Musiksalon: Wintersport und alpiner Horror nach Noten

Shownotes

Eislaufen macht Spaß, kann aber auch gefährlich werden, Alpenwanderungen enden vielleicht tödlich. All das wussten auch die großen Komponisten vom Barock bis zur Moderne. Wilhelm Sinkovicz demonstriert im Musiksalon diesmal, dass man das auch hören kann: Schon Vivaldi ließ einem Schlittschuhläufer den gefrorenen Boden unter den Kufen einbrechen, und bei W. H. Auden und Hans W. Henze erleben wir einen winterlichen Bergtod auf offener Szene. Freilich: Mancher sportliche Opern-Unfall endet glimpflich. Und schließlich verwandeln sich die alpinen Freuden auch oft in eindrucksvolle Klangbilder.

Emil Waldteufel: Les Pataineurs. Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan (EMI) Antonio Vivaldi: Winter (aus: "Die Jahreszeiten). Felix Ayo, I Musici (Philips) Jean Sibelius: Ett ensamt skidspår (Riho Eklundh, Leif Segerstam, Turku Philharmonic (BIS) Hector Berlioz: Harold in Italien. Wolfram Christ, Lorin Maazel, Berliner Philharmoniker (DG) Franz Liszt: Bergsymphonie. Bernard Haitink, Concertgebouw Orchester (Philips) Julius Bittner: Beginn und Schluß der Oper "Der Bergsee". Wiener Rundfunkorchester, Felix Prohaska (Myto) Richard Strauss: Eine Alpensinfonie. Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker (DG) Richard Strauss: Intermezzo. Lucia Popp, Adolf Dallapozza, Wolfgang Sawallisch, Symphonieorchester des Bayerischen Runfunks (EMI) Hans Werner Henze: Elegie für junge Liebende. Henze, Symphonieorchester des Bayerischen Runfunks (DG) Gioacchino Rossini: Wilhelm Tell Ouvertüre. Herbert von Karajan, Philharmonia Orchestra (EMI) Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1. Karl Böhm, Wiener Philharmoniker (DG) Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 6. Karl Böhm, Wiener Philharmoniker (DG) Sergj Prokofieff: Troika aus "Leutnant Kije". Eugene Ormandy, Philhadelphia Orchestra (CBS)

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00:00:03: Herzlich willkommen, meine sehr geehrten Damen und Herren!

00:00:23: Willkommen im Musiksalon der Synkothek.

00:00:28: Der heutige Podcast entsteht in olympischen Zeiten und begleitend zu den Winterspielen des Jahres two-tausends sechsundzwanzig.

00:00:40: vielleicht ein paar Gedanken über Wintersport?

00:00:44: Über die Berge in der Musik Und wir sind ja im Salon, beginnen also etwas leichtfüßig.

00:00:52: Nicht gerade mit Salonmusik aber mit Unterhaltungsmusik.

00:00:57: höchster Gute allerdings und nicht aus Wien sondern aus Paris.

00:01:03: Der Komponist heißt Emil Waldteufel Ein deutscher Name zu Erfalos.

00:01:08: die Familie stammt aus dem Elsass Aber Paris hat das Schicksal dieses Komponnisten bestimmt.

00:01:17: Dort wurde er auch ausgebildet.

00:01:19: Dort hat die Musikkapelle der Familie Waldteufel aufgespielt und Emil Waldteufel selbst, der wurde der berühmteste Komponist aus dieser Familie, dann bald in ganz Europa gastiert und sein Walzer Schlittschuläufer, nachdem es in zweiundachtzig Uhr raufgeführt.

00:01:41: Der führt uns vor Augen wie das so war wenn die große Gesellschaft, der Stadt an der Seen auf dem Eislaufplatz im Borde Boulogne den Wintersport gefreut hat.

00:01:55: Vielleicht war das Stück vom strengen Winter-Achzehn neunundsebzig inspiriert.

