Musiksalon: Strawinskys "Sacre du printemps", ein Skandalstück als Welterfolg

Shownotes

Die rhythmische Energie dieser Ballettmusik ist so legendär wie die Berichte vom Pariser Uraufführungsskandal Anno 1913. Im Musiksalon fragen wir, warum dieses Werk so anders klingt als alles, was selbst die radikale Moderne akustisch zu bieten hatte - und warum das Publikum dennoch die Aufführungen seit Jahrzehnten regelrecht stürmt. Die Musikbeispiele stammen aus der grandiosen Aufnahme mit dem Philharmonia Orchestra unter Igor Markevitch (1959).

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00:00:03: Herzlich willkommen im Musiksalon, meine sehr geehrten Damen und Herren.

00:00:25: Klassik für taktlose.

00:00:27: der Presse-Klassik-Podcast geht heute in die zweihundertfünfzigste Folge zum Jubiläum.

00:00:34: etwas ganz besonderes eines der besonderssten Stücke unseres Repertoirs mit einer Kardinalstücke der musikalischen Moderne Le Sacré-du-Parentan von Igor Stravinsky.

00:00:48: Ein Stück, das im Jahr nineteen dreizehn in Paris tatsächlich eingeschlagen hat wie eine Bombe.

00:00:58: Le Massacre du Prantan titelte eine Tageszeitung damals nach der Urauführung die einer der größten Skandalien gewesen ist den man im Theaterleben nicht nur in Paris je verzeichnet hat.

00:01:13: was war geschehen?

00:01:14: Waslav Nijinsky, der große Tänzer jener Epoche hatte eine Choreografie erarbeitet, deren unorthodoxe Bewegungsabfolgen gar nichts mehr zu tun hatten.

00:01:28: Mit dem klassischen Ballett mit Damen im Titüs und virtuos springenden Zulisten.

00:01:36: Bilder aus dem heidnischen Russland sollten da erzählt werden Ein mythischer Frühlingsritus, bei dem ein Mädchen dem Frühlingsgott Jarrilo zum Opfer gebracht wird.

00:01:51: Die Musik die Igor Stravinsky dazu komponiert hat war anders als alles andere was jemals von einem Orchester gespielt worden ist.

00:02:02: Keine Melodien keine schönen Harmonien nur noch Rhythmus hatte man den Eindruck.

00:02:08: und der höchst unregelmäßig und brutal herausgeschleidert vom gesamten Orchester nicht nur von den Schlagwerkern, allen voran den Parkisten die alle Hände voll zu tun hatten.

00:02:38: Was sich da musikalisch abgespielt hat?

00:02:40: im Theater des Champs-Elysées in Paris unter der Leitung des jungen Pierre Monteu, der Mühe hatte das Orchester von Anfang bis zum Schluss zusammenzuhalten.

00:02:50: Er hat es geschafft, virtuoser Capelmeister derer war.

00:02:54: Obwohl die Störaktionen des Publikums den Abend des Öfteren an den Rand des Abbruchs gebracht haben was sich da also abspielte?

00:03:05: Alle Regeln der bisherigen Harmonielehre, der bisherige ästhetischen Übereinkünfte was in der Musik schön oder zumindest erlaubt gewesen sein mochte über den Haufen.

00:03:19: Dabei hat die urtümliche Kraft mit der Stravinsky diese heidnischen Frühlingsriten musikalisch geschildert.

00:03:28: Bereits in den ersten Konzertaufführungen, die bald nach der Szenischen Uraufführung in den letzten Jahren stattgefunden haben das Publikum eigentlich überzeugt.

00:03:39: Mstrawinski selbst hat es öfter gesagt dass an dem Urafführungskandal der so legendär geworden ist Die Choreografie von Nijinski ihren Löwenanteil hatte, ganz einfach deswegen weil auch sie alles über Bord geworfen hat was an Bewegungsmöglichkeiten im Ballett zuvor überhaupt denkbar gewesen war.

00:04:02: Dabei hatten die Besucher der Aufführungen der Ballet Russ des russischen Balletts unter der Leitung des Impressarios Sergei Diagelev längst gelernt dass bei Premieren dieser Kompanie die klassischen Regeln nicht mehr gelten sollten.

