Musiksalon. Johann Strauß hat's schwer gehabt

Shownotes

Nicht einmal die Aktivitäten im Jubiläumsjahr 2025 konnten am Nachruhm des Walzerkönigs kratzen. Ein Blick in die Wiener Annalen lehrt jedoch: Der Start des heutigen »Superstars« in die Weltkarriere war einst beschwerlich und voller – auch politischer – Hindernisse. Kaiser Franz Joseph sah in dem Komponisten sogar einen Staatsfeind. Die Musikbeispiele in unserer akustischen Zeitreise steuern folgende Orchester und Dirigenten bei: Die Wiener Philharmoniker (Label: Sony) unter Riccardo Muti (Neue Melodien), Georges Pretre (Napoleon Marsch) und Lorin Maazel (Sinngedichte, Phönixschwingen), das Slowakische Rundfunkorchester unter Christian Pollak (Erster Gedanke) und Alfred Eschwé (Freiheitslieder – Label: Naxos), die Slowakische Staatsphilharmonie unter Alfred Walter (Viribus unitis – Naxos), sowie das Estnische Nationalorchester unter Neeme Järvi (Alexander Quadrille, Olga-Polka – Chandos).

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00:00:02: Der Musiksalon mit Wilhelm Senkowicz.

00:00:21: Johann Strauß, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat viel ausgehalten.

00:00:26: Nicht nur, aber auch im Jubiläumsjahr-Zweitausendfünfundzwanzig die verschiedenen Aktivitäten der diversen Veranstalter und seit Jahr und Tag auch jeglichen Zugriff mehr oder weniger oder sagen wir gar nicht befugter Interpreten auf sein Schaffen.

00:00:46: Blicken wir am Ende des Straußjahres, der Herr einmal ganz anders auf diesen Komponisten und schauen wie es zu seinem Weltraum gekommen ist.

00:01:00: Der hat sich nämlich keineswegs sofort eingestellt, sondern über höchst komplexe Umwege.

00:01:07: Ein Welterfolg war Johann Strauß so nicht, zumindest nicht in den ersten Jahren.

00:01:13: Weder war er politisch wohlgelitten, noch hat er sich leicht vom übermächtigen Schatten seines Vaters, Johann Strauss, der erste für viele der echte Walzerkönig Wienz, befreien können.

00:01:29: und der Nimbus des weltumspannenden Dreivierteltakt Herrschers.

00:01:34: Der ist erst relativ spät in der Karriere, wirklich.

00:01:39: untrennbar mit seinem Namen verbunden gewesen.

00:01:44: Die ersten Jahre von Johann Strauss, also Johann Strauss Sohn, den wir heute als den eigentlichen Walzerkönig bezeichnen.

00:01:52: Sie sind einen akustischen Rundgang wert.

00:03:21: Opus eins von Johann Strauss Sohn.

00:03:25: Urauf geführt am fünftzehnten Oktober, Ein wohl vorbereitetes Debüt forciert von der Mutter, der neunzehnjährige Sohn des unbestrittenen Walzerkönigs jener Zeit, Johann Strauß Vater.

00:03:48: Der hatte sich von der Familie verabschiedet.

00:03:51: Er hat mit allen Mitteln versucht, dieses Debüt, das natürlich mit Spannung erwartet worden ist, nachdem es in der Zeitung angekündigt wurde, zu verhindern.

00:04:01: Er konnte es nicht verhindern.

00:04:02: Die Frau Mama hat schon geschaut, dass sie die Söhne als Nachfolger ihres entflohenden Garten in Stellung bringt.

00:04:12: Alle drei waren sie musikalisch talentiert, aber natürlich erst der neunzehnjährige Scharni.

00:04:19: Der älterste war fähig aufzutreten vor Publikum und das war eine kleine Sensation.

00:04:27: Wir würden uns das heute ja so wunderbar vorstellen, der Junge unter alte Strauß festsch und freundlich neben und vielleicht miteinander.

00:04:36: Davon war wie gesagt keine Rede.

00:04:39: Das Strausssohn, obwohl er so erfolgreich debütiert hat beim Domaiern an der Achtzehnvierzehnte, das Zepter des Walzerkönigs vom Papa übernehmen hätte können, das hat sich bei allem wohlwollendem jungen Mann gegenüber niemand in Wien vorstellen können.

00:04:57: Erst Jahrzehnte später ist der Mythos von den beiden Walzerkönigen, dem Vater und dem Sohn, die sozusagen in dynastischer Erbfolge aufeinander gefolgt sind, geboren worden.