00:02:00: also man in Paris minus fünf und zwanzig Grad gemessen hat Die Erfahrungen des strengeren Pariser Winters von Achtzehn Neunundsiebzig Achtzig verarbeitet Minus Fünfundzwanzig Grat.

00:04:54: Das ist jedenfalls genug, um auch auf einem nicht-künstlichen Eislaufplatz.

00:05:00: Auf dem See oder einem Teich nicht einzubrechen!

00:05:04: Im Barock – so hundertfünfzig Jahre früher – da sind die Winter nicht immer so streng gewesen.

00:05:12: und doch führt uns Antonio Vivaldi in seinen berühmten Jahreszeiten auch einen Schlittschuhläufer vor Auge und Ohren.

00:05:21: Der absolviert wunderbare Piräten und Sprünge, bis der gefrorene Boden unter ihm nachgibt.

00:05:29: Und er im eisigen Wasser landet.

00:06:03: Schlittschuh laufen – und scheitern!

00:06:16: Im Winter Tonio Vivaldi Bleiben wir noch ein bisschen beim Wintersport.

00:06:22: in der sogenannten klassischen Musik vom Barock bis zur frühen Moderne.

00:06:29: von Jean Sibelius dem großen finnischen Symphoniker gibt es ein Stück übers Langlaufen.

00:06:36: Für Sprecher und Klavier.

00:06:39: nach einem Gedicht von Bertel Grippenberg schildert Sibelius da eine Skitour durch einen Wald.

00:06:58: Vorgänge in der europäischen Musikgeschichte, die er zunächst selbst so kräftig mitbestimmt hatte, längst verstummt.

00:07:08: Aber er war noch am Leben zurückgezogen – in seinem finnischen Häuschen am See!

00:07:14: Und dieser Ski-Tour, den er da beschreibt… In stwedischer Sprache, die ja ursprünglich seine Muttersprache gewesen ist … hat ehensamt skitspaar setzte das Langlaufen mit dem menschlichen Leben gleich.

00:07:31: Im Schnee verschwinden die Spuren des Sportlers, im Äther zerstäuben die menschliche Gedanken und Fragen ohne Antworten gefunden zu

00:07:41: haben.".

00:07:47: ein schlingerndes spår på skaren min irrrande vandringvar ett ensamt schiedspor som slutar vid plötsligt svikande brant der windsliten fura lutar sei ut över klippans kant var stjernona blinka kalla hur kymmande skogen står hur letta flingorna falla po översnøade spår Ein kamermusikalisches Arrangement dieser Sibelius-Viniette.

00:09:56: Melancholie und Weltschmerz hat schon hundert Jahre vorher Héctor Berlioz musikalisch beschworen, die Lektüre von Lord Byron's Achtzehnundachtachzehn erschienen im Vers Epos über Haralds Pilgerfahrt wo die Fadesse eines jungen Mannes aus gutem Hause der auf Reisen Bildung und vor allem Zerstreuung sucht, poetischte Formen annimmt.

00:10:23: Die war die Inspirationsquelle für ein Auftragswerk!

00:10:27: Der große Geiger Niccolò Paganini hatte eine Stradivare Bratsche erworben – und wollte auf diese auch konzertieren.

00:10:36: Das war im Jahr eighteenhundertvierunddreißig und Paganinni orderte bei dem Anfang Terribel der neuen Musik jener Epoche per ector Berlioz also ein Bratschenkonzert.

00:10:50: geworden ist es dann eine Symphonie mit bratsche Solo.

00:10:54: Berlioz hat sich eine Zeit lang geweigert und da war er doch fasziniert.

00:10:59: Und das Programm zu dieser, bei Berliozo ist das ganz selbstverständlich Programmmusik, da gab's nicht mehr eine Symfonie oder ein Konzert das sozusagen sich selbst bedeutet hat.

00:11:12: Da muss immer eine Geschichte erzählt werden.

00:11:15: also die Geschichte erzählt worden ist, die stammte eben von Lord Byron.

00:11:23: Oder auch nicht?