00:04:19: Blicken wir kurz zurück, wir halten in den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts und da war es beim Palette so, das man gerade in Frankreich oder überhaupt in Westeuropa über die schönen Klassiker wie Giselle oder auch Tchaikovsky's Schwanensee nicht hinausgekommen war – Palette als Kunstform!

00:04:41: pflegte man gar nicht so sehr in den Opernhäusern als in eigenen großen Veranstaltungs-Sälen, wo Unterhaltungstheater gemacht wurde.

00:04:50: Auf höchster Ebene im Mittelpunkt standen die Beine und natürlich auch die Virtuosität der Tänzerinnen Das große klassische Palett wie wir es bis heute verstehen.

00:05:02: das hat man damals eigentlich vor allem in Russland und da wiederum in den kaiserlichen Zentren Moskau und Sankt Petersburg gepflegt, das waren die größten Ballettkomponier in der damaligen Zeit.

00:05:15: Am Gängelband des genialen Choreografen und Impressarius Marius Petipas eine höfische Kunstform, die ausstrahlte was aus Ostlands auf Tournee geschickt wurde.

00:05:28: zunächst einmal das Ballet Imperial mit der grandiosen Anna Pavlova an der Spitze.

00:05:35: Das bediente sich beim Röbertwaar aus Sankt Petersburg.

00:05:39: Man reiste mit Giselle, man reiste Koppelja und dem zweiten Akt von Tchaikovsky's Schwanensee.

00:05:46: Auch die Palerysse von Sergei Diagilev rekrutierten ihre Tänzer zunächst einmal aus der St.

00:05:53: Petersburger Truppe – erst als Diagylev sich entschlossen hatte!

00:05:57: Nicht mehr nur eine Reisekompanie leiten zu wollen, sondern sich festzuverpflichten in Metropolen wie Monte Carlo oder vor allem dann Paris.

00:06:07: Als man das ganze Jahr über neue Produktionen herausbrachte da rekrutierte man die Tänzer auch – in Polen und noch weiter westlich.

00:06:19: Aber ihrem Namen Ballerius machte die Truppe zunächst einmal alle Ehren!

00:06:25: Man spielte russische Werke Übrigens auch Opern, vor allem von Rimsky Korsakov dem wichtigsten Komponisten in den ersten Jahren der Diagelef-Unternehmung.

00:06:37: Rimski Korsakov, der ja auch der Lehrer von Igor Stravinsky gewesen war.

00:06:43: Aber auch wenn die Aktivitäten der Ballerüswurzelten in der großen Sankt Petersburger Tanztradition pflegte man doch eine neue Ästhetik – Diagelev!

00:06:56: beauftragte avantgardistische Komponisten, allen voran zum Beispiel Maurice Ravel der für die Truppe Daphnis und Chloë komponierte.

00:07:06: Und wegen der Zögerlichkeit eines russischen Kollegen kam im Jahr neun dann Igor Stravinsky ins Spiel.

00:07:15: Er komponnierte zunächst einmal den Feuervogel Dann gleich darauf als eine Paradepartie für Nijinski Petruschka.

00:07:24: Und da hätte Hellhörigen eigentlich aufgehen können, dass hier nicht nur eine tänzerische sondern auch eine musikalische Revolution in Vorbereitung war.

00:07:36: Wenn man von L'Eussacre du Prantin später behauptet hat es bestehe eigentlich nur aus Rhythmus, aus Mosaik-artig gegeneinander gesetzten musikalischen Teilchen die wiederum sehr oft auf russischen Volksliedmelodien beruhten Dann hätte man schon in Kastseis Höllen-Tanz, kurz vor Schluss des Feuervogels oder spätestens im russischen Tanz am Ende des ersten Bilds von Petruschka hellhörig werden müssen.

00:08:21: Nun waren sich sowohl der Komponistikor Stravinsky als auch der Impressario de Ballerius Sergei Diaghilev einig dass die grundsätzliche Linie der Kompanie die russische Kultur hochzuhalten bewahrt werden müsste.

