicht so wie zum Beispiel bei der Mondscheinssonale von Beethoven, wenn später dieser Titel irgendwie draufgedrückt wurde sondern ... Der hat das so genannt.
00:16:30: Ja,
00:16:30: selber so genannte erstaunlicherweise.
00:16:33: und eines wissen wir aus dieser kleinen Aufzeichen.
00:16:36: Wir wissen wann es entstanden ist?
00:16:38: Wir wissen nicht für welche Gelegenheit aber wir wissen dass wir der Stück nicht ganz kennen weil es hatte nämlich laut Eintrag fünf Sätze und nicht vier so wie wir es gewöhnt sind.
00:16:49: Und dass das Kariertum von Mozart ist erklärt sich auch daraus dass wir haben das Manuskript von den vier Sätzen die erhalten sind tatsächlich eine Seitensatzfeld zumindest einbogen, wo als zweiter Satz ein zweites Menuet also ein erstes.
00:17:06: Also das Menuet, das wir kennen, als dritten Satz war eigentlich der vierte Satz und als zweitersatz war auch ein Menuet.
00:17:11: Also im Werkverzeichnis von Mozart hat der Komponist selbst festgehalten es besteht aus einem Allegro, einem Menuet einer Romanze noch einen Menuet und einem Finale.
00:17:22: Genau.
00:17:23: Und jetzt haben wir aber tatsächlich nur Allegro Romanze, Menuet und Finale.
00:17:28: Also dieser zweite Satz ist der Fehl.
00:17:31: Da
00:17:31: ist irgendwann rausgerissen worden?
00:17:33: Das ist auch ganz
00:17:34: typisch!
00:17:34: Da gibt es ein paar Theorien wie der verloren gegangen ist.
00:17:37: das finde ich ganz interessant.
00:17:37: also in verschiedenen Quellen ist zum Beispiel wird die Theorie ventiliert dass Mozart den langsamen Satz ursprünglich anders konzipiert hatte nämlich er wollte irgendwie einen Lageto schreiben Und das hat aber dann ein paar Takten abgebrochen und dass es offenbar auch erhalten.
00:17:55: Das hat er aber ersetzt durch etwas anderes, nämlich durch diese Romanze die laut ihm der dritte Satz ist.
00:18:02: Es gibt die Theorie, dass er diesen ersten Entwurf rausgerissen hat wodurch dann das Gegenstück dieses... Bogens nicht mehr gehalten hat.
00:18:12: Also kann man sich vorstellen, wie wenn wir aus einem Schularbeitenhefter-Seite rausreißen und die Klammer hält dann nicht mehr weil die gegenseitige Seite da nicht mehr hält.
00:18:20: also es gibt irgendwie diese Theorie dass das herausgerissen wurde und dann irgendwann verloren gegangen ist.
00:18:24: aber anderswo liest man, dass das blödsinn ist und eine schöne Geschichte die aber nicht unbedingt stimmen muss,
00:18:29: denn die
00:18:30: Noten haben gar keine Heftung und keine Binnen, sie sind sowieso nur lose herum gelegen.
00:18:34: Ich glaube so weit ich mich erinnern kann, das müsst ihr jetzt nach checken, aber ich glaube es ist in dem Stück das besteht nur aus einzelnen Blättern.
00:18:42: Und die sind nummeriert und da fehlt eben die Nummer drei Seite drei oder platter oder ich weiß jetzt nicht dass wie viele.
00:18:49: aber also das um das ist ganz eindeutig wäre ein zweiter Satz ein anderer Satz.
00:18:54: Ja lieber Willi geht dir der fehlende Satz ab?
00:18:57: Ich wüsste natürlich gerne so wie alle gern wüssten wie wäre das gewesen weil es ist nämlich so das Mozart ja mit einem undrücklichen Sinn für Balance gearbeitet hat.
00:19:08: Daher ist eine Frage berechtigt, wahrscheinlich würden wir das Stück noch viel besser finden wenn jetzt dieses relativ schroffe Menuet dass wir kennen?
00:19:17: Dass jetzt unser dritter Satz ist also ursprünglich der vierte Satz war durch ein wahrscheinlich eleganteres Menuet als zweiten Satz einen gewissen Balance-Effekt hätte.
00:19:29: Mozart hatte ein wahnsinniges Gefühl gehabt natürlich wie denn auch anders Und also sehr schade, dass das weg
00:19:37: ist.
00:19:37: Jetzt muss ich natürlich fürs Verständnis eine ganz klassische taktlos Frage stellen.
00:19:41: Allegro, Menuet, Romance, Finale – was isst er soll?
00:19:44: Na gut!
00:19:45: Was ein Allegro ist, wie?
00:19:46: so ist es ein schneller Satz.
00:19:48: Wir können dann vielleicht ein bisschen ins Detail gehen, was an dem Satz so besonders ist.
00:19:52: Wenn wir so wollen, ist diese Serinade, so wie wir sie kennen, vorsätzlich eine kleine Symphonie für Streicher.
00:20:00: Weil Sie hat genau diesen schnellen ersten Satz da.
00:20:02: In der Regel immer Malegro ist.
00:20:04: Sie hat als zweiten Satz die Romance, einen langsamen Satz sehr gesanglich.
00:20:10: auch das ist sehr oft in Symphonien der Fall.
00:20:13: dann das Menuet ist in der klassischen Symphonie immer als dritter Satz oder meistens manchmal als zweiter Satz.
00:20:19: aber also in der Regel ist es da dritte Satz und das Finale steht in dem Fall glaube ich sogar drin rundherum.