00:05:11: Und das werden hageografisch die schönen Familienbilder gemalt.

00:05:18: Zum Beispiel die ersten Gedanken, die ersten Gedanken eines jugendlichen Genies, die sind immer... August, in Trug erschienen und zwar für eine Wohltätigkeitsaktion zugunsten kranker Kinder und sofort mit Legenden verbremt.

00:05:37: Als sechsjähriger, so verkündete die Zeitung, hat Strauss Sohn diese Melodie notiert.

00:05:44: Die Ehefrau Lilie Strauss, die stand hinter der Initiative, aber was so halbseiten Wirken mochte, das hat später sogar den Sanctus von Johann Strauss selbst erhalten.

00:05:56: Er hat die Legende bestätigt, tatsächlich hat er diese Melodie mit Sex komponiert und hat das Stück dann, orchestriert, selbst aufgeführt wiederum zu wohltätigen Zwecken.

00:06:07: Da konnte er niemand was dagegen sagen.

00:06:09: Da sind sie also für uns aufbewahrt die ersten Gedanken eines kindlichen Genies.

00:06:55: Das war die Musik, die angeblich der sechsjährige Johann Strauss Sohn der kleine Schane komponiert hat.

00:07:02: Bei der Uraufführung dieser Musik, der war Straußvater schon dreieinzehnte Jahre tot und der Sohn war längst wirklich der unumschränkte Walzerkönig.

00:07:13: Zum Zeitpunkt des Debuts beim Domheuer, da war der Herr Papa aber noch höchst lebendig und das Idol von ganz Wien.

00:07:23: Er hat die großen europäischen Metropolen bereist.

00:07:27: Für den ehrgeizigen Buben, der nach dem Debüt natürlich auch auf Druck der Mutter weitermachen wollte und musste, Da sind zuerst einmal Orte wie das zweite Caféhaus in Prater geblieben, bald aber auch das Sperrloh, das untremmbar auch mit dem Namen des Herrn Papa verbunden war, das Vergnügungsviertel am Tivoli, nahe des kaiserlichen Schlosses Schönbrunn oder die Kurstadt Baden bei Wien.

00:07:53: Die Neugierigen wollten wissen, wie das im wienerischen Musikkeisertum weitergehen würde.

00:08:00: Also strömte man nicht nur zu den Konzerten von Straußvater, sondern natürlich auch zu denen seines Buben.

00:08:08: Die Legende Straußsohn, die war aber noch nicht geboren.

00:08:12: Vor allem die Wiener Jugend war allerdings hellhörig geworden.

00:08:17: Die slavische Bevölkerung.

00:08:19: Da gibt's Tribute, Sonderzahl, der Strauß Nummer zwei, hat eine Tschechenpolka komponiert, eine Serbenquadril, letztere übrigens dem abgesetzten und in Wien im Exil lebenden Fürsten Obrenovic gewidmet.

00:08:36: Aber während der Vater Paris und London begeistert hat, hat es den Sohn zunächst einmal Nolens Wolens in die Randgebiete der Monarchie verschlagen, in den Südosten.

00:08:49: und die Nachbarländer.

00:08:51: Die erste Tournee von Straussohn geht nach Serbien und Rumänien.

00:08:57: Auch das schlägt sich in Wittmungen des Komponisten nieder.

00:09:01: Eightzehn-Siebenundvierzig ist zum Beispiel für den regierenden Serbenfürsten Karajorjewitsch eine Alexanderquadril entstanden.

00:13:41: abgesetzt wurden und die Obrenovic kehrten zurück nach Belgrad.

00:13:46: Da gab es ja dann schon, wie gesagt, eine Straußwitmung, Beweglichkeit in solchen Belangen.

00:13:51: Das war ein Gebot der Stunde.

00:13:54: Das hat Johann Straußsohn erfahren müssen, als er von seiner Südost-Tournee nach Wien zurückgekehrt ist.

00:14:03: Da hat bereits die Revolution geärscht in der Stadt und sogar sein Vater rechtzeitig vor Ende der Kämpfen noch die Fronten gewechselt hat und bis heute ja mit seinem Habsburg-Trauen-Radetz-Gemarsch im Gedächtnis geblieben ist.

00:14:17: Der war eine Zeit lang auf der Seite der Aufständischen.