00:08:38: Nun kam ein Mann ins Spiel, mit dem Diaghilev seit Jahren in Kontakt war Nikolas Röhrich – Ein Poet und billigender Künstler der sein Schaffen ganz in den Dienst der russischen Mythologie gestellt hatte.

00:08:56: Er hat für Diaghilif und Stravinsky einen Szenarium entworfen das mit den heidnischen Frühlingsriten zu tun hatte.

00:09:06: In einem Brief an Diaghilev hat er das Szenarium kurz zusammengefasst, es handelt sich dabei so schreibt Rörich um Bilder aus dem heidnischen Russland.

00:09:21: Das erste Bild der Kuss der Erde führt an den Fuß eines Heiligen Hügels Auf grüne Wiesen, so schreibt er, muss sich slavische Stämme zu Frühlingsspielen versammeln.

00:09:34: Dort ist auch eine alte weißsagende Magierin, dort gibt es Spiele mit der Entführung von Frauen – mit reigen Tänzen!

00:09:43: Schließlich kommt da aller wichtigste Moment aus dem Dorf bringt man den ältesten, den weisesten Mann herbei, damit er der erblühenden Erde einen heiligen Kuss

00:09:55: gibt.".

00:09:57: Das mystische, entsetzender Menge während dieses Mysteriums hat der talentierte Nijins gewunderbar stilisiert.

00:10:06: So meinte Rörich über die Choreografie, die wie gesagt mit allen Gesetzen des schönen Tanzes gebrochen hat.

00:10:14: und weiter im Szenarium nach der strahlenden irdischen Freude werden wir im zweiten Bild zu einem himmlischen Mysterium gebracht.

00:10:23: Mädchen führen auf dem heiligen Hügel zwischen beschworenen Steinen geheime Spiele aus und wählen das Opfer, dass sie preisen.

00:10:33: Dieses Opfer wird nun ihren letzten Tanz tanzen – und Zeugen dieses Tances werden die ältersten sein, die sich Bären heute anlegen zum Zeichen dessen, daß der Bär als menschlicher Vorvater verstanden wird!

00:10:50: Die Ältesten übergeben das Opfer dem Gott der Sonne, Jarello.

00:10:56: Die mythologischen Bilder von Rörich hat man für die Bühnenbilder genutzt.

00:11:02: bei Løssacra de Brauntau und Stravinsky hatte ich tonische Riten mit einer wahrhaft urtümlichen Musik akustisch illustriert auf der einen Seite stampfende Rhythmen auf der anderen Seite einfachste Volksmelodien.

00:11:20: Diese hat er in Sammlungen von russischen und litauischen Liedern gefunden, die er schon für den Feuervogel und für Petruschka verwendet hat.

00:11:30: War auch immer wieder sehr einfache volksliedartige Melodieteile mosaik-artig zu immer neuen höchst fantasievollen akustischen Bildern zusammengesetzt werden!

00:11:42: Die skandalträchtige Ballettmusik beginnt gleich mit einem literischen Volkslied oder einer Anverwandlung davon.

00:11:53: Im Original klingt es folgendermaßen, in der Ballett-Musik erklingt es im hochliegenden Vergott in einer Passage die berühmt geworden ist schon deshalb weil es diesen extremen Klang in der musikalischen Literatur zuvor nie gegeben hat.

00:12:51: Damit sind wir bei einer weiteren Besonderheit dieser Partitur, die wirklich in jeder Hinsicht außergewöhnlich ist.

00:13:00: Stravinsky verwendet für Le Sacre du Prantin ein riesiges Symphonieorchester.

00:13:08: so wie die großen spätromantischen Kollegen erweitert es in den extremen Registern etwa durch Piccoloflöten nach oben und vor allem durch Bassklarinetten, Kontra-Vagotte und ähnliche Instrumente auch in die tiefste Tiefe hinunter.

00:13:26: Erstaunlicherweise gibt es in der Partitur von Sacredi Pranta vergleichsweise wenige Schlaginstrumente wenn man bedenkt welchen perkusiven Ruf diese Musik genießt.

00:13:40: dafür verwendet Stravinsky quasi die Bläser und streiche ganz anders als gewohnt, nämlich als eine Art von Rhythmusinstrument.