00:20:26: Also das wäre die Anlage einer Symfonie nur ist es sehr angetrungen und klein Zart und Mozart hätte in diesem Stadium seiner Karriere nicht mehr eine so kleine zarte Symphonie geschrieben, weil wir kennen die Symphonien aus dieser Zeit vor allem die drei letzten großen.
00:20:46: Und die etwa zu der Zeit kurz vorher entstandene Prager-Symphonie, die übrigens nur dreisetzig ist also er greift manchmal auch auf das Dreisetzige Schirm an des Barocke zurück aber natürlich ganz groß in der Anlage.
00:20:58: Da ist die Symphonie dann schon, anders als ich es vorher gesagt habe.
00:21:01: Schon das große Repräsentationsstück und der Serenade ist das unterhaltende Stück.
00:21:07: Die Särenade war das Jahr in den Siebenundachzig, also gehört zum Spätwerk von Mozart.
00:21:12: Er war in seinen Dreißigen.
00:21:13: Ja ja gut, er ist mit dem Dreißig gestorben.
00:21:16: Das ist wie gesagt aus der Don Giovanni-Zeit, da sehen wir, dass sie ganz freifend auf ein Figaro waren, schon komponiert haben jetzt eben der Don Giovani, dann ein bisschen später Kursi van Totten dann noch mehr Zauberflöte Titus Das Requiem und eben die drei letzten großen Symphonien.
00:21:32: Und dazwischen eine Serenade, diese kleine Nachtmusik, eine Art Mini-Symphonie?
00:21:36: Genau das können wir durchaus so sagen.
00:21:39: und was man machen kann mit der kleinen Nacht Musik vor allem weil sie so berühmt ist wenn wir haben die Anfangsdakte gehört erkennt jeder und man hört da auch gern weiter weil es wirklich Unterhaltungsmusik aus dem achtzehnten Jahrhundert ist.
00:21:54: Man kann es aber auch nehmen als Trainingsobjekt zum genauen Zuhören und zu fragen, was ist überhaupt Klassik?
00:22:00: Was ist eine klassische Form?
00:22:03: Also wir können an dieser kleinen Serenade einen Crash-Kurs machen – wie funktioniert eine Symphonie?
00:22:10: Was sind die einzelnen Formen einer...
00:22:12: Wir könnten eine ganze Folge lang über eine Symphonie reden, ohne über eine Sympfonie zu
00:22:16: reden.
00:22:16: Genau!
00:22:16: Über eine Serinade reden.
00:22:18: Das können wir mal machen.
00:22:18: Aber wenn man es jetzt runterbrechen, also sozusagen was passiert denn musikalisch in dieser Nachtmusik?
00:22:25: Naja, soll ich das probieren mit dem ersten Satz?
00:22:28: Ja?
00:22:29: Dann probier' mir's doch einmal aus.
00:22:31: Da muss ich etwas vorausschicken.
00:22:33: Wenn wir sagen, Sympfonie Also, erster Satz einer solchen viersätzigen Struktur in der Regel sagen wir, symphoniert kann auch eine Sonate sein nur für ein Instrument oder einen Streichquartett.
00:22:46: Das ist ja fast ein Streich-Quartett!
00:22:47: Es ist ja gar nicht für Käste geschrieben?
00:22:49: Naja ich glaube schon er schreibt eindeutig Bassi also das heißt mehrere Bässe.
00:22:55: Also vermutlich zumindest Cello plus Contrabass.
00:23:00: Aber man kann es mit fünf Leuten auch aufhören.
00:23:02: Natürlich,
00:23:02: man kann das und man kann sogar als Quartet aufführen letztendlich und verliert nicht viel außer natürlich den großen Klang.
00:23:10: die Chance dass das wenn Bassi steht in einer chorischen Besetzung wie das heißt also mit mehreren in jeder Stimme aufgeführt worden ist relativ hoch.
00:23:20: wir wissen nicht wie viele aber ein paar da
00:23:23: könnte schon gewesen
00:23:24: sein wahrscheinlich da müssen.
00:23:25: nur wären es gewesen sein Wenn man jetzt vorausschickt, also wir nehmen uns jetzt ein fiersfetziges Stück vor eine Sonate oder eine Symphonie.
00:23:35: Dann denken wir zuerst bei Symphonien an Beethoven und dann haben wir eine ziemlich genaue Vorstellung wie so ein erster Symphoniesatz funktioniert.
00:23:45: Beethoven in der Fünften ganz klar jeder weiß beginnt.
00:23:51: Genau!
00:24:12: Das ist der Beginn der fünften Symphony.
00:24:14: So und bei Beethoven passiert jetzt folgendes das die äußerste Handwerkliche Konzentration.
00:24:21: Eigentlich mit diesem kurzen Klopfmotiv bestreitet er den ganzen ersten Satz, da kommt nicht viel anderes dazu.
00:24:30: Das ist ununterbrochen, dauernde Bearbeitung, Veränderung, Wiederkehrumkehrung.
00:24:37: alles was möglich ist macht er mit diesem kleinen Motiv letztendlich auch das was gegensätzlich klingt es aus dem heraus entwickelt.
00:24:45: So Schnitt Mozart, das große Vorbild von Beethoven.
00:24:49: Und was ich jetzt sage kann man nicht sagen dass der Beethoven das nicht gekonnt hätte, was Mozart hier gemacht hat, hat er sogar manchmal gemacht.
00:24:57: aber Mozart ist das genaue Gegenbild.
00:25:00: Wir haben schon gehört den Anfang Das fängt ja mit so einer Signalwirkung an und dann sozusagen geht es richtig los.
00:25:13: Es ist quasi die Einleitung und das eigentliche Thema.
00:25:27: Das heißt wir haben jetzt innerhalb Ein paar Sekunden, zwei vollkommen gegensätzliche Elemente gehabt.