00:11:24: der englische Kritiker Donald Tovey hat zynisch gemeint.

00:11:28: Keine konkreten Elemente aus Byrons Gedicht haben.

00:11:32: die uneinnehmbare Festung Das muss sich der Musikkritiker merken.

00:11:49: Noch zynischer hat Tove dann angefügt, es gibt aber immerhin eine Gemeinsamkeit Beide Namen Baron und Berlioz beginnen mit B. Tatsächlich kann man kaum programmatische Übereinstimmungen bemerken in den vier Sätzen dieser Symphonie für Baratsche und Orchester Am XXIII.

00:12:13: November, die Uhr aufgeführt wurde und wie so oft bei Berlioz war diese Premiere ein Skandal oder jedenfalls ein Eklatant.

00:12:23: am besten Erfolg!

00:12:24: Trotzdem muss man aus heutiger Sicht sagen, der Stück ist wegweisend gewesen in Sachen Programmmusik und in Sachen Symphonik.

00:12:33: Wie gesagt es gab ja eine ganze Richtung.

00:12:36: dann wie sogenannte neue deutsche Schule um Franz Liszt herum die befunden haben.

00:12:41: Man könne nicht mehr eine Sonate in vier Sätzen oder eine Symphonie in vier Setzen schreiben.

00:12:45: da muss schon hinter der Musik eine poetische Idee stehen.

00:12:50: aber wenn daraus ein Kunstwerk werden sollte dann mussten natürlich doch irgendwie die klassischen Farmvorgaben erfüllt werden oder jedenfalls neu interpretiert.

00:13:03: Das hat Berlioz natürlich getan und vor allem hat er dafür gesagt, dass alle vier Sätze irgendwie einheitlich wurden in dem er wie schon in seiner Symphonie fantastik Themen durch alle Sätze zieht.

00:13:17: oder vor allem eine Idee – eine sogenannte fixe Idee!

00:13:22: Die gibt's auch In Harold in Italien.

00:13:26: Paganini war zunächst einmal sehr enttäuscht, denn das Stück ist alles andere als eine brillante virtuosen Nummer.

00:13:34: für den Bratschen soll es geworden.

00:13:36: Er ist aus einer virtuose Instrumentationsstudie, Herrn Berlioz der sich auch selbst zitiert.

00:13:43: die beiden Hauptthemen im ersten Satz stammen aus einer früher komponierten Uvertür und der erste Satz heißt also die Metamorphosen von der Trauer zum Glück und schließlich endlich zur Freude.

00:14:03: Das dauert ein bisschen, aber das hat's mündet dann in einen effektvoll wirklich freudig tönenden Ausgang.

00:16:29: Der Akgeber Paganini war wie gesagt enttäuscht über diese Partitur.

00:16:35: Die Bratsche hat zwar solistische Funktionen fungiert aber nicht als Primus Interpares, der da wunderbar brillieren kann sondern sie hat eher die Funktion eines Moderators.

00:16:51: Eines Kommentators wenn man so will.

00:16:54: Der hat das Geschehen reflektiert.

00:16:58: diese Art ein Solo Instrument in den riesigen Orchesterapparat zu integrieren war vorbildhaft.

00:17:07: Richard Strauss hat ähnliches dann in seinem donkischott mit dem cello-solo versucht.

00:17:15: Strauß war ja einer sozusagen der Enkelschüler des erfinderster Programmmusik der Hochromantik Ektor Berlioz, der erste, der die Nutzanwendung gemacht hatte um das Formproblem nach Beethoven zu umgehen, war Franz Liszt.

00:17:33: Er hat eine ganze Reihe von symphonischen Dichtungen vorgelegt und die erste davon spielt in den Bergen, also für unseren Podcast heute wunderbar geeignet im Musiksalon.

00:17:47: Die Berg-Symphonie als literarische Vorlage diente liste ein Gedicht von Victor Hugo, secondantin sur la montagne.