00:13:51: Das verleiht dieser Musik ihre besondere Coloristik – auch das Ausnutzen extrem hoch oder extrem tief liegender Klangfarben gehört zum besonderen Stil dieses Werks.

00:14:06: Noch vor der Uraführung hat Stravinsky diesen musikalischen Stil zu erklären.

00:14:12: Versuchte in einem Aufsatz mit dem Titel, was ich mit Lösagr ausdrücken wollte.

00:14:19: Zum Vorspiel das mit dem Fagotzolo beginnt meinte erhabene Wachen der sich immer Erneuernden Natur die dunkle und immense Empfindung die alle Dinge haben zu der Zeit wenn die Natur ihre Formen erneuert.

00:14:38: Alles in allem wollte ich im Vorspiel die panische Furcht der Natur vor dess sich erhebenden Schönheit ausdrücken.

00:14:46: Einen heiligen Schrecken vor der Mittagssonne, eine Erdschrei des Pan!

00:14:52: Das musikalische Material selbst schwilt an, wächst, breitet sich aus – jedes Instrument ist wie eine Knospe, die auf der Rinde eines jahrhunderte alten Baumes spriest.

00:15:05: Es ist Teil einer großartigen Einheit und das ganze Orchester muss den Frühling symbolisieren, wie er geboren wird.

00:15:15: Die Hörer haben diese Musik oft mit einer Art tönenden Urwald verglichen in dem geheimnisvolle Stimmen laut oder eigentlich leise werden.

00:15:26: die Dynamik ergibt sich eigentlich nur daraus, wie viele Stimmen gleichzeitig zu hören sind, Es ist wirklich wie das tönende Abbild eines naturhaften Prozesses, in dem der Komponist eigentlich gar nicht eingzugreifen scheint.

00:15:47: Was Stravinsky damit gelungen ist, ist eine auf dem Reisbrett genau konstruierte, genau kalkulierte Musik die sich ausnimmt als würde sie ohne sein Zutun ganz naturhaft einfach entstehen.

00:17:15: Vorhang hebt sich.

00:17:16: lassen wir Stravinski selbst weiter beschreiben.

00:17:20: Im ersten Bild, sagt er, zeigen sich Jugendliche mit einer alten, sehr alten Frau von der wir weder das Alter noch das Zeitalter wissen, die die Geheimnisse der Natur kennt und ihre Kinder das Weiß sagen lehrt.

00:17:36: Sie geht tief zur Erde gebeugt halb Frau, halb Tier.

00:17:40: Die Jugendlichen an ihrer Seite sind die Frühlingsboten die mit ihren Schritten auf der Stelle den Rhythmus des Frühlings markieren, dem Pulsschlag des Frühlinges.

00:17:53: Was wir hören sind stampfende Rhythmen und das ist wenn man von der Einleitung sagen kann dass sie eine Art Neudefinition des Gedankens der Polyphonie, der Mehrstimmigkeit oder Fehlstimmigkeit ist jetzt hier eine neue Definition dessen was wir rhythmus nennen.

00:18:12: Das ist nämlich in Wahrheit immer derselbe Akkord, in immer der gleichen Bewegung.

00:18:17: Sein Achtelrythmus den die Streicher im simplen Zwei-Vierteltakt ausführen, indem die Blechbläser aber scharfe Akzente setzen und zwar diese Akzenten kommen ohne erkennbares System immer auf einem anderen Dackteil – im Großen!

00:18:34: handelt sich es also doch um eine Rhythmisierung, aber man kann dabei nichts mitzwingen wie bei einem Marsch oder einem Walzer und dann muss ich sozusagen von den umvorhergesehenen Akzenten vorantreiben lassen.

00:18:49: Das hat bei aller Schroffheit und Derbheit auch etwas Spielerisches und tatsächlich mischen sich im Laufe des Geschehens ebenso spielerisch reingesetzte Akzente andere Instrumentengruppen die Irritieren die Bewegung sogar kurzfristig ein wenig, ehe sie ihre stampfende Gleichmäßigkeit zurückerlangt.

00:20:28: Holen wir hier noch einmal kurz aus und betrachten diesen ganz besonderen dissonanten Akkord der von den Streichern so insistierend festgehalten wird.