00:25:34: Die Introduktion und der Anführungszeichen die aus zweimal demselben nur in der anderen Richtung sozusagen dann dieses Thema das auch aus einem bestimmten Element besteht dass etwas verändert wiederholt wird und sich dann öffnet zu etwas Neuem.
00:25:51: also wir sind schon ganz woanders wie der Beethoven der ununterbrochene selbe Motiv darauf runterjagt.
00:25:57: Der Beethoven dreht auf einer Laufbahn seine Kreise und der Mozart ist schon längst über alle Berge.
00:26:02: Ja, so könnte man es nennen!
00:26:05: Jetzt kommt ein vollkommen neues Element.
00:26:19: Das war eine zarte Antwort auf das Forsche-Hauptthema.
00:26:27: Die nächste Gruppe hat etwas nicht so rasend Melodioses.
00:26:32: Bis jetzt konnte man alle drei Elemente nachsingen.
00:26:36: Und merkt man sich auch.
00:26:37: Jetzt kommt etwas, das man sich vielleicht nicht so schnell merkt.
00:26:41: aber wo etwas passiert?
00:26:59: Was ist jetzt passiert?
00:27:01: Er ist stehen geblieben!
00:27:02: Er ist am Hügel angekommen und schaut jetzt noch einmal kurz wo er ist.
00:27:06: Sehr gut, er ist am hügel angekommen.
00:27:08: es geht auch wirklich so hinauf und der Hügel ist nicht nur dass die Musik also dass die Melodilführung hinaufgeht sondern wir haben auch eine andere Tonart erreicht.
00:27:19: Er hat moduliert.
00:27:19: Wir sind von Gedur nach D durchgekommen.
00:27:22: Von der Tonika bis im Chagon, so schön heißt das Musikerchagon.
00:27:27: in der Dominante Das ist immer die vollkommene Definition einer Tonart ist Grundton also G in dem Fall Dominante und wenn wir die Subdominante dazu nehmen unter der Dominantie liegt in dem fall das C dann haben wir die volle Kartenz Tonart vollkommen definiert.
00:27:50: Das ist hier aber eh schon eigentlich klar, wir haben eine andere Tonart erreicht und das ist jetzt wie gesagt ... Wir können da das Grundprinzip der klassischen Kompositionstechnik studieren.
00:28:00: Wir haben jetzt vorausgehend vom Grundton eine Öffnung erreicht!
00:28:05: Und jetzt passiert etwas?
00:28:06: Jetzt sind wir stehen geblieben, wir erwarten dass jetzt was kommt.
00:28:09: Jetzt muss irgendwas passieren nicht?
00:28:11: Ja
00:28:24: Jetzt haben wir ein ganz anderes sehr elegantes, leichtes spritziges, tänzerisches Element bekommen.
00:28:31: Der
00:28:31: Mozart tänzelt jetzt gerade hinunter ins nächste Tal?
00:28:34: Es ist sehr tänzt und jetzt hinunter.
00:28:36: so können wir uns vor Max sich da schon sehr bildhaft vorstellen.
00:28:39: Das stimmt natürlich ja!
00:28:40: Und das ist jetzt irgendwie...das ist jetzt das Gegenbild zu dem sehr forschen Vorfröhlichen aber sehr forschen Beginn haben wir jetzt erreicht.
00:28:48: Klassisch, wenn man liest ein Sonatensatz oder sonatenhauptsatz das heißt der erste Satz einer Symphonie oder eine Sonate funktioniert in der klassischen Formenlehre die lange nach Mozart überhaupt erst formuliert worden ist.
00:29:03: Also das war im Prinzip indem die Klassiker und Vorklassiger schon gedacht haben Das war eine normale musikalische architektonische Entwicklung.
00:29:14: also wir haben etwas Wir gehen das öffnet sich Und dann kommt ein Gegensatz.
00:29:21: Der kommt auch bei Beethoven im Übrigen in der fünften Symphonie, dass man mich nicht missversteht.
00:29:25: Nur das ist – wenn wir es da machen, haben wir ja schon eine Sendung gemacht sogar – der entwickelt sich den Gegensatz aus dem was vorher ist.
00:29:33: Mozart ist viel spielerischer!
00:29:35: Ich habe sehr lange unterrichtet vor meiner Lehre und Analyse und trage mich den Mozart immer so mit einem Schunkel auf Verglichen.
00:29:43: Beethoven hat ein Thema, das er behandelt nach allen Regeln der Kunst und tut es dramatisch aufputzen.
00:29:50: Und erledigt die Fragen, die er da stellt über einen Zeitraum.
00:29:55: Das ist dann beim betroffischen Symphoniesatz ja?
00:29:57: Bei Mozart ist ganz anders.
00:29:59: Mozart kommt herein und hat eine unglaubliche Fülle von Bellen in den Hand.
00:30:03: Bunte Belle!
00:30:04: Da schmeißt einer in die Luft.
00:30:06: Einleitung, dann kommt das Hauptthema.
00:30:08: Das ist der zweite Ball mit dem Schonklierer ein bisschen.
00:30:10: Dann nimmt er den dritten Ball dazu und dann kommt er in die Dominante.
00:30:14: Da kommt der vierte Ball.
00:30:15: Das haben wir jetzt gerade gehört!
00:30:16: Und jetzt kommt noch der fünfte Ball – der blaue Ball.
00:30:18: Der kommt jetzt auch noch.
00:30:33: Also da war jetzt mit dem kräftigeren Moment ja noch ein sechster Ball im Spiel schon.
00:30:38: Er schonklierset schon mit sechs Bällen und jetzt kommt das Abschluss nach der siebente Ball.
00:31:16: Jetzt hat er den ersten Ball wieder aufgefangen?