00:17:58: Die Erhabenheit der Natur steht da dem Elend der Menschheit gegenüber.

00:18:04: Da raumt es zu Beginn geheimnisvoll und es entwickelt sich ein beeindruckendes Tönen des Naturbilds.

00:22:11: Franz Liszt erste symphonische Dichtung, der gleichen ist in der Folge immer wieder versucht worden.

00:22:19: bis hin zum Kitsch haben die Spätromantiker und die Freundesjägelkomponisten sich an klingenden Berg-Pranoramen abgearbeitet.

00:22:29: Der einst viel gespielte, sympathische Wiener Oppermeister Julius Bittner hat einem Bergsee sogar zum Schauplatz eines seiner selbstgedichteten Musikdrahmen gemacht – das sich erinnert dann die heute so altbacken wirkenden Heimatfilme.

00:22:46: Die Kunst eine schöne Melodie zu erfinden und symphonisch zu steigern, die kann man bitten aber nicht absprechen.

00:22:55: Machen wir doch aus dem Vorspiel des Vorspiels und dem Finale des Bergsees eine kleine symphotische Dichtung!

00:23:06: Die einzige Aufnahme, die es von diesem Werk gibt stammt aus den fünftiger Jahren das wie in der Rundfunkorchester unter Felix Brohaska technisch reichlich angegraut, wie ich zugebe.

00:23:18: Aber die Musik ist trotzdem wunderschön!

00:27:32: Und Schluss des Bergsees von Julius Bittner.

00:27:38: In der Wiener Hof-Opa unter der Leitung von Bruno Walter uraufgeführt.

00:27:42: Ein paar Jahre später hat Richard Strauß erst dann jenes Werk skizziert, das Musikfreunden im Salon beim Plaudern wohl als erstes einfällt wenn es um eine komponierte Bergwanderung geht.

00:27:57: Die Alpen-Symphonie.

00:27:59: Strauß illustrative Detailmalerei ist hier auf die Spitze getrieben.

00:28:05: Mit symphonischen Dichtungen hat er ja seine Orchestrierungskunst immer mehr verfeinert.

00:28:12: in den Opern hat er dann jede kleinste Seelenregung seiner Figuren im Orchester kommentiert und wäre es nur ein einsamer Harfenton.

00:28:23: In der Alpensymphonie erleben wir einen Wandertag, da Familie Strauß von der Morgendämmerung bis zum Einbruch der Nacht mit allen Freuden und Leiden einer Alptenwanderung.

00:28:34: am Höhepunkt überrascht nämlich ein je heraufziehendes Gewitter die Wandersleite.

00:28:40: Aber zunächst zeigt sich die Natur von ihrer zwar beeindruckenden, aber ungefährlichen Seite.

00:28:46: Forsch schreitet die Gruppe aus über Wiesen zunächst... ...aber der Eintritt in den Wald!

00:28:52: Da ist an der Musikdramatiker Strauß schon gefordert.

00:28:56: Ein donnerndes Ereignis!

00:28:59: Der greift der Wagnerianer noch einmal kräftig in den orchestralen Farbtopf.

00:30:44: Öppnsefonie von Richard Strauß kommt dem.

00:33:19: Ein bisschen hausbackender Herr hat man das Gefühl bei diesem Ciché, aber da stimmt natürlich nicht ganz.

00:33:26: Immerhin hatte Strauss ja ein paar Jahre früher als Ursprach-Zartustra von Friedrich Nietzsche in symphonisches Dichtungsgewand verpackt und Nietzsch stand mit seinem Antikristen auch hier pate – aber das hat Strauß dann nicht mehr so an die große Glocke gehängt!

00:33:47: Aber apropos Hausbacken.

00:33:48: und Richard Strauß, der hatte auch keine Schwierigkeiten damit.

00:33:54: Normalerweise hat er sich beschäftigt mit großen antiken Stoffen und Mythen das eigene Familienleben in Musik zu setzen.