00:20:41: Dissonant ist nämlich in diesem Fall eigentlich das falsche Wort denn dieser Akkort löst sich ja nicht auf.

00:20:50: Er steht nicht in mitten eines harmonischen Spannungsgefüges, wie das in der Musikgeschichte vor Stravinsky eigentlich so üblich gewesen ist.

00:21:01: Also wenn wir davon gesprochen haben dass Stravinski die einzelnen Parameter der Musik neu definiert dann definiert er hier auch die Harmonik neu indem er Akkorde für sich stehen lässt in einem Gefüge innerhalb dessen sie einen harmonischen Sinn ergeben, einen harmonisch Spannungsverlauf mittragen.

00:21:26: Der Akkord wird wieder Instrumentenklang zur Farbe!

00:21:31: Es ist vielfach darauf hingewiesen worden dass bereits lange vorher mehr als hundert Jahre vorher Ludwig van Beethoven eigentlich dasselbe harmonische Spannungsverhältnis zwischen zwei Tonarten in einen Akkord zusammengedrängt hat.

00:21:50: In den Skizzen zur Eroika findet sich sogar ziemlich genau jene Variante vorweggenommen, die Stravinsky in Los Sagradans verwendet.

00:22:00: In der Durchführung des ersten Satzes der dritten Symphonie haben wir wie bei Stravinski später repetitive Streicherklänge die genau auf diesem Spannungsverhältnis basieren.

00:22:15: Aber anders als bei Igor Stravinsky markieren diese Klänge in diesem Fall natürlich den Höhepunkt der harmonischen Anspannung.

00:22:25: Beethoven löst diese Anspanung dann, in einer sukzessiven Auflösung.

00:22:31: nach E-Mol hören wir die gesamte für die damalige Zeit wirklich schockierend dissonante Passage aus.

00:22:38: der Eräuker Handelte sich wirklich um Dissonanzen, die sie in Konsonanzen auflösen.

00:23:07: Weiter in Igor Stravinsky ist kurzer Inhaltsangabe.

00:23:12: Inzwischen kommen jugendliche Mädchen vom Fluss her.

00:23:16: Sie bilden mit ihrer Schar eine Krone, die sich zur Krone der anwesenden Jugendlichen dazu mischt.

00:23:24: Sie sind noch keine fertig ausgebildeten Wesen.

00:23:27: Ihr Geschlecht ist eins und doppelt wie das des Baumes.

00:23:32: Aber in ihren Rhythmen spürt man die Zeugen der Kraft sich bildender Gruppen.

00:23:38: In der Tat teilen sie sich nach links und rechts auf, das Gebiet eine Farben, eine Synthese von Rhythmen – und wiederum einen neuen Rhythmus!

00:23:51: Im Szenarium von Rörich kommt es hier zu Entführungsspielen.

00:23:56: Da hört man förmlich die Mädchen, die aufgeschreckt davon laufen oder wieder eingefangen werden….

00:24:11: All das mündet in eine seltsame Mixtur aus unschuldigen Kinderlied-Reimen und brutalen Kampfspielen.

00:25:10: Stravins geschrieben, die Gruppen trennen sich und treten ihn einen Kampf ein.

00:25:15: Booten gehen von der einen zur anderen Seite und sie streiten sich.

00:25:20: Das ist die Definition der Kräfte durch den Kampf – d.h.

00:25:24: also durch das Spiel!

00:26:40: Nun kommt es in dieser slavischen Mythologie zur bedeutsamsten Szene des ersten Teils, zu jener Szene die dem ersten Teil den Namen gegeben hat.

00:26:52: Stravinsky schreibt... gibt der Erde den Segen, auf dem Bauch liegend Arme und Beine gespreizt indem er selbst mit dem Boden zu einem einzigen wird.

00:27:20: Soweit Stravinsky!

00:27:23: In diesem Moment scheint die Welt den Atmen anzuhalten.

00:27:26: wir hören nur noch den kollektiven Herzschlag in der absoluten Stille dann einen mysteriös unwirklichen schwebenden Streicherakord im Moment der Vereinigung des Weisen mit der Erde.