00:31:18: Ja...
00:31:18: Brave Dirigenten halten sich daran.
00:31:21: Hier ist ein Wiederholungszeichen, auch das ist ganz typisch für einen ersten Satz dass das was wir jetzt gehört haben die Präsentation bei Beethoven ein Thema schon abgehandelt und zu mehreren Fragen fahrt arbeitet, die wir jetzt dann weiter behandeln werden.
00:31:36: Bei Mozart sind es jetzt sechs oder sieben Bälle, die in der Luft herumschwirren.
00:31:41: und weil es so viele sind, fangen wir von vorne noch einmal an, denn das muss man sich einfach nochmal geben, da passt man auf, dann lernt man die Sachen irgendwie besser kennen.
00:31:50: Daher gab's immer eine Wiederholung bei diesen, also immer aber meistens.
00:31:55: Wenn das erledigt ist, die Wiederholungen, dann käme ich jetzt alle Bälle – alle sechs bis sieben.
00:32:01: Jetzt kommt die sogenannte Durchführung.
00:32:05: Also
00:32:05: das,
00:32:06: was in der Regel in den Formen lernen beschrieben wird als die Auseinandersetzung der aufgestellten Themen.
00:32:15: Meistens heißt es Hauptsatz und Seitensatz.
00:32:19: Bei Brugner sind es dann drei Themen.
00:32:20: Das ist alles sehr, sehr windig weil um das geht es überhaupt nicht.
00:32:24: Jetzt haben wir gehört bei Beethoven gibt's eigentlich nur ein Thema.
00:32:26: Bei Haydn sehr oft gibt's wirklich nur einen Thema.
00:32:29: Beethoven tut so als ob zwei Themen wären, dass es aber eigentlich eines.
00:32:33: Also da werden schon Gegensätze aufgebaut.
00:32:35: Aber beim Mozart schwirren sieben Bälle in der Luft!
00:32:38: Was macht er jetzt?
00:32:39: Wie verhandelt er das
00:32:40: jetzt?!
00:32:40: Wie kommt er jetzt eigentlich von eine zum anderen... Das Wesentliche an so einem Satz ist, alles ausarbeitet, was uns jetzt begegnet ist und uns nach Ausarbeitung, nach fertiger Diskussion zurückführt zum Anfang.
00:33:00: In Wahrheit ist es ein harmonisches Abenteuer!
00:33:05: Wir haben schon gesagt wir beginnen in der Tonart, wir öffnen uns in die Dominante und jetzt müssen wir eigentlich irgendwie wieder zurückkommen.
00:33:15: Dazu ist die Durchführung da, dass jetzt die Spannung, die aufgebaut worden ist.
00:33:19: Auch die harmonische Spannungen sich entleht in einer Diskussion, die unter Umständen sehr weit führen kann.
00:33:26: Harmonisch in anderen Regionen bis wir um den Berg herum sind und wieder zurückgefunden haben.
00:33:32: Und dann ist eines... Dann haben wir so lange darüber diskutiert das wir uns jetzt geeinigt haben.
00:33:36: gut Jetzt haben wir es verstanden.
00:33:38: Wir haben alle Bälle im Kastel sozusagen und können jetzt zurückkehren, zum Anfang und schauen wie schaut denn das jetzt aus?
00:33:46: Und dann kommt die Exposition also die Aufstellung der Themen wieder.
00:33:49: Wir bleiben aber in der Grundtronat!
00:33:53: Wir öffnen uns nicht mehr in die Dominante weil das haben wir erledigt.
00:33:56: Also das eigentliche Wesen eines ersten Satzes einer Symphonie und das gilt ob ich bei Heiden nur ein Thema habe oder ob Ich bei Beethoven scheinbar zwei Themen habe aber eben verschiedene Diskussionsmöglichkeiten In der Luft.
00:34:12: Das Wesentliche ist die Öffnung in anderes Fern, die Diskussion und das Zurückführen und das Abrunden, das Wiedergewinnen und behalten der Grundtonaten.
00:34:25: Also
00:34:26: es ist eigentlich eine Art Heldenreise oder?
00:34:28: Ja, kann man!
00:34:29: Als dass dieser Ausflug in die Dominante da geht's darum was zu erleben, was anderes zu erfahren aber am Ende immer wieder ums nach Hause kommen.
00:34:38: Es geht immer ums Nachhause kommen Absolut!
00:34:42: Deswegen muss jedes Stück mit der Tonart enden, mit der es auch begonnen hat.
00:34:47: Und in der Regel ist das wirklich so?
00:34:49: Das gibt für alle sie immer Gegenbeweise.
00:34:52: Aber im Wesentlichen bei Mozart, der ganz streng harmonisch gedacht hat, ist es sogar so dass man sagen kann, bei den Opern... Es gibt, glaube ich eine einzige Oper.
00:35:04: Eine Frühe, die fängt in einer anderen Tonart an als sie aufhört.
00:35:08: aber im Wesentlichen haben die Mozartopern einen Grundton und dann verschiedene harmonische Inseln für verschiedene Gefühlszustände, für verschiedene Stadien der Verwirrung.
00:35:23: Heißt das was mich da neidt ist in D-Dur?
00:35:29: So ungefähr kann es sein.
00:35:31: Es ist beinahe wirklich so, also können wir uns jetzt ... das ist gleichzeitig nicht.
00:35:35: dieser kleine Nachtmusik ist fast der Don Giovanni entstanden und da können wir wirklich nachvollziehen dass es für verschiedene Dinge auch harmonische So wie du es jetzt gesagt hast, dass harmonische Leitmotive gibt.