00:34:03: was symphonische Dichtungen betrifft hat er schon mit der Symfonie Domestika getan Und für die Opernbühne hat er einen kleinen häuslichen Ehegrach Höchst selbst dramatisiert, ein Libretto geschrieben.

00:34:20: und da findet es sich apropos Wintersport.

00:34:25: Das Frau Pauline Strauß natürlich nicht unter diesem Namen aber doch im Winterurlaub Rodeln geht und beim Rodeln fährt sie einen skifahrenden Baron über den Haufen oder umgekehrt je nachdem wie man das sieht Intermezzo, Richard Strauss mit Lucia Popp und Adolf Dallapotza.

00:35:33: Damit sind wir zurückgekommen zu alpinen Freilufterlebnissen irgendwie auch zurück zum anfänglich zitierten Winterspart in unserem Salon geplaudert.

00:35:48: oft schwingt ja bei Alpenwanderungen auch die Faszination unter Gefahr mit.

00:35:55: Denken wir an Adalbert Stift, das Erzählung Bergkristall und das kleine Geschwisterpaar, dass sich auf dem schneebedeckten Berg verirrt.

00:36:05: Eine Paraphrase darauf eine böse Parapharase hat Weston Hugh Olden für Hans Wernerhinze Anfang der Sechzigerjahre als Opern Libretto gedichtet.

00:36:16: Elegie für junge Liebende heißt dieses Stück, in dem sich ein skrupelloser Poet für seine Gedichte am Schicksal der Menschen und diesfalls eines jungen Pärchens inspiriert das ausschickt um ein Edelweiß für ihn zu rollen dass ihm als Inspirationsquelle dienen soll.

00:36:36: Die beiden geraten in einen Schneesturm und überleben dieses Abenteuer nicht.

00:36:43: Der Dichter präsentiert dann bei seiner nächsten Dichteralesung eine Elegie auf die jungen Liebenden.

00:36:51: Zynischer geht's nicht, Henze hat die Kräfte seines Krammerorchesters bei der Schilderung des Schneesturms zu den künsten illustrativen Archistrierungskünsten genutzt wird von Hans Werner Hänze tödliche Inspiration für eine dichterische Elegie für junge Liebende.

00:39:04: Der Zynismus von Orden und Hänse Persifriert auch ein wenig die romantischen Naturstimmungen, die sich in der bildenden Kunst ja ebenso finden wie leicht deschiffrierbar in der Musik.

00:39:18: Wo wenn nicht in den schweizerischen Alpen könnte das folgende Thema aus der Uvertür zu Rossinis Wilhelm Tell beheimatet sein?

00:41:34: Zwischen Berg und tiefem Tal siedelt auch ein Moment in der ersten Symphonie von Johannes Brahms.

00:41:45: Romantische Sehensucht – wir haben sie schon bei Berlioz gehört, bei Brahms ist sie akustisch auch da aber formal gebändigt.

00:41:55: Ästhetische Vordenker wie der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslik haben Brahms ja immer als Vorbild gepriesen und als einen Komponisten, der sich auf die Neubelebung der alten Formen versteht im Gegensatz zu den Vertretern der sogenannten neue deutschen Schule, die aufbauend auf List bis darauf eben dann zu Richard Strauss Programmmusik gemacht haben.

00:42:22: Musik bedeutet nur sich selbst, hat Hanslik einmal formuliert und Brahms galt ihm da als mustergültiger Meister seiner Zeit.

00:42:34: Und trotzdem ist es doch entlarvind.

00:42:37: Bei aller grießgremiger Betonung der Formbeherrschung hat da, das können wir ja wirklich hören ein leidenschaftlicher Mann komponiert und alle Hand über seine Gefühle verraten.

00:42:50: Also auch irgendwie Programmmusik!

00:42:54: Wir werden jedenfalls von ihr unvermittelt berührt wenn wir sie hören... Und was es bedeutet, wenn im Finale der ersten Symphonie ein Alphorn-Thema erklingt, das Brahms tatsächlich in den Bergen gehört und notiert hatte?