00:14:22: Am sechsohnzwanzigsten Mai hat Strauss Sohn, gerade zurückgekehrt, wie gesagt, von der Reise im brodlenden Wien den sogenannten Parikadentag.

00:14:32: Da haben Studenten und Arbeiter mehr als hundertfünfzig Straßen in der Stadt gesperrt.

00:14:38: Das war eine ziemlich gefährliche Zuspitzung der Lage.

00:14:42: Und Straussohn, dem ja die Herzen der Jugend, wie gesagt, zugeflogen sind und daher auch die Herzen der Studenten.

00:14:50: Der hat sich da kulturpolitisch oder sagen wir musikpolitisch besonders engagiert.

00:14:56: Ein Studentenmarsch ist entstanden, ein Revolutionsmarsch, ein Walzer namens Burschenlieder und einer namens Barrikadenlieder, später unbenannt in Freiheitslieder.

00:19:51: Strausssohn.

00:19:53: Wernet Wien, wenn die politische nicht immer auch mit einer ästhetischen Diskussion verknüpft worden wäre.

00:20:01: Eduard Hanslik hat seine Stimme erhoben, eine der frühesten Äußerungen des später so bedeutenden Wiener Musikkritikers.

00:20:09: durchaus auch voll Sympathie für den republikanischen Geist.

00:20:15: Die Revolution des dritten März, so hat Hanslik in der Wiener Zeitung geschrieben, die Lechste nach einer Marseillaise, einer deutschen Marseillais.

00:20:24: Dass uns die Muse der österreichischen Komponisten auch nicht einen wirklich originellen, kraftvollen Freiheitskoa oder Marsch geliefert hat, ist zu bedauern.

00:20:35: Und lässt uns besorgen, dass wir kein im echten Sinne populäres Talent unter uns haben.

00:20:43: Also schrieb Edward Hanselig und das, obwohl zwei Streuße in Wien gearbeitet haben.

00:20:50: Immerhin hat Hanslik die Barrikadenlieder oder Freiheitslieder zur Kenntnis genommen und auch gemeint, die sind so melodienreich, dass dieses Stück wahrscheinlich überleben wird.

00:21:03: Da hat er Recht gehabt.

00:21:05: Hanslik hat als strenger Kritiker auch späterhin immer wieder von Johann Strauss Sohn eingängige Melodien gefordert, einen leichten Ton und hat sich dagegen verwahrt.

00:21:17: dass der Assoziationen zur von Hanslick gehassten Musik eines Richard Wagner aufgesucht hat.

00:21:25: Das war ihm nicht recht, er schrieb dann vom Walzer Requiem, was so gar nichts zur wienerischen Unterhaltungsmusik passen wollte.

00:21:34: Im Moment hatte man allerdings, Als sich die Niederlage der Aufständischen abzeichnet, steht Strauß Vater, wie gesagt, längst auf der richtigen Seite.

00:21:48: Der Sohn hat die Konsequenzen zu spät gezogen.

00:21:52: Kaiser Ferdinand, der Güttige im Volksmund bald Güttinand, der Fertige genannt, hat zurücktreten müssen und seinem Neffen Franz Josef den Thron überlassen.

00:22:05: Und diesem jungen Kaiser war der Walzer-Komponist der zweiten Generation suspekt.

00:22:12: Draus Vater ist bald gestorben von ganz Wien-Betrauer, dem September, eighteen, neunundvierzig.

00:22:18: Er war auch bei Hofe wohlgelitten und war dort.

00:22:22: Hofball Musikdirektor.

00:22:24: Jetzt hat Johann Strauss Sohn gedacht, er würde den Papa beerben.

00:22:28: Immerhin war er ja schon ein erfolgreicher Walzer- und Polker-Komponist, aber dem war nicht so.

00:22:34: Das hat sehr lange gedauert, bis Franz Josef dem jungen Strauss seine Parteiname für die Aufständischen verziehen hat.

00:22:42: Achtzehn dreiundsechzig erfolgte erst die Ernennung.

00:22:46: Es war übrigens ein Ehrenamt, aber eben mit viel Ehr verbunden.

00:22:50: Bis in den letzten Jahren war Johann Strauss Sohn dann Hofball Musikdirektor.

00:22:56: Und ein Jahr nach dem Tod des genialen Bruders Josef Strauss, der vielleicht wirklich ein würdiger Nachfolger gewesen wäre, hat Strauss Sohn dann das Amt zurückgelegt und er konnte es übergeben an seinen jüngsten Bruder Eduard.