00:35:47: Also da ist im ersten Akt gleich am Anfang Tötet der Don Giovanni den Kontur, dem Vater der Donna Anna die er versucht hat zu verführen und aus dem entwickelt sich die ganze Komödie Tragedia man weiß nicht was das ist aber eine ganze dramatische Handlung.
00:36:03: Und die Donna Anna in einem bestimmten Moment wo der don Giovanni längst über alle Berge ist entdeckt den toten Vater die Szene.
00:36:14: Wenn der Kontur stirbt, haben wir eine sehr weit entfernte Tonart erreicht, weit weg vom Beginn der Szene und sehr schrägen Harmonien.
00:36:24: das war ja auch noch nicht die zwölftönig temperierte Stimmung.
00:36:28: das heißt also gewisse Sachen haben dann schräger geklungen als andere.
00:36:31: und wenn eine halbe Stunde später die Dona Anna von diesem Schockerlebnis berichtet kommen genau diese schrägenden Tonarten die sonst im Nunchen waren überhaupt nicht vorkommen kommen zurück Und es haben gewisse... Don Giovanni hat seine Tonart, er hat eine Tonart für die Repräsentation und eine Tonard für dort wo er ganz bei sich selber ist.
00:36:54: Das zieht sich durch das ganze Stück durch!
00:36:58: Wenn wir so wollen, eigentlich ein symphonisches Prinzip.
00:37:01: Ein Prinzip dieser harmonischen Öffnung der Diskussion, der dramatischen Handlung und der Rückkehr in den Grundtonart.
00:37:08: Und das kann man eben auch bei der kleine Nachtmusik beachten.
00:37:11: Genau,
00:37:13: im ersten Satz sind wir jetzt gerade mittendrin.
00:37:16: Jetzt hören wir einmal den Schluss des sechsten und siebten Balls.
00:37:22: Durchführung, da werden wir eines hören.
00:37:24: Das was dann wie gesagt viel später ist formuliert worden die Sonatensatz oder die Sonaten-Hauptsatzform das erste gegen das zweite Thema.
00:37:33: ja was is jetzt erstes zweites Thema?
00:37:35: Wir haben sieben verschiedene Motive gehört mindestens.
00:37:38: und was macht Mozart jetzt wirklich so?
00:38:25: beginnt also diese Prise jetzt immer wieder am Anfang gelandet?
00:38:28: Was ist jetzt in dieser durchführung dazwischen passiert?
00:38:33: Es waren ein paar Ausflüge dabei.
00:38:34: Ich habe einiges wiedererkannt, das waren einige Melodien die wieder aufgegriffen worden sind aber manchmal...
00:38:39: Wie viele waren es denn?
00:38:40: Ich
00:38:40: hab jetzt nicht gezählt!
00:38:41: Aber manche sind ein bisschen verkehrt worden oder haben plötzlich anders geklungen.
00:38:46: Also was wirklich wiederkehrt ist zunächst einmal der Anfang dieser Auf-Dieses-Auftakthema, aber das führt uns eben durch eine Modulation in ganz andere Regionen plötzlich.
00:39:03: Das war jetzt unser Auftaktthema.
00:39:05: also Anfang führt uns in eine andere Region harmonisch und jetzt zählen wir einmal wie viele bekannte Elemente, also wie viele Bälle werden denn jetzt verwendet und diskutiert.
00:39:43: Also wie viele Themen waren es?
00:39:44: Also ich habe jetzt nur eines wiedererkannt und dann waren noch ein paar neue Melodien dabei.
00:39:48: Also am Schluss war jetzt eine Überleitung die wir so noch nicht gehört haben, die führt uns aber schon zurück in die, das heißt
00:39:53: es wird eigentlich
00:39:55: ein Ball behandelt
00:39:59: Genau.
00:39:59: Das war unser Ball Nummer sechs, glaube ich, wenn ich richtig gezählt habe?
00:40:02: Und
00:40:02: ist das dann mehr so Beethoven-Style, dass er da jetzt kurz mal mit dem gleichen Ball herum trippelt?
00:40:06: Ja
00:40:06: also das ist das was Beethoven macht auf eine ganz andere Art und Weise.
00:40:10: Dass er immer ... In der fünften dieses Klopfmotiv wird es wirklich sieben Minuten ununterbrocken um die Ohren geschlagen.
00:40:18: Er macht das hier kurz... Was macht er?
00:40:21: Dieser Ball, wie das eigentlich von allen hat, man hat das Gefühl, Signal des Anfangs und der Modulation, die da ist, stellen sich alle anderen im Kreis auf.
00:40:32: Und schauen was dieser Ball Nummer sechs, der wird da herumgeworfen.
00:40:37: Der hat sein Solo sozusagen jetzt!
00:40:39: Und er wandert durch unterschiedlichste Regionen... ...und dann kommt das wo du sagst, da ist etwas Neues, das ist diese Überleitung.
00:40:47: Das ist wie wenn sich alle wieder vereinen und sagen na guck also jetzt ist er soweit herumkommen Jetzt gemeinden wir ihn ein.
00:40:54: Was passiert wirklich?
00:40:56: Das ist das Hauptthema, dass nach der Öffnung in die Dominante als eigentliches zweites Thema sozusagen ein zweiter Gedanke in den neuen Tonart präsentiert worden ist.
00:41:10: Das lyrische Gegenmotiv sozusagen dieses tänzlende Motiv, das seinen Gegensatz bietet.
00:41:16: und jetzt kommt der Anfang zurück Und das ist jetzt quasi wie die Nutzanwendung dessen, was ich gesagt habe.
00:41:22: Jetzt bleiben wir in der Grundtonat!
00:41:24: Weil wir haben diesen Kekkenball Nummer sechs, haben wir jetzt eingefangen und jetzt nehmen wir ihn zu uns herein... ...und jetzt kommen alle diese Bälle kommen wieder aber sie bleiben alle in derselben Toner.