00:28:02: Aus diesem Mysterioso bricht der Schluss des ersten Teils heraus, unaufhaltsam.

00:28:10: Stravins geschrieben – Der Segen des ältersten Weisen ist wie ein Signal für das hervorbrechendes Rhythmus!

00:28:19: Alle bedecken ihren Kopf und rennen in Kreisfiguren unablässig im großer Zahl stampfend wie die neuen Energien.

00:29:08: Mit diesen atemberaubenden Klängen schließt der erste Teil, da vorank fällt und der zweite Abschnitt des Werks beginnt mit einer magischen Musik.

00:29:22: Mit ganz unheimlichen Klängen!

00:29:25: Es ist nach Mitternacht.

00:29:27: wir befinden uns nun im heiligen Heim zwischen den Geweitensteinen und Stravinsky beschwört noch einmal die Impressionistischen Qualitäten des großen Orchesters.

00:29:42: Geheimnisvolles Flirren und Raunen.

00:31:02: Zuletzt erklungen Motiven.

00:31:04: in den Erharnern entwickelt sich ein geheimnisfoller Tanz der jungen Mädchen, die so der Titel mystische Kreise ziehen.

00:31:14: Stravins gesagt dazu – Die Mädchen markieren mit ihrem Reign die Zeichen zwischen denen am Ende die Auserwählte eingeschlossen wird.

00:31:25: Sie wird diesen Ort nicht mehr verlassen

00:31:28: können.".

00:31:29: Man kann diesen Moment des Schreckens, der Erstarrung in dem das Opfer erkennt, dass sie die Außerwähle sein wird, förmlich hören.

00:32:17: Nun um tanzen!

00:32:19: Die Mädchen – Das auserwälte Mädchen, das unbeweglich bleibt In einer Art von Verherrlichung.

00:32:27: So beschreibt Stravinsky die folgende Nummer ungezügelte, wilde Musik die uns signalisiert dass es kein Entrinnen aus dieser Zeremonie geben wird.

00:33:29: Und weiter in Stravinsky's Text.

00:33:31: danach folgt die Reinigung des Bodens und die Beschwörung der Ahnen.

00:33:39: Das ist nun eine hymnische Musik groß aufrauschend dann wieder geflüstert fast unhörbar immer sehr geheimnisvoll gefährlich.

00:34:22: Zuletzt gruppieren sich die Ahnen rund um die Außerwählte, die dann den heiligen Tanz zu tanzen beginnt.

00:34:31: Das ist ein gewaltiges Rondo in dessen zuckende und rhythmisch völlig anarchische Bewegung zwei Zwischenspiele eingelassen sind.

00:34:39: Eines je zwischen fast unhörbarm, dann wieder in äußerster Lautstärke herausgestoßenen Akkorden.

00:34:47: Und das zweite werden Top-Suchts am Fall zweier wildgewordener Pockisten, die auf ihre Instrumente einschlagen.

00:34:55: Im letzten Moment, als das Opfer sich zu Tode getanzt hat, vollziehen die Ahnen das Opffer an den Frühlingsgott Jarylo.

00:35:05: Stravinsky schreibt dann über die letzten Takte – sobald das Mädchen erschöpft zu Fallen droht merken es die Ahne und gleiten wie raubtierartige Monster zu ihr damit sie nicht im fallenden Boden berühre und sie heben sie hoch und halten sie wie zum Himmel.

00:35:24: Der jährliche Zyklus der Kräfte, die wiedergeboren werden und in den Schoß der Natur zurückfallen.

00:35:32: Er ist vollendet!

00:39:42: Etwas wilderes, unwüchsigeres ist wahrscheinlich nie komponiert worden.

00:39:49: Durch diesen Podcast hat uns das Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Igor Markiewicz begleitet für mich eine der herausragenden Aufnahmen eines Schlüsselwerks der Moderne.

00:40:05: Das war unser Musiksalon Nummer zweihundertfünfzig!

00:40:11: Wenn Sie Lust auf Klassikinformationen haben, dann meine Damen und Herren, besuchen Sie mich auf meiner Website www.sinkothek.at.

00:40:23: Bis zum nächsten Mal Danke fürs Zuhören.

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