00:23:13: vielleicht nicht ganz so, genial, aber immerhin.

00:23:16: Edward hat bis zu den Neunzehnten das Amt innen gehabt und dann wollte er an seinen Sohn Johann Strauß den Dritten übergeben.

00:23:25: Das hat aber nie wirklich funktioniert.

00:23:28: Der letzte exzellente Offball-Musikdirektor war dann Karl-Michel Ziera bis zum Ende der Monarchie, um den Vater gleich zu beerben.

00:23:38: war Johann Strauss Sohn also zu spät gekommen mit seinen Huldigungen, die es immerhin gegeben hat.

00:23:44: Schon im Mai, April, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai, Mai.

00:23:58: Die Uraufführung hat vermutlich in einem Fest im Casino Domeyer stattgefunden.

00:24:03: Und es sind dann etliche vergleichbare Stücke gefolgt unter anderem, eighteen-einundfünfzig ein Marsch namens Virbus Unites mit vereinten Kräften.

00:24:13: Das war ja das Motto des jungen Kaisers Franz Josef.

00:24:16: Das Stück war für den Geburtstagsfeiern des Kaisers eighteenhundert-einundfünfzig im August gedacht und es war insofern erfolgreich.

00:24:25: Als XVIIIII im Fasching dann wirklich offiziell Strauss mit seiner Kapelle in der Hofburg aufspielen durfte.

00:26:34: Der Franz Josef war natürlich nicht der einzige Monarch, dem Johann Strauss Sohn seinen Tribut gibt.

00:28:28: Aus seiner Feder gibt es auch einen Napoleon-Marsch.

00:28:32: XVIIIIV entstanden während des Grimmkriegs.

00:28:37: Das muss in Zeiten wie diesen auch eine Betrachtung wert sein.

00:28:43: Beim Krinkrieg der Jahre eighteen, dreiundfünfzig und folgende war die Wiener Bevölkerung gespalten.

00:28:51: Russland hat sich vergeblich bemüht, Österreichs Unterstützung für diesen Fall zu bekommen.

00:28:59: Und es musste gegen die Allianz aus dem Osmanischen Reich, England und Frankreich allein angeln.

00:29:06: Russland war daher ziemlich verschnupft.

00:29:09: Denn während der Revolutionsjahre XLVIII und XLIX, vor allem bei der Niederschlagung der ungarischen Aufstände, war die russische Armee der Österreichischen sehr sehr behilflich gewesen.

00:29:22: Und nun gab es so eine Art Neutralitätsstellung von Österreich, man hat sogar Soldaten an der russischen Grenze aufmarschieren lassen, hat aber in den Grinkrieg nichts.

00:29:35: Damit hat Kaiser Franz Josef eigentlich beide Seiten verbreit.

00:29:40: Vor allem Russland natürlich.

00:29:41: Die Wiener Bevölkerung, wie gesagt, hat die Vorgänge heftig diskutiert und es gab eine gar nicht kleine Russlandfreundliche Partei, aber in der Mehrheit standen die Wiener doch eher auf Seiten der Engländer und Franzosen.

00:30:00: Johann Strauß ist realpolitisch betrachtet, mit seinem Marsch für Napoleon III.

00:30:06: auf der richtigen Seite gestanden, diesmal zumindest und zumindest auf kürzere Sicht.

00:30:11: Außerdem hat er von Franzosenkaiser eine goldene Perlin geschmückte Nadel für die Wittmung bekommen.

00:32:54: Russland betroffen hat, da musste der neue Walzerkönig Froh sein, dass das Kulturpolitische Gedächtnis der Zarnfamilie und des russischen Hochadls ziemlich kurz gewesen ist.

00:33:06: Denn die Zarnresidenz in Pavlovsk bei Sankt Petersburg wurde für einige Jahre zur wichtigsten Einnahmequelle des Wiener Komponisten.

00:33:17: Erst unter Hinzuziehung seiner Brüder Josef und Eduard, mit denen er das Walzerkomponieren sozusagen zu einem lukrativen Familienunternehmen ausgebaut hat, immer wieder nach Pavlovsk gereist.

00:33:32: Zunächst einmal hat er dieses Feld ab dem Jahr eighteen sechsundfünfzig allein beackert.

00:33:37: Er hat dort unendlich viel Geld verdient und nicht nur das.

00:33:42: Die Herzen der Frauen sind ihm zugeflogen, was zu einer ganz lustigen Anekdote geführt hat.