00:41:35: also auch die Bälle Nummer fünf und sechs und sieben sind jetzt dann eingereit in das ganze.
00:41:41: und jetzt hören wir uns das an.
00:41:43: Wir werden das alles wieder erkennen.
00:41:45: Es gibt keine Modulation mehr, es öffnet sich nicht mehr.
00:41:48: Es bleibt in Gehe-Dur und am Schluss kommt eine neue Variante von einem Thema das wir auch schon gehört haben, dass quasi so bei Mozart sind die Schlüsse immer unglaublich wichtig.
00:41:59: Dass quasi uns so sagt na bitte jetzt haben wir uns alle geeinigt!
00:42:02: Jetzt haben wir's geschafft.
00:42:57: Das heißt er schafft
00:42:58: die
00:42:58: Schlusswirkung mit dem Signalthema, das ganz am Anfang gestanden ist.
00:43:03: und am Anfang haben wir gesagt es kommt einmal und dann ein zweites Mal sozusagen bergauf bergab.
00:43:07: Da ist schon vorweggenommen Tonika Dominante Und hier ist nichts mehr mit Dominante.
00:43:13: Hier bleibt es wirklich in dem G-Dur drei Klängen drin.
00:43:17: Das heißt Es ist diese vollkommen Entspannung erreicht und es ist nicht mehr nötig da irgendwie herum zu diskutieren.
00:43:24: Das macht Mozart jetzt allein im ersten Satz Und dieser Serenade.
00:43:28: Macht er das in jedem weiteren Satz noch
00:43:31: einmal?
00:43:31: Nein, es ist anders.
00:43:33: Er definiert jetzt also sozusagen der zweite Satz die Romance.
00:43:37: Es ist wirklich eine Romance!
00:43:38: Die hat ein Thema... Das ist eigentlich wie aus einer Oper eine Arie.
00:44:13: Also das ist eigentlich ein Lied.
00:44:15: Er arbeitet da sehr raffiniert weil wir gesagt dass war eine Serenadene Unterhaltungsmusik für Kenner.
00:44:24: Die haben natürlich, so wie Sie im ersten Satz aufgepasst haben.
00:44:26: Was machen die verschiedenen Bälle?
00:44:28: Passen sie jetzt auf!
00:44:29: Wo führt er uns denn hin?
00:44:31: Denn die haben das ja noch nicht gekannt.
00:44:32: Es muss ja ein Erlebnis gewesen sein, dass zum ersten Mal ... Er spielt da sogar ein bisschen mit der Variationsform weil es kommt diese Liedmelodie verändert leicht verändert wieder, aber das ist nur ein Spiel.
00:44:44: Weil tatsächlich macht er sich relativ einfach in diesem Fall also die Stimmungen gegeneinander setzt und einen ganz erstaunlichen Moll dramatisch aufgerauten Mittelteil hier schreibt.
00:44:56: Also ein schlichtes Lied mit einer kleinen Variante und dann einem Mittelteil der Ganze etwas anderes bringt und deren es dann schon eher so in Richtung der Ober- und in die Dramatik führt.
00:45:55: Da wird's ein bisschen... Dramatischer, natürlich ist es eine Serienade.
00:45:58: Es ist Unterhaltungsmusik, also es bleibt ein lockere Tornfall aber es ist etwas wo man aufpasst bis so wie in der Durchführung des ersten Satzes.
00:46:06: da werden wir in andere Welten geführt kommen aber dann zurück.
00:46:10: und das ist also eine viel schlichtere Variante dieses Öffnen- und Widerschließen-Prinzips.
00:46:17: Und dann kommt das Menuet, da steht auch oft Menuet mit Trio.
00:46:20: Ja, das Menuit war in der Regel so... Das ist einzige Sache liegt der barocken Swittenform in den symphonischen Formen der Klassik.
00:46:30: Das ist ein stilisierter Tanz.
00:46:32: Das war der höfische Tanz des Menuits oder bevor der Walzer auf den Bellen aufgekommen ist also zum Beispiel dem Wiener Hofbellen Frühzeit des großen Wiener Walzers.
00:46:43: Anfang den neunzehnten Jahrhunderts wurde bei Hofe noch immer zuerst einmal das Menuet getanzt und erst wenn die höchsten Herrschaften dem Mal verlassen hat, durfte die Jugend dann auch schon ein bisschen Walzer tanzen.
00:46:53: Also das Menuit war aus Frankreich kommend, war die höfische Tanzform Und die ist eingegangen in die Symphonie als dritter Satz.
00:47:03: Das war immer dreiteilig.
00:47:06: Trio heißt der Mittelteil.
00:47:08: deshalb Früher im Barock, sehr oft von einem Bläsertrio gespielt worden ist dieser Mittelteil während das ganze Orchester in der Streicher und dem Bläser.
00:47:20: Die Eck setze also das Menuet gespielt.
00:47:22: Also es ist Menuet, Trio, Menuet wird wiederholt!
00:47:26: Das können wir ganz hören, das ist ganz kurz in diesem Fall.
00:47:29: deswegen wäre es ja schön wie aus Balance geründen als dass der zweite das andere Menuet ausgesehen hätte, dass er an zweiter Stelle gestanden wäre, wie es mal war.
00:47:38: Vielleicht
00:47:39: was genau gleich?
00:47:40: Nein, ganz sicher nicht.
00:47:44: Es gibt eine Menge Serenaten oder Divertimenti wo mehrere Menüette drin sind und die sind ganz anders jeweils bei Mozart.
00:49:27: Das war also das Trio.