00:43:09: Das kann man sich ganz gut vorstellen, wenn man den Text zu dieser Weise kennt.

00:43:14: Hoch auf dem Berg – tief im Tal – grüß ich Dich viel tausendmal!

00:43:28: Clara Schumann als Großbotschaft gesendet.

00:43:32: Es hat zwischen diesen beiden, die einander die Lebensmenschen gewesen sind eine Zeit lang ein bisschen gekriselt aber die Symphonie und das Zitat dieser Alphorn Melodie in dieser Symphonies durften Clara wieder besämpftigt haben.

00:43:53: tatsächlich löst sich die Musik nach anfänglichen Konflikten mit dem Eintritt dieser Alphornmusik in Wohlgefallen auf, der ganz persönliche Gruß von Johannes Brahms an Clara Schumann eingebettet in ein Werk dessen architektonische Meisterschaft dazu geführt hat dass die Kommentatoren in diese Symphonie sozusagen Beethovens Zehnte erkennen wollten.

00:46:35: Natureindrücke überhöht ins Metaphysische.

00:46:39: die gibt es ja tatsächlich auch bereits bei Beethoven.

00:46:43: Er hat das vorgemacht in seiner sechsten Symphonie, der sogenannten Sinfonia pastorale.

00:46:48: Die hat eigentlich genau genommen dasselbe oder ein ähnliches Programm wie die gleichzeitig entstandene berühmte C-Moll-Symphonie die fünfte Symphony Durch Nacht zum Licht hat man das dort immer genannt.

00:47:02: Brahms hat die Tonart und das innere Programm in seiner ersten übernommen und neu definiert.

00:47:09: Die Pastorale, wie gesagt ist gleichzeitig mit Beethovens Fünfter entstanden und hat dasselbe hochfliegende Programm.

00:47:15: Und wandelt es sozusagen vom politischen ins Metafysische?

00:47:20: Das geht wie bei Richard Strauss um Naturerlebnisse vor allem aber geht es um deren wahre Bedeutung für das Seelen- und Geist des Lebens des Menschen.

00:47:31: Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande schreibt Beethoven über den ersten Satz Und dann gibt es Szenen idyllischer Natur am Bach, ländliche Tänze.

00:47:43: Aber es bricht auch ein gewaltiges Gewitter über uns herein und aus dem gehen wir gereinigt hervor!

00:47:51: Das ist dann schon ganz etwas anderes als eine simple Naturschilderung.

00:47:57: Die Wolken verziehen sich Wir vernehmen eine pastorale Melodie von einem Hirten angestimmt vielleicht mit religiöser im Brunst gesteigert und überhöht.

00:50:12: Betroffenspastorale führt uns in unseren Salon-Diskussionen, über die Berge und den Winter in der Musik ins Finale.

00:50:23: Wir befinden uns ja wie gesagt im Salon Und wir haben leicht gewichtig, leicht physik begonnen.

00:50:31: Wir sollten jetzt auch nicht ganz ernst schließen.

00:50:34: Im Salon gehört es sich dass wir Bei unseren Betrachtungen vom Hundertsten ins Tausendste geraten, lässt Lenen wir uns gemütlich zurück.

00:50:43: Sergei Prokofiev – der wunderbare Geschichtenerzähler, den kennen wir nicht nur von Peter und der Wolf, er begleitet uns mit dem Schmähtandelein seines Leutnant-Kisch auch auf eine Schlittenfahrt!

00:53:11: Musik von Prokrafiev dirigiert von Eugene Ormandy.

00:53:15: dann am Schluss unseres heutigen Salons zum Thema Wintersport und Bergpanoramen in der Musik.

00:53:26: Der Salon schließt seine Pfarten, besuchen Sie mich einmal im Internet www.sinkothek.at.

00:53:35: Da gibt es noch viel mehr über Musik und Ihre Hintergründe.

00:53:40: Für heute danke fürs Zuhören!

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