00:33:48: Ein russischer Offizier hat Strauss Sohn zum Duell gefordert und zwar deshalb, weil seine Frau dem Komponisten immer rote Rosen geschickt hat.

00:33:59: Strauß hat die Forderung angenommen, hat das allerdings an eine Bedingung geknüpft.

00:34:03: Der jungen Mann musste zuvor in seine Wohnung kommen.

00:34:07: Daraufhin hat er im drei leere Zimmer gezeigt, die voll gefüllt waren mit Blumenstreußen.

00:34:15: Und er meinte, sie können gern den Strauß ihrer Frau heraussuchen.

00:34:20: Hat zu einem gütlichen Ende des Streits geführt.

00:34:24: Es gibt sogar... Polkas, die auf russische Frauennamen anspielen, die Olga Polka zum Beispiel.

00:34:33: Die hat er in seiner ersten russischen Sommersaison komponiert, allerdings nicht irgendeiner Olga gewidmet, sondern Cecilia, der Tochter des Großherzogs von Baden, die die Braut des Großfürsten Michael Nikolaevich geworden ist und dann als Großfürstin den Namen Olga Fjodorvna angenommen hat.

00:37:41: Musik des ersten russischen Sommers von Johann Strauss folgten für ihn noch weitere Jahre der Zehenaufbauarbeit bis er nicht nur von der Wiener Bevölkerung als legitimer Erbe seines Vaters anerkannt wurde, sondern auch vom Habsburger Hof.

00:37:59: Strauss hat sich zwischendurch nicht nur politisch korrekt benommen, sondern hat auch genau die musikhistorischen Entwicklungen seiner Zeit verfolgt.

00:38:09: dass er wie übrigens auch sein Bruder Josef von Wagner beeindruckt gewesen ist, das weiß man.

00:38:14: Und der konservative Kritiker Hans-Lick hat ihm das, wie gesagt, auch gern vorgehalten.

00:38:20: Aber auch die italienischen Opernmeister, die von den Wienern so adoriert worden sind, die hat er genau studiert.

00:38:27: Als großer Melodienerfinder, der ja anerkanter Maßen selber gewesen ist, hat er natürlich den Hut gezogen vor Verdi, vor Donizetti, Bellini in Amüsanten.

00:38:40: Collagen, mit der sogenannten neuen Melodienquadril, zitiert er sie alle, Kunderbund.

00:42:56: Uraufführung dieses Verdi, Donizetti, Bellini, Pasticcius, da war der Ruhm des neuen Walzerkönigs längst besiedelt.

00:43:07: Lebensbedrohlich war für Johann Strausssohn in den Jahren seines mühsamen Aufstiegs noch der Winter, abgesehen von allen politischen Anfechtungen, war es die Gesundheit, die ihm einen Strich durch die Rechnung zu machen schien.

00:43:25: Eine Deutschlandreise hat er abbrechen müssen, nachdem er wegen Überanstrengung zusammengebrochen war.

00:43:32: Am siebzehnten jener, eighteen, dreieundfünfzig stand er allerdings wieder am Pult seiner Kapelle und präsentierte sich Genesen, wiederauferstanden wieder Vönigs aus der Asche.

00:43:45: In der neuen freien Presse erschienen unter Balkenlettern Sophienbarzahl eine Annose.

00:43:52: In seiner festlichen Ballausschmückung, so hieß es da, würde dieser Sophienbarzahl Montag den siebzehnten Jänner zum Benefits und zugleich zum ersten Mal wieder unter persönlicher Leitung des Johannstrauß nach seiner Krankheit ein großer Ball.

00:44:11: Und dann?

00:44:12: Hieber zum ersten Mal.

00:44:14: erstens.

00:44:15: Walzer betitelt Phönixschwingen.

00:44:18: Zweitens Polker betitelt Freudengruß.

00:44:23: Beide von Johann Strauss.

00:44:26: Die Freudengrüße domten also von einem Mann, der sich wie Phönix aus der Asche erhoben hatte.

00:44:34: Seither ist er dann in Wirklichkeit nie wieder abgestürzt.

00:52:17: Die Wiener Philharmoniker unter Lorin Marcel mit den Phönixschwingen.

00:52:59: So hat sich also der genäserne Johann Strauss wieder erhoben.

00:53:04: Womit unser heutiger Musiksalon seine Pfarten schließt, erwart dem sehr schwierigen Beginn einer großen Karrieregebietmet.

00:53:13: Danke fürs Zuhören.

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