00:49:28: jetzt da haben wir ungefähr den Gegensatz den wir in der Themenaufstellung des ersten Satzes hatten sehr schroff Der Anfang sehr gravitätisch, da kann man irgendwie auch noch spüren wie das eine sehr zeremonielle Angelegenheit war dieses Menuet.
00:49:43: und dann ist gegensatz dieses Trio.
00:49:45: Das natürlich hier kein Bläsertrehoemel wir haben ja nur Streicher sondern von allen gespielt wird.
00:49:50: Hier ist auch manchmal Alternativman oder Menuet Nummer zwei.
00:49:55: also das ist ganz immer dieser Mittelteil der ist ein starker Kontrast und es ist jetzt sehr wieder gesanglich und lyrisch Strafmenuet wieder.
00:50:07: Wir haben also in allen drei Sätzen, die wir bis jetzt gehört haben, dieses Prinzip der Öffnung des Spannungsaufbaus, des Kontrasts und der Wiederkehr.
00:50:19: Und das wäre jetzt verwunderlich wenn es im vierten Satz anders wäre.
00:50:23: Er heißt Rondo, das Finale.
00:50:26: Ein Rondo ist ganz einfach.
00:50:28: mein Musikgeschicht und formuläre.
00:50:31: Professor Herwig Gnauss hat das Rondo immer so erklärt.
00:50:36: Rondo, das ist ganz einfach!
00:50:38: Das ist so wie bei uns hier in der Klasse.
00:50:41: Ich erkläre Ihnen etwas und dann sage ich, haben Sie das verstanden?
00:50:46: Und Sie sagen ja natürlich.
00:50:48: Dann erkläre ich etwas anderes, dann frage ich, Haben sie das Verstanden?
00:50:51: Sie sagen Ja natürlich.
00:50:53: Und dann erkläre noch was ganz anderes.
00:50:55: Also haben Sie es
00:50:55: verstanden?!
00:50:57: Ja natürlich Das ist die Rondiform.
00:51:00: Tatsächlich fängt es aber nicht mit einer Erklärung an, sondern haben Sie das verstanden?
00:51:04: Ja natürlich!
00:51:06: Also das heißt... Es ist ein Thema oder ein Themenblock, es ist ein Kontrast, es kehrt das Thema wieder verändert oder nicht, aber erkenbar wieder.
00:51:19: dann ist noch einen Kontrast kann sein dasselbe wie vorher, ein bisschen verändert, kann seinen anderen und dann kehrte Anfangsthema wieder abgerundet.
00:51:30: Das ist die Rondoform, hier haben wir ein Rondo vor uns.
00:51:34: allerdings wenn wir drei Sätze hinter uns haben beim großen Formen Architekten Mozart, die nach dem Spannungsprinzip letztlich nach diesem Sonatensatzprinzip gearbeitet sind mehr oder weniger komplex dann wären wir in diesem Rondo zwar das Rondoprinzip wiederfinden mit einem der charmanten Rondothemen wie überhaupt je komponiert worden sind Bisschen so wie im ersten Satz, es wird zweimal gebracht und öffnet sich dann.
00:52:20: So!
00:52:20: Und jetzt kommt der erste Zwischensatz – wie man das nennen will?
00:52:59: Also das war jetzt ABA wenn man es formal sehen will aber ein bisschen schon als ob sich da ein erster Teil gerundet hätte, der uns zwei gegensätzliche Dinge serviert hat.
00:53:12: Was jetzt folgt ist Ein so scharfes Hineingehen mit einer Variante des Rondetemas, das schon ein bisschen so klingt wie das was wir im ersten Satz gehört haben am Beginn der Durchführung.
00:53:25: Also jetzt wird es etwas ernster!
00:53:48: Es
00:53:56: war schon ein bissel so was wie das Durchführungsprinzip.
00:54:16: Wir erreichen sanft aber doch ein paar andere Tonarten streifen wir und es wird ein bisschen zerfledderter.
00:54:23: Wir erkennen das Themenmaterial, aber es wird gearbeitet damit.
00:54:28: Jetzt folgt, was im ersten Satz die Reprise war.
00:54:55: Jetzt könnte man das Gefühl... Es geht jetzt noch einmal los!
00:54:57: Jetzt wird es noch einmal ein bisschen ernster.
00:55:00: Wird aber nicht?
00:55:00: Weil's wird sofort geantwortet.
00:55:02: So ernst nehmen wir die Sache dann doch wieder nicht.
00:55:05: Wir machen keine zweite Durchführung.
00:55:47: Damit ändert die kleine Nachtmusik.
00:55:49: hat Mozart es dann nicht verabsaumt als einer der immer gern ausreitet und wieder zurückkommt den ersten Satz wieder aufzunehmen oder diese Grundmelodie, die uns so bekannt ist.
00:55:59: Also man würde ja fast erwarten dass dann im Finale das noch irgendwie hinein findet?
00:56:03: Ja!
00:56:04: Das ist jetzt ein sehr romantisches Prinzip, das du ansprichst.
00:56:07: Ein Finalprinzip, das knapp hundert Jahre später Anton Bruckner zur Perfektion führen wird... ...oder auch da gibt es einen Solo-Podcast von mir Johannes Brahms in seiner dritten Symphonie, da werden wirklich die einzelnen Themen und Motive durch alle Sätze durchgeführt.
00:56:27: Und bei Bruckner ist es so, dass das Hauptthema des ersten Satzes am Schluss einer Symphonien meistens strahlend wie eine Apotheose wiederkehrt und sozusagen die gesamte Form gerundet wird.
00:56:44: Das ist ein Prinzip, das es in der Unterhaltungsmusik des achtzehnten Jahrhunderts so noch nicht gegeben hat.
00:56:53: Das ist ja immerhin noch, zwar zwei Jahre vorher aber doch immer noch vorrevolutionär.
00:56:58: das ist noch aus dem Regime da gilt es schon der höfischen oder der bürgerlichen aber doch gehobenen
00:57:04: Unterrichtung.
00:57:05: Gut, d.h.
00:57:06: Mozart erzählt in der kleine Nacht muss er eigentlich vier Geschichten... Es ist nicht eine große!
00:57:10: Vier Geschichten?
00:57:11: Ja und vier sehr lebendige Geschichten vier Geschichten, die unterschiedlichste Varianten eines Erzählprinzips darstellen.
00:57:26: Und vier Geschichten, die wir in unserer
00:57:28: Zeit jetzt
00:57:29: sehr gut kennen.
00:57:30: und das ist die wohl berühmteste Melodie von Mozart überhaupt!
00:57:33: Wenn man auf die Straße geht und jemand fragt bitte singe die erste Klassikmelodie, die dir den Sinn kommt dann wird man mit ziemlicher Sicherheit diese Melodie genau an den Anfang hören.
00:57:44: Zum Mozarts-Lebzeiten war das ja noch gar nicht so berühmt, oder?
00:57:48: Also wenn man sich ein bisschen versucht da hinein zu recherchieren.
00:57:51: Ich habe nichts gefunden was irgendwie darauf hindeutet dass es zum Mozarts Lebzeiten irgendwie wahrgenommen worden wäre.
00:57:58: Es gibt keine Quellen die von einer Aufführung berichten.
00:58:02: Nichts.
00:58:03: Also wissen wir, ist es überhaupt aufgeführt worden zu seinen Lebzeiten?
00:58:06: Es ist mit Sicherheit aufgefört worden weil sie sein absolutes Gelegenheitsstück offenkundig ein Gelegenheitstück da sie wichtig war sonst hat das nicht ins Werkverzeichnis eingetragen.
00:58:17: diese Sachen sind entstanden über Auftrag oder weil er jemanden eine Freude machen wollte, das gebraucht hat für irgendeine Festivität.
00:58:26: Wir wissen halt nicht welche!
00:58:27: Es ist ja das große Rätsel dieser Zeit sind die kurz danach entstandenen drei letzten großen Symphonien Die schließt mit der Jupiter-Symphonie.
00:58:36: dann dieser Zyklus, wo wir bis heute nicht wissen bei welcher Gelegenheit die überhaupt gespielt worden sind.
00:58:43: Nur das was frühere Biografen so romantisch verklärend gemeint haben hat er einfach für sich selber komponiert.
00:58:48: um drei große Symphonien.
00:58:50: nie und niemand kann nicht stimmen.
00:58:52: Dazu hatte er gar keine Zeit
00:58:53: gehabt.
00:58:54: Gut aber ein berühmtes Stück war es wohl auch eher nicht oder?
00:58:57: Sonst gäbe es ja... Irgendwelche Überlieferungen?
00:59:00: Naja, wie gesagt gespielt worden ist es.
00:59:02: Wir wissen aber von den meisten dieser Stücke maximal wo die Uraufführung war bei welcher Gelegenheit, bei welchen Geburtstagsfeier das ist.
00:59:10: Den Salzburg-Attimenten wissen wir ziemlich genau.
00:59:13: Mehr wissen wir bei anderem auch
00:59:14: nicht mehr.
00:59:14: Aber wer hat denn einen einen?
00:59:15: Dann wissen wir nichts!
00:59:16: Im Film Amadeus gibt es eine Szene, wo Antonio Salieri, also der inszenierte Rivalen Mozart ganz neidisch wirkt.
00:59:23: Weil nicht er diese Melodie geschrieben hätte.
00:59:25: Hätte er sich ganz gern geschrieben.
00:59:27: Sicher so!
00:59:28: Nicht sicher ob er sie gekannt hat?
00:59:30: Es wurde offenbar laut Mozartäum erst um eighteenhundertsiebene und treißig herum.
00:59:35: Also fast fünfzehn Jahre nach Mozart's Tod.
00:59:37: Erstmals gedruckt die kleine Nachtmusik.
00:59:39: Ja das kann sein.
00:59:40: Und den Siegeszug... Die große Berühmtheit hat das Stück erst erlangt im zwanzigsten Jahrhundert, als es dann Aufnahmen und Rundfunk gab.
00:59:50: Ja ja!
00:59:51: Und das Wunschkonzert?
00:59:52: Das ist dein Wunscht beim Wunschekonzern.
00:59:56: Das ist schon ein wahnsinnig gutes Stück, wie man jetzt gerade die Gärter ich meine, man kannte ihn einfach... Und du hörst das auch... Es ist eben nicht so klippgab, dass das irgendwie gestrickte ist weil eben selbst das Rondo-Final nicht schon ein Rondo ist, weil dieses Thema irgendwie wiederkommt erzählt aber noch viel mehr Sowohl architektonisch als auch natürlich inhaltlich, weil wie du zuerst gesagt hast man kann sich da ja eine Geschichte dazu vorstellen.
01:00:18: Ich bin jetzt jedenfalls folgepumpt mit Hintergrundwissen für das nächste Wunschkonzert!
01:00:21: Danke Willi!
01:00:23: Bitte liebe Capri!
01:00:25: Ja und damit sind wir am Ende dieser Folge über die kleine Nachtmusik.
01:00:28: Wenn es Ihnen gefallen hat dann geben Sie uns bitte fünf Sterne in der App, in der sie uns hören
01:00:34: Und über Posts und Anregungen freuen wir uns auf podcast-asdepresse.com.
01:00:40: Danke fürs Zuhören.
01:00:57: Ciao